Blick ins Buch

Romane

Die Enthusiasten

3,7(29)
Hardcover24,00 €E-Book19,99 €
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Glauben Sie uns: Der irrwitzigste Lesespaß seit Langem! Für alle, die die Welt der Literatur lieben! Ein erzählerisches Feuerwerk über eine ziemlich besondere Familie, bei der Bücherplateaus von der Decke hängen und in der Geschichten zum Leben erweckt werden. Und über drei Geschwister, die eine innige Liebe verbindet und ein großer Verlust. Was haben ein besessener Laurence-Sterne-Fan auf der abenteuerlichen Jagd nach dem angeblichen zehnten Band von Tristram Shandy, eine Teilchenforscherin, die abgeschirmt von kilometerdicken Felswänden über Jahre versucht, Dunkle-Materie-Teilchen zu erlauschen, ein Kino-Enthusiast, der abgefahrene Experimentalfilme ausheckt, eine nordenglische Kleinstadt und ein sensationeller Fund gemeinsam? Sie kommen in »Die Enthusiasten« vor, dem wahrscheinlich turbulentesten und gewagtesten Roman seit Langem, der auf halsbrecherische Weise die Grenzen dessen auslotet, was Erzählen kann und was menschengemachte Kunst ist. Auch dabei: eine rätselhafte Thailänderin, eine unendlich liebenswerte, lesebesessene und eigensinnige Mutter, die spurlos verschwindet, und ein Vater, der ausschließlich auf nie dagewesene Fragen antwortet.

Editionen (1)

ISBN9783462314328
VerlagE-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum12.02.26
Seitenzahl368

Rezensionen & Bewertungen

29 Bewertungen

9 Rezensionen

3,7

Tippen zum Filtern

  • damelilli
    damelilli

    67 Follower

    4,5

    Eine liebevolle Familie, die in einem Haus lebt, das von Büchern zusammengehalten wird steht im Zentrum dieses wunderbar skurrilen Romans. Die Mutter verschwindet unter nie geklärten Umständen und dieser Verlust bestimmt das Leben der restlichen Familienmitglieder. Dazu gehört der Vater, der eine extreme Abneigung gegen Wiederholung hat und die Kinder so zu sprachlicher Vielfalt und Phantasie erzieht, die Tochter, die nichts sehnlicher wünscht, als die Dunkle Materie in der Physik zu entschlüsseln, der Sohn , der sich in der Welt der Filme verliert und sich für seine Filme sehr spezielle Themen aussucht und der mittlere Sohn, der seine Liebe zur Sprache in einer unbändigen Begeisterung für Lawrence Sternes Tristram Shandy auslebt und davon überzeugt ist, dass er selbst kein Buch schreiben kann. Markus Orths entfaltet ein Panorama an wundersamen Ereignissen und Begegnungen mit besonders gezeichneten Personen. Die Erzählstimme gehört dem mittleren Sohn Vince. In Anlehnung an sein großes Vorbild Lawrence Sterne erzählt er seine Geschichte in vielen Abzweigungen und Zwischenbemerkungen, die für mich die Spannung erst noch erhöht haben. Es gibt viele sprachliche Neuschöpfungen und wunderbare Umschreibungen, die mein Leserinnenherz erfreuten. Es macht großen Spaß, Vince durch seine Abenteuer zu folgen, immer mit der Frage, ob nun eine erfundene Geschichte so erzählt wird, dass man sie auf jeden Fall glaubt oder ob das Geschehen der Wahrheit entspricht und man aber stets denkt: „So kann es nie und nimmer gewesen sein.“ Dieser Roman ist ein Fest und eine abenteuerliche Reise für alle, die Sprache lieben, gerne skurrilen Ereignissen folgen und Helden mit Herz mögen. Unterhaltsame Zwischenbemerkungen und Plot Twists garantiert.

    6. März 2026

  • wildeskopfkino
    wildeskopfkino

    148 Follower

    4,0

    Wenn Begeisterung zur Lebensform wird

    Was für ein Ritt. Ein Roman, der so tut, als hätte er drei Espressi zu viel getrunken – und genau deshalb unfassbar lebendig ist. „Die Enthusiasten“ von Markus Orths, erschienen bei Galiani Berlin (Kiepenheuer & Witsch), ist kein Buch, das man mal eben so wegliest. Es ist ein erzählerisches Feuerwerk, das ständig Funken schlägt. Da hängen Bücherplateaus von der Decke, da jagt ein Sterne-Fan dem angeblichen zehnten Band von „Tristram Shandy“ hinterher, als hinge das Seelenheil daran, und irgendwo tief unter der Erde lauscht eine Teilchenforscherin der Dunklen Materie. Klingt verrückt? Ist es auch. Und genau das macht so einen Spaß. Diese Familie ist ein Kosmos für sich. Drei Geschwister, verbunden durch Liebe und Verlust, eine Mutter, die so sehr in Büchern lebt, dass sie irgendwann selbst zur Legende wird, und ein Vater, der nur auf Fragen antwortet, die noch nie gestellt wurden. Man liest das und denkt: Das ist komplett drüber. Und gleichzeitig trifft es mitten ins Herz. Orths lotet die Grenzen des Erzählens aus, spielt, übertreibt, stapelt Ideen übereinander wie Bücher auf einem wackeligen Tisch – und trotzdem fällt nichts um. Hinter all dem literarischen Wahnsinn steckt eine zarte Geschichte über Familie, Begeisterung, Verlust und diese brennende Liebe zur Kunst, die manchmal alles verschlingt. Manchmal musste ich kurz Luft holen, weil der Roman so viel will. Aber genau dieses Wollen, dieses hemmungslose Draufloserzählen, macht ihn besonders. Kein glattgebügelter Wohlfühlroman, sondern ein wildes, kluges, mutiges Stück Literatur. Ein Buch für alle, die Geschichten nicht nur lesen, sondern feiern.

