Blick ins Buch

Thriller

Fest der Finsternis

3,6(9)
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Über das Buch

Paris im September 1805. Der intrigante Polizeiminister Joseph Fouché regiert die Stadt mit eiserner Hand. Doch die Bewohner der Weltmetropole sind ergriffen von Angst. In finsteren Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, die Brutalität der Morde ist beispiellos. Der für seinen Jagdinstinkt berühmte Polizist Louis Marais arbeitet wie besessen an dem Fall. Marais weiß, dass es ein Monster braucht, um ein Monster zu jagen. Er greift auf die Hilfe eines alten Bekannten zurück, der hinter den Mauern des Irrenhauses von Charenton sein Leben fristet. Doch damit führt Marais den Alptraum erst zu seiner wahren Größe …

Editionen (1)

ISBN9783641190545
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum13.02.17

Rezensionen & Bewertungen

9 Bewertungen

2 Rezensionen

3,6

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  • buchsucht.com
    buchsucht.com

    54 Follower

    2,0

    Starke Grundidee und atmosphärisches Paris, aber überladen, zäh und zu brutal – konnte mich leider nicht packen.

    Große Idee, die mich leider nicht erreicht hat Kurzer Hinweis vorweg: Das Buch enthält detaillierte, drastische Gewaltdarstellungen, besonders gegen junge Frauen. Wer dabei empfindlich reagiert, sollte das im Hinterkopf behalten. September 1805, Paris. Mit eiserner Hand regiert der intrigante Polizeiminister Joseph Fouché die Stadt. Doch die Angst geht um: In den dunklen Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, ermordet mit beispielloser Brutalität. Louis Marais, ein berühmter Polizist, bekannt für seinen Jagdinstinkt, arbeitet wie besessen an dem Fall. Doch er weiß: Um ein solches Monster zu fangen, braucht es ein anderes Monster. Daher greift Marais auf die Hilfe eines prominenten Insassen der Nervenheilanstalt Charenton zurück: den berüchtigten Marquis de Sade. Das ungleiche Duo – der gläubige Halb-Gitan Marais und der atheistische, zynische Adlige de Sade – macht sich gemeinsam auf die Jagd. Ihre Ermittlungen führen sie von den Elendsvierteln der Metropole bis in höchste politische Kreise, auf die Spur eines satanistischen Ordens und tief in die Abgründe der menschlichen Natur. Die eigentliche Hauptfigur aber ist das postrevolutionäre Paris selbst – eine düstere, schonungslos beschriebene Kloake. Fangen wir mit dem Positiven an, denn das gibt es durchaus. Die Grundidee ist wirklich clever: Ein Ermittler holt sich ausgerechnet den Marquis de Sade, die historische Inkarnation des Abgründigen, als Berater bei der Jagd auf einen Serienmörder. „Man braucht ein Monster, um ein Monster zu fangen.“ Diese Prämisse hat mich neugierig gemacht, und das Zusammenspiel zweier so gegensätzlicher Figuren verspricht Spannung. Auch bemerkenswert: Sowohl Marais als auch de Sade sind historisch belegte Figuren, und eine Bekanntschaft der beiden lag tatsächlich vor (das erfährt man im Nachwort). Torreck hat erkennbar jahrelang recherchiert. Diese historische Fundierung ist die größte Stärke des Buches – man merkt, wie viel Arbeit und Leidenschaft in der Rekonstruktion des postrevolutionären Paris steckt. Was Torreck wirklich gut kann: Atmosphäre. Sein Paris von 1805 ist düster, dreckig, schonungslos – eine Stadt voller Elend, Intrigen und Gewalt. Die Beschreibungen sind bildhaft und stimmungsvoll, man taucht ein in die Gassen, die Bordelle, die Salons der Mächtigen. Wer historische Settings liebt und sich an opulenten Beschreibungen erfreut, findet hier durchaus etwas. Leider ist genau diese Opulenz auch ein Teil des Problems, dazu gleich mehr. Aber das atmosphärische Talent des Autors will ich nicht kleinreden. Wenn das Buch eines schafft, dann ist es, ein düsteres, lebendiges Bild einer vergangenen Epoche zu zeichnen. Und jetzt zum Kern meiner Enttäuschung. Trotz der starken Idee und der dichten Atmosphäre konnte mich „Fest der Finsternis“ einfach nicht fesseln. Das Buch ist mir schlicht zu überladen. Torreck packt so viel hinein – historisches, politisches, religiöses, kulturelles, gesellschaftliches Detail –, dass der eigentliche Plot, die Jagd auf den Mörder, immer wieder unter der Fülle erstickt. Statt Sog entsteht oft Stillstand. Hinzu kommt: Der Einstieg ist zäh. Es dauert lange, bis die Geschichte in Fahrt kommt, und gerade am Anfang hatte ich mehrfach das Gefühl, mich durch die Seiten kämpfen zu müssen. Bei einem Thriller erwarte ich Spannung, Tempo, Sog – hier bekam ich vor allem ausschweifende Beschreibungen und ein Personentableau, das mich eher verwirrt als gefesselt hat. Ein weiterer Punkt, der mir das Lesen erschwert hat: Es fällt schwer, mit den Figuren warm zu werden. Wer strahlende Held:innen sucht, wird hier nicht fündig – das ist Programm, und grundsätzlich finde ich düstere, gebrochene Charaktere durchaus reizvoll. Aber hier sind die Figuren so durchweg erschöpft, verbittert oder dem Wahnsinn nahe, dass mir jede emotionale Verbindung fehlte. Ich habe mit niemandem mitgefiebert. Gerade weil ein Thriller davon lebt, dass man mit den Ermittlern bangt und hofft, war das für mich ein echtes Manko. Das Duo Marais und de Sade hätte so viel Potenzial gehabt – aber die Dynamik zwischen den beiden hat mich nie so gepackt, wie ich es mir erhofft hatte. Sie blieben mir trotz aller Ausführlichkeit seltsam fern. Und dann ist da die Gewalt. „Fest der Finsternis“ ist hart, sehr hart. Die Morde an den jungen Mädchen werden in einer Detailliertheit geschildert, die mir oft zu viel war. Ich habe nichts gegen düstere Thriller, aber hier kippte es für mich mehrfach ins reine Schock-Erzeugen. Die Brutalität wirkte stellenweise weniger handlungsdienlich als selbstzweckhaft. Das ist Geschmackssache – manche Leser:innen schätzen genau diese Schonungslosigkeit –, aber mir war es zu viel des Grausamen. In Kombination mit dem zähen Tempo führte das dazu, dass ich das Buch immer wieder zur Seite gelegt habe und mich am Ende durchquälen musste, statt es zu genießen. Bei einem Thriller, der mich eigentlich nicht mehr loslassen sollte, ist das ein schlechtes Zeichen. Ich will fair bleiben: „Fest der Finsternis“ hat auch viele begeisterte Leser:innen, und ich verstehe warum. Wer opulente historische Großgemälde liebt, wer sich an detailverliebter Epochen-Rekonstruktion erfreut und wer mit harter Gewalt kein Problem hat, wird hier vermutlich deutlich mehr Freude haben als ich. Auch der Vergleich mit Dan Browns „Sakrileg“, nur klüger und historisch fundierter, trifft durchaus zu. Mein 2-Sterne-Urteil ist also ausdrücklich ein subjektives. Das Buch ist handwerklich nicht schlecht gemacht, und die Recherche-Leistung verdient Respekt. Es passt nur einfach nicht zu meinem Lesegeschmack – mir war es zu überladen, zu zäh, zu brutal und emotional zu distanziert. Mein Fazit: „Fest der Finsternis“ ist ein Buch mit großem Potenzial, das für mich leider nicht aufgegangen ist. Die Grundidee ist stark, die historische Recherche beeindruckend, das Paris-Setting atmosphärisch. Aber das Buch ist mir zu überladen, der Einstieg zu zäh, die Figuren zu distanziert und die Gewalt zu drastisch. Statt mich zu fesseln, musste ich mich oft durchkämpfen. Ein subjektives Urteil: Das Buch ist handwerklich nicht schlecht und hat seine Fans, aber es traf einfach nicht meinen Geschmack. Wer opulente historische Thriller mit harter Gewalt mag und Geduld für einen langsamen Aufbau mitbringt, sollte sich von meiner Bewertung nicht abschrecken lassen und selbst reinlesen. Empfehlenswert für Fans opulenter historischer Thriller, die detailverliebte Epochen-Rekonstruktion lieben, etwa von Oliver Pötzsch oder als klügeren Gegenentwurf zu Dan Brown. Für Leser:innen, die düstere, gebrochene Figuren und harte Gewalt vertragen und Geduld für einen langsamen Aufbau mitbringen. Wer das postrevolutionäre Paris als Schauplatz reizvoll findet, bekommt hier ein dichtes Zeitbild. Eher nichts für Leser:innen, die rasante, gut zugängliche Thriller mit hohem Tempo und sympathischen Figuren suchen, die mit detaillierter, drastischer Gewalt nicht umgehen können oder sich an überladenen, ausschweifenden Beschreibungen stören. Wer schnellen Spannungsaufbau erwartet, wird hier auf eine harte Geduldsprobe gestellt.

