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Eichmann in Jerusalem

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Deutsch
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Über das Buch

Das Beunruhigende an der Person Eichmanns war doch gerade, daß er war wie viele und daß diese vielen weder pervers noch sadistisch, sondern schrecklich und erschreckend normal waren und sind. Vom Standpunkt unserer Rechtsinstitutionen und an unseren moralischen Urteilsmaßstäben gemessen, war diese Normalität viel erschreckender als all die Greuel zusammengenommen (Hannah Arendt).

Editionen (4)

ISBN9783492248228
VerlagPiper
Erscheinungsdatum01.07.10
Seitenzahl448

Rezensionen & Bewertungen

30 Bewertungen

5 Rezensionen

4,6

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  • cupcake_kathi
    cupcake_kathi

    130 Follower

    5,0

    Das Buch Eichmann in Jerusalem basiert auf Reportagen, die Hannah Arendt während des Prozesses gegen den NS-Verbrecher Adolf Eichmann schrieb. Der Prozess fand 1961 in Jerusalem statt, nachdem Eichmann vom israelischen Geheimdienst aus Argentinien entführt worden war. Eichmann war während des Nationalsozialismus einer der Organisatoren der Deportation von Millionen Jüdinnen und Juden in die Vernichtungslager. Im Prozess wurde untersucht, welche Rolle er im Holocaust spielte und in welchem Maß er persönlich verantwortlich war. Arendt schildert den Ablauf des Prozesses und analysiert Eichmanns Auftreten vor Gericht. Sie beschreibt ihn nicht als fanatischen Monster-Täter, sondern als erschreckend gewöhnlichen Bürokraten, der sich selbst als pflichtbewussten Beamten darstellte. Eichmann behauptete immer wieder, er habe lediglich Befehle ausgeführt und sich an geltende Gesetze gehalten. Arendt nutzt diese Beobachtung, um über die Struktur moderner Bürokratien und über individuelle Verantwortung nachzudenken. Das Buch ist daher nicht nur eine Prozessreportage, sondern auch eine philosophische Analyse über Schuld, Moral und politisches Handeln im Kontext des Holocaust. Einfach ein grandioses Buch, in dem alles strukturiert aufgedröselt wird!

    19. März 2026

  • bl4ckadamx
    bl4ckadamx

    9 Follower

    5,0

    Das Buch ist zweischneidig. Auf der einen Seite beschreibt Hannah Arendt den Ablauf des "Eichmann-Prozesses". Sie legt dar, zu welchen Themen der Angeklagte befragt wird, was er dazu aussagte und ergänzt dies mit den zur Zeit der Entstehung aktuellen thematischen Quellen. Teils eingestreut, vorwiegend jedoch auf den letzten Seiten zeigt Arendt dann ihre persönliche Meinung und Einschätzung auf. Sie befasst sich dabei eingehend mit drei Aspekten: 1) Das Gericht und die rechtlichen Grundlagen des Prozesses 2) Die Rolle der Judenräte im Holocaust 3) Die Charakterisierung Adolf Eichmanns. Der dritte Punkt ist schließlich jener, der dem Buch den Untertitel "Ein Bericht von der Banalität des Bösen" verleiht. Hier ist durchaus nachempfindbar, warum Arendts Werk bei Veröffentlichung auf heftige Kritik stieß und es wird das Naturell der Verfasserin, ihre Grundüberzeugung des freien Denkens, offenbar. Dabei kann der Leser an den Analysen dieser scharfen Denkerin des 20. Jhd. teilhaben und wird zum eigenen Nachdenken angeregt. Dies wird unterstützt durch den vorangestellten kritischen Essay des Historikers Theodor Mommsen. Fazit: "Eichmann in Jerusalem" bleibt eines der bedeutendsten Werke Hannah Arendts und dient der kritischen Auseinandersetzung mit der Thematik.

    17. Sept. 2022

  • bastiliest
    bastiliest

    60 Follower

    4,0

    Es war interessant auch wenn ich gern mehr über die Gerichtsverhandlung erfahren hätte und man sieht auch wie schnell man zum Täter wird und am Ende wird gezeigt was die Leute von ihrem Buch gehalten haben

    29. Dez. 2025

3 von 5 Rezensionen

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