Der Hund
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Akiz, geboren 1969, lebt als Regisseur, Künstler und Drehbuchautor in Berlin. Bekannt wurde er durch Filme wie Der Nachtmahr und Das wilde Leben. Sein Debütroman Der Hund (hanserblau 2020) stand mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mit dem Silberschwein-Preis der lit.Cologne ausgezeichnet.
Beiträge
🐕 ~ Außergewöhnlich auf vielen Ebenen…
Roh, brutal, sinnlich, schnell…das Buch zu lesen war wie ein Rausch. Interessanter Schreibstil. Erinnert an die Serie „The Bear“. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Der Hund ist ein Ausnahmetalent. Ein Waisenjunge, halb verhungert aus einem Kellerloch gekrochen, der kochen kann, dass es einem das Herz zerreißt. Und er ist für Mo wie ein Bruder. Als sie beide im Restaurant El Cion anfangen, steigt der Hund in den Olymp der Sterneküche auf. Akiz erzählt die Geschichte zweier Underdogs, ohne Luft zu holen, in überschäumendem Sound. Ein brachiales, unvergessliches Debüt, das mit voller Wucht auf die Explosion zusteuert.

‚Das Parfüm‘ für die Geschmacksnerven. Skurril und grandios geschrieben!
Yes, das hat Spaß gemacht. Klug und fesselnd geschrieben, stilistisch ein großes Vergnügen. Einziges Manko: Die gewaltvollen Beschreibungen der Tiertötungen. Muss man wollen, kann man überspringen, tut der Geschichte keinen Abbruch. Hab’s in anderthalb Tagen weggeatmet. Empfehlung!
Kocht ihr gerne oder lasst ihr lieber zubereiten? Ich für meinen Teil liebe beides – sowohl das Schnibbeln, Vermengen und Braten, als auch das Schlemmen im Restaurant. Und gerade dort probiere ich gerne Sachen aus, die ich so noch nie gegessen habe. Ich liebe ungewöhnliche Geschmackskompositionen aus süß und salzig, bitter und sauer und wenn ich so an meine Jugend zurückdenke, war ich eigentlich schon immer fasziniert von der Sterneküche und ihren Zauberkünstlern am Herd. Kochbücher habe ich verschlungen, Serien und Dokumentationen mir reingezogen bis mein Hunger kaum noch auszuhalten war und als ich vor ein paar Wochen im Verlagsprogramm von Hanser schließlich auf den Hund und seinen Klappentext gestoßen bin wusste ich: Das muss ich unbedingt lesen! Fünf Geschmäcker gibt es: Süß, sauer, salzig, bitter und umami. Nicht aber für den Waisenjungen, den alle nur Hund nennen, denn er kann alles schmecken. Wer er ist, weiß keiner so richtig und als der Erzähler Mo ihn eines Nachts mit fettiger Bomberjacke und einem gierigen, fast schon perversen Gesicht in einer Unterführung trifft, hat er aufgrund seines straßenköterartigen Auftretens bereits seinen Spitznamen weg. Manche Leute erzählen sich, dass er aus dem Kosovo kommt und in einem Erdloch ohne Licht aufgewachsen sei. Durch eine Luke bekam er ab und zu Brotreste und Kartoffeln gereicht, wodurch sein einziger Außenkontakt also aus Essen bestand. Und so soll der Hund auch mutiert sein und seine extrem feinen Geschmacksknospen entwickelt haben. Sein erstes Werk entsteht zwischen verkrusteten Drehspießen in einer Dönerbude, in der er mit seinem Entdecker als Aushilfe arbeitet. Zusammen mit in Wodka ertränkten Brotkrümeln und angebratenen Tabak zaubert er eine Kreation von der Mo probiert und da passiert es: Sein Körper scheint sich in einer Art Rausch aufzulösen und er wittert eine Geschäftsidee, mit der er und der Hund es tatsächlich bis in die Küche eines der nobelsten Restaurants der Stadt schaffen. Doch dort gerät sein Talent immer weiter außer Kontrolle. Angeblich konnte er schmecken, ob die Kartoffeln in der Nähe einer Autobahn geerntet wurden, oder ob das Fleisch von