Die 13 Tode der Lulabelle Rock
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Beschreibung
Blade Runner meets Killing Eve – Maud Woolf lässt in ihrem messerscharfen SF-Thriller-Debüt einen Klon in einem futuristischen Los Angeles Jagd auf ihre Schwestern machen.
Als der 13. Klon einer berühmten Filmschauspielerin hat Lulabelle Rock es nicht leicht. Schon weil sie kurz nach ihrer Geburt eine Pistole in die Hand gedrückt bekommt zusammen mit dem Auftrag, alle früheren Versionen ihrer selbst umzubringen, die in Bubble City unterwegs sind. Was als Marketing-Coup beginnt, nimmt als Killing-Spree seinen Lauf und verwandelt sich, Mord für Mord, in die Suche nach Antworten auf existenzielle Fragen. Was macht uns als Individuum aus? Wie kann man seine Freiheit finden, in einer Welt, in der jede Handlung vorherbestimmt zu sein scheint? Eins ist klar: Am Ende ihrer langen Reise durch die Nacht wird Lulabelle Rock nicht mehr dieselbe sein.
Für Leser*innen von Blake Crouch, Naomi Alderman und Fans von Black Mirror
Buchinformationen
Beiträge
Das Buch ist gut geschrieben. Ich hatte zu Beginn ein wenig Probleme zu folgen, aber das hat sich bald gelegt! An den Schreibstil gewöhnt man sich schnell, sodass man sehr schnell vorwärts kommt. Man wird zu Beginn instruiert. Es stellt sich heraus, dass ich ein Mörder bin, bzw. werde, mit dem Auftrag die "anderen" Lulabelle Rock umzubringen! Ich nenne sie 13! Sie ist die 13. Kopie der Lulabelle Rock und man nennt die Kopien "Portrait". 13 macht sich auf den Weg und bringt ein paar Lulabelle's um, bis sie die Künstlerin trifft und sie nicht umbringt, sondern sich auf sowas wie eine Beziehung einlässt. Dann fragt sie sich langsam warum das Ganze... Kurz vor Ende gab es dann den, für mich, unerwarteten Plotttwist, der mich hat stutzen lassen und ich konnte alles ein wenig nachvollziehen. Für mich ein Buch das kurz in Erinnerung bleibt, obwohl das Thema schon hart ist.
Langatmig, oberflächlich
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, vor allem wegen der spannenden Grundidee rund um Ruhm, Identität und Selbstinszenierung. Leider konnte mich die Geschichte am Ende nicht wirklich überzeugen. Die Handlung war für mich über weite Strecken zu berechenbar. Viele Entwicklungen wirkten vorhersehbar, sodass echte Spannung kaum aufkam. Statt mit überraschenden Wendungen blieb die Geschichte eher auf einer erwartbaren Linie, was dazu geführt hat, dass ich emotional nie richtig gepackt wurde. Zudem empfand ich den Schreibstil stellenweise als zu ausschweifend. Manche Szenen und Beschreibungen waren für meinen Geschmack zu stark mit Adjektiven und Details angereichert, wodurch der Lesefluss gelitten hat. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich viele dieser Passagen nur noch überflogen habe, weil sie die Handlung nicht wirklich vorangebracht haben. Die Grundidee finde ich nach wie vor interessant, und es gibt durchaus einzelne gelungene Momente. Insgesamt hatte ich mir jedoch deutlich mehr Spannung, Tiefgang und erzählerische Straffheit erhofft. Für mich blieb das Buch daher leider hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Spannend verstörend und das schönste Zitat über die Liebe
Ich fand die Geschichte und das Thema nicht nur spannend mit einem Hauch von moralischen Vibes, sondern auch gut gestaltet. Es war sehr passend, wie man in die Geschichte katapultiert wurde,wie ein Klon, der gerade erschaffen wurde. Unterschwellig wurden mit kleinen Details die Unterschiede und die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Klone dargestellt. Die erste Vermutung hierzu wurde bereits im zweiten Kapitel gestreut, als unsere Protagonistin beauftragt, zwischen drei Eissorten die beste herauszufinden. Einige Kapitel später sagte ein Klon, dass sie Blaubeer mochte, während unsere Protagonistin Schokolade bevorzugte. Außerdem wird durch die Wortwahl wie“ beseitigen“ sehr deutlich, welche Stellung die Klone und er Gesellschaft haben und wie wenig sie als Lebewesen akzeptiert werden. Sie werden eher als Müll, der beseitigt wird gesehen. Der Twist am Ende ist großartig.

Actionfilm in Buchform
Dieses Buch ist wie ein Actionfilm mit ein bisschen Tiefgang, ein wenig Lovestory und einem bisschen Komik. Beworben wird das Buch mit "Blade Runner x Barbie" und da würde ich definitiv mitgehen. Es hat mich super unterhalten und bietet auch einige Passagen, die einen kurzfristig zum Nachdenken bzw.Überdenken anregen. Sowas kommt allein schon durch die 13 Klone (oder wie sie hier genannt werden: Portraits), denen man begegnet. Hauptsächlich ist die Frage ob man, obwohl man eine Kopie eines Menschen ist, immer noch zwingend diegleiche Persönlichkeit sein muss oder ob es einem frei steht, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Zusätzlich gibt es einen Romanceanteil der aber sehr unaufgeregt daherkommt. Ich fand ihn aber echt schön, weil ich Beide sehr sympathisch fand und auch liebenswert. Weiterhin gibt es noch ein paar Nebencharaktere, die unserer Prota immer wieder begegnen und auch einen Einfluss auf sie und ihr Handeln haben. Einige Dinge an der Story waren für mich nicht unbedingt rund, zum Beispiel warf das Ende für mich einige Fragen auf. Aber wie ein guter Actionfilm funktioniert das Buch wenn man nicht allzu viel hinterfragt sondern sich einfach unterhalten lässt. Außerdem finde ich die Story-Idee an sich sehr erfrischend.
