Blick ins Buch

Romane

Der Zauberer

4,0(24)
Sofort lieferbarKostenloser Versand
Jetzt kaufen

Über das Buch

Feinfühlig, vorurteilslos, unterhaltsam – Colm Tóibíns neuer großer Roman über Thomas Mann Ein literarisches Ereignis. Colm Tóibín erzählt mit einmaliger Empathie das Leben von Thomas Mann als Roman. Von der Kindheit in Lübeck bis zur Heirat in München, von der Gegnerschaft gegen die Nazis bis zum amerikanischen Exil. Wie viele Gesichter hatte der weltberühmte Autor und Familienvater, der sein Gefühlsleben verborgen hielt, zerrissen zwischen homosexuellem Begehren und familiärem Pflichtgefühl, zwischen der Wonne der Bürgerlichkeit und der künstlerischen Askese? Selten wurde so feinfühlig, vorurteilslos und mit frappierender Leichtigkeit über den legendären Schriftsteller und seine schillernde Familie geschrieben. Ein Künstlerroman, wie man ihn in Deutschland noch nie gelesen hat.

Editionen (2)

ISBN9783446271623
VerlagHanser, Carl
Erscheinungsdatum27.09.21
Seitenzahl560

Rezensionen & Bewertungen

24 Bewertungen

4 Rezensionen

4,0

Tippen zum Filtern

  • notizhefte
    notizhefte

    68 Follower

    3,0

    Ein flüssig geschriebener und auch gut lesbarer Roman, der Episoden aus dem Leben von Thomas Mann erzählt. Durchaus amüsant und auch lebensnah gestaltet, hat mich das Buch doch nur zum Teil überzeugen können. Ein klarer Schwerpunkt ist die Homosexualität Manns und sein Umgang mit dem unterdrückten Begehren. Demgegenüber treten andere Aspekte in den Hintergrund. Das Werk wird nur recht selektiv dargestellt und auch die Rivalität mit dem Bruder Heinrich nimmt eher wenig Raum ein. Detailliert ausgemalte Szenen wechseln mit kompletten Auslassungen, die Schlüssellochperspektive liegt dem Autor nach meinem Eindruck am meisten. Insgesamt bleibe ich eher enttäuscht zurück.

