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Romane

Geschwister im Gegenlicht

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Über das Buch

Der große Familienroman von Bestsellerautorin Sabine Bode

Familie, nein danke lautet Sonjas Lebensmotto – und damit ist sie stets gut gefahren. Bis ihr Bruder Rolf überraschend an der Ostsee auftaucht und in der dunklen Familiengeschichte zu graben beginnt. Lebensnah und feinfühlig erzählt Sabine Bode von einem ungleichen Geschwisterpaar, das die Narben seiner Herkunft nicht länger versteckt.

Wenn der eigene Bruder plötzlich vor der Tür steht, kann es das eigene Leben ganz schön durcheinanderwirbeln. Während Sonja das Kapitel Familie schon vor Jahren geschlossen hat, ist der Erkenntnisdrang bei Rolf taufrisch. Seine Mission ist es, die Schwester zur gemeinsamen Familienaufarbeitung anzustiften, aber Sonja fällt es schwer, sich auf die neue Nähe einzulassen. Doch dann bittet ihre Nichte Nina sie um Hilfe. Halb widerwillig, halb neugierig kehrt Sonja ihrer friedlichen Ferienwohnung an der Ostsee schließlich den Rücken und macht sich mit Rolf in dessen rostigem VW-Bus auf die Reise an die Orte ihrer gemeinsamen Vergangenheit und in ihr Elternhaus, einen Ort des Schreckens. Bestsellerautorin Sabine Bode erzählt in ihrem zweiten Roman höchst authentisch von den Traumata eines Geschwisterpaares, die ihren Ursprung in der NS-Zeit haben.

Editionen (3)

ISBN9783608988161
VerlagKlett-Cotta
Erscheinungsdatum16.11.24
Seitenzahl320

Rezensionen & Bewertungen

16 Bewertungen

5 Rezensionen

3,8

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  • buechertantje
    buechertantje

    20 Follower

    3,5

    Wie (über-)lebst du dein Leben, wenn deine Eltern Täter*innen einer Diktatur sind? Wer bricht wann und warum das Schweigen? Die Story ist brutal, Seite für Seite entfaltet sich, „[das] alles, was Menschen sich an schlimmsten Grausamkeiten in ihrer Fantasie ausmalen können, […] auch in Wirklichkeit geschieht.“(S. 306) Sehr lesenswert, weil‘s nachdenklich macht über die eigenen Verstrickungen von Familie und Vorfahren. Schade, dass sich die Distanz, die durchaus einen Teil der Figur Sonja performativ ausmacht, aus der erzählenden Zeit in meine Lektüre übertragen hat. Damit bleibt die Geschichte für mich erstaunlich unnahbar. Andere Leser*innen mögen das vielleicht genau suchen.

    „Obwohl Rolf und ich uns kaum kennen, wissen wir, dass wir eine Schicksalsgemeinschaft sind.“(S. 246) Die Ich-Erzählerin Sonja und Rolf sind Geschwister, aufgewachsen in Mittendorf, Kinder eines SS-Mannes und einer Krankenschwester, dessen Verhältnis zur NS-Diktatur von Seite 1 an klar ist, deren Abgründe aber trotzdem nicht zu erahnen sind. Sabine Bode, Jahrgang 1947, Journalistin und Autorin schreibt im weitesten Sinne einen Roman über transgenerationale Kriegstraumata - nicht ihr ihr erstes Buch in diesem Bereich. Mit Sonja und Rolf wird entfaltet, wie familiäre Systeme in dieser Zeit schweigen, wie unterschiedlich die Geschichten erzählt und aufgearbeitet werden, wenn man denn überhaupt von „Aufarbeitung“ sprechen mag. Die familiären Verstricken sind teilweise recht verwirrend, nicht alle genannten Personen erhalten eine Stimme oder Geschichte. Das mag intendiert sein. Genauso wie die Narration der Figur Sonja, die mich bis zur letzten Seite trotz aller Tiefe auf Abstand gehalten hat. Vielleicht ist genau das aber auch ein großartig gelungener performativer Clou, der bei mir nicht wirkt