In der zukünftigen Welt dieses Romans ist es möglich (sofern man es sich leisten kann), Kopien von sich selbst anfertigen zu lassen, die - halb Klon, halb Roboter - i.d.R. für bestimmte Aufgaben erschaffen werden, zum Beispiel um die vielbeschäftigten Originale zu entlasten. Die Geschichte wird aus der Sicht der dreizehnten Kopie eines Filmstars erzählt, die erschaffen wurde, um sämtliche andere Kopien zu töten. Soweit die Prämisse. Die Story entpuppt sich dann als ziemlich cool, etwas schräg, locker geschrieben, teilweise auch humorvoll … kurzum: als durchaus gelungen. Die Protagonistin wird auf eine seltsame Mission in einer zugleich merkwürdigen und doch bekannt wirkenden Welt geschickt, und findet dabei – das ist klar – nach und nach gewisse Dinge heraus ... und natürlich auch zu sich selbst. Der Weltenbau beschränkt sich auf die Stadt, in der die Handlung stattfindet und bleibt ansonsten recht übersichtlich. Die Kritik an so manchen Auswüchsen der Moderne ist trotzdem klar erkennbar; so bekommen die Scheinwelt der Stars und Sternchen, die Dekadenz der Reichen und Schönen, die Rücksichtslosigkeit des Big Business oder auch die Gleichgültigkeit der breiten Masse ihr wohlverdientes Fett weg. Im Mittelpunkt stehen aber die Hauptfigur und die Entwicklung, die sie durchläuft, sowie die sich daraus ergebenden Fragen zu Identität, Persönlichkeit, freiem Willen usw. So gewinnt der letzte Teil der Geschichte denn auch mehr und mehr an Tiefe, ohne dabei jedoch übermäßig philosophisch zu werden. Das kommt nicht unbedingt überraschend und öffnet auch keine völlig neuen Dimensionen, doch selbst wenn einen dieser Aspekt der Geschichte nicht so richtig erreichen sollte, bleibt immer noch ein Buch, das gut unterhält und Spaß macht. Und das ist ja schließlich schon eine ganze Menge.
Sehr spannende Ansätze zu Individualität und Identität. Hätte gern etwas länger sein können. ✨
Bei Die 13 Tode der Lulabelle Rock handelt es sich um einen Science-Fiction-Roman mit philosophischen sehr interessanten Ansätzen. Die Protagonistin ist der dreizehnte Klon einer bekannten Schauspielerin, der nur erschaffen wurde, um die anderen zwölf Klone zu beseitigen. Alle Klone haben eine besondere Aufgabe, um das Leben des Originals angenehmer zu gestalten, wie beispielsweise zu Partys zu gehen, sich beim Luxus-Shopping zu zeigen usw. Das Buch ist mit seinen Seiten mit knapp über 300 Seiten relativ kurz, weshalb man sich ausrechnen kann, dass zwölf potenzielle Morde ziemlich kurz abgehandelt werden müssen. Dadurch ist der Roman sehr gut zu lesen und durchgängig spannend. Die Spannung steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Ein besonders spannendes Detail war für mich der Bezug zu Tarot-Karten, die in jedem Kapitel zu Beginn kurz angerissen werden. Ich kenne mich mit der Thematik nicht sonderlich aus, aber wer an solchen Dingen Interesse hat, wird hier sicher fündig! Es werden durch die Präsenz der Klone einige philosophisch sehr interessante Fragen aufgemacht, wie beispielsweise die Fragen nach Individualität und Identität. Außerdem muss sich der Frage gestellt werden, ob es moralisch in Ordnung ist, Klone zu töten und diesen Befehl "blind" auszuüben. Insgesamt finde ich das Buch sehr interessant und gerade für den Philosophieunterricht sehr geeignet. Die Story hatte an ein paar Stellen für mich gern mehr ausgeführt werden können - was aber eigentlich nur dafür spricht, wie viel Potenzial das Thema in meinen Augen hat. Das Buch würde ich auf jeden Fall weitermpfehlen, wenn jemand sich gern mit den oben genannten philosophischen Fragen befassen möchte und eine wirklich flüssig geschriebene, spannende Handlung verfolgen möchte.
Eine surreale Reise zur eigenen Identität!
