Blick ins Buch

Romane

Schleifen

4,1(25)
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Über das Buch

Nach »Content« der neue Roman von Elias Hirschl – »Ein großer Ideenroman von einem der beglückendsten Autoren der Gegenwart.« Clemens J. Setz Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In Otto Mandl, einem genialen Mathematiker, findet die junge Franziska ihren Seelenverwandten. Sie lernt, sich mit Wörtern aus toten Sprachen gegen ihr Leiden zu immunisieren. Die beiden entwickeln eine absolute Sprachbesessenheit und forschen fortan und bis an alle denkbaren Grenzen gemeinsam nach der perfekten Sprache. »Schleifen« ist ein großer, ein kluger Roman über die Macht und den Einfluss von Sprache auf unser Leben, der richtig Spaß macht beim Lesen. Immer wieder stellt sich bei Elias Hirschl das schier Unglaubliche als wahr heraus, und der Rest ist extrem gut erfunden.

Editionen (1)

ISBN9783552076341
VerlagZsolnay, Paul
Erscheinungsdatum27.01.26
Seitenzahl416

Rezensionen & Bewertungen

25 Bewertungen

7 Rezensionen

4,1

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  • kathisol
    kathisol

    259 Follower

    3,5

    Zwischen Wahnsinn und Genialität

    Die Bewertung des Buches fällt mir sehr schwer. Es war auf jeden Fall mal was anderes, es war aber auch verwirrend und abstrakt. Aber beginnen wir mal von vorne: Franziska Denk wächst in einer intellektuellen Umgebung auf und interessiert sich schon früh für Sprache. Das liegt wohl auch daran, dass sie schon als Kind die Macht der Worte am eigenen Leib erfährt: Jede Krankheit, von der sie hört oder liest, bekommt sie daraufhin selbst. Erst nach Jahren schafft sie es, sich dagegen zu immunisieren. Otto Mandl ist Mathematiker und zusammen widmen sich die beiden viele Jahre lang der Erforschung einer perfekten Sprache. Das ist aber nur einer von vielen Handlungssträngen. Das Buch folgt über einer Spanne von ca. 90 Jahren dem Leben der beiden, aber es gibt sehr viele Nebenfiguren und -geschichten, die sich um sprachliche oder mathematische Begebenheiten drehen. Dabei werden die Handlungen so geschickt zwischen wahre Geschichten und Persönlichkeiten gestrickt, dass ich mich des Öfteren gefragt habe, was davon wahr und was Fiktion ist. Der Autor nimmt viele sprachwissenschaftliche oder mathematische Ansätze, die von den Figuren dann im Streben nach Perfektion oder nach Wissen ins Abstruse gezogen werden. Der Ausgang wird stets sehr überspitzt dargestellt. Der Stil ist sehr nüchtern und sachlich, oft gehoben und wirkt so, als ob Franziskas Leben und ihr Werk hier beschrieben werden. Franziska ist schwer greifbar, da Emotionen kaum vorkommen. Zudem ist sie auch keine Sympathieträgerin. Mit ihren sprachlichen Experimenten löst sie ganze Krisen in anderen Ländern aus. Somit widmet sich der Roman auch der Frage der Moral beim Streben nach neuen Erkenntnissen. Franziska geht dafür wortwörtlich über Leichen. Otto Mandl ist fast noch schwerer greifbar, weil wir nicht viel über seine Persönlichkeit erfahren, nur über sein Wirken. Die Geschichte zeigt mit einer gewissen Ironie und anhand der Überspitzung, wie sich die Menschheit in ihrem Bemühen nach Wissen selber ad absurdum führt. Nicht alle wissenschaftlichen Gedankengänge habe ich bis ins Kleinste verstanden, aber ich glaube, das ist auch nicht notwendig, denn es ging oft sehr ins Detail. Die Distanz zu den Figuren und die intellektuellen, hochtheoretischen Ausführungen führen dazu, dass sich die Geschichte nicht mal eben weglesen lässt, sondern viel Konzentration erfordert. Dadurch ist das Buch eher schwer zugänglich. Es fehlt auch an Spannung; die Kapitel lesen sich oft wie eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten. Ich feier die vielen absurden Gedankengänge des Autors, die manchmal gar nicht so weit hergeholt wirken. Ich muss aber auch sagen, dass mir das Lesen durch die vielen komplexen Ansätze schwer fiel. Mir fehlte die Spannung sowie die Verbindung zu den Charakteren. Es war stellenweise sehr mühsam, am Ball zu bleiben. Somit vergebe ich insgesamt 3,5 Sterne.

    31. Jan. 2026

  • dasbuchzuhause
    dasbuchzuhause

    56 Follower

    5,0

    ausschweifenden Erzählungen auch über scheinbar Nebensächliches haben (manche Fußnote geht über Seiten) und es in Ordnung finden, Abschnitte mehrfach zu lesen. Es geht um Kafka, der Wiener Kreis, Philosophen, Forscher*innen (ob echt oder erfunden, ist nicht immer ganz klar) findet Erwähnung und Außerirdische spielen eine Rolle, genauso wie ein asiatischer Tofu-Verkäufer und eine Verkehrsinsel in Japan, auf der Menschen stranden. Dieses Buch quillt über vor Erzählfreude und Fantasie.

    6 Tage vor

  • 2,0

    Wenn Sprache weh tut

    Elias Hirschls Schleifen ist eines dieser Bücher, bei denen man sich ziemlich schnell fragt, ob man selbst das eigentliche Problem ist. Der Roman ist hochintelligent, theoretisch aufgeladen und so ambitioniert, dass man sich beim Lesen fühlt, als würde man geistig barfuß durch ein CERN-Labor laufen – beeindruckend, aber schmerzhaft und maximal überfordernd. Dabei ist die Grundidee eigentlich großartig: Franziska leidet an einer seltenen Erkrankung, durch die sie jede Krankheit körperlich spürt, sobald sie davon hört oder liest. Sprache wird für sie zur Gefahr. Gemeinsam mit dem Mathematiker Otto versucht sie deshalb, eine perfekte, eindeutige Sprache zu entwickeln – ein faszinierender Ansatz zwischen Wissenschaft, Philosophie und Literatur. Leider verliert sich der Roman immer wieder in sehr verworrenen Nebenhandlungen, die das ohnehin anspruchsvolle Gedankengebäude zusätzlich vernebeln. So klug Schleifen auch ist, emotional hat es mich kaum erreicht. Schmerz, Nähe und Verzweiflung bleiben überraschend kühl, fast steril. Am Ende bleibt mein Eindruck eines extrem schlauen Buches, das viel weiß und viel denkt – und mich dabei konstant ein bisschen dumm fühlen lässt. Bewundernswert, ja. Verstanden? Leider eher nicht.

    31. Jan. 2026

3 von 7 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 13031%
buchpetzi
buchpetzi8. Feb. 2026

Ich schwanke ständig zwischen Lesefreude und dem Gefühl, dass dieses Buch schwere Arbeit ist 🫠😅

Seite 15638%

1 Kommentar verdeckt

Seite 22053%

1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Elias Hirschl

Elias Hirschl wurde 1994 in Wien geboren. Er ist Autor, Musiker, Slam Poet und schreibt für Theater und Radio. 2020 erhielt er den Reinhard-Priessnitz-Preis und 2022 den Publikumspreis beim Bachmannpreis. Zuletzt erschienen bei Zsolnay die Romane »Salonfähig« (2021), »Content« (2024) und »Schleifen« (2026). Elias Hirschl lebt in Wien.

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