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Romane

Ein Winter in Paris

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Über das Buch

Victor hat die Provinz hinter sich gelassen und ist zum Studium nach Paris gezogen. Er kommt aus einfachen Verhältnissen, der Druck an der Uni ist hoch. Victor ist einsam und fühlt sich unsichtbar. Einzig mit Mathieu, einem Jungen aus dem Kurs unter ihm, raucht Victor hin und wieder eine Zigarette. Als Mathieu in den Tod springt, verändert sich für Victor alles. Plötzlich wird er, der einzige Freund des Opfers, sichtbar. Seine Kommilitonen interessieren sich plötzlich für ihn, und langsam entwickelt er zu Mathieus Vater eine Beziehung, wie er sie zu seinem eigenen Vater nie hatte. „Ein Winter in Paris“ ist ein sensibles und zärtliches Buch über das, was uns Menschen zusammenhält.

Editionen (2)

ISBN9783552063877
VerlagZsolnay, Paul
Erscheinungsdatum24.09.18
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

6 Rezensionen

3,8

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  • osarah1602
    osarah1602

    153 Follower

    4,0

    Ein Winter in Paris „Wir halten wesentlich mehr aus, als wir immer denken.“ „Geblieben waren nur sein Schrei und der dumpfe Aufprall des Körpers auf dem Steinboden.“ Hier geht es um Tod, Verlust, Einsamkeit und Leistungsdruck. Zugleich um Freundschaft, Wertschätzung und das Warum. Mathieu hat sich urplötzlich in den Tod gestürzt und zurück bleiben geschockte Studenten, traurige Eltern, ein zartes Band der Freundschaft und viele Fragen. War der Lehrer schuld, der ihn immer nur als Versager gesehen hat? War die Scheidung seiner Eltern die Ursache? Oder die Freunde die er vermeintlich nicht hatte? Die Geschichte hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Doch auch wenn das Buch relativ dünn ist, muss man sich beim Lesen etwas konzentrieren.

    7. Jan. 2025

  • 5,0

    Victor ist in seinem zweiten Jahr am renommierten Lycee D. Er hat seine Eltern und sein Städtchen in der Provinz verlassen, um nach Paris zu gehen und Lehrer zu werden. Doch unter seinen Klassenkameraden ist er stets der Außenseiter geblieben; der, der nicht so recht zu den anderen passen will. Mathieu aus dem ersten Jahr scheint es ähnlich zu gehen, auch er hat seinen Platz noch nicht gefunden. Die beiden treffen sich fast täglich beim Rauchen - mal wechseln sie ein paar Worte über den Konkurrenzdruck, über ihre Ängste oder über ihr altes Leben, mal schweigen sie einfach nur gemeinsam. Victor fasst sogar den Gedanken, Mathieu einzuladen, seinen Geburtstag in ein paar Tagen mit ihm zu feiern. Doch dann passiert das nicht einmal Unerwartete, aber dennoch Undenkbare: Mathieu stürzt sich vor den Augen seiner Kommilitonen in den Tod und Victor bleibt, wieder einmal, allein zurück. Mathieus Suizid bringt das Leben am Lycee völlig durcheinander. Lehrer Clauzet, bekannt dafür, seine Studenten mit höhnischen Kommentaren zu quälen, gerät ins Kreuzfeuer, der Rektor in Zugzwang. Schnell werden alle für einige Zeit vom Unterricht befreit, um trauern zu können, aber Victor ist hin- und hergerissen. Eigentlich kannte er Mathieu zu wenig, um wirklich traurig zu sein; dennoch macht der Tod des Jungen ihn noch einsamer, als er sowieso schon ist. Dann beginnen auf einmal Victors Klassenkameraden Interesse an ihm zu finden, dem "Freund" von Mathieu. Und er, der er vorher beinahe unsichtbar war, wird nun zu Parties eingeladen und mehrere Personen buhlen um seine Freundschaft und mehr. Als noch Mathieus Vater auftaucht, auf der Suche nach Antworten, beginnt Victor sich mit diesem zu treffen. Immer mehr Zeit verbringen die beiden miteinander. Mathieus Vater schwelgt in jeder noch so kleinen Erinnerung an den verlorenen Sohn, während Victor sich vorstellt, wie es wäre, wenn er einen Vater wie diesen hätte. Einen, der versteht, was ihm Literatur und Wissen bedeuten. Dabei geraten beide immer tiefer in einen Strudel, der droht, sie in die Tiefe zu reißen. Es ist ein leiser Roman, den Blondel uns hier präsentiert. Abgesehen von dem großen Ereignis zu Beginn sind es eher viele kleine Vorkommnisse und Gespräche, die die Handlung vorantreiben. Sprachlich gekonnt, voller Bilder und Vergleiche wird hier erzählt, was Suizid mit denen macht, die zurückgelassen werden. Es geht um Einsamkeit, Wut, Selbstzweifel, aber auch um den Versuch, Lücken zu schließen. Sei es die Lücke, die ein geliebter Sohn hinterlässt oder, wie im Fall von Victor, diejenige von Eltern, die sich immer weiter von ihrem Sohn entfernen. Der Autor wagt es aber auch, ein Tabu zu brechen, nämlich im Zusammenhang von Suizid auch von Vorteilen, gar von Profit zu sprechen. Denn genau das ist es, was Victor tut, er profitiert. Mathieus Tod bringt ihm neue Freundschaften, Erfolg bei den Frauen und für eine gewisse Zeit lang auch einen Ersatzvater. Doch all dies treibt den jungen Mann nur noch mehr in die Einsamkeit. Es ist, als ob alle nur eine Vorstellung von ihm haben, die sie sich nach Belieben anpassen: der bemitleidenswerte, zurückgelassene Freund; der Sohn, den man gerne gehabt hätte - bei all dem bleibt eines auf der Strecke: Victor selbst, seine Wünsche, seine Zukunft. Nur er selbst kann sich aus diesen Verstrickungen befreien. Wird ihm das gelingen? Oder ist es schon lange zu spät? Fazit: ein Roman voller Wahrheit, Einsamkeit und Hoffnung zugleich

    23. Sept. 2022

  • Unknown User
    Unknown User

    6 Follower

    3,0

    "Romane haben die Eigenschaft, den Leser dazu zu verführen, auf den Schlaf zu verzichten." Dieses wunderschöne Zitat trifft leider nicht auf das Buch selbst zu. Es liest sich total gut, aber ich habs ein halbes Jahr pausiert und das war auch ok. Wusste dafür aber noch ziemlich genau, was bis dahin passiert war... also: super lesbar, aber inhaltlich nicht hard-hitting enough.

    6. Jan. 2024

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Jean-Philippe Blondel

Jean-Philippe Blondel wurde 1964 im französischen Troyes geboren, wo er auch heute als Autor und Englischlehrer mit seiner Familie lebt. Sein Roman 6 Uhr 41 (Deuticke 2014) wurde ein Bestseller. Auf Deutsch erschienen außerdem die Romane "Zweiundzwanzig", "Direkter Zugang zum Strand", bei Deuticke This is not a love song (2016), Die Liebeserklärung (2017) und Ein Winter in Paris (2018).

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