Mit „Die 13 Tode der Lulabelle Rock“ legt Maud Woolf ein vielschichtiges und zugleich verspieltes Debüt vor, das die Leser auf eine absurde, manchmal auch melancholische Reise durch 13 verschiedene Tode und ebenso viele Leben mitnimmt. Was auf den ersten Blick wie eine experimentelle Science-Fiction-Geschichte wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein klug konstruiertes Gedankenmodell über Identität, Selbstbestimmung und die Frage, was uns wirklich zu dem macht, was wir sind. Zugegeben: Die ersten Kapitel lesen sich überraschend routiniert. Fast mechanisch werden die Leben und Tode der verschiedenen Lulabelle-Klone abgearbeitet – beinahe wie eine Checkliste, emotionslos und formal. Doch genau darin liegt ein erzählerischer Kniff: Diese kühle Abgeklärtheit spiegelt den Zustand von Lulabelle Nummer 13 wider – jenem Klon, der einzig zu dem Zweck erschaffen wurde, alle anderen Versionen zu eliminieren. Zu Beginn ist sie nicht mehr als ein funktionaler Befehlsträger, ohne eigene Reflexion oder Selbstzweifel. Der Eindruck von Distanz und innerer Leere ist also kein Schwachpunkt, sondern bewusst inszeniert. Erst nach und nach beginnt Klon 13, sich von ihrer reinen Funktion zu lösen, die anderen Versionen nicht mehr nur als Ziele zu betrachten, sondern als mögliche Spiegel ihrer selbst. In diesem Moment verändert sich auch der Ton der Geschichte: persönlicher, widersprüchlicher, menschlicher. Ein raffinierter erzählerischer Umschwung, der im Rückblick umso wirkungsvoller erscheint. Im Zentrum des Romans steht ein starkes Thema: Identität – oder besser gesagt: ihre Zersplitterung. Lulabelle existiert nicht als eine Person, sondern in 13 Ausführungen, jede ein eigenes Fragment, eine Möglichkeit, ein Entwurf. Der 13. Klon, erschaffen, um alle anderen zu „bereinigen“, gerät zunehmend ins Wanken: Wer entscheidet eigentlich, welche Version die „richtige“ ist? Und ist es überhaupt möglich, sich selbst zu verstehen, wenn man gleichzeitig gegen sich selbst kämpft? Maud Woolf stellt diese Fragen nicht in Form langatmiger Monologe, sondern verwebt sie geschickt in die Handlung: Jede Begegnung zwischen Lulabelle 13 und einer ihrer Vorgängerinnen ist nicht nur ein Konflikt, sondern auch eine Konfrontation mit Aspekten des eigenen Ichs. Was dabei entsteht, ist ein psychologisch aufgeladener Thriller über Selbstbestimmung – mit teils verstörender Klarheit. Identität ist nicht etwas Gegebenes, sondern etwas, das sich erst im Widerstreit offenbart. Indem Maud Woolf ihre Protagonistin nicht nur in einer, sondern in dreizehn Klonversionen existieren lässt – von denen jede eigene Erinnerungen, Persönlichkeitszüge und Lebenserfahrungen mitbringt – sprengt sie das klassische Verständnis einer einheitlichen Identität. Was Lulabelle durchlebt, ist kein lineares Selbstfindungsdrama, sondern eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit dem Ich. Die Konfrontation zwischen Klon 13 und den vorhergehenden zwölf ist dabei keine bloße Eliminierungsmission, sondern ein psychologischer Spiegelkampf. Jeder Klon steht für einen möglichen Entwicklungspfad, eine Entscheidung, ein Lebensgefühl. So wird Identität zu einer Art innerem Debattierraum, in dem sich Versionen desselben Menschen gegenseitig infrage stellen. Ist man diejenige, die sich anpasst? Die kämpft? Die sich verliert? Oder ist man etwas anderes – vielleicht sogar mehr als die Summe aller Anteile? Woolf stellt mit klarem Blick die zentrale Frage: Ist das Ich etwas Festes oder etwas Prozesshaftes? Ihre Antwort ist radikal: Identität entsteht nicht durch Abgrenzung von anderen, sondern durch das Akzeptieren innerer Vielfalt. Erst als Lulabelle 13 beginnt, die anderen Klone nicht nur als „Fehler“ oder „Ziele“ zu sehen, sondern als Ausdruck legitimer menschlicher Facetten, beginnt sie, sich selbst zu erkennen. Ironischerweise geschieht der größte Schritt zur Selbstwerdung nicht durch Auslöschung, sondern durch Empathie mit dem eigenen inneren Widerstand. Auch das Konzept des „Fremdgesteuerten“ spielt eine große Rolle: Klon 13 wurde konstruiert, nicht geboren. Ihre Identität ist funktional, von außen bestimmt. Der Roman konfrontiert uns hier mit der Frage: Wie viel Kontrolle haben wir über das, was wir sind, wenn unsere Rolle bereits vorgegeben ist? Und weiter: Was bedeutet es, sich dieser Bestimmung zu entziehen? Im weiteren Verlauf verschiebt sich die Geschichte so vom Thema „Wer bin ich?“ hin zu „Wer will ich sein – trotz dessen, was man aus mir machen wollte?“ Identität wird zum Akt der Rebellion, zur Selbstbehauptung gegen Erwartungen und genetisch oder ideologisch programmierte Rollen. Wie so oft bei Debütromanen bleibt auch „Die 13 Tode der Lulabelle Rock“ nicht ganz ohne Schwächen. Manche Nebenfiguren wirken unmotiviert – etwa der Anhalter, der kurz auftaucht, keinerlei Funktion erfüllt und danach ebenso schnell wieder verschwindet. Solche Episoden stören nicht massiv, werfen aber dennoch Fragen auf und wirken im Kontext eines ansonsten durchdachten Romans etwas unausgereift. Auch stilistisch gibt es Passagen, die etwas zu sehr mit dem eigenen Anspruch kokettieren und dadurch an emotionaler Tiefe einbüßen. Doch das sind letztlich Kleinigkeiten in einem Werk, das viel wagt – und dabei meist erfolgreich ist. Maud Woolf ist mit „Die 13 Tode der Lulabelle Rock“ ein originelles, nachdenklich stimmendes und streckenweise berührendes Debüt gelungen, das sich angenehm von gängigen Genre-Klischees abhebt. Wer gerne über das Menschsein im posthumanen Zeitalter nachdenkt, findet hier ein starkes literarisches Debüt, das noch lange nachhallt. Ein paar erzählerische Ungereimtheiten und kleinere Längen verhindern zwar die Höchstwertung – doch als vielversprechender Auftakt einer möglicherweise größeren Karriere ist dieses Buch definitiv lesenswert.
