Blick ins Buch

Romane

Die späten Tage

4,0(31)
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Über das Buch

Natascha Wodin, Autorin des Bestsellers Sie kam aus Mariupol und eine der großen Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, erzählt in ihrem neuen Buch berührend, ehrlich und poetisch vom Altwerden und einer späten großen Liebe. Es geht um widersprüchliche Gefühle, um Nähe und Fremdsein in einer Beziehung und um die Gedanken an den näher rückenden Tod, den Schmerz des unaufhaltsamen Abschieds.

Was bedeutet es, wenn man sich in hohem Alter noch einmal verliebt? Wenn nicht mehr viel Zeit füreinander bleibt und man sich eigentlich schon im Alleinsein eingerichtet hat? In Natascha Wodins neuem Buch wagt die Erzählerin den Versuch, die Liebe über die Einsamkeit siegen zu lassen, ein letztmögliches Lebensexperiment, in dem sich die Fragen nach Liebe und Tod mit existenzieller Dringlichkeit stellen und die Mühen des Alters zum Alltag gehören. Die Geschichte des Paares ist der rote Faden im Text, einem Gewebe aus Erinnerungen, Reflexionen, Beobachtungen – aufgezeichnet an einem mecklenburgischen See mit Blick auf das Wasser und den gegenüberliegenden Horizont.

«Wie gut und ermutigend, dass es Natascha Wodin und ihre Bücher gibt!» Marko Martin, Welt am Sonntag

«Die Sprache Wodins nimmt dem, was sie erzählt, nicht den Schrecken. Im Gegenteil: Sie macht ihn spürbar, nachvollziehbar. Und gleichzeitig spendet ihre Kunst den so nötigen Trost.» Der Spiegel

Editionen (2)

ISBN9783498003340
VerlagRowohlt
Erscheinungsdatum11.11.25
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

31 Bewertungen

8 Rezensionen

4,0

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  • antjeliest
    antjeliest

    193 Follower

    4,5

    Vergänglichkeit und Liebe

    Natascha Wodin reflektiert mit einer beinahe morbiden Besessenheit über den Alterungsprozess und den mehr oder weniger starken Verfall des Körpers, die einhergehenden Einschränkungen, die Schmerzen und die Angst vor dem, was noch alles kommt – aber auch über die Liebe zwischen zwei alten Menschen, die erst im Alter zueinander gefunden haben. Die Widersprüchlichkeit in dieser Liebe zwischen beinahe zärtlichen Gefühlen einerseits und den Mühseligkeiten des Alters und der Verzweiflung angesichts der schmerzenden Körper andererseits, die Schlaf, klares Denken und Unabhängigkeit rauben, lassen sie den näherrückenden Tod teils fürchten, teils herbeisehnen. Der stark autobiografisch beeinflusste Text ist literarisch unglaublich präzise geschrieben und dadurch enorm bereichernd, allerdings sind die Szenarien von Angst, Schmerz und Tod zwar sehr nachvollziehbar, haben jedoch wenig tröstliches, was durchaus als bedrückend und wenig hoffnungsvoll empfunden werden kann. Es ist dies kein zusammenhängender Roman mit fließender Handlung, sondern eher eine Sammlung von Gedanken aus verschiedenen Lebensaltersabschnitten, biografischen Erinnerungen, Zitaten/Gedanken anderer Schriftsteller und Beobachtungen und Reflektionen - alles in allem ein Gedankenexperiment zu den Themen Vergänglichkeit, Altersmühen, Verlustangst/Einsamkeit und Liebe im Alter, das viel Stoff zum Nachdenken bietet. Definitiv ein Buch, das es wert ist, komplett ein zweites Mal gelesen zu werden, so klug, so berührend, so komplex!!

    21. Feb. 2026

  • motzpig
    motzpig

    69 Follower

    4,0

    Ein ruhiges Buch

    Ich habe einige Seiten gebraucht, um mich herein zu finden. Aber es hat sich gelohnt. Die Gedanken der Autorin zum Alter, zu den kleinen und großen Gebrechen und zur Liebe waren interessant. Manchmal habe ich mich wiedergefunden. Gefallen haben mir auch sehr die Rückblicke auf ihr Leben.

    10 Stunden vor

  • mina25
    mina25

    298 Follower

    Selten hat mich ein Buch so wütend gemacht!

    Ich wollte das Buch schon bei knapp 90 Seiten abbrechen, hab mich dann aber dagegen entschieden da ich immer der Ansicht bin eine wirklich Meinung steht mir erst nach Abschluss eines Buches zu. Und was soll ich sagen, meine Meinung ist niederschmetternd! Ich habe nahezu jede Seite gehasst. Nie zuvor habe ich ein Buch gelesen welches einem derart das letzte bisschen Hoffnung auf einen gutes Leben und ein gutes, würdevolles Altern nimmt. Was ich aus diesem Buch mitnehme ist, dass alt werden und alt sein eine Zumutung ist und das in jedem Moment. Das Alt sein nur aus warten auf den Tod und der gleichzeitigen Angst vor diesem besteht. Das man Lust, Leichtigkeit und Hoffnung verliert und einen absolut nichts mehr erfreut. Ich halte grundsätzlich nichts von schwarz- weiß- Malerei aber einfach nur schwarz, wie in diesem Buch ist mehr als ich ertragen kann. Ich kann nur jedem der kein Interesse an einer Depression oder Angst vor dem Alter haben möchte dringend abraten dieses Buch zu lesen!

    17. Feb. 2026

3 von 8 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Natascha Wodin

Natascha Wodin, 1945 als Kind sowjetischer Zwangsarbeiter in Fürth/Bayern geboren, wuchs erst in deutschen DP-Lagern, dann, nach dem frühen Tod der Mutter, in einem katholischen Mädchenheim auf. Auf ihren 1983 erschienenen ersten Roman Die gläserne Stadt folgten zahlreiche weitere Veröffentlichungen, darunter die Romane Nachtgeschwister und Irgendwo in diesem Dunkel. Ihr Werk wurde unter anderem mit dem Hermann-Hesse-Preis, dem Brüder-Grimm-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet, für Sie kam aus Mariupol wurden ihr der Alfred-Döblin-Preis, der Preis der Leipziger Buchmesse und der Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil 2019 verliehen. 2022 wurde sie mit dem Joseph-Breitbach-Preis für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet. Natascha Wodin lebt in Berlin und Mecklenburg.

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