Die Postbotin

Die Postbotin

Taschenbuch
4.35

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Beschreibung

Im Herzen Berlins kämpft eine junge Briefträgerin für die Rechte der Frauen bei der Reichspost und für ihr Glück

Berlin 1919: Im Brunnenviertel kennt jeder Regine, die hier aufgewachsen ist und täglich die Post austrägt. Schon ihr Vater war stolzer Beamter bei der Reichspost. Als sie erfährt, dass es Pläne gibt, die Zustellerinnen zu entlassen und ihre Arbeitsplätze den Männern zu geben, die aus dem Krieg heimkehren, will Regine nicht kampflos aufgeben. Sie hofft auf die Unterstützung ihrer besten Freundin Evi, die als Telefonistin bei der Post arbeitet. Doch diese ist auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder, der angeblich wieder in der Stadt sein soll. Also bittet Regine den charismatischen Gewerkschafter Kurt um Hilfe. Wird es ihr gelingen, die Frauen bei der Post zum Streik zu mobilisieren? Und erwidert Kurt ihre Gefühle, die sie schon bald nicht mehr leugnen kann?

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Generationenromane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
400
Preis
12.40 €

Autorenbeschreibung

Elke Schneefuß wurde 1960 in Lüneburg geboren. Sie hat Rechtswissenschaft studiert und schreibt für regionale und überregionale Tageszeitungen. Sie lebt mit ihrer Familie in Lüneburg und begeistert sich seit Jahren für die spannenden historischen Umbrüche in der Zeit der Weimarer Republik, besonders in Berlin und Umgebung.

Beiträge

3
Alle
5

Sehr fesselnd!

Nur mit Mut kann man die Welt verändern! Berlin, 1919: Regine hat es satt. In den Jahren während des Krieges waren Frauen gut genug, die Arbeit der Männer zu verrichten und dabei auch noch nur die Hälfte von deren Gehältern zu verdienen. Doch nun, wo der Krieg zu Ende ist, sollen alle Frauen wieder entlassen werden und Kriegsheimkehrer die Stellen übernehmen. Regine mag ihre Arbeit als Postzustellerin und beschließt, dass etwas getan werden muss. Zuerst mit Lotte, später dann mit Emma, versucht sie den Frauen bewusst zu machen, dass sich nur etwas ändert, wenn man aufsteht und für sich einsteht. Allerdings hat Regine nicht den gewünschten Erfolg und muss auch in ihrem Privatleben einsehen, dass manche Kämpfe anstrengend sind, denn als sie die wahre Liebe gefunden hat, haben ihre Eltern andere Pläne und Regine muss auch dort deutliche Worte sprechen... Evi ist Regines beste Freundin und lebt auch in deren Nachbarschaft. Ihr ergeht es aber gänzlich anders, denn ihre Mutter neigt zu Depressionen und ist nicht im Stande, ihre Probleme selbst zu lösen. Nachdem der Vater die Familie verlassen hat, ist nur noch Evi übrig, um die Mutter zu versorgen und den Alltag am Laufen zu halten. Obwohl der Krieg bereits seit einem Jahr vorüber ist, wartet sie immer noch auf die Rückkehr ihres Bruders Gerald und kümmert sich auch darum, ihn endlich zu finden. Elke Schneefuß berichtet in diesem fesselnden Roman über die Arbeitsbedingungen der Frauen, die während dem Ersten Weltkrieg die gesamte Wirtschaft am Laufen hielten und nun wieder zurück in ihre Rolle als Hausfrauen gedrängt werden sollen. Regine ist eine mutige junge Frau, die sich perfekt als Protagonistin eignet und mit viel Engagement für ihre Rechte und die ihrer Kolleginnen kämpft. Dennoch spürt sie die Widerstände von Seiten der Gesellschaft und der Politik deutlich. Der Autorin gelingt es auch sehr gut zu zeigen, wie stark die Bevölkerung teilweise noch in der Vergangenheit und den angestammten Rollenbildern festhängt. Die Erzählweise ist flüssig und sehr unterhaltsam, sodass das Buch innerhalb eines Tages gelesen werden kann, vorallem wenn das Wetter so regnerisch und trüb ist, wie in den vergangenen Tagen. Dieser Roman wurde von mir verschlungen, denn ich mag die Verbindung aus geschichtlichen Hintergründen und einer tollen Protagonistin, die ihren Weg geht und dabei ganz nebenbei die Leser mit in ihre Welt nimmt. Schon auf den ersten Seiten wusste ich, dass ich nur wenige Stunden benötigen werde, um das Buch zu beenden, denn Regine und Evi sind beeindruckende junge Frauen, die bereit sind, für ihre Träume zu kämpfen und dabei aber nicht nur an sich selbst zu denken, sondern auch die anderen Frauen, die dadurch zu ihrem Recht kommen können.

Sehr fesselnd!
4

Frauen, die während des 1. Weltkriegesvon der Reichspost als Briefzustellerinnen beschäftigt wurden, sollen nach dem Krieg entlassen werden, ihre Arbeit soll von Kriegsheimkehrern übernommen werden. Mit Hilfe der Gewerkschaft und SPD-Politikerinnen wollen die Frauen gegen ihre Entlassung vorgehen. Leider hatte der Roman einige Längen und die Liebesgeschichte war emotionslos. Kann man lesen, muss man aber nicht.

3.5

Zukunftsängste Evi und Regine sind Freundinnen aus der Schulzeit. Beide sind Angestellte der Reichspost. Als der Krieg zu Ende ist, fürchten Regine und ihre Kolleginnen ihre Arbeit als Aushilfszusteller an die heimgekehrten männlichen Kollegen zu verlieren. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen Hetti und Emma beginnt sie einen Arbeitskampf vorzubereiten. Dabei lernt sie den Gewerkschafter Kurt kennen. Evi dagegen hat gerade eine gescheiterte Liebe hinter sind und droht darüber, die wichtigen Dinge aus dem Fokus zu verlieren. „Die Postbotin“ von Elke Schneefuss spielt im Berlin kurz nach dem Ende des ersten Weltkrieges im Jahr 1919. Elke Schneefuss stellt die Probleme der Frauen der damaligen Zeit anhand ihrer beiden Protagonistinnen Regine und Evi dar. Die Frauen kompensierten mit ihrer Arbeitsleistung die der kämpfenden Männer. Aus diesem Grund entsteht die Hoffnung, den Arbeitsplatz behalten zu können und damit weiterhin einigermaßen für ihre Familien sorgen zu können, denn viele von ihnen sind Witwen. Auch wird die Thematik der kriegsversehrten Männer angeschnitten und die Versorgungsängste aufgrund fehlender Heiratskandidaten. Das Buch hat ein wunderschönes Cover und auch der Klappentext sprach mich absolut an. Leider war ich von der Geschichte aber etwas enttäuscht. Die Geschichte ist sehr langatmig erzählt und kommt leider nicht auf den Punkt, den ich erwartet hätte, vielmehr verläuft der Handlungsstrang „um den heißen Brei“ herum. Ich hatte auf Dauer auch Probleme mit den Charakteren. Evi versank für mich zu sehr im Selbstmitleid und hatte in mancher Hinsicht den Blick für die Realität verloren, was für mich zum Teil anstrengend war. Erst zum Ende hin hatte sie meine Sympathie gewonnen. Anstrengend fand ich auch ihre Mutter, die sich in meinen Augen auch nicht ihrem Alter und ihrer Situation entsprechend benahm und auch einfach nur nervig wirkte. Regine und Kurt dagegen stellten das Gegenteil da. Sie wirkten sehr besonnen und auch überlegend. Ebenso wirkten Regines Eltern. Spannung kam für mich in dieser Geschichte nicht wirklich auf. Dennoch war der Schreibstil der Autorin flüssig zu lesen und der historische Hintergrund wie die Zukunftsängste, die Arbeitsmöglichkeiten und die Probleme der Familien der damaligen Zeit machten das Ganze interessant. Ich hätte mir jedoch mehr Informationen über die Arbeitsabläufe der Postbotinnen der damaligen Zeit erhofft, so wie es der Titel verspricht und auch ein bisschen mehr über den Arbeitskampf der Frauen, denn der kam leider zu kurz. Fazit: Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen, weil leider das Potential dieser Geschichte nicht genutzt wurde und die Geschichte eher oberflächlich als tiefgreifend wirkt.

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