Aqua viva

Aqua viva

Hardcover
3.813

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Buchinformationen

Haupt-Genre
N/A
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
110
Preis
10.10 €

Autorenbeschreibung

Clarice Lispector wurde 1925 in der Ukraine als Tochter jüdischer Eltern geboren, die bald nach Brasilien emigrierten. Sie wuchs in Recife, im armen Nordosten des Landes auf, zog aber später nach Rio de Janeiro, wo sie Schule und Jurastudium absolvierte. 1944 veröffentlichte sie -19jährig - ihren ersten Roman Perto do Coração Selvagem (dt. Nahe dem wilden Herzen) und löste eine kleine Sensation aus, da sie sich in ihrem Schreiben von der vorherrschenden literarischen Tendenz des "regionalismo" abwandte, der es sich zum Ziel gemacht hatte, die soziale Realität des Landes so genau als möglich festzuhalten. Clarice Lispector eröffnete, geprägt sowohl vom Existenzialismus als auch von Virginia Woolf, eine in Brasilien vollkommen neue literarische Strömung - von der Kritik hoch gelobt -, die radikal subjektiv auf die Erforschung innerer Wirklichkeit abzielt. Im selben Jahr heiratete sie einen brasilianischen Diplomaten, mit dem sie 1945-49 in Italien und der Schweiz und 1952-59 in den USA lebte. Nach der Scheidung ließ sie sich mit ihren zwei Söhnen in Rio nieder und war als Journalistin und Übersetzerin tätig. In ihren weiteren Romanen, wie A Cidade Sitiada (dt. Von Traum zu Traum) und auch A paixão segundo G.H (dt. Die Passion nach G.H.), erforscht sie mit immer ausgefeilteren erzähltechnischen und stilistischen Mitteln das Spannungsverhältnis zwischen Realität und seelischer Erfahrung. Auch ihre Erzählungen, veröffentlicht in insgesamt drei Bänden, kreisen immer wieder um die bestürzende Realität, die hinter der Fassade des Familienalltags lauert. In ihrem letzten zu Lebzeiten veröffentlichten Kurzroman, A Hora de Estrela (dt. Die Sternstunde), setzt sie sich mit dem Verhältnis von Wirklichkeit und Fiktion im schöpferischen Prozeß auseinander und kritisiert schriftstellerische Allmachtsphantasien - ihr poetologisches Vermächtnis. Clarice Lispector starb 1977 in Rio de Janeiro. Clarice Lispector, "grande dame" der dichterischen Prosa in Brasilien. Neue Zürcher Zeitung

Beiträge

2
Alle
5

probably the most original written work I've ever read and will ever read. I want to devour it and be lost in this strange dream every night.

3.5

Nicht immer einfach, oft ehrlich gesagt sogar etwas anstrengend. Aber eindrucksvoll anders.

Uff. Was für ein Buch. Ich habe knapp ein Jahr lang daran gelesen, weil es einfach nichts ist, was man in einem Rutsch lesen kann. Oder sollte. "I don't want to have the terrible limitation of those who live merely from what can make sense. Not I: I want an invented truth." Clarice Lispectors "Água Viva" ist kein klassischer Roman, kein Tagebuch, kein Brief – und vielleicht genau deshalb so faszinierend. Es ist ein Gedankenstrom, ein Ringen um Sprache, Bewusstsein, Gegenwart. Vieles wirkt intuitiv, unfassbar, gleichzeitig glasklar. Ich habe viel unterstrichen – teils, um zu erinnern, und teils, um mich festzuhalten. "Nothing is more difficult than surrendering to the instant. That difficulty is human pain. It is ours. I surrender in words and surrender when I paint." Die Lektüre hat mich gefordert. Es gibt keine Handlung, keine Figuren, nur eine Stimme, die spricht, sich wiederholt, sich verliert. Ihre Umgebung betrachtet, ihre Gedanken seziert. Aber genau das macht den Reiz aus: Das Buch denkt nicht für dich – es zwingt dich, mitzudenken, mitzuspüren. "But remembering with longing is like saying farewell once again."

Nicht immer einfach, oft ehrlich gesagt sogar etwas anstrengend. Aber eindrucksvoll anders.
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