Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims

Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims

Taschenbuch
3.97
SchuleUmgang Mit TrauerVerlustUnfall

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Beschreibung

Wenn eine Familie durch Trauer zerstört wird, kann nur der Mut und die Ehrlichkeit eines zehnjährigen Jungen sie wieder zusammenbringen Seit der zehnjährige Jamie das Spider-Man-T-Shirt von seiner Mutter in der Post gefunden hat, wartet er darauf, dass sie ihn besucht und ihn darin bewundert, wie sie es versprochen hat. Aber das war wohl eine Lüge. Genau wie das, was jeder nach dem Tod seiner Schwester Rose beteuert hat, nämlich dass alles wieder gut werden würde. Stattdessen ist seine Mutter ausgezogen, und sein Vater verzweifelt an seiner Trauer. Dabei will Jamie doch nur, dass sie wieder zueinanderfinden, dafür würde er alles tun ...

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
224
Preis
8.45 €

Autorenbeschreibung

Annabel Pitcher studierte an der Universität von Oxford englische Literatur. Schon immer wollte sie Bücher schreiben, nahm aber zuerst diverse andere Jobs an, bevor sie sich entschied, die Welt zu bereisen und sich aufs Schreiben zu konzentrieren. „Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims“ war ihr erster Roman, der von der Kritik hochgelobt und für mehrere angesehene Preise nominiert wurde. Annabel Pitcher lebt derzeit mit ihrem Mann in Yorkshire.

Beiträge

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Alle
4

"Deine Kraft gibt mir Mut zum Fliegen."

5

Zu seinem zehnten Geburtstag bekommt Jamie mit einigen Tagen Verspätung ein Spider-Man T-Shirt von seiner Mutter geschenkt, welches er von da an nicht mehr auszieht. Schließlich will er, dass seine Mutter es bei ihrem baldigen Besuch zu Gesicht bekommt und er will den Zeitpunkt nicht verpassen. Auf die Dauer wird das T-Shirt immer dreckiger und fleckiger und fängt an zu stinken, aber Jamie wartet weiter darauf, dass seine Mutter ihn besuchen kommt. Schon alleine dieser Teilaspekt der Geschichte lässt einen schlucken und zeigt unmissverständlich, womit man es zu tun hat. Zwar lächelt Jamie den Leser niedlich und unschuldig vom Buchcover aus an, doch so unbeschwert, wie der erste Eindruck vermittelt, ist Jamies Leben ganz und gar nicht. Er ist das jüngste Kind der Familie und deshalb nicht von dem tragischen Ereignis der Familienvergangenheit gezeichnet. Stattdessen steht er abseits und lässt den Leser an seinen Beobachtungen teilhaben. Fünf Jahre zuvor starb Jamies Schwester Rose bei einem terroristischen Bombenanschlag in London. Seine Eltern können den Verlust nicht überwinden und ihre Ehe zerbricht an dem Tod der geliebten Tochter. In ihrer Welt der Trauer bemerken sie gar nicht, wie ihre anderen beiden Kinder für sie unsichtbar werden. Jamies ältere Schwester Jasmine kümmert sich um ihren kleinen Bruder, weil ihr Vater auch nach dem Umzug in eine “muslimfreie” Gegend mehr Interesse für Bierflaschen und Roses Urne auf dem Kaminsims als für seine lebenden Kinder aufbringt. Wenn er nicht gerade trinkt, wettert er gegen Muslime, die in seinen Augen alle Terroristen sind und das Land zugrunde richten werden. Wie es der Zufall will, freundet sich Jamie in der Schule ausgerechnet mit einem muslimischen Mädchen namens Sunya an, wohlwissend, dass er dieses Geheimnis unter allen Umständen für sich behalten muss. Das Buch wird aus Jamies Sicht geschildert, was es mir ermöglichte, voll und ganz in seine Gedanken einzutauchen. Der Autorin gelingt es hervorragend, die