Blick ins Buch

Romane

Geschichten aus der Heimat

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Über das Buch

Ein tadschikischer Gastarbeiter, der in die Fänge des Moskauer Organhandels gerät. Ein Antikorruptions-Ermittler, der von seinem Verfahren abgezogen wird. Ein Regierungsbeamter, der sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere die Sinnfrage stellt. Ein Provinzpolitiker, der urplötzlich mit der bitteren Wahrheit unverfälschter Wahlergebnisse konfrontiert wird – Dmitry Glukhovskys »Geschichten aus der Heimat« sind kleine Fenster in die Untiefen der russischen Gesellschaft. Mit scharfem Blick für die Realitäten in seinem Heimatland zeigt der Bestsellerautor, wie Russlands Gesellschaft funktioniert – und was falschläuft.

Editionen (3)

ISBN9783453323049
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum10.02.27
Seitenzahl448

Rezensionen & Bewertungen

18 Bewertungen

6 Rezensionen

3,6

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  • maberio
    maberio

    98 Follower

    4,5

    20 fiktive Kurzgeschichten, die der aus Russland geflüchtete Autor nutzt um das System, das Regime und die Gesellschaft seiner einstigen Heimat zu beschreiben und im Endeffekt auch zu kritisieren. Im Stile von Parabeln und mithilfe vieler Metaphern werden unter anderem Themen wie Korruption, Ausbeutung, Alkoholismus, Vetternwirtschaft, Propaganda und die passive, lethargische, triste, alles hinnehmende Gesellschaft dargestellt. Es lässt sich wahrscheinlich noch viel mehr in die fantasievollen, teilweise witzigen und satirischen Geschichten hinein interpretieren und auf die realen Zustände übertragen als es mir gelungen ist. Ein Nachwort des Autors wäre noch schön gewesen.

    17. März 2025

  • jari
    jari

    56 Follower

    4,0

    Da sich Glukhovsky kritisch gegenüber der russischen Regierung äusserte und sich gegen den Krieg in der Ukraine aussprach, musste er seine Heimat verlassen. Doch noch immer hängt das Herz des Autoren an Russland und er hofft, dass die russische Seele irgendwann wieder Frieden finden kann. Bis dahin steuert Glukhovsky diese Geschichten zur aktuellen politischen Diskussion bei. Und sie sind ein wirklich wertvoller Beitrag. Der Autor wirft einen klaren und ungeschönten Blick ins Russland des 21. Jahrhunderts, stellt dabei aber auch die Frage, wohin sich dieses Land wohl entwickeln wird. Dabei ist der Autor grundehrlich und legt den Finger auf offene Wunden. Dabei spricht er Themen an, die uns Westeuropäern aufgrund des dominierenden Ukraine-Krieges gar nicht wirklich bewusst sind, jedoch das Leben, Denken und Fühlen der russischen Bevölkerung bewegen und bestimmen. Die Texte sind allesamt sehr politisch und gesellschaftlich ausgerichtet, sodass sie auch Lesende interessieren könnten, die ansonsten weniger zu Belletristik/Kurzgeschichten greifen. Wer jedoch ein neues "Metro" erwartet, wird enttäuscht. Hier bedient sich Glukhovsky nicht mehr der Science Fiction, um die aktuelle russische Lebenswelt zu analysieren, sondern spricht klar und deutlich, sehr realitätsnah und direkt. Ich persönlich empfand die Lektüre oft als verstörend, beunruhigend, dennoch faszinierend und ergreifend. Nur die letzte Geschichte, die jedoch aktueller und greifender ist alle zuvor, stiess bei mir aufgrund der giftigen Fettphobia auf Ablehnung. Dennoch gibt es von mir eine Leseempfehlung für eine Leserschaft, die am aktuellen Weltgeschehen interessiert ist und sich auch mit den negativen Seiten einer Gesellschaftsform auseinandersetzen möchte.

    21. Dez. 2024

  • secondc1tysaint
    secondc1tysaint

    13 Follower

    3,5

    Wenn man das Buch in einem Wort beschreiben müsste, wäre es "Hoffnungslosigkeit"

    Generell bin ich kein großer Freund von Kurzgeschichten. Ich habe lieber eine lange und intensive Charakterentwicklung, als alle 20-30 Seiten neue Figuren und Schauplätze präsentiert zu bekommen. Dennoch sind einige Geschichten wirklich gut, und vieles auch irgendwie zusammenhängend, obwohl man das gar nicht immer so gut zu fassen bekommt, warum das so ist. Ich denke das liegt an der atmosphärischen und symbolischen Ähnlichkeit der Geschichten. Manche Geschichten sind schwer verständlich, wenn einem der kulturelle Hintergrund fehlt. Das Buch quillt nur so von Hoffnungslosigkeit in Russland über. Die Absurdität, das man dem Staat ausgeliefert ist, egal wer man ist. Und auch makabere Weise, sind am Ende doch alle gleich...im Elend, in der Hoffnungslosigkeit und der Melancholie, die es bedeutet russisch zu sein vereint.

    13. Jan. 2026

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Dmitry Glukhovsky

Dmitry Glukhovsky ist ein russischer Schriftsteller und Dramatiker. 1979 in Moskau geboren, machte er seinen Abschluss an der Hebräischen Universität Jerusalem. Er schreibt für die internationale Presse, darunter THE GUARDIAN, LA LIBERATION, DIE ZEIT und NOVAYA GAZETA. Glukhovsky ist Autor zahlreicher Bestseller, darunter der Welterfolg »METRO 2033«. Seine Bücher wurden in 40 Sprachen übersetzt. Als entschiedener Kritiker des Putin-Regimes wurde er zum »ausländischen Agenten« erklärt und 2023 von einem Moskauer Gericht in Abwesenheit zu 8 Jahren Haft verurteilt. Er lebt im Exil.Instagram: @glukhovsky, Twitter: @glukhovsky, Facebook: @glukhovskybooks

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