    Wenn Begeisterung zur Lebensform wird

    21. Feb. 2026

  • backtothebooks
    backtothebooks

    99 Follower

    4,0

    „Hingabe“ ist die tiefe und leidenschaftliche Widmung zu einer Sache oder Person.

    „Enthusiasmus“ bezeichnet eine gesteigerte Freude an bestimmten Themen, ein extremes Engagement für eine Sache oder ein ungewöhnlich intensives Interesse auf einem speziellen Gebiet und stellt für mich noch eine ungezügeltere und intensivere Ausprägung der Hingabe dar. Ungezügelt, exzentrisch, turbulent, kurios bis absurd und vor allem mutig, mit diesen Attributen würde ich „Die Enthusiasten“ von Marcus Orths, erschienen bei Galiani, beschreiben. Im Zentrum der Geschichte steht die Verbindung zwischen drei Geschwistern, die in einer außergewöhnlich buchbegeisterten Familie aufwachsen. Ihr Vater bringt ihnen seine Begeisterung für Sprache und alles, was sie vermag, von klein auf in ritualisierten, kleinen Sprachwettbewerben nahe. Die Mutter prägt sie unter anderem durch ihre Leidenschaft und ihr Talent dafür, Geschichten zu erzählen. In jedem Winkel des gemeinsamen Hauses findet man Bücher. Vor allem aber wird die Zäsur, die darin besteht, dass die Mutter die Familie verlässt, die vier anderen für immer zeichnen. In diesem Kontext geht es in diesem sonst rasanten Buch auch immer wieder poetisch, weise und melancholisch um Trauer und Verlust. Hier war ich mehrfach stark berührt von den perfekt gewählten Worten. Ähnlich wie die drei Grundfarben im Strudel, der das Cover ziert, sind die Geschwister unzertrennlich miteinander verwoben. Wir begleiten Vince den Literaturenthusiasten unter den Dreien auf der zweiten Zeitebene dabei, wie er im Rahmen eines krimihaften, wilden Ritts dem zehnten Teil einer Buchreihe seines Lieblingsschriftstellers hinterher jagt. Für mich war es anfangs irritierend, mich auf diese Leidenschaft einzulassen, da ich bisher kein Werk des verehrten Autors kenne. Sicherlich eröffnet sich hier noch einmal eine andere Beziehungsebene zum Roman. Andere popkulturelle deepdives konnte ich durchaus genießen, auch wenn sie manchmal bis an die Grenze des Ausufernden fortgesetzt wurden. Dieses Buch hat es mir nicht leicht gemacht und ich würde auch sagen, dass es eher eine Empfehlung für Sprachbegeisterte und Experimentierfreudige ist. Auf der Inhaltsebene haben die letzten 50 Seiten die Lektüre aber extrem belohnt. Hier wurden die Fäden mit einem sehr coolen Plot Twist, der an einen der prägendsten Filme meines Lebens erinnert, zusammengeführt. Auch die Warnung vor A(gnes‘) I(ntelligenz) spricht mir aus der Seele, so wird dem Blurb Bedeutung verliehen. Das Elementare, das dieses Buch ausmacht, ist aber nicht (nur) der Inhalt, sondern die sprachliche Gestaltung und die implizierte Liebeserklärung an das Spiel mit ihr. . Zum Abschluss findet ihr in den Kommentaren Zitate, die den Grundton des Buchs perfekt symbolisieren. . „In meinem Kopf spukte es. Ich dachte an Mutter. Hatte ich das alles von ihr? Diese Begeisterungsfähigkeit? Die stets kippen konnte? In Beses-senheit? Das restlose Verschwinden? Hinter irgendeinem Wunsch? Hinter irgendeiner Sehnsucht? Etwas zu finden im Leben? Etwas, das ich bin? Etwas, das mich ausmacht? Und dann alles dafür zu tun? Dafür zu geben? Ausmacht. Ja. Ausmachen: Das war Mutters Lieblingswort. […] »Das Ausmachen trägt beides in sich«, sagte sie einmal, wir hörten immer sorgsam zu, wenn sie sprach. »Ein Feuer wird ausgemacht. Gelöscht. Nur die Asche bleibt. Zugleich bedeutet Ausmachen das Gegenteil. Etwas, das uns Menschen ausmacht. Unserem Leben einen Sinn verleiht. Etwas, das uns antreibt. Etwas, wofür unser Herz brennt. Etwas, das wir tun wollen im Leben wie nichts anderes. Ihr müsst genau das finden. Etwas, das euch ausmacht.“

    19. Juni 2026

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Markus Orths

Markus Orths, Jahrgang 1969, studierte Philosophie, Romanistik und Anglistik und lebt in Karlsruhe. Es erschienen unter anderem die Romane Lehrerzimmer, Das Zimmermädchen, Alpha & Omega sowie zuletzt Max (2017), Picknick im Dunkeln (2020) und Mary & Claire (2023). Seine Bücher wurden in insgesamt achtzehn Sprachen übersetzt, manche verfilmt und zahlreiche ausgezeichnet.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick