Blick ins Buch

Romane

Jahre später

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Über das Buch

Jahre später ist eine ergreifende Anatomie einer toxischen Beziehung, die den Leser bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Angelika Klüssendorf, bekannt für ihre eindrucksvollen Romane Das Mädchen und April, die beide auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis standen, erzählt in Jahre später von der intensivsten und zugleich zerstörerischsten Beziehung der erwachsenen April - ihrer Ehe. Auf einer Lesung begegnet April einem Mann, der sie zunächst durch seine dreist raumnehmende Art fasziniert. Es ist keine Sympathie, die sie zusammenführt, sondern eine andere Form der Anziehung: pure Intensität. Klüssendorf schildert, wie sich zwischen den beiden radikalen Einzelgängern eine Liebe entwickelt, die von der Bereitschaft zur Öffnung und glühender Gemeinsamkeit geprägt ist, aber auch von unaufhaltsamen Fliehkräften, die das Paar auseinandertreiben. Ohne Partei zu ergreifen oder ihre Figuren bloßzustellen, entwirft die Autorin mit präziser Sprache und großer Lakonie die Anatomie einer toxischen Partnerschaft. Als Leser wünscht man sich bis zuletzt, dass es den beiden gelingen möge - und zugleich, dass diese aufreibende Beziehung endlich ein Ende findet. Ein Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite berührt und noch lange nachwirkt.

Editionen (2)

ISBN9783462318074
VerlagE-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum29.01.18
Seitenzahl160

Rezensionen & Bewertungen

17 Bewertungen

2 Rezensionen

3,9

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  • daughterofhel
    daughterofhel

    12 Follower

    4,0

    Schmerzhaft und befreiend

    "Nie wie Mutter werden! Ein Gebet, eine Parole, ein Schlachtruf." In ihrem Roman "Jahre später" setzt die Autorin die Geschichte der jungen April fort. Die Ehe mit einem labilen Chirurgen, die Flucht aus dem Osten, das Fremdheitsgefühl im Westen, die eigene Mutterschaft, mit der eine Identifikation bis zum Schluss kaum gelingen kann, all das spiegelt die Zerrüttung der Prigonistin wider, die letztlich ihre Kindheit zu verarbeiten versucht. Der Abschluss der Trilogie kommt einigermaßen wirr und zäh daher, die Protagonistin wird zusehends unangenehmer, aber letztlich verstecken sich in den knapp 160 Seiten Text derart viele wahre Worte über toxische Beziehungen, insbesondere zu Eltern(-teilen), sodass ich nicht bereue, diese Reihe gelesen zu haben. In "Risse" werden uns im Anschluss die Geschichten aus dem Keller präsentiert, von denen ich noch nicht weiß, ob ich sie direkt lesen werde, oder ob ich mich erst einmal erholen muss... Wichtig: Die gesamte Reihe ist für kindheitstraumatisierte Lesende nur schwer auszuhalten, wurde vom Verlag allerdings bislang nicht mit Triggerwarnungen ausgestattet.

    15. Juni 2026

  • heibi
    heibi

    191 Follower

    3,0

    Es hat mich leider nicht so umgehauen. Ich denke, dass es daran lag, dass das Buch in der 3. Person geschrieben wurde. Die Vorgänger zwar auch, aber für mich ergab sich einfach keine tiefere Verbindung zur Protagonistin. Es hat mich leider nur immer distanzierter lesen lassen. Vermutlich ist es aber genau das, was auch die Protagonistin fühlt: Nicht sehr viel. Zumeist Beobachterin im eigenen Leben; kann nicht viel für ihre eigenen Söhne empfinden und löst sich immer mehr von ihrem Ehemann. Mir persönlich war mir die Protagonistin am Ende egal und das ist sehr schade.....

    6. Aug. 2023

Autorin / Autor

Über Angelika Klüssendorf

Angelika Klüssendorf, geboren 1958 in Ahrensburg, lebte von 1961 bis zu ihrer Übersiedlung 1985 in Leipzig; heute lebt sie in der Nähe von Berlin. Sie veröffentlichte unter anderem die Erzählungen »Sehnsüchte« und »Anfall von Glück«, den Roman »Alle leben so«, die Erzählungsbände »Aus allen Himmeln« und »Amateure«.

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