Das Recht auf Sex

Das Recht auf Sex

Hardcover
3.56
KapitalismuskritikPornographieEmotionale KompetenzGesellschaftlicher Wandel

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Beschreibung

Was denken wir über Sex? Wie sollten wir darüber nachdenken? Angeblich ist Sex ganz privat, intim und doch wird er ständig mit öffentlicher Bedeutung aufgeladen und überfrachtet. Wir leben unsere ganz persönlichen Vorliebe beim Sex aus und doch wissen wir, dass er von äußeren, gesellschaftlichen Kräften geformt wird, denen wir nie entkommen. Vergnügen und Ethik klaffen beim Sex denkbar weit auseinander.

Sex ist das Privateste und das Intimste. Gleichzeitig ist Sex öffentlich aufgeladen und ein Zustand des menschlichen Lebens, an dem Lust und Ethik weit und extrem auseinanderklaffen. Amia Srinivasans atemberaubendes Debüt spürt der Bedeutung von Sex in unserer Welt in den Zeiten von #MeToo nach. Erfüllt von der Hoffnung auf eine andere Welt, greift sie auf den politischen Feminismus für ihren Entwurf für das 21. Jahrhundert zurück. Was denken wir über Sex? Ist das Intime politisch?
Srinivasen diskutiert spannungsgeladene Beziehungen zwischen Diskriminierung, Vorlieben, Pornografie, Freiheit, Rassenungerechtigkeit, Lust und Macht. Dieser fulminante Wurf ist Provokation und Versprechen zugleich und verändert viele unserer drängenden politischen Debatten. Srinivasan sucht nach Antworten auf eine Kernfrage unserer Zeit, dem veränderten Verhältnis der Geschlechter: Was bedeutet es, in der Öffentlichkeit wie im Privaten wirklich frei zu sein?

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Philosophie
Format
Hardcover
Seitenzahl
320
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Amia Srinivasan, geboren am 20. Dezember 1984 in Bahrain, wuchs als Tochter indischer Eltern in New York auf. Sie studierte in Yale und promovierte in Philosophie am Corpus Christi College in Oxford. Am 1. Januar 2020 wurde sie auf den Chichele-Lehrstuhl in Oxford berufen, den früher Isiah Berlin innehatte. Ihr Buch „Das Recht auf Sex“ wurde spektakulären Debüt, das weltweit diskutiert wurde.

Beiträge

3
Alle
4

Hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Es gibt natürlich kein Recht auf Sex und Vergewaltigung ist immer abzulehnen, auch wenn manche Männer das leider anders sehen.

1

Obwohl das Buch relativ wenige Seiten hat hat sich das Leseerlebnis unglaublich lang gezogen. Die Autorin beantwortet ihre eigenen Fragen nicht, und die Essays sind langatmig und schwach argumentiert. Zudem zitiert sie Freud, was ich unglaublich altmodisch finde und nicht in Büchern über Feminismus im 21. Jahrhundert lesen will.