    25. Mai 2026

  • bookaddicted1
    bookaddicted1

    67 Follower

    4,0

    *Inhalt* "Paris im September 1805. Der intrigante Polizeiminister Joseph Fouché regiert die Stadt mit eiserner Hand. Doch die Bewohner der Weltmetropole sind ergriffen von Angst. In finsteren Gassen werden die Leichen blutjunger Mädchen gefunden, die Brutalität der Morde ist beispiellos. Der für seinen Jagdinstinkt berühmte Polizist Louis Marais arbeitet wie besessen an dem Fall. Marais weiß, dass es ein Monster braucht, um ein Monster zu jagen. Er greift auf die Hilfe eines alten Bekannten zurück, der hinter den Mauern des Irrenhauses von Charenton sein Leben fristet. Doch damit führt Marais den Alptraum erst zu seiner wahren Größe …" (Quelle: Amazon) *Infos zum Buch* Seitenzahl: 672 Seiten Verlag: Heyne Verlag ISBN: 978-3453677135 Preis: 14,99 € (Taschenbuch) / 11,99€ (E-Book) *Infos zum Autor* " Ulf Torreck, geboren 1972 in Leipzig, arbeitete bereits früh als Rausschmeißer und Barmann, später als Journalist und Filmkritiker. Nach längeren Aufenthalten in Südostasien, Frankreich, Irland und Großbritannien begann er, Novellen und Romane zu schreiben. Für seinen historischen Thriller »Das Fest der Finsternis« recherchierte Torreck mehrere Jahre lang und befasste sich intensiv mit den dunklen Seiten des Menschen." (Quelle: Amazon) *Erster Satz des Buches* "Im August 1805 herrschte die Pest bereits den dritten Monat über Brest." *Fazit* "Fest der Finsternis" ist ein Roman des Autors Ulf Torreck. Außerdem exisitert eine Vorgeschichte "Vor der Finsternis" als Ebook. -> Wieso wollte ich dieses Buch lesen? Ab und an lese ich ganz gerne mal einen historischen Roman in dem es schaurig zugeht (Pest, Hexenverbrennung, etc.) und Thriller liebe ich auch - je blutiger und grausamer, umso besser. Also freute ich mich über diese Kombination natürlich ganz besonders und beschloss, dieses Buch unbedingt lesen zu müssen. -> Cover: Das Cover macht schon Lust auf den Inhalt: es ist düster und schaurig gehalten, eine rote Kirche, vor schwarzem Grund, weiße Schrift in Großbuchstaben... eine hervorragende Wahl! -> Story: Wir befinden uns in Paris, im Jahre 1805, an der Seite des Polizisten Louis Marais, der zurück in die Stadt beordert wurde, um dort einen brutalen Killer zu schnappen. Immer wieder werden grausam zugerichtete Leichen gefunden, doch vom Täter weit und breit keine Spur. Als Marais nicht mehr weiter weiß, sucht er sich die Hilfe eines anderen "Monsters": dem Marquis de Sade höchstselbst. Doch auch mit ihm stellt sich das Ganze als nicht so leicht heraus und gemeinsam erleben sie noch einiges... Die Story ist düster, grausam und blutig, genau das, was man von einem guten Thriller erwartet, in dieser Hinsicht wird der blutgierige Leser also in keinem Fall enttäuscht. Was mich persönlich etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass der Roman sehr lange gebraucht hat, bis er wirklich in Fahrt gekommen ist... auch wenn das Leben in Paris zu dieser Zeit durchaus sehr interessant beschrieben wird und man es sich, mit allen Sinnen, problemlos vorstellen kann. Dennoch wartet man die ganze Zeit darauf, dass etwas passiert, werden aber einige Zeit lang enttäuscht. Der erste Mord ist jedoch schon ganz ordentlich und ich würde fast behaupten, "nichts für zarte Gemüter". Trotzdem lesen sich über 600 Seiten mal eben nicht auf die schnelle und so verweilt man einige Zeit im Paris des noch ganz frischen 19. Jahrhunderts. -> Schreibstil: Der Schreibstil ist ein wenig an die Zeit damals angepasst, jedoch so, dass es sich recht flüssig lesen und gut verstehen lässt. Geschrieben wird das Buch aus der Erzählerperspektive. -> Charaktere: Um ehrlich zu sein, fand ich die Charaktere zwar sehr interessant, aber nicht wirklich sympathisch. Nehmen wir uns doch einmal Louis Marais heran: er ist arrogant und überheblich, nimmt sich deutlich zuviel heraus und mit seinen Methoden konnte ich mich schonmal überhaupt gar nicht anfreunden. Dennoch hat er einen extrem scharfen Verstand und in Kombination mit dem Marquis de Sade empfand ich ihn als noch interessanter. Letzterer war jedoch noch mehr Mittelpunkt meines Interesses, immerhin begegnet man nicht immer einem Psychopathen, der sich schon zu Beginn so offensichtlich zu erkennen gibt. Auch dieser war mir zwar nicht besonders sympathisch, weckte aber dennoch so stark mein Interesse, dass ich ihn sogar googelte.. und ich kann nur sagen: macht das mal, ist sehr spannend! -> Gesamt: Insgesamt bekommt ihr mit "Fest der Finsternis" einen spannenden, blutigen und grausamen historischen Thriller, für den man sich zwar etwas Zeit nehmen muss, aber es sich durchaus lohnt. Die Grausamkeiten und die Abgründe der menschlichen Seele faszinieren immer wieder aufs neue und lassen uns gespannt der Lösung entgegenfiebern. Einzig die Längen am Anfang störten mich ziemlich, daher einen Stern Abzug. Wertung: 4 von 5 Sterne!

    24. Okt. 2022

Autorin / Autor

Über Ulf Torreck

Ulf Torreck, geboren 1972 in Leipzig, arbeitete bereits früh als Barmann, später als Journalist und Filmkritiker. Nach längeren Aufenthalten in Südostasien, Frankreich, Irland und Großbritannien begann er, Novellen und Romane zu schreiben. Seit April 2011 veröffentlichte Ulf Torreck unter dem Pseudonym David Gray fünfzehn Thriller und Kriminalromane, die regelmäßig Spitzenpositionen in den E-Book-Charts erreichten. Für seine historischen Thriller »Das Fest der Finsternis« (ebenfalls bei Heyne erschienen) und »Zeit der Mörder« recherchierte Torreck mehrere Jahre lang und befasste sich intensiv mit den dunklen Seiten des Menschen.

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