    Wie (über-)lebst du dein Leben, wenn deine Eltern Täter*innen einer Diktatur sind? Wer bricht wann und warum das Schweigen? Die Story ist brutal, Seite für Seite entfaltet sich, „[das] alles, was Menschen sich an schlimmsten Grausamkeiten in ihrer Fantasie ausmalen können, […] auch in Wirklichkeit geschieht.“(S. 306) 
Sehr lesenswert, weil‘s nachdenklich macht über die eigenen Verstrickungen von Familie und Vorfahren. Schade, dass sich die Distanz, die durchaus einen Teil der Figur Sonja performativ ausmacht, aus der erzählenden Zeit in meine Lektüre übertragen hat. Damit bleibt die Geschichte für mich erstaunlich unnahbar. Andere Leser*innen mögen das vielleicht genau suchen.

    21. Juni 2025

  • elisabeth59
    elisabeth59

    4 Follower

    5,0

    Ein wunderbares Buch , aber auch schwer und traurig

    7. Okt. 2023

  • hamburger.lesemaus
    hamburger.lesemaus

    401 Follower

    4,0

    GESCHWISTER IM GEGENLICHT Sabine Bode … ist die Geschichte des ungleichen Geschwisterpaars Sonja und Rolf - beide in der Nachkriegszeit geboren, doch während der Ältere der Liebling der Mutter war, wurde Sonja von ihrer Mutter geschlagen und gequält. Als Sonja erwachsen wurde, brach sie deshalb den Kontakt zu ihrer Mutter ab. Mit ihrem 3 Jahre älteren Bruder hatte sie nie ein inniges Verhältnis, deshalb schrieben sie sich lediglich zu den Geburtstagen und Weihnachten Karten mit guten Wünschen. Seine drei Töchter, ihre Nichten, hatte sie nie richtig kennengelernt. Sonja und ihr Mann Karl wollten selber keine eigenen Kinder. Sie hatten sich Kindeserziehung nie zugetraut und Sonja wollte die Fehler ihrer Mutter auf keinen Fall wiederholen. Jetzt, nachdem Karl verstorben ist, mietet sich Sonja an der Ostsee ein kleines Apartment, um mal wieder ein wenig durchzuatmen. Doch ihre ersehnte Ruhe wird gestört, indem sich ihr Bruder Rolf mit seiner jüngsten Tochter Nina für einen Besuch anmeldet. Mit diesem Besuch beginnen die lang überfälligen Annäherungen der Geschwister und die Aufarbeitung der Vergangenheit. Beide Geschwister haben unterschiedliche Blickwinkel und Sichtweisen auf ihre Erziehung, Eltern und ihrer verbrachten Kindheit. Das eine oder andere ist dem Geschwisterkind sogar entgangen und blieb komplett unbemerkt. Ganz langsam stellen sie sich der Tatsache, dass ihre Eltern aktive und stolze Nazis im 2. Weltkrieg waren. Doch diese erschreckende Tatsache ist nicht die Einzige, die endlich angesprochen wird. In dieser Geschichte steckt viel mehr, als man zu Beginn vermutet. Es ist ein Buch, was aufzeigt, wie Unausgesprochenes zu Missinterpretationen und Vorurteilen führen kann. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und die Sprecherin des Hörbuchs, Helma Michel, hat dem Buch eine wundervolle Stimme gegeben. Sehr hörenswert! 4/ 5

    15. Sept. 2023

3 von 5 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Sabine Bode

Sabine Bode, Jahrgang 1947, begann als Redakteurin beim »Kölner Stadt-Anzeiger«. Seit 1978 arbeitet sie freiberuflich als Journalistin und Buchautorin und lebt in Köln.Sie ist eine renommierte Expertin auf dem Gebiet seelischer Kriegsfolgen.Ihre Sachbücher »Die vergessene Generation«, »Kriegsenkel«, »Nachkriegskinder« und »Kriegsspuren« sind Bestseller und wurden in mehrere Sprachen übersetzt.

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