-Bei dem Buch "Die 13 Tode der Lulabelle Rock" von Maud Woolf ist am Klappentext von "Klonen" die Rede. Jedoch kommt der Begriff "Klon" im gesamten Buch gar nicht vor und ist auch, in der engeren Definition, gar nicht so gemeint. Anstatt vollständiger Klone handelt es sich um sogenannte "Porträts". Diese haben zwar das gleiche Aussehen, jedoch nur jene Erinnerungen und Programmierungen, die ihnen von der Auftraggeberin in der ersten Zeit nach der "Erschaffung" zur Verfügung gestellt werden. Diese denken und handeln zwar wie Menschen, sind es jedoch juristisch nicht. Die Schauspielerin Lulabelle Rock hat für jeden Lebensbereich und ungelebten Lebenstraum Kopien erschaffen lassen: für soziale Events, zum Beispiel, die sie gar nicht alle besuchen kann und will. Um die unerwünschten und nicht mehr benötigten Kopien zu beseitigen, was juristisch auch etwas heikel ist, in der neuen Welt, lässt sie daher die 13 anfertigen, die der Leser / die Leserin in diesem Buch begleitet. Die Buchidee insgesamt gefällt mir auch sehr gut, und anfangs habe ich noch gehofft, dass die Tarotzitate am Kapitelbeginn zu etwas mehr Tiefe beitragen werden, jedoch plätschert die Handlung während des gesamten Buches vor sich hin, ohne, dass ich eine Beziehung zu einer der Figuren aufgebaut habe. Hätte es sich nicht um ein Rezensionsexemplar gehandelt, hätte ich nach spätestens 100 Seiten, eher schon nach 50, abgebrochen. Fazit: wer sich einen spannenden Sci-Fi-Thriller wünscht ist hier ebenso schlecht bedient wie jemand, der gerne mit der Protagonistin connecten und mitfiebern möche.
2,5 Sterne, aufgerundet auf 3, weil ich heute meinen großzügigen Tag habe (und 2 zu wenig sind) Gar nicht so selten verspricht der Klappentext mehr, als das Buch hinterher hält. So ein Fall ist Maud Woolfs "Die 13 Tode der Lulabelle Rock". Das ist besonders schade, weil die Prämisse des Romans toll ist: Der 13. Klon einer berühmten Filmschauspielerin hat nur eine Aufgabe: Er soll die anderen 12 Klone töten. Zu diesem Zweck erhält die 13. Version eine Pistole und ein Auto. Zitat von der Inhaltsbeschreibung: "Was als Marketing-Coup beginnt, nimmt als Killing-Spree seinen Lauf und verwandelt sich, Mord für Mord, in die Suche nach Antworten auf existenzielle Fragen. Was macht uns als Individuum aus? Wie kann man seine Freiheit finden, in einer Welt, in der jede Handlung vorherbestimmt zu sein scheint? Eins ist klar: Am Ende ihrer langen Reise durch die Nacht wird Lulabelle Rock nicht mehr dieselbe sein." Klingt toll, nicht wahr? Das Tempo ist in der Tat beachtlich. Wir steigen als Leser*innen direkt in die Auftragsvergabe ein und ähnlich rasant geht es dann weiter. Als langatmig kann man den Roman definitiv nicht bezeichnen. Leider ordnet Maud Woolf dem Tempo alles unter, was dazu führt, dass alle Themen, die sich im Verlauf der Erzählung ergeben, bestenfalls angekratzt werden. Schlimmer noch, die Identifikation mit den Figuren fällt dadurch schwer und ich als Leserin blieb während der gesamten Handlung weitestgehend gleichgültig gegenüber dem, was passiert. Das war für mich anfangs noch okay, im weiteren Verlauf war mir aber suspekt, wie egal mir alles war. Durch das Tempo ist auch die Entwicklung von Lulabelle Nr. 13 dermaßen rasant, dass sie wenig nachvollziehbar ist. Weder gibt es Erklärungen noch kann man aufgrund der Handlung erkennen, weshalb Lulabelle 13 diese Entwicklung(en) durchmacht. Nun ist nicht alles unlogisch und selbstverständlich kann man auch die eigene Fantasie einsetzen, um Sinn zu finden, nur liefert Woolf letztendlich so wenig, dass Fantasie auch nicht mehr viel hilft bzw. diese Fantasie in so hohem Maß eingesetzt werden muss, dass man selbst zur Autorin wird. Erschwerend kommt der weitestgehend nüchtern-emotionslose Stil der Ich-Erzählerin hinzu. Auch das war für mich anfangs in Ordnung, aber wenn man sich die rasante Entwicklung der 13. Lulabelle anschaut - gerade auch in emotionaler Hinsicht - ergibt es im weiteren Verlauf keinen Sinn mehr, dass sie weitestgehend emotionsfrei schreibt. Die Actionszenen, von denen es einige gibt, sind rasant erzählt, aber weil keine emotionale Einbindung der Leser*innen stattgefunden hat, bleiben diese insofern wirkungslos, als dass man sie liest, den inneren Film vor sich ablaufen lässt, aber nicht mitgeht, nicht mitfiebert, nicht mitleidet. Ähnlich oberflächlich ist das World Building. Klar erfährt man ein bisschen über die Umgebung, aber auch hier ist es so wenig, dass die Fantasie der Leser*innen überstrapaziert wird. Mir ist bewusst, dass die Balance zwischen zu wenig Beschreibungen und langatmigen Ausführungen schwierig ist (und wenn ich zwischen zu wenig und zu viel wählen muss, dann lieber zu wenig, das ist weniger zäh zu lesen), aber auch hier gilt, dass Woolf das Tempo wichtiger war. Fazit: Ein Roman, so oberflächlich, dass er am Ende egal ist. Selbst Passagen, die als emotionale Höhepunkte hätten dienen können, haben mich komplett kalt gelassen, weil die Autorin nicht erkannt hat, dass die simple Aneinanderreihung von Sätzen nicht dazu taugt, Emotionen zu schüren. Dazu gehört mehr.
