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Die Idee der Winter Games Reihe wäre eigentlich stark, aber Cold as Ice bleibt extrem oberflächlich. Der Unfall von Mias Bruder Brendan ist der zentrale Auslöser der Geschichte, wird aber nur in Nebensätzen abgehandelt.
In „Cold as Ice – Winter Games 1“ geht es um die ehemalige Kindheitsfreundschaft zwischen Mia und Grady, der frühere beste Freund ihres Bruders, die durch den schweren Unfall von Mias Bruder Brendan zerbrochen ist. Vier Jahre später treffen sich die beiden bei einem internationalen Snowboard-Wettkampf wieder, wo alte Gefühle neu aufflammen und Grady mit seinen Schuldgefühlen konfrontiert wird. Ich habe bereits mehrere Reihen und Bücher von Piper Rayne gelesen und gehört und weiß, dass dieses Autorinnen-Duo durchaus zu emotionalen, humorvollen und tiefgründigen Geschichten fähig ist. Umso enttäuschter bin ich von Iced Out (0,5) und Cold as Ice – Winter Games 1. Obwohl die Grundidee großes Potenzial hat, bleibt die Umsetzung leider sehr oberflächlich. Der zentrale Auslöser der gesamten Handlung – der schwere Unfall von Mias Bruder Brendan, seine Freundschaft zu Grady und die vierjährige Funkstille – wird zwar ständig erwähnt, aber inhaltlich kaum ausgearbeitet. Als Leserin hätte ich mir besonders gewünscht, mehr über Brendans Reha-Weg, seine Entwicklungen, seine Einschränkungen und die emotionalen Folgen zu erfahren. Gerade weil ich aus dem eigenen familiären Umfeld weiß, wie komplex und langwierig die Rehabilitation nach einem Schädel-Hirn-Trauma ist, wirken die knappen Andeutungen im Buch fast schon respektlos gegenüber dem Thema und der Kraft und Zeit die der Betroffene und Angehörige zu Verbesserung der Situation hineinstecken müssen. Vier Jahre sind bei so einer Verletzung keineswegs „viel“ – und genau diese Zeit hätte man in der Geschichte nachvollziehbar darstellen müssen. Hinzu kommt, dass Mias Sicht komplett fehlt, obwohl gerade sie als Schwester eine emotionale Perspektive hätte einbringen können. Wie hat sie den Unfall verarbeitet? Wie haben ihre Eltern reagiert? Wie kam sie selbst damit klar, Snowboarderin zu werden, während ihr Bruder lebensverändernde Einschränkungen trägt? Den ihr Bruder ist bei diesem Sport verunglückt. All diese Fragen bleiben unbeantwortet. Das Gleiche gilt für Grady: Seine Schuldgefühle werden nur angerissen, aber nie wirklich tief beleuchtet, obwohl, bis auf den Epilog, das gesamte Buch als seiner Sicht geschrieben ist. Das Buch ist zudem relativ kurz, was man sehr deutlich merkt. 100 Seiten mehr hätten der Geschichte gutgetan, um die Figuren, ihre Beziehungen und ihren emotionalen Hintergrund glaubwürdig zu entwickeln. Stattdessen wirkt vieles hastig abgehandelt, während am Ende noch unnötiges Drama eingebaut wird, das keinen echten Mehrwert bringt. Besonders schade ist, dass die Novelle Iced Out sogar noch ein klein wenig besser gelingt als der eigentliche erste Band – aber auch dort wird das Potenzial nur angerissen, statt ausgeschöpft. Insgesamt bleibt für mich ein Gefühl von Unvollständigkeit: als hätte die Geschichte viel mehr Tiefe verdient, aber nie bekommen. Ich weiß, dass Piper Rayne eigentlich starke Geschichten schreiben können. Diese Reihe gehört für mich jedoch zu ihren schwächsten. Trotz sympathischer Grundidee, Wintersport-Setting und einer an sich emotional starken Ausgangssituation konnte mich Cold as Ice leider nicht überzeugen. Zu oberflächlich, zu schnell, zu wenig Tiefe. Es gibt deutlich bessere Bücher dieses Autorinnen-Duos.
