Blick ins Buch

Historische Romane

Die Gleichung des Lebens

3,4(11)
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Über das Buch

Friedrich der Große, der Mathematiker Leonhard Euler und die Trockenlegung des Oderbruchs. Sommer 1747. Friedrich II. will das unwegsame, von aufsässigen wendischen Fischern bewohnte Oderbruch in Ackerland verwandeln. Das Mathematikgenie Leonhard Euler soll die nötigen Berechnungen durchführen. Doch als ein Ingenieur des Königs ermordet wird, verliert sich Euler in diesem preußischen Amazonien, das dem Untergang geweiht ist, sich aber mit allen Mitteln wehrt. Friedrich II. will die Sumpfgebiete östlich von Berlin trockenlegen, um dort Flüchtlinge anzusiedeln. Wo noch Fische, Schildkröten und Wasservögel in überwältigender Artenvielfalt leben, sollen Kühe grasen und die Kartoffel wachsen. Es ist die Zeit vor der gewaltigen Johanniflut, die das Bruch wie seit Urzeiten überschwemmen wird. Unter den Fischern herrscht Unruhe, sie fürchten den Untergang ihrer Welt. Als der Ingenieur Mahistre tot am Oderstrand angetrieben wird, übernimmt Leonhard Euler die Ermittlungen und gerät plötzlich selbst ins Visier. Nur die Begegnung mit Oda, der Tochter des Anführers der Wenden, kann sein Leben noch retten. Ein hervorragend recherchierter, atmosphärisch dichter Roman mit einer erstaunlichen Vielfalt an Figuren und Stimmungen: Vor dem Hintergrund des 18. Jahrhunderts entsteht ein Tableau um Verdrängung, Angst vor dem Fremden und Kolonialisierung, das wie ein Spiegelbild unserer Gegenwart wirkt.

Editionen (4)

ISBN9783462317374
VerlagE-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum07.09.17
Seitenzahl416

Rezensionen & Bewertungen

11 Bewertungen

4 Rezensionen

3,4

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  • brillenschlange78
    brillenschlange78

    555 Follower

    3,5

    Weiß nicht recht was ich von diesem Buch halten soll. Geschichtlich interessant aber die abstrakte Mordwaffe....mmmh. Auch wären am Ende Anmerkungen zu den Dingen die wirklich passiert sind, interessant gewesen.

    8. Feb. 2025

  • ankeliest
    ankeliest

    64 Follower

    3,5

    In Zeiten der Überschwemmungen auch durch fehlende Überflutungsgebiete nach Jahrzehntelanger Flussbegradigung und der sogenannten Flüchtlingskrise schreibt Oehler ein historischen Roman dessen Mordfall genau heutigen Argumente aufgreift. Am Beginn der Modernen, der Aufklärung die in den meisten Beurteilungen positiv belegt ist. Friedrich der Große will in die Geschichtsbücher eingehen, erhaben es "gut gemacht" soll dort stehen. Damit steht er in einem Zusammenhang Olaf Scholz der eben dies zum Bau des Elbtowers in Hamburg sagte und eine Bauruine hinterließ. Friedrich aus meiner Sicht nicht positiv als aufgeklärter Absolutist sondern als Selbstsüchtig und rücksichtslos und manchmal etwas albern in seinen Marotten, will das Chaos des Sumpfes des Oderbruchs eine Ordnung verwandeln. Daraus soll landwirtschaftliches Gebiet für seien Konisten werden, mit denen er die Bevölkerungszahl und damit die Bedeutung Preuße militärisch steigern will. Wir wissen, dass dies ökologisch keine gute Idee ist, militärisch war es das damals schon und Freidrichs moderne Idee erscheint problematisch. Im Oderbruch beginnen die alteingesessenen, im Einklang mit der Natur als erfolgreiche Fischer lebenden Wenden sich zu wehren. Wir begleiten Oda und ihre Familie und sind auch traurig über den Verlust ihrer atmosphärisch dichten Beschreibung ihres Lebens und ihres wunderschönen Lebensumfeldes. Sie fürchten zu Recht um.ihre wirtschaftliche Existenz und Achtung: haben teilweise Angst vor einer Überfremdung" können unsere Frauen dann noch auf die Straße gehen?" . Heute wissen wir, diese Kultur ist tatsächlich vergessen, die Sumpflandschaft verloren und das Gebiet stark von Überschwemmungen bedroht. Die meisten der schönen Dörfer des Oderbruchs heute sind die Dörfer der Kolonisten Friedrichs. Und hier wurde ich ratlos... Was will mir Ohler sagen? Das Motiv des Mordes führt dann doch in eine andere Richtung und zeigt vielleicht wie andere die Sorgen der Beteiligten ausnutzen, aber ich will nicht Spoilern. Sehr gut recherchiert eine interessante Sicht aber nicht ohne Fragezeichen. Würde mich interessieren, was du dazu sagst!?

    15. Aug. 2025

  • fred.k
    fred.k

    107 Follower

    2,0

    Das war leider gar nicht meines.

    Schade, das Setting und das Thema des Buchs waren durchaus ansprechend. Die Erzählstruktur und die Figurenentwicklung blieben leider hinter ihren Möglichkeiten zurück und auch die eigentliche Thematik hat sich mir bis zum Ende nicht richtig erschlossen. Die Handlungsstränge waren vielleicht nicht deutlich genug voneinander abgegrenzt. Mir war zu lange nicht klar, ob ich da nun einen historischen Roman oder eine Kriminalgeschichte lese. Am Ende wollte das Buch wohl beides sein, hat aber keines so richtig erfüllt. Auch wurden einige Charaktere nicht zu Ende erzählt, bzw deren Geschichten verliefen sich einfach im Sande. Sowas frustiert mich leider immer.

    2. Juli 2023

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Norman Ohler

Norman Ohler, 1970 geboren, ist der Autor von vier von der Presse gefeierten Romanen und zwei Sachbüchern. Sein erster Roman »Die Quotenmaschine« erschien 1995 zunächst als Hypertext im Netz und gilt als weltweit erster Internet-Roman. »Mitte« (2001) und »Stadt des Goldes« (2002) komplettieren seine Metropolentriologie. 2015 erschien »Der totale Rausch« über die kaum aufgearbeitete Rolle von Drogen im Dritten Reich. Es wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und stand auf der Bestsellerliste der New York Times. Paramount hat eine Option auf die Filmrechte erworben. 2017 erschien Ohlers historischer Kriminalroman »Die Gleichung des Lebens«, der mit lebendigem Zeitkolorit das 18. Jahrhundert wiederauferstehen lässt.

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