einem Tier stammte, das schmerzlos oder qualvoll hingerichtet wurde. Oder wer das Essen gekocht hat. Ob es ein Mann oder eine Frau war. Ob sie sich vorher die Hände gewaschen hatte, ob sie ihre Tage oder vor Kurzem noch Sex gehabt hatte. (Seite 6) Akiz, der mit bürgerlichem Namen Achim Bornhak heißt, ist Künstler, Maler, Bilderhauer und bisher vor allem als Regisseur und Drehbuchautor in Erscheinung getreten – und vor allem letzteres merkt man seinem Debütroman Der Hund auch deutlich an. Er bedient sich einer sehr kräftigen, brutalen, sinnlichen und sehr beschreibenden Sprache, sodass auf den knapp 190 Seiten ein Kopfkino entsteht, das einen vollkommen in seinen Bann zieht. Es ist schwer zu beschreiben, was das Buch in mir ausgelöst hat. Von Ekel über Faszination bis hin zu Mitleid war eigentlich alles dabei und wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, würde ich sagen, dass es dem Disney Film Ratatouille ziemlich nahe kommt, nur eben mit Quentin Tarantino in der Regie. Hier wird aus dem noblen Gebilde einer gehypten Restaurantküche eine surreale Parallelwelt erschaffen, in der sich Spitzenköche mit Messern Kokain zwischen die ungepflegten Zähne schieben oder Pillen einwerfen, damit niemand im Hochbetrieb die Toilette aufsuchen muss. Aus harmlosen Diners werden Fressorgien, aus einfachem Wasser eine Geschmacksexplosion und aus dem Hund eine Legende. Wir arbeiten, wir essen, wir trinken, und wir vögeln hier in der Küche. Hier leben wir. Hier ist unser Zuhause. Das andere Zuhause ist kein Zuhause. Das ist nur ein Zimmer, ein Verschlag, eine Ausnüchterungszelle mit einer fleckigen Matratze auf dem Boden, auf der wir versuchen zu schlafen oder nach einer Ohnmacht wieder zu Kräften zu kommen. (Seite 61) Und auch wenn sich die Geschehnisse regelmäßig überschlagen und die Protagonisten irrational handeln, liegt in dieser Unbestimmtheit auch die Stärke des Romans. In Der Hund finden sich sowohl Fantasy- als auch Horrorelemente wieder. Völlig überzeichnete Figuren wie Souschefin Lily oder den verklemmte Restauranttester fand ich großartig, obwohl ich mir sicher bin, dass sie nicht jeden schmecken werden. Aber so ist das nun mal – Der Hund ist eben kein Buch nach einem Alltagsrezept, sondern ein Genussmoment, der es in sich hat.
Was für ein Buch! Oder in meinem Fall besser gesagt: Was für ein Hörbuch! Denn ich hörte mir „Der Hund“ von Akiz gesprochen von Leonard Hohm in der ungekürzten knapp sechsstündigen Fassung an. Es war besonders, und doch war ich davon nicht durchgängig begeistert. Der Hund ist ein Ausnahmetalent. „Man erzählt sich, dass er während seiner ganzen Kindheit eingesperrt war, in einem dunklen Erdloch, in absoluter, rabenschwarzer Stille, irgendwo im Kosovo. Jahrelang. Seine einzige Verbindung zur Außenwelt war das Essen.“ Das hat ihn zu jemandem gemacht, der kochen kann, dass es einem das Herz zerreißt. Als er über Umwege im Luxusrestaurant El Cion in den Olymp der Sterneküche aufsteigt, entzündet er dort das hochexplosive Gebräu aus übermenschlichem Ehrgeiz, Größenwahn und wilden Träumen. Wüst, brachial und mit überschäumender Sinnlichkeit erzählt Akiz die Geschichte eines unvergesslichen Genies, das mit voller Wucht auf den Abgrund zusteuert. – Soweit der Klappentext, der nicht zu viel verspricht. Diese Geschichte macht es einem allerdings nicht einfach. Der Autor schafft es, Geschmackserlebnisse so zu beschreiben, dass man davor nicht nur beeindruckt in die Knie gehen kann, sondern fast schon zu schmecken meint, was man da gerade liest. Während man noch ganz von diesem Sprachtalent verzaubert ist, das Geschmackswelten so ungemein intensiv nahezubringen vermag, folgt jedoch die Konfrontation mit Protagonisten, mit denen man eigentlich lieber nichts zu tun haben möchte. Sie gehen auf eine Art miteinander um und pflegen sich auf eine Weise zu unterhalten, dass man davon nicht einmal etwas lesen möchte. Aber weil man schon recht früh bemerkt, dass der Autor auch ganz anders schreiben kann, bricht man die Geschichte nicht naserümpfend ab, sondern bleibt dran – um eben noch mehr von diesen besonderen ‚anderen Momenten‘ zu lesen. Dabei bekommt man Einblicke in die oftmals raue Welt der Gastronomie, insbesondere der Sternegastronomie. Da mein Herzbube in seinem ‚früheren Leben‘ unter anderem als Chefkoch tätig war und von dieser Zeit erzählte, war mir einiges von dem in diesem Roman geschilderten nicht so ganz fremd. Für Außenstehende bleibt es nichtsdestotrotz befremdlich. Man bekommt halt in der Regel nicht mit, wieviel Stress und welche unerbittlichen Regeln in der professionellen Küche herrschen können. Und das kollidiert ungemein mit der angenehmen Wohlfühlatmosphäre, die die Gastronomie bestenfalls für einen zaubert und dafür sorgt, dass man sich als Gast immer wieder gerne dort verwöhnen lässt. Aber dieses Buch konfrontiert auch mit den dunkelsten Seiten der gehobenen Küche.Es werden Tiere derart grausam zu Tode gequält, um ausgefallenste kulinarische Ideen zu verwirklichen, dass man auf der Stelle dem Konsum jeglicher tierischer Produkte abschwören möchte. Wer schon den Gedanken an die Entstehung der Gänsestopfleber kaum ertragen kann, der hält nicht aus, wie Frösche gegart werden oder was dem zur Fettammer gemästeten Ortolan widerfährt. Es lässt an der Menschlichkeit zweifeln, dass diese sogenannten Delikatessen dennoch verzehrt werden. Unerträglich, was man in diesem Roman liest und von dem man sich wünscht, dass er reine Fiktion ist. Aber das befragen der Suchmaschine belehrt einen eines besseren und zurück bleibt pures Entsetzen. „Der Hund“ ist ein Roman, der abstoßend und faszinierend zugleich ist. Nichts für schwache Nerven, aber dennoch auf seine ganz eigene Art besonders.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Akiz, geboren 1969, lebt als Regisseur, Künstler und Drehbuchautor in Berlin. Bekannt wurde er durch Filme wie Der Nachtmahr und Das wilde Leben. Sein Debütroman Der Hund (hanserblau 2020) stand mehrere Wochen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste und wurde mit dem Silberschwein-Preis der lit.Cologne ausgezeichnet.
Beiträge
🐕 ~ Außergewöhnlich auf vielen Ebenen…
Roh, brutal, sinnlich, schnell…das Buch zu lesen war wie ein Rausch. Interessanter Schreibstil. Erinnert an die Serie „The Bear“. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Der Hund ist ein Ausnahmetalent. Ein Waisenjunge, halb verhungert aus einem Kellerloch gekrochen, der kochen kann, dass es einem das Herz zerreißt. Und er ist für Mo wie ein Bruder. Als sie beide im Restaurant El Cion anfangen, steigt der Hund in den Olymp der Sterneküche auf. Akiz erzählt die Geschichte zweier Underdogs, ohne Luft zu holen, in überschäumendem Sound. Ein brachiales, unvergessliches Debüt, das mit voller Wucht auf die Explosion zusteuert.

‚Das Parfüm‘ für die Geschmacksnerven. Skurril und grandios geschrieben!
Yes, das hat Spaß gemacht. Klug und fesselnd geschrieben, stilistisch ein großes Vergnügen. Einziges Manko: Die gewaltvollen Beschreibungen der Tiertötungen. Muss man wollen, kann man überspringen, tut der Geschichte keinen Abbruch. Hab’s in anderthalb Tagen weggeatmet. Empfehlung!
Kocht ihr gerne oder lasst ihr lieber zubereiten? Ich für meinen Teil liebe beides – sowohl das Schnibbeln, Vermengen und Braten, als auch das Schlemmen im Restaurant. Und gerade dort probiere ich gerne Sachen aus, die ich so noch nie gegessen habe. Ich liebe ungewöhnliche Geschmackskompositionen aus süß und salzig, bitter und sauer und wenn ich so an meine Jugend zurückdenke, war ich eigentlich schon immer fasziniert von der Sterneküche und ihren Zauberkünstlern am Herd. Kochbücher habe ich verschlungen, Serien und Dokumentationen mir reingezogen bis mein Hunger kaum noch auszuhalten war und als ich vor ein paar Wochen im Verlagsprogramm von Hanser schließlich auf den Hund und seinen Klappentext gestoßen bin wusste ich: Das muss ich unbedingt lesen! Fünf Geschmäcker gibt es: Süß, sauer, salzig, bitter und umami. Nicht aber für den Waisenjungen, den alle nur Hund nennen, denn er kann alles schmecken. Wer er ist, weiß keiner so richtig und als der Erzähler Mo ihn eines Nachts mit fettiger Bomberjacke und einem gierigen, fast schon perversen Gesicht in einer Unterführung trifft, hat er aufgrund seines straßenköterartigen Auftretens bereits seinen Spitznamen weg. Manche Leute erzählen sich, dass er aus dem Kosovo kommt und in einem Erdloch ohne Licht aufgewachsen sei. Durch eine Luke bekam er ab und zu Brotreste und Kartoffeln gereicht, wodurch sein einziger Außenkontakt also aus Essen bestand. Und so soll der Hund auch mutiert sein und seine extrem feinen Geschmacksknospen entwickelt haben. Sein erstes Werk entsteht zwischen verkrusteten Drehspießen in einer Dönerbude, in der er mit seinem Entdecker als Aushilfe arbeitet. Zusammen mit in Wodka ertränkten Brotkrümeln und angebratenen Tabak zaubert er eine Kreation von der Mo probiert und da passiert es: Sein Körper scheint sich in einer Art Rausch aufzulösen und er wittert eine Geschäftsidee, mit der er und der Hund es tatsächlich bis in die Küche eines der nobelsten Restaurants der Stadt schaffen. Doch dort gerät sein Talent immer weiter außer Kontrolle. Angeblich konnte er schmecken, ob die Kartoffeln in der Nähe einer Autobahn geerntet wurden, oder ob das Fleisch von einem Tier stammte, das schmerzlos oder qualvoll hingerichtet wurde. Oder wer das Essen gekocht hat. Ob es ein Mann oder eine Frau war. Ob sie sich vorher die Hände gewaschen hatte, ob sie ihre Tage oder vor Kurzem noch Sex gehabt hatte. (Seite 6) Akiz, der mit bürgerlichem Namen Achim Bornhak heißt, ist Künstler, Maler, Bilderhauer und bisher vor allem als Regisseur und Drehbuchautor in Erscheinung getreten – und vor allem letzteres merkt man seinem Debütroman Der Hund auch deutlich an. Er bedient sich einer sehr kräftigen, brutalen, sinnlichen und sehr beschreibenden Sprache, sodass auf den knapp 190 Seiten ein Kopfkino entsteht, das einen vollkommen in seinen Bann zieht. Es ist schwer zu beschreiben, was das Buch in mir ausgelöst hat. Von Ekel über Faszination bis hin zu Mitleid war eigentlich alles dabei und wenn ich einen Vergleich ziehen müsste, würde ich sagen, dass es dem Disney Film Ratatouille ziemlich nahe kommt, nur eben mit Quentin Tarantino in der Regie. Hier wird aus dem noblen Gebilde einer gehypten Restaurantküche eine surreale Parallelwelt erschaffen, in der sich Spitzenköche mit Messern Kokain zwischen die ungepflegten Zähne schieben oder Pillen einwerfen, damit niemand im Hochbetrieb die Toilette aufsuchen muss. Aus harmlosen Diners werden Fressorgien, aus einfachem Wasser eine Geschmacksexplosion und aus dem Hund eine Legende. Wir arbeiten, wir essen, wir trinken, und wir vögeln hier in der Küche. Hier leben wir. Hier ist unser Zuhause. Das andere Zuhause ist kein Zuhause. Das ist nur ein Zimmer, ein Verschlag, eine Ausnüchterungszelle mit einer fleckigen Matratze auf dem Boden, auf der wir versuchen zu schlafen oder nach einer Ohnmacht wieder zu Kräften zu kommen. (Seite 61) Und auch wenn sich die Geschehnisse regelmäßig überschlagen und die Protagonisten irrational handeln, liegt in dieser Unbestimmtheit auch die Stärke des Romans. In Der Hund finden sich sowohl Fantasy- als auch Horrorelemente wieder. Völlig überzeichnete Figuren wie Souschefin Lily oder den verklemmte Restauranttester fand ich großartig, obwohl ich mir sicher bin, dass sie nicht jeden schmecken werden. Aber so ist das nun mal – Der Hund ist eben kein Buch nach einem Alltagsrezept, sondern ein Genussmoment, der es in sich hat.
