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Sie wollen uns erzählen

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Über das Buch

Nach »Wovon wir leben« erzählt Bachmannpreisträgerin Birgit Birnbacher in ihrem neuen Roman sensibel und literarisch vom Umgang mit Neurodivergenz Oz ist anders, er hat ADHS und tut sich schwer in der Schule, aber diesmal ist ihm etwas wirklich Blödes passiert. Auf dem Heimweg wünscht er sich deshalb zumindest eine kleine Katastrophe, die seine Mutter von dem Brief der Lehrerin, den er ihr geben muss, ablenken würde. Als Oz nach Hause kommt, ist Ann – auch sie ausgestattet mit einem flirrenden Nervenkostüm – nicht wie vermutet in Zeugnis-Feierlaune, sondern es ist tatsächlich etwas passiert. Die Zilly-Oma, die in den Bergen lebt, ist weg … Intensiv, humorvoll und mit großer Empathie erzählt Birgit Birnbacher von der Liebe einer Mutter, die mit sich und gegen andere kämpft, um ihr Kind gegen die Zuschreibungen von außen zu verteidigen – und sei es letztlich mit dem Erzählen selbst. Ein Roman über die Chancen, die der Wildwuchs im Denken eröffnet. Haben die, die sich nicht anpassen können, unserer überreizten Natur und Umwelt womöglich tatsächlich etwas entgegenzusetzen? »Birgit Birnbacher beherrscht sie noch, diese älteste und edelste Kunst: das lebendige Erzählen als seelenrettende Maßnahme.« Clemens J. Setz

Editionen (1)

ISBN9783552076310
VerlagZsolnay, Paul
Erscheinungsdatum17.03.26
Seitenzahl224

Rezensionen & Bewertungen

37 Bewertungen

13 Rezensionen

4,0

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  • theagri
    theagri

    779 Follower

    4,5

    Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher, Hanser Verlag Ann und Oz, ihr Sohn, der die dritte Schulklasse besucht, leben in der Schweiz. Um für die weitere Schullaufbahn eine Qualifikation zu erhalten, wird der lebendige Junge, der Konzentrationsprobleme hat, getestet. Dabei kommt heraus, dass er, ebenso wie seine Mutter, ADHS hat. Der Vater lebt inzwischen in Wien, weil er das nicht aushält. Der Roman beginnt mit dem Ereignis in der Schule, bei dem der Hase stirbt. Abwechselnd erzählt nun die Autorin die Vergangenheit und dazwischen die aktuellen Ereignisse. Hierbei wechselt die Erzählung in sehr kurzen Sequenzen zwischen Ann und Oz. Das ist sehr gut gemacht. Man fiebert richtig mit. Brigitte Burnbacher gelingt es, dass nun die Not der beiden spürt und Mitleid empfindet. Man sieht den Berg an Problemen und hat keine Idee, woher Hilfe kommen kann. Die Charaktere sind glaubhaft und richtig gut beschrieben. Die Autorin kann sehr gut die Zerrissenheit zwischen "normal sein" und mit der Andersartigkeit leben, darstellen. Dazu nutzt sie die Empfehlungen und Gedanken von Ann und Oz. Das ist ausgezeichnet gelungen. Die Entwicklung bis hin zum Ende haben mir gefallen, realistisch, glaubhaft, passend zur Problematik. Die Vergleiche und Metaphern sind passend gewählt. Der Schreibstil ist flüssig, abwechslungsreich, aussagekräftig und zwischendrin immer wieder mit herrlichem Humor gewürzt. Auch der Wechsel in kurzen Abschnitten und den Einschüben aus der Vergangenheit unterstreichen die Rast- und Ruhelosigkeit, in der beide leben. Mir hat der Roman gefallen. Die Sprache ist besonders, der Erzählstil was fesselnd und anregend. Ich habe das Buch nicht am Stück, sondern in Abschnitten gelesen, so konnte der Text sich gut entfalten. Vielen Dank an NetGalley und den Hanser Verlag für die Bereitstellung dieses eBooks. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

    27. März 2026

  • karolineliest
    karolineliest

    10 Follower

    5,0

    Ein liebevoller Blick auf das Leben.

    2. Juli 2026

  • tausendlexi
    tausendlexi

    98 Follower

    Eine besondere Gesichte über Menschen, die nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen 👌

    Ozzy, Oz genannt, ist anders. Nicht auf eine Weise, die sich leicht erklären ließe, sondern auf eine, die in Klassenzimmern aneckt und in Heften sichtbare Spuren hinterlässt. Die Welt verlangt von ihm Ordnung, während in ihm alles flimmert und springt. Diesmal jedoch ist es mehr als ein schiefer Blick, mehr als ein missglückter Tag: Etwas wirklich Dummes ist passiert. Auf dem Heimweg trägt er den Brief der Lehrerin bei sich wie ein kleines, schweres Geheimnis und wünscht sich, halb trotzig, halb verzweifelt, wenigstens eine kleine Katastrophe. Etwas, das groß genug wäre, um die drohende Enttäuschung seiner Mutter zu übertönen. Doch als Oz die Tür öffnet, ist die Stimmung im Haus ohnehin gekippt. Ann, selbst von einer nervösen Unruhe durchzogen, die nie ganz zur Ruhe kommt, erwartet ihn nicht mit jener angespannten Feierlichkeit, die Zeugnisse manchmal begleiten. Stattdessen liegt etwas anderes in der Luft, etwas Unwirkliches, das den Raum enger macht: Die Zilly-Oma, die oben in den Bergen lebt, ist verschwunden. „In Zäzilia ist immer so eine Unrast gewesen , die Unrast jener, die das richtige Leben am falschen Ort durchziehen, aber bei vollem Bewusstsein. Mit den Dichtern und der Liebe zu den Pflanzen hat sie das hinuntergedrückt. So hat sie durchziehen können, hierzubleiben, ist sie selbst geblieben.” Mit feinem Gespür für Zwischentöne und erzählerischer Souveränität entfaltet dieses Buch seine Wirkung. Es ist leise und eindringlich zugleich. Es verzichtet auf vorschnelle moralische Urteile und nähert sich stattdessen seinen Figuren mit aufrichtiger Neugier: Menschen, die aus der Norm fallen, werden hier nicht erklärt, sondern erfahrbar gemacht. „Oz schaut in sein Glas und trinkt und zupft sich am Rücken das Shirt von der Haut. Der Bub lebt ein Leben in Angst vor ihrem nächsten Gefühlsausbruch, denkt sie.” Dabei trägt die Geschichte eine heitere Leichtigkeit in sich, die immer wieder aufblitzt, ohne je ins Belanglose zu kippen. Es ist ein Humor, der aus dem Leben selbst kommt. Warm, manchmal schräg und oft überraschend. So entsteht eine ganz besondere Geschichte, die mit einem beinahe schwerelosen Ernst erzählt ist: spielerisch im Ton, doch von stiller Tiefe durchzogen. Ausgesprochene Leseempfehlung!

    28. März 2026

3 von 13 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Birgit Birnbacher

Birgit Birnbacher, geboren 1985, lebt als Schriftstellerin in Salzburg. Ihr Debütroman »Wir ohne Wal« (2016) wurde mit dem Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung ausgezeichnet, darüber hinaus erhielt sie zahlreiche Preise und 2019 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Bei Zsolnay erschienen zuletzt die Romane »Ich an meiner Seite« (2020), »Wovon wir leben« (2023) und »Sie wollen uns erzählen« (2026).

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