2

2,5 Sterne Versuche ein paar versöhnliche Töne anzuschlagen. Das Buch kann nix dafür, dass ich andere Bedürfnisse habe und aus einem verschobenen Blickwinkel auf die Welt schaue. Grundsätzlich muss ich der Autorin zugute halten, sich der Schlammschlacht rechts/links und den überdrehten Postmodernen Theorien zu verweigern.In den letzten beiden Essays, die ich am stärksten fand, blitzen dynamische Gedankengänge durch. Sie übt Kritik an reduktionistischem Denken und spricht das Problem des Moralisierens an. Sie bringt den Begriff Verantwortung ins Spiel. Hinterfragt den Impuls der Regulierung. Ganz zaghaft fragt sie nach Pragmatismus. Das Recht auf Sex beackert nahezu ausschließlich den öffentlichen, politischen Diskurs zum Thema Feminismus, Pornografie, Patriarchat, Rassismus und Kapitalismus. Eine analytische, philosophische Auseinandersetzung findet nicht statt. Sie verwendet primär Beispiele und Erfahrungsberichte aus ihren Studentenreihen, Medien und Debattenbeiträgen. Zitiert hier und da Kollegen und kommt am Ende des Buches kurz auf Freud und Plato zu sprechen. Zum Thema Feminismus und Pornographie wird auf Diskursbeiträge aus den 70/80er Jahren zurück gegriffen, die meines Erachtens nach, nicht mehr auf die Landschaft, die sich präsentiert passen. Extrempositionen werden einander gegenüber gestellt. Sie selbst hält sich in den ersten beiden Essays mit eigener Positionierung sehr zurück. Diese beiden liefern kaum Erkenntnisse, Lösungsstrategien oder eigene interessante Gedanken. Sie formuliert schwammig und zu allgemein. Die Argumente werden ehr auf der emotionalen, Bauchgefühl Ebene vorgetragen. Zu Irritationen führen Begriffe wie „Begehren“ und „Dialektik“, die in einem anderen Kontext verwendet werden, als ich sie kenne. Und hier liegt auch für mich das Grundproblem des Buches. Im Bemühen ein allgemein verständliches Sachbuch zu schreiben, simplifiziert es zu sehr. Es bekommt einen oberflächlichen, anspruchslosen Charakter. Begriffe werden nicht ausdefiniert, diese dann wie das „Begehren“ auf einer Bedeutungsebene verwendet, die von der vollen Kontrolle darüber ausgeht. Das komplette Essay zum Thema Pornographie schießt dadurch komplett am Grundproblem vorbei. Ich kann diesbezüglich nur jedem nahe legen, sich mit der Psychoanalyse Lacans zum Thema Begehren und dem Thema „es gibt kein Geschlechtsverhältnis“ auseinander zusetzen. Denn hier entpuppt sie sich als Opfer ihrer eigenen Kritik und ist reduktionistisch unterwegs. Wie sie den Begriff der Dialektik begreift, lässt für mich die Frage aufkommen, ob sie jemals was von Hegel gelesen hat. Um erste Impulse zu setzen, mag das Buch durchaus tauglich sein. Für eine ernsthafte Auseinandersetzung ist eine deutlich komplexere Herangehensweise nötig, die sich von Erfahrungsberichten/Anekdotischem loslöst und ins prozesshafte Denken führt.Die sich tief in die Strukturen von symbolischer Ordnung gräbt und das starre Gerüst des Verortens auf sprachlicher und identifikatorischer Ebene aufbricht. Und nicht nur in einem Teilbereich, sondern Universell. Gerade ein passend Zitat aus [b:Absoluter Gegenstoß: Versuch einer Neubegründung des dialektischen Materialismus|45281875|Absoluter Gegenstoß Versuch einer Neubegründung des dialektischen Materialismus|Slavoj Žižek|https://i.gr-assets.com/images/S/compressed.photo.goodreads.com/books/1556055258l/45281875._SY75_.jpg|40017053] gelesen: Das Reale ist zugleich unmöglich und notwendig (unvermeidlich). Darin liegt der wahrhaft dialektische Status der Allgemeinheit: Im ersten, klassisch marxistischen Schritt müssen wir akzeptieren, dass die reine abstrakte Allgemeinheit unmöglich zu erreichen ist - jede Allgemeinheit ist bereits von irgendeinem besonderen Inhalt überdeterminiert, der im Vergleich zu den anderen besonderen Inhalten bevorzugt wird - einem privilegierten Inhalt, der, wie Marx gesagt hätte, der betreffenden Allgemeinheit ihre spezifische Farbe verleiht. (Im Kapitalismus, so Marx' Beispiel, ist die industrielle Produktion nicht nur eine Produktionsart unter mehreren anderen, sie färbt vielmehr das gesamte Spektrum der Produktion, so dass alle anderen Produktionsarten - die land-wirtschaftliche, die handwerkliche - durch sie »vermittelt« und »industrialisiert« werden.) Im zweiten Schritt müssen wir dann feststellen, dass diese unmöglich zu erreichende Allgemeinheit auch unausweichlich ist. Wie sehr wir uns auch bemühen, eine Allgemeinheit in einen Kontext einzuordnen und auf ihre besonderen Bestandteile zu reduzieren - die leere Form der Allgemeinheit hört nicht auf, uns zu verfolgen. Denken wir an den ambivalenten Status der allgemeinen Menschenrechte; zwar lässt sich immer ein besonderer Inhalt ausmachen, der von der allgemeinen Form privilegiert wird (»die Menschenrechte sind eigentlich die Rechte weißer Männer mit Eigentum«), aber die allgemeine Form hält dennoch immer einen Spalt offen, sie lässt eine Lücke, in die andere (Frauen, Arbeiter, andere ethnische Gruppen ...) im Verlauf eines Kampfes um Hegemonie ihre Forderungen einschreiben können. In diesem Sinn ist für Lacan das Begehren unzerstörbar (ewig, absolut), insofern es unmöglich ist. Es ist nicht deswegen unzerstörbar, weil es eine beständige, unveränderliche Substanz ist, die jeglichem Druck standhält, sondern gerade weil es durch und durch nichtsubstantiell ist, ein kaum wahrnehmbares Funkeln eines X, das sich schon wieder auslöscht, bevor es überhaupt ganz da ist. Das Begehren ist, mit anderen Worten, real - ein inkonsistentes, fragiles X, das wir zwar nie zu fassen bekommen, das aber auf ewig dazu verurteilt ist, wiederzukehren und uns zu verfolgen." Ach, und beim Sex Objekt zu sein und das Gegenüber zum eigenen Objekt zu machen ist sogar Voraussetzung! Der Porno zeigt wie's geht. Fragt Zizek und Lacan

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