Was für ein Buch! Oder in meinem Fall besser gesagt: Was für ein Hörbuch! Denn ich hörte mir „Der Hund“ von Akiz gesprochen von Leonard Hohm in der ungekürzten knapp sechsstündigen Fassung an. Es war besonders, und doch war ich davon nicht durchgängig begeistert. Der Hund ist ein Ausnahmetalent. „Man erzählt sich, dass er während seiner ganzen Kindheit eingesperrt war, in einem dunklen Erdloch, in absoluter, rabenschwarzer Stille, irgendwo im Kosovo. Jahrelang. Seine einzige Verbindung zur Außenwelt war das Essen.“ Das hat ihn zu jemandem gemacht, der kochen kann, dass es einem das Herz zerreißt. Als er über Umwege im Luxusrestaurant El Cion in den Olymp der Sterneküche aufsteigt, entzündet er dort das hochexplosive Gebräu aus übermenschlichem Ehrgeiz, Größenwahn und wilden Träumen. Wüst, brachial und mit überschäumender Sinnlichkeit erzählt Akiz die Geschichte eines unvergesslichen Genies, das mit voller Wucht auf den Abgrund zusteuert. – Soweit der Klappentext, der nicht zu viel verspricht. Diese Geschichte macht es einem allerdings nicht einfach. Der Autor schafft es, Geschmackserlebnisse so zu beschreiben, dass man davor nicht nur beeindruckt in die Knie gehen kann, sondern fast schon zu schmecken meint, was man da gerade liest. Während man noch ganz von diesem Sprachtalent verzaubert ist, das Geschmackswelten so ungemein intensiv nahezubringen vermag, folgt jedoch die Konfrontation mit Protagonisten, mit denen man eigentlich lieber nichts zu tun haben möchte. Sie gehen auf eine Art miteinander um und pflegen sich auf eine Weise zu unterhalten, dass man davon nicht einmal etwas lesen möchte. Aber weil man schon recht früh bemerkt, dass der Autor auch ganz anders schreiben kann, bricht man die Geschichte nicht naserümpfend ab, sondern bleibt dran – um eben noch mehr von diesen besonderen ‚anderen Momenten‘ zu lesen. Dabei bekommt man Einblicke in die oftmals raue Welt der Gastronomie, insbesondere der Sternegastronomie. Da mein Herzbube in seinem ‚früheren Leben‘ unter anderem als Chefkoch tätig war und von dieser Zeit erzählte, war mir einiges von dem in diesem Roman geschilderten nicht so ganz fremd. Für Außenstehende bleibt es nichtsdestotrotz befremdlich. Man bekommt halt in der Regel nicht mit, wieviel Stress und welche unerbittlichen Regeln in der professionellen Küche herrschen können. Und das kollidiert ungemein mit der angenehmen Wohlfühlatmosphäre, die die Gastronomie bestenfalls für einen zaubert und dafür sorgt, dass man sich als Gast immer wieder gerne dort verwöhnen lässt. Aber dieses Buch konfrontiert auch mit den dunkelsten Seiten der gehobenen Küche.Es werden Tiere derart grausam zu Tode gequält, um ausgefallenste kulinarische Ideen zu verwirklichen, dass man auf der Stelle dem Konsum jeglicher tierischer Produkte abschwören möchte. Wer schon den Gedanken an die Entstehung der Gänsestopfleber kaum ertragen kann, der hält nicht aus, wie Frösche gegart werden oder was dem zur Fettammer gemästeten Ortolan widerfährt. Es lässt an der Menschlichkeit zweifeln, dass diese sogenannten Delikatessen dennoch verzehrt werden. Unerträglich, was man in diesem Roman liest und von dem man sich wünscht, dass er reine Fiktion ist. Aber das befragen der Suchmaschine belehrt einen eines besseren und zurück bleibt pures Entsetzen. „Der Hund“ ist ein Roman, der abstoßend und faszinierend zugleich ist. Nichts für schwache Nerven, aber dennoch auf seine ganz eigene Art besonders.