Beschreibung
Blade Runner meets Killing Eve – Maud Woolf lässt in ihrem messerscharfen SF-Thriller-Debüt einen Klon in einem futuristischen Los Angeles Jagd auf ihre Schwestern machen.
Als der 13. Klon einer berühmten Filmschauspielerin hat Lulabelle Rock es nicht leicht. Schon weil sie kurz nach ihrer Geburt eine Pistole in die Hand gedrückt bekommt zusammen mit dem Auftrag, alle früheren Versionen ihrer selbst umzubringen, die in Bubble City unterwegs sind. Was als Marketing-Coup beginnt, nimmt als Killing-Spree seinen Lauf und verwandelt sich, Mord für Mord, in die Suche nach Antworten auf existenzielle Fragen. Was macht uns als Individuum aus? Wie kann man seine Freiheit finden, in einer Welt, in der jede Handlung vorherbestimmt zu sein scheint? Eins ist klar: Am Ende ihrer langen Reise durch die Nacht wird Lulabelle Rock nicht mehr dieselbe sein.
Für Leser*innen von Blake Crouch, Naomi Alderman und Fans von Black Mirror
Buchinformationen
Beiträge
Das Buch ist gut geschrieben. Ich hatte zu Beginn ein wenig Probleme zu folgen, aber das hat sich bald gelegt! An den Schreibstil gewöhnt man sich schnell, sodass man sehr schnell vorwärts kommt. Man wird zu Beginn instruiert. Es stellt sich heraus, dass ich ein Mörder bin, bzw. werde, mit dem Auftrag die "anderen" Lulabelle Rock umzubringen! Ich nenne sie 13! Sie ist die 13. Kopie der Lulabelle Rock und man nennt die Kopien "Portrait". 13 macht sich auf den Weg und bringt ein paar Lulabelle's um, bis sie die Künstlerin trifft und sie nicht umbringt, sondern sich auf sowas wie eine Beziehung einlässt. Dann fragt sie sich langsam warum das Ganze... Kurz vor Ende gab es dann den, für mich, unerwarteten Plotttwist, der mich hat stutzen lassen und ich konnte alles ein wenig nachvollziehen. Für mich ein Buch das kurz in Erinnerung bleibt, obwohl das Thema schon hart ist.
Langatmig, oberflächlich
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, vor allem wegen der spannenden Grundidee rund um Ruhm, Identität und Selbstinszenierung. Leider konnte mich die Geschichte am Ende nicht wirklich überzeugen. Die Handlung war für mich über weite Strecken zu berechenbar. Viele Entwicklungen wirkten vorhersehbar, sodass echte Spannung kaum aufkam. Statt mit überraschenden Wendungen blieb die Geschichte eher auf einer erwartbaren Linie, was dazu geführt hat, dass ich emotional nie richtig gepackt wurde. Zudem empfand ich den Schreibstil stellenweise als zu ausschweifend. Manche Szenen und Beschreibungen waren für meinen Geschmack zu stark mit Adjektiven und Details angereichert, wodurch der Lesefluss gelitten hat. Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich viele dieser Passagen nur noch überflogen habe, weil sie die Handlung nicht wirklich vorangebracht haben. Die Grundidee finde ich nach wie vor interessant, und es gibt durchaus einzelne gelungene Momente. Insgesamt hatte ich mir jedoch deutlich mehr Spannung, Tiefgang und erzählerische Straffheit erhofft. Für mich blieb das Buch daher leider hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Spannend verstörend und das schönste Zitat über die Liebe
Ich fand die Geschichte und das Thema nicht nur spannend mit einem Hauch von moralischen Vibes, sondern auch gut gestaltet. Es war sehr passend, wie man in die Geschichte katapultiert wurde,wie ein Klon, der gerade erschaffen wurde. Unterschwellig wurden mit kleinen Details die Unterschiede und die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Klone dargestellt. Die erste Vermutung hierzu wurde bereits im zweiten Kapitel gestreut, als unsere Protagonistin beauftragt, zwischen drei Eissorten die beste herauszufinden. Einige Kapitel später sagte ein Klon, dass sie Blaubeer mochte, während unsere Protagonistin Schokolade bevorzugte. Außerdem wird durch die Wortwahl wie“ beseitigen“ sehr deutlich, welche Stellung die Klone und er Gesellschaft haben und wie wenig sie als Lebewesen akzeptiert werden. Sie werden eher als Müll, der beseitigt wird gesehen. Der Twist am Ende ist großartig.

Actionfilm in Buchform
Dieses Buch ist wie ein Actionfilm mit ein bisschen Tiefgang, ein wenig Lovestory und einem bisschen Komik. Beworben wird das Buch mit "Blade Runner x Barbie" und da würde ich definitiv mitgehen. Es hat mich super unterhalten und bietet auch einige Passagen, die einen kurzfristig zum Nachdenken bzw.Überdenken anregen. Sowas kommt allein schon durch die 13 Klone (oder wie sie hier genannt werden: Portraits), denen man begegnet. Hauptsächlich ist die Frage ob man, obwohl man eine Kopie eines Menschen ist, immer noch zwingend diegleiche Persönlichkeit sein muss oder ob es einem frei steht, eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Zusätzlich gibt es einen Romanceanteil der aber sehr unaufgeregt daherkommt. Ich fand ihn aber echt schön, weil ich Beide sehr sympathisch fand und auch liebenswert. Weiterhin gibt es noch ein paar Nebencharaktere, die unserer Prota immer wieder begegnen und auch einen Einfluss auf sie und ihr Handeln haben. Einige Dinge an der Story waren für mich nicht unbedingt rund, zum Beispiel warf das Ende für mich einige Fragen auf. Aber wie ein guter Actionfilm funktioniert das Buch wenn man nicht allzu viel hinterfragt sondern sich einfach unterhalten lässt. Außerdem finde ich die Story-Idee an sich sehr erfrischend.
