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Romane

Der falsche Gruß

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Über das Buch

Erck Dessauer, jung, begabt und nachtragend, will ein großer Schriftsteller werden. Leicht ist das nicht im Berlin der Nullerjahre, wo eingeschworene Cliquen die Macht unter sich aufteilen und Missgunst ein anderes Wort für Glück ist. Aber als Erck beim besten Verlag der Republik einen Buchvertrag unterschreibt, ist er fast am Ziel. Wäre da nur nicht der berühmte Schriftsteller Hans Ulrich Barsilay mit seinen schönen Exfreundinnen und seiner perfekten Prosa! Wird er Ercks Aufstieg verhindern oder kann ihn dieser mit einer unerhörten Intrige aufhalten?
Maxim Biller erzählt in »Der falsche Gruß« die Geschichte von einem, der um jeden Preis hineinwill: in die Gesellschaft, ins Scheinwerferlicht des Literaturbetriebs, in die Walhalla des neuen, wiedervereinigten Deutschlands. Es ist eine bitterböse Studie über Opportunismus und Nationalismus, aber auch das liebevolle Porträt des jungen Schriftstellers als Monster, Feigling und ewiges Kind.

Editionen (4)

ISBN9783596707744
VerlagFISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum24.05.23
Seitenzahl128

Rezensionen & Bewertungen

19 Bewertungen

3 Rezensionen

3,2

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  • kingofmusic
    kingofmusic

    224 Follower

    2,0

    Fragezeichenbuch Mh, irgendwie habe ich dieses Jahr bei der Auswahl an Leserunden-Lektüre nicht so viel Glück. Zu oft hatte ich in den vergangenen Monaten Bücher, die entweder grottig, nur im Ansatz gut oder höchstens Mittelmaß waren. In die Kategorie „Äh, häääääh?“-Bücher (sprich: ich habe es nicht verstanden) reiht sich jetzt „Der falsche Gruß“ von Maxim Biller ein. Nun gut… Protagonist Erck Dessauer ist ein weinerlicher Typ, der kurz davor ist, im Literaturbetrieb Fuß zu fassen, als er sich von seinem „Erzfeind“ Hans Ulrich Barsilay zu einer diffamierenden Pose hinreißen lässt – dem Hitlergruß. Allerdings weiß ich als Leser weder am Anfang (logisch) noch am Ende (nicht mehr so logisch), warum Erck ihn überhaupt gezeigt hat. Erck erzählt seine Geschichte in Rückblenden, kommt von einer nichtssagenden Episode zur nächsten gepflegten Langeweile, lässt an einer Stelle kurz vor Schluss (zum Glück musste ich mich nur durch 120 Seiten quälen) sogar durchblicken, dass er „[…] immer noch unsicher (ist), worum es hier eigentlich die ganze Zeit ging“ (S. 101). Gestatten Sie mir die Frage, Herr Biller: wenn Ihr Protagonist schon nicht weiß, worum es bei dieser ganzen Posse geht – woher sollen das dann Ihre Leserinnen und Leser wissen? Für mich ist „Der falsche Gruß“ eine Denkernovelle – geschrieben für Denker von einem Denker, der nicht deutlich machen kann (oder will), was er eigentlich bezweckt. Wirr, konfus und in meinen Augen nichtssagend. Natürlich ist es keine massentaugliche Lektüre (was höchstwahrscheinlich auch im Sinne des Autors ist *g*), aber es ist auch zu schwierig für Literaturliebhaber, die durchaus „verkopfte“ Sachen lesen und zu schätzen wissen. Und das ist in meinen Augen äußerst bedauerlich. Sorry, mehr habe ich nicht zu sagen. 2* ©kingofmusic

    1. Dez. 2023

  • babsy13
    babsy13

    19 Follower

    4,0

    Erck Dessauer scheint am Ziel seiner Träume angelangt: er hat endlich den heiß ersehnten Vertrag bei einem Verlag ergattert. Da trifft er spätabends in einem Berliner In-Lokal auf seinen Erz-Rivalen Barsilay und in einem Anflug von Wut, entfacht durch die Vorstellung, wie Barsilay ihm seinen Platz im Verlag streitig macht, hebt er den rechten Arm – um nach seinem Hitlergruß um seine gerade erst beginnende Karriere zu bangen. So beginnt der neue Roman von Maxim Biller und nimmt uns dann mit in die (Un-)Tiefen einer Künstler-Seele, auf einen Streifzug durch die Deutsch-Deutsche Geschichte, lässt den Hauptakteur Neonazis begegnen und ganz nebenbei den großen Rivalen Barsilay bei einer schockierenden literarischen Lüge ertappen. Das liest sich stellenweise äußerst amüsant, vor allem die Passagen, in denen Erck sich seiner Paranoia hingibt. Sprachlich ist der Roman hervorragend geschrieben und für Kenner der Literatur-Szene sicherlich ein Highlight. Ich selber habe mich wohl intellektuell an diesem kleinen, gerade mal 120 Seiten umfassenden Büchlein verhoben und bleibe mit vielen Fragen zurück, darunter auch die, wie viel Biller in den beiden Hauptakteuren steckt. Mein Fazit: anspruchsvoller Roman über die deutsche Geschichte, Neo-Nationalsozialismus und den Literaturbetrieb mit all seinen Fallstricken, Neurosen und Animositäten.

    1. Feb. 2023

  • zweifel
    zweifel

    3 Follower

    2,0

    Freundschaften, das fand ich schon lange, waren nur etwas für Frauen und Verlierer.

    23. Jan. 2024

Autorin / Autor

Über Maxim Biller

Maxim Biller, geboren 1960 in Prag, lebt seit 1970 in Deutschland. Er ist Autor der Romane »Esra« und »Die Tochter«, der Erzählbände »Liebe heute«, »Bernsteintage«, »Land der Väter und Verräter« und »Wenn ich einmal reich und tot bin«, der Essaybände »Die Tempojahre« und »Deutschbuch« sowie des autobiographischen Bands »Der gebrauchte Jude«; darüber hinaus schreibt er Theaterstücke (»Kanalratten«) und Kolumnen. Zuletzt erschienen seine Novelle »Im Kopf von Bruno Schulz«, sein monumentaler Roman »Biografie«, der Roman »Sechs Koffer«, der auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis stand, der Erzählband »Sieben Versuche zu lieben. Familiengeschichten« sowie der Roman »Der falsche Gruß«.

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