    24. Apr. 2023

  • kingofmusic
    kingofmusic

    224 Follower

    5,0

    Der Zauberer beherrscht sein Metier Welcher Liebhaber ernsthafter, klassischer Literatur kennt nicht (mindestens) einen Roman von Thomas Mann? Seht ihr – ich sehe jetzt alle innerlich aufzählen, was der- oder diejenige bisher gelesen hat. Ich kannte bisher nur den großartigen Roman „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ und die nicht minder gelungene Novelle „Tod in Venedig“. Die „Buddenbrooks“ liegen noch auf dem „Berg ungelesener Bücher“, der nun aber nach der Lektüre von „Der Zauberer“ des irischen Schriftstellers Colm Tóibin (erschienen im Hanser-Verlag und anerkennungswürdig von Giovanni Bandini aus dem Englischen übersetzt!) wohl neu vermessen werden muss, wenn die anderen Romane Thomas Mann´s noch käuflich erworben sind. Colm Tóibin hat umfassende Recherche- und Lektürearbeit betrieben und geleistet – davon zeugt nicht nur das recht umfangreiche, am Ende des Buches aufgeführte Quellenverzeichnis, sondern auch der (biografische) Roman als solches. Dabei setzt der Roman erst 1891 ein – in dem Jahr also, in dem der Vater von Thomas Mann verstarb – und endet mit Thomas´ letztem Besuch in Lübeck kurz vor seinem Tod 1955. Der Autor spart also bewusst (oder unbewusst?) die ersten Lebensjahre und den Tod aus. Aber er hat auch so genug zu erzählen :-). Denn die geneigte Leserschaft wird Zeuge, wie die Mann´s von Lübeck nach München ziehen, wie sich die (lebenslange) Rivalität zwischen Thomas und seinem Bruder Heinrich entwickelt, lernt die (wahrlich) Großfamilie Mann kennen und taucht ein in die politischen Ansichten verschiedener Familienmitglieder. Dabei spart sich der Autor, nur eine Seite des Menschen zu betrachten – nein, Tóibin zeigt Thomas mit all seinen Ecken, Kanten, (fragwürdigen) Entscheidungen bzgl. der späten (politischen) Positionsbezüge und lässt häufig die Homosexualität „sprechen“. Aber auch hier zeigt sich der irische Autor von einer sprachlich-eleganten Seite; die entsprechenden Passagen driften nie in das Schmuddelige ab – auch wenn es an der ein oder anderen Stelle etwas weniger ausführlich hätte sein dürfen *g*. Das schmälert aber nicht meine sonstige Begeisterung. Denn natürlich erfährt der Leser auch, wie Thomas Mann seine Novellen und Romane geschrieben hat, welche persönlichen Bezüge sie enthalten, wie er als Vater und Ehemann agierte, wie er die schwierigen Umbrüche in seinem Leben gemeistert hat – das alles in einer dem Sprachstil Thomas Mann´ ähnelnden Erzählweise, die jedoch nie einfach nur „abgekupfert“ wirkt, sondern eher ehrerbietig und respektvoll. Ich weiß nicht, wie ich es anders ausdrücken soll. Selten hat mir eine (Roman-)Biografie einen Menschen (und die Familie) so nahegebracht, wie es Colm Tóibin mit „Der Zauberer“ gelungen ist. In Verbindung mit der großartigen Gestaltung nicht nur des Schutzumschlags sondern auch dem Buch als solches muss und kann ich hier nur 5* aus meinem Hut zaubern und eine absolute Leseempfehlung aussprechen. Kandidat für die „Top 3“ der „King´s Crown Juwels 2021“. ©kingofmusic

    1. Dez. 2023

  • paulremark
    paulremark

    2 Follower

    4,5

    „Der Zauberer“ erzählt das Leben des weltberühmten Schriftstellers Thomas Mann in Romanform von seiner Kindheit bis zu seinem Tod - aus seiner von Colm Tóibín sehr realistisch beschriebenen Perspektive.

    Der Roman hat mich gefesselt! Es war eine spannende Geschichte, in deren Hauptperson man sich perfekt hineinversetzen konnte. Plötzlich sind Thomas Mann und seine Familie nicht mehr unnahbar.

    3. Nov. 2024

3 von 4 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 560100%
hasi45
hasi4521. März 2025

Thomas Manns Leben. Das Familienleben kann man da er völlig abgehoben dahinlebt - er ist der leibhaftige Nobelpreisträger, der berühmte Mann, katastrophal. Seine Frau, mit der er wohl mit Überwindung 6 Kinder zeugt ist ihm Ratgeberin und treue Kameradin die mit ihm auch den Hang zum luxuriösen Leben teilt. Sehr interessant die Charakterisierung der Kinder einschließlich ihrer erotischen Obsessionen ohne dabei, auch bei Thomas Mann selber, erfreulicherweise ins Detail zu gehen. Lesenswert, nicht nur für Bewunderer Thomas Manns weil man auch viel über die Zeit vor und während des 2. Weltkriegs erfährt.

Autorin / Autor

Über Colm Tóibín

Colm Tóibín, 1955 in Enniscorthy geboren, ist einer der wichtigsten irischen Autoren der Gegenwart. Bereits sein erster Roman »Der Süden« (1994) wurde von der Kritik enthusiastisch gefeiert. Sein Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem IMPAC-Preis, dem David Cohen Prize for Literature und dem Würth-Preis für Europäische Literatur. Bei Hanser erschienen zuletzt «Long Island« (Roman, 2024) sowie »Vinegar Hill« (Gedichte, 2025). Er wurde für 2022–2024 zum Laureate for Irish Fiction ernannt.

Lesen ist schöner mit der READO App.

Bücher entdecken, tracken, gemeinsam lesen.

Bibliothek

Behalte den Überblick