In der zukünftigen Welt dieses Romans ist es möglich (sofern man es sich leisten kann), Kopien von sich selbst anfertigen zu lassen, die - halb Klon, halb Roboter - i.d.R. für bestimmte Aufgaben erschaffen werden, zum Beispiel um die vielbeschäftigten Originale zu entlasten. Die Geschichte wird aus der Sicht der dreizehnten Kopie eines Filmstars erzählt, die erschaffen wurde, um sämtliche andere Kopien zu töten. Soweit die Prämisse. Die Story entpuppt sich dann als ziemlich cool, etwas schräg, locker geschrieben, teilweise auch humorvoll … kurzum: als durchaus gelungen. Die Protagonistin wird auf eine seltsame Mission in einer zugleich merkwürdigen und doch bekannt wirkenden Welt geschickt, und findet dabei – das ist klar – nach und nach gewisse Dinge heraus ... und natürlich auch zu sich selbst. Der Weltenbau beschränkt sich auf die Stadt, in der die Handlung stattfindet und bleibt ansonsten recht übersichtlich. Die Kritik an so manchen Auswüchsen der Moderne ist trotzdem klar erkennbar; so bekommen die Scheinwelt der Stars und Sternchen, die Dekadenz der Reichen und Schönen, die Rücksichtslosigkeit des Big Business oder auch die Gleichgültigkeit der breiten Masse ihr wohlverdientes Fett weg. Im Mittelpunkt stehen aber die Hauptfigur und die Entwicklung, die sie durchläuft, sowie die sich daraus ergebenden Fragen zu Identität, Persönlichkeit, freiem Willen usw. So gewinnt der letzte Teil der Geschichte denn auch mehr und mehr an Tiefe, ohne dabei jedoch übermäßig philosophisch zu werden. Das kommt nicht unbedingt überraschend und öffnet auch keine völlig neuen Dimensionen, doch selbst wenn einen dieser Aspekt der Geschichte nicht so richtig erreichen sollte, bleibt immer noch ein Buch, das gut unterhält und Spaß macht. Und das ist ja schließlich schon eine ganze Menge.
Sehr spannende Ansätze zu Individualität und Identität. Hätte gern etwas länger sein können. ✨
Bei Die 13 Tode der Lulabelle Rock handelt es sich um einen Science-Fiction-Roman mit philosophischen sehr interessanten Ansätzen. Die Protagonistin ist der dreizehnte Klon einer bekannten Schauspielerin, der nur erschaffen wurde, um die anderen zwölf Klone zu beseitigen. Alle Klone haben eine besondere Aufgabe, um das Leben des Originals angenehmer zu gestalten, wie beispielsweise zu Partys zu gehen, sich beim Luxus-Shopping zu zeigen usw. Das Buch ist mit seinen Seiten mit knapp über 300 Seiten relativ kurz, weshalb man sich ausrechnen kann, dass zwölf potenzielle Morde ziemlich kurz abgehandelt werden müssen. Dadurch ist der Roman sehr gut zu lesen und durchgängig spannend. Die Spannung steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Ein besonders spannendes Detail war für mich der Bezug zu Tarot-Karten, die in jedem Kapitel zu Beginn kurz angerissen werden. Ich kenne mich mit der Thematik nicht sonderlich aus, aber wer an solchen Dingen Interesse hat, wird hier sicher fündig! Es werden durch die Präsenz der Klone einige philosophisch sehr interessante Fragen aufgemacht, wie beispielsweise die Fragen nach Individualität und Identität. Außerdem muss sich der Frage gestellt werden, ob es moralisch in Ordnung ist, Klone zu töten und diesen Befehl "blind" auszuüben. Insgesamt finde ich das Buch sehr interessant und gerade für den Philosophieunterricht sehr geeignet. Die Story hatte an ein paar Stellen für mich gern mehr ausgeführt werden können - was aber eigentlich nur dafür spricht, wie viel Potenzial das Thema in meinen Augen hat. Das Buch würde ich auf jeden Fall weitermpfehlen, wenn jemand sich gern mit den oben genannten philosophischen Fragen befassen möchte und eine wirklich flüssig geschriebene, spannende Handlung verfolgen möchte.
Eine surreale Reise zur eigenen Identität!