30. Nov. 2025
Die Idee der Winter Games Reihe wäre eigentlich stark, aber Cold as Ice bleibt extrem oberflächlich. Der Unfall von Mias Bruder Brendan ist der zentrale Auslöser der Geschichte, wird aber nur in Nebensätzen abgehandelt.
In „Cold as Ice – Winter Games 1“ geht es um die ehemalige Kindheitsfreundschaft zwischen Mia und Grady, der frühere beste Freund ihres Bruders, die durch den schweren Unfall von Mias Bruder Brendan zerbrochen ist. Vier Jahre später treffen sich die beiden bei einem internationalen Snowboard-Wettkampf wieder, wo alte Gefühle neu aufflammen und Grady mit seinen Schuldgefühlen konfrontiert wird. Ich habe bereits mehrere Reihen und Bücher von Piper Rayne gelesen und gehört und weiß, dass dieses Autorinnen-Duo durchaus zu emotionalen, humorvollen und tiefgründigen Geschichten fähig ist. Umso enttäuschter bin ich von Iced Out (0,5) und Cold as Ice – Winter Games 1. Obwohl die Grundidee großes Potenzial hat, bleibt die Umsetzung leider sehr oberflächlich. Der zentrale Auslöser der gesamten Handlung – der schwere Unfall von Mias Bruder Brendan, seine Freundschaft zu Grady und die vierjährige Funkstille – wird zwar ständig erwähnt, aber inhaltlich kaum ausgearbeitet. Als Leserin hätte ich mir besonders gewünscht, mehr über Brendans Reha-Weg, seine Entwicklungen, seine Einschränkungen und die emotionalen Folgen zu erfahren. Gerade weil ich aus dem eigenen familiären Umfeld weiß, wie komplex und langwierig die Rehabilitation nach einem Schädel-Hirn-Trauma ist, wirken die knappen Andeutungen im Buch fast schon respektlos gegenüber dem Thema und der Kraft und Zeit die der Betroffene und Angehörige zu Verbesserung der Situation hineinstecken müssen. Vier Jahre sind bei so einer Verletzung keineswegs „viel“ – und genau diese Zeit hätte man in der Geschichte nachvollziehbar darstellen müssen. Hinzu kommt, dass Mias Sicht komplett fehlt, obwohl gerade sie als Schwester eine emotionale Perspektive hätte einbringen können. Wie hat sie den Unfall verarbeitet? Wie haben ihre Eltern reagiert? Wie kam sie selbst damit klar, Snowboarderin zu werden, während ihr Bruder lebensverändernde Einschränkungen trägt? Den ihr Bruder ist bei diesem Sport verunglückt. All diese Fragen bleiben unbeantwortet. Das Gleiche gilt für Grady: Seine Schuldgefühle werden nur angerissen, aber nie wirklich tief beleuchtet, obwohl, bis auf den Epilog, das gesamte Buch als seiner Sicht geschrieben ist. Das Buch ist zudem relativ kurz, was man sehr deutlich merkt. 100 Seiten mehr hätten der Geschichte gutgetan, um die Figuren, ihre Beziehungen und ihren emotionalen Hintergrund glaubwürdig zu entwickeln. Stattdessen wirkt vieles hastig abgehandelt, während am Ende noch unnötiges Drama eingebaut wird, das keinen echten Mehrwert bringt. Besonders schade ist, dass die Novelle Iced Out sogar noch ein klein wenig besser gelingt als der eigentliche erste Band – aber auch dort wird das Potenzial nur angerissen, statt ausgeschöpft. Insgesamt bleibt für mich ein Gefühl von Unvollständigkeit: als hätte die Geschichte viel mehr Tiefe verdient, aber nie bekommen. Ich weiß, dass Piper Rayne eigentlich starke Geschichten schreiben können. Diese Reihe gehört für mich jedoch zu ihren schwächsten. Trotz sympathischer Grundidee, Wintersport-Setting und einer an sich emotional starken Ausgangssituation konnte mich Cold as Ice leider nicht überzeugen. Zu oberflächlich, zu schnell, zu wenig Tiefe. Es gibt deutlich bessere Bücher dieses Autorinnen-Duos.
30. Nov. 2025






