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Biografien

Kriegstagebuch 1914-1918

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Über das Buch

Ernst Jüngers Frontbericht »In Stahlgewittern« ist neben Erich Maria Remarques Roman »Im Westen nichts Neues« das berühmteste deutschsprachige Buch über den Ersten Weltkrieg. Die »Stahlgewitter« sind jedoch kein rein fiktionales Werk, sondern basieren auf den fünfzehn Tagebuchheften, die Jünger während des Krieges von der ersten Fahrt an die Front am Jahreswechsel 1914/15 bis zu seiner letzten Verwundung im August 1918 kontinuierlich führte. Der Verlauf vieler Tage wird nur in kurzen Notizen festgehalten, die Kampfeinsätze in den großen Schlachten werden hingegen erzählerisch vergegenwärtigt: Persönliches steht neben Militärischem, Empfindsames neben Martialischem, Amouröses neben Barbarischem, Anrührendes neben Abstoßendem. Und bei alledem lässt sich genauestens mitverfolgen,wie die Erfahrungen des Krieges von Jünger psychisch verarbeitet und stufenweise literarisiert wurden.

Editionen (2)

ISBN9783608938432
VerlagKlett-Cotta
Erscheinungsdatum15.08.14
Seitenzahl655

Rezensionen & Bewertungen

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  • tinti.and.books
    tinti.and.books

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    5,0

    Kriegstagebuch zum Ersten Weltkrieg - Nüchterne Aufzeichnungen - umfangreiche Erläuterungen zu den Einträgen

    In "Ernst Jünger - Kriegstagebuch 1914 - 1918" verarbeitet dieser schonungslos die Geschehnisse an vorderster Front in Frankreich und Belgien im ersten Weltkrieg. Wir erfahren über seine Einträge wie und warum er zur Armee kam - dabei spielte neben dem Wunsch die Schule abzubrechen vor allem die Lust auf Abenteuer eine entscheidende Rolle. Ernst Jünger beschreibt dann in 14 Tagebüchern, die in diesem Buch vereint wurden, genauestens über seine Tage an der Front, die Bedingungen im Schützengraben, über die Orte und die Schlachtfelder. Der Leser kann genauestens nachverfolgen, wo er eingesetzt wurde, die Durchführung der Angriffe bzw. Verteidigung und seine Gedanken hierzu. Über weite Teile hinweg war Jünger für mich völlig gefühlskalt, sehr egoistisch und abenteuerhungrig, verpicht darauf endlich wieder in einem Granatenhagel an der Front zu kämpfen. Der Eindruck nahm aber während der Lektüre ab und wich dem Gedanken, dass der Soldat der in der Infanterie eingesetzt wurde wahrscheinlich nur durch seine Nüchternheit, überaus rationale Sichtweise und unbeschreiblich viel Glück immer wieder nur verletzt wurde und somit überlebt hat. Es war für mich unfassbar bedrückend über wie viele Tote auf beiden Seiten der Front, verletzte und vermisste Kameraden er in vier Kriegsjahren berichten musste. Er beschreibt auch hier explizit, nüchtern. Auch die Unmengen an Alkohol zur Betäubung der Nerven, Gedanken zur Moral und die Privilegien, die er mit der Zeit hat, werden beschrieben. Positiv hat mich überrascht, dass der Soldat zu keinem Zeitpunkt aus nationalistischer Haltung heraus in den Krieg gezogen ist und auch keine Partei / den Kaiser verherrlicht und sich auch nicht judenfeindlich äußert. Auch erwähnenswert finde ich die umfassenden Erläuterungen und Einschätzung im Anhang. Ich wusste das wird keine leichte Lektüre, aber es hat sich gerade wegen dem immer stärker anschwellenden Rechtsruck in ganz Europa gelohnt, einmal in der Zeit zurück zu gehen. - Absolute Leseempfehlung

    31. Dez. 2025

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