Mit „Die 13 Tode der Lulabelle Rock“ legt Maud Woolf ein vielschichtiges und zugleich verspieltes Debüt vor, das die Leser auf eine absurde, manchmal auch melancholische Reise durch 13 verschiedene Tode und ebenso viele Leben mitnimmt. Was auf den ersten Blick wie eine experimentelle Science-Fiction-Geschichte wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein klug konstruiertes Gedankenmodell über Identität, Selbstbestimmung und die Frage, was uns wirklich zu dem macht, was wir sind. Zugegeben: Die ersten Kapitel lesen sich überraschend routiniert. Fast mechanisch werden die Leben und Tode der verschiedenen Lulabelle-Klone abgearbeitet – beinahe wie eine Checkliste, emotionslos und formal. Doch genau darin liegt ein erzählerischer Kniff: Diese kühle Abgeklärtheit spiegelt den Zustand von Lulabelle Nummer 13 wider – jenem Klon, der einzig zu dem Zweck erschaffen wurde, alle anderen Versionen zu eliminieren. Zu Beginn ist sie nicht mehr als ein funktionaler Befehlsträger, ohne eigene Reflexion oder Selbstzweifel. Der Eindruck von Distanz und innerer Leere ist also kein Schwachpunkt, sondern bewusst inszeniert. Erst nach und nach beginnt Klon 13, sich von ihrer reinen Funktion zu lösen, die anderen Versionen nicht mehr nur als Ziele zu betrachten, sondern als mögliche Spiegel ihrer selbst. In diesem Moment verändert sich auch der Ton der Geschichte: persönlicher, widersprüchlicher, menschlicher. Ein raffinierter erzählerischer Umschwung, der im Rückblick umso wirkungsvoller erscheint. Im Zentrum des Romans steht ein starkes Thema: Identität – oder besser gesagt: ihre Zersplitterung. Lulabelle existiert nicht als eine Person, sondern in 13 Ausführungen, jede ein eigenes Fragment, eine Möglichkeit, ein Entwurf. Der 13. Klon, erschaffen, um alle anderen zu „bereinigen“, gerät zunehmend ins Wanken: Wer entscheidet eigentlich, welche Version die „richtige“ ist? Und ist es überhaupt möglich, sich selbst zu verstehen, wenn man gleichzeitig gegen sich selbst kämpft? Maud Woolf stellt diese Fragen nicht in Form langatmiger Monologe, sondern verwebt sie geschickt in die Handlung: Jede Begegnung zwischen Lulabelle 13 und einer ihrer Vorgängerinnen ist nicht nur ein Konflikt, sondern auch eine Konfrontation mit Aspekten des eigenen Ichs. Was dabei entsteht, ist ein psychologisch aufgeladener Thriller über Selbstbestimmung – mit teils verstörender Klarheit. Identität ist nicht etwas Gegebenes, sondern etwas, das sich erst im Widerstreit offenbart. Indem Maud Woolf ihre Protagonistin nicht nur in einer, sondern in dreizehn Klonversionen existieren lässt – von denen jede eigene Erinnerungen, Persönlichkeitszüge und Lebenserfahrungen mitbringt – sprengt sie das klassische Verständnis einer einheitlichen Identität. Was Lulabelle durchlebt, ist kein lineares Selbstfindungsdrama, sondern eine multiperspektivische Auseinandersetzung mit dem Ich. Die Konfrontation zwischen Klon 13 und den vorhergehenden zwölf ist dabei keine bloße Eliminierungsmission, sondern ein psychologischer Spiegelkampf. Jeder Klon steht für einen möglichen Entwicklungspfad, eine Entscheidung, ein Lebensgefühl. So wird Identität zu einer Art innerem Debattierraum, in dem sich Versionen desselben Menschen gegenseitig infrage stellen. Ist man diejenige, die sich anpasst? Die kämpft? Die sich verliert? Oder ist man etwas anderes – vielleicht sogar mehr als die Summe aller Anteile? Woolf stellt mit klarem Blick die zentrale Frage: Ist das Ich etwas Festes oder etwas Prozesshaftes? Ihre Antwort ist radikal: Identität entsteht nicht durch Abgrenzung von anderen, sondern durch das Akzeptieren innerer Vielfalt. Erst als Lulabelle 13 beginnt, die anderen Klone nicht nur als „Fehler“ oder „Ziele“ zu sehen, sondern als Ausdruck legitimer menschlicher Facetten, beginnt sie, sich selbst zu erkennen. Ironischerweise geschieht der größte Schritt zur Selbstwerdung nicht durch Auslöschung, sondern durch Empathie mit dem eigenen inneren Widerstand. Auch das Konzept des „Fremdgesteuerten“ spielt eine große Rolle: Klon 13 wurde konstruiert, nicht geboren. Ihre Identität ist funktional, von außen bestimmt. Der Roman konfrontiert uns hier mit der Frage: Wie viel Kontrolle haben wir über das, was wir sind, wenn unsere Rolle bereits vorgegeben ist? Und weiter: Was bedeutet es, sich dieser Bestimmung zu entziehen? Im weiteren Verlauf verschiebt sich die Geschichte so vom Thema „Wer bin ich?“ hin zu „Wer will ich sein – trotz dessen, was man aus mir machen wollte?“ Identität wird zum Akt der Rebellion, zur Selbstbehauptung gegen Erwartungen und genetisch oder ideologisch programmierte Rollen. Wie so oft bei Debütromanen bleibt auch „Die 13 Tode der Lulabelle Rock“ nicht ganz ohne Schwächen. Manche Nebenfiguren wirken unmotiviert – etwa der Anhalter, der kurz auftaucht, keinerlei Funktion erfüllt und danach ebenso schnell wieder verschwindet. Solche Episoden stören nicht massiv, werfen aber dennoch Fragen auf und wirken im Kontext eines ansonsten durchdachten Romans etwas unausgereift. Auch stilistisch gibt es Passagen, die etwas zu sehr mit dem eigenen Anspruch kokettieren und dadurch an emotionaler Tiefe einbüßen. Doch das sind letztlich Kleinigkeiten in einem Werk, das viel wagt – und dabei meist erfolgreich ist. Maud Woolf ist mit „Die 13 Tode der Lulabelle Rock“ ein originelles, nachdenklich stimmendes und streckenweise berührendes Debüt gelungen, das sich angenehm von gängigen Genre-Klischees abhebt. Wer gerne über das Menschsein im posthumanen Zeitalter nachdenkt, findet hier ein starkes literarisches Debüt, das noch lange nachhallt. Ein paar erzählerische Ungereimtheiten und kleinere Längen verhindern zwar die Höchstwertung – doch als vielversprechender Auftakt einer möglicherweise größeren Karriere ist dieses Buch definitiv lesenswert.
-Bei dem Buch "Die 13 Tode der Lulabelle Rock" von Maud Woolf ist am Klappentext von "Klonen" die Rede. Jedoch kommt der Begriff "Klon" im gesamten Buch gar nicht vor und ist auch, in der engeren Definition, gar nicht so gemeint. Anstatt vollständiger Klone handelt es sich um sogenannte "Porträts". Diese haben zwar das gleiche Aussehen, jedoch nur jene Erinnerungen und Programmierungen, die ihnen von der Auftraggeberin in der ersten Zeit nach der "Erschaffung" zur Verfügung gestellt werden. Diese denken und handeln zwar wie Menschen, sind es jedoch juristisch nicht. Die Schauspielerin Lulabelle Rock hat für jeden Lebensbereich und ungelebten Lebenstraum Kopien erschaffen lassen: für soziale Events, zum Beispiel, die sie gar nicht alle besuchen kann und will. Um die unerwünschten und nicht mehr benötigten Kopien zu beseitigen, was juristisch auch etwas heikel ist, in der neuen Welt, lässt sie daher die 13 anfertigen, die der Leser / die Leserin in diesem Buch begleitet. Die Buchidee insgesamt gefällt mir auch sehr gut, und anfangs habe ich noch gehofft, dass die Tarotzitate am Kapitelbeginn zu etwas mehr Tiefe beitragen werden, jedoch plätschert die Handlung während des gesamten Buches vor sich hin, ohne, dass ich eine Beziehung zu einer der Figuren aufgebaut habe. Hätte es sich nicht um ein Rezensionsexemplar gehandelt, hätte ich nach spätestens 100 Seiten, eher schon nach 50, abgebrochen. Fazit: wer sich einen spannenden Sci-Fi-Thriller wünscht ist hier ebenso schlecht bedient wie jemand, der gerne mit der Protagonistin connecten und mitfiebern möche.
2,5 Sterne, aufgerundet auf 3, weil ich heute meinen großzügigen Tag habe (und 2 zu wenig sind) Gar nicht so selten verspricht der Klappentext mehr, als das Buch hinterher hält. So ein Fall ist Maud Woolfs "Die 13 Tode der Lulabelle Rock". Das ist besonders schade, weil die Prämisse des Romans toll ist: Der 13. Klon einer berühmten Filmschauspielerin hat nur eine Aufgabe: Er soll die anderen 12 Klone töten. Zu diesem Zweck erhält die 13. Version eine Pistole und ein Auto. Zitat von der Inhaltsbeschreibung: "Was als Marketing-Coup beginnt, nimmt als Killing-Spree seinen Lauf und verwandelt sich, Mord für Mord, in die Suche nach Antworten auf existenzielle Fragen. Was macht uns als Individuum aus? Wie kann man seine Freiheit finden, in einer Welt, in der jede Handlung vorherbestimmt zu sein scheint? Eins ist klar: Am Ende ihrer langen Reise durch die Nacht wird Lulabelle Rock nicht mehr dieselbe sein." Klingt toll, nicht wahr? Das Tempo ist in der Tat beachtlich. Wir steigen als Leser*innen direkt in die Auftragsvergabe ein und ähnlich rasant geht es dann weiter. Als langatmig kann man den Roman definitiv nicht bezeichnen. Leider ordnet Maud Woolf dem Tempo alles unter, was dazu führt, dass alle Themen, die sich im Verlauf der Erzählung ergeben, bestenfalls angekratzt werden. Schlimmer noch, die Identifikation mit den Figuren fällt dadurch schwer und ich als Leserin blieb während der gesamten Handlung weitestgehend gleichgültig gegenüber dem, was passiert. Das war für mich anfangs noch okay, im weiteren Verlauf war mir aber suspekt, wie egal mir alles war. Durch das Tempo ist auch die Entwicklung von Lulabelle Nr. 13 dermaßen rasant, dass sie wenig nachvollziehbar ist. Weder gibt es Erklärungen noch kann man aufgrund der Handlung erkennen, weshalb Lulabelle 13 diese Entwicklung(en) durchmacht. Nun ist nicht alles unlogisch und selbstverständlich kann man auch die eigene Fantasie einsetzen, um Sinn zu finden, nur liefert Woolf letztendlich so wenig, dass Fantasie auch nicht mehr viel hilft bzw. diese Fantasie in so hohem Maß eingesetzt werden muss, dass man selbst zur Autorin wird. Erschwerend kommt der weitestgehend nüchtern-emotionslose Stil der Ich-Erzählerin hinzu. Auch das war für mich anfangs in Ordnung, aber wenn man sich die rasante Entwicklung der 13. Lulabelle anschaut - gerade auch in emotionaler Hinsicht - ergibt es im weiteren Verlauf keinen Sinn mehr, dass sie weitestgehend emotionsfrei schreibt. Die Actionszenen, von denen es einige gibt, sind rasant erzählt, aber weil keine emotionale Einbindung der Leser*innen stattgefunden hat, bleiben diese insofern wirkungslos, als dass man sie liest, den inneren Film vor sich ablaufen lässt, aber nicht mitgeht, nicht mitfiebert, nicht mitleidet. Ähnlich oberflächlich ist das World Building. Klar erfährt man ein bisschen über die Umgebung, aber auch hier ist es so wenig, dass die Fantasie der Leser*innen überstrapaziert wird. Mir ist bewusst, dass die Balance zwischen zu wenig Beschreibungen und langatmigen Ausführungen schwierig ist (und wenn ich zwischen zu wenig und zu viel wählen muss, dann lieber zu wenig, das ist weniger zäh zu lesen), aber auch hier gilt, dass Woolf das Tempo wichtiger war. Fazit: Ein Roman, so oberflächlich, dass er am Ende egal ist. Selbst Passagen, die als emotionale Höhepunkte hätten dienen können, haben mich komplett kalt gelassen, weil die Autorin nicht erkannt hat, dass die simple Aneinanderreihung von Sätzen nicht dazu taugt, Emotionen zu schüren. Dazu gehört mehr.












