Blick ins Buch

Dolores

4,0(625)
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Über das Buch

Editionen (9)

ISBN9783453084193
VerlagHeyne
Erscheinungsdatum01.01.95

Rezensionen & Bewertungen

625 Bewertungen

109 Rezensionen

4,0

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  • silentecho
    silentecho

    503 Follower

    5,0

    ⭐⭐⭐⭐⭐ 5 Sterne: Ein beklemmendes Psychogramm – intensiv, mutig, brillant.

    Mit „Dolores“ beweist Stephen King, dass er kein Blutvergießen und keine Monster braucht, um eine zutiefst verstörende und fesselnde Geschichte zu erzählen. Dieser Roman ist ein Monolog voller Schmerz, Stolz und dunkler Geheimnisse, der den Leser von der ersten Zeile an unerbittlich in seinen Bann zieht. Warum dieses Buch ein absolutes Meisterwerk ist: • Die einzigartige Erzählform: King verzichtet hier komplett auf Kapitel oder Absätze. Das ganze Buch ist ein einziges Geständnis von Dolores Claiborne bei der Polizei. Diese ununterbrochene Erzählweise erzeugt einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann – man hat das Gefühl, mit Dolores im Verhörraum zu sitzen. • Die Charaktertiefe: Dolores ist eine der am besten geschriebenen Frauenfiguren der Literaturgeschichte. Sie ist herb, unnachgiebig und vom Leben gezeichnet, aber ihre Liebe zu ihren Kindern und ihr Überlebenswille machen sie zu einer Heldin der ganz eigenen Art. King fängt ihre Stimme und ihren Dialekt perfekt ein. • Psychologischer Horror statt Grusel: Der Horror in diesem Buch ist realer Natur. Es geht um häusliche Gewalt, soziale Enge und die Opfer, die eine Mutter bringen muss. Die Atmosphäre auf der Insel Little Tall Island ist so dicht und isoliert beschrieben, dass man die salzige Meeresluft förmlich riechen kann. • Thematische Relevanz: Die Geschichte ist auch Jahrzehnte nach ihrem Erscheinen erschreckend aktuell. King verwebt die schicksalhafte Sonnenfinsternis meisterhaft mit den düsteren Ereignissen im Leben der Protagonistin und schafft so Bilder, die man nie wieder vergisst. Fazit: „Dolores“ ist King in Bestform – weit abseits von fiktiven Wesen. Es ist eine hochemotionale Charakterstudie und ein packendes Drama über Schuld und Sühne. Ein absolutes Muss, das zeigt, dass die schlimmsten Ungeheuer oft im eigenen Haus leben.

    19. Apr. 2026

  • tatjanadog
    tatjanadog

    218 Follower

    4,5

    „ So ist es. So musst du dafür bezahlen, dass du ein Luder bist. Und es hat keinen Sinn zu sagen, wenn du kein Luder gewesen wärest, dann würdest du auch nicht bezahlen müssen, denn manchmal macht einen die Welt zum Luder. Wenn draußen alles düster und finster ist und nur du drinnen bist, um ein Licht anzuzünden und darauf aufzupassen, dann musst du ein Luder sein. Aber oh, der Preis! Der grauenhafte Preis!“

    Mit „Dolores“ hab ich meinen ersten King gelesen. Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich schon fast traurig, dass all seine anderen Bücher nicht wieder in dieser faszinierenden Sichtweise geschrieben sind. Dieses Buch ist ein kleines Meisterwerk, auch wenn das mir so wirklich erst am Ende des Buches klar wurde. Die Charaktere, allen voran Dolores, haben eine solche Tiefe. So, dass man schon fast erahnen kann, was Dolores Claiborne als Nächstes tut. Aber auch nur fast, denn diese Frau ist undurchschaubar. Fast so undurchschaubar wie sie Vera Donovan beschrieben hat. Klar, zum Inhalt muss ich dann wohl doch was sagen: Das meiste der Handlung steht schon im Klappentext, und natürlich nimmt einem das dann schon irgendwie die Spannung. Dafür sind wiederum andere Handlungsstränge so viel spannender. Was macht sie als Nächstes? Dolores zeichnet sich besonders durch ihre besondere Persönlichkeit aus. Sie lässt sich nichts gefallen, und das in den 50er- und 60er Jahren in Amerika. Diese Frau ist entschlossen. Sie lässt sich das Wort eben nicht im Mund verdrehen. Wenn man mal ein paar Zeilen sacken lässt, merkt man erst, wie viel Wahrheit in ihnen steckt. Es gibt echt ein paar kleine Zitate, die nicht spurlos an mir vorbeigingen. Vielleicht ist vieles an dieser Geschichte, die Dolores zu erzählen wagt, nicht besonders. Die einzelnen Szenen sind irgendwie alltäglich, früher wie heute. Doch unter anderem ist es die Kombination aus einfach verstrickten Kleinigkeiten, die dieses Werk erst besonders macht. Leider hab ich erst ab der Hälfte so wirklich verstanden, welche Welt King hier erschaffen hat. Wie dieses Buch einem durch die Schlichtheit, wie etwa des durchgängigen Monologs, fasziniert und beeindruckt, wenn man es einfach lässt. Fast schon unverständlich, aber diese einfache Geschichte, erzählt und durchlebt von Dolores Claiborne, hat 4,5 Sterne mind. verdient. 🌟 Die 5 kann ich aber leider nicht vergeben, weil dieser King mich erst etwas spät in seinen Bann gezogen hat.

    „ So ist es. So musst du dafür bezahlen, dass du ein Luder bist. Und es hat keinen Sinn zu sagen, wenn du kein Luder gewesen wärest, dann würdest du auch nicht bezahlen müssen, denn manchmal macht einen die Welt zum Luder. Wenn draußen alles düster und finster ist und nur du drinnen bist, um ein Licht anzuzünden und darauf aufzupassen, dann musst du ein Luder sein. Aber oh, der Preis! Der grauenhafte Preis!“

    31. Mai 2024

  • readabook
    readabook

    545 Follower

    3,0

    Als interessierte Leserin von Stephen King war ich sehr gespannt auf sein Buch “Dolores”. Besonders an diesem Buch ist, dass es als ein einziger Monolog der Hauptfigur geführt wird. Anfangs hoffte ich noch auf Kapitel, merkte aber bald, dass das gesamte Buch ohne diese auskommt. Das Lesen war für mich an manchen Stellen etwas anstrengend, da die Schreibweise nicht immer flüssig war - u.a. auch wegen der Abschweifungen in den Sätzen. Dennoch faszinierte mich Kings detaillierte Beschreibungskunst, die selbst unangenehme oder eklige Szenen lebendig und greifbar macht. Ich las das Buch aufmerksam, doch gegen Ende hatte ich das Gefühl, dass sich einige Passagen wiederholten, was mich dazu verleitete, Teile zu überspringen. Dolores gibt ihre Lebensbeichte ab und ihre Geschichte hat durchaus etwas Besonderes. Allerdings hat sie mich nicht umgehauen, manchmal sogar gelangweilt. Für meinen Geschmack fehlte es etwas an Spannung und Dynamik. Insgesamt ist “Dolores” ein interessantes und einzigartiges Buch, das jedoch nicht ganz meine Erwartungen erfüllt hat.

    16. Juli 2024

3 von 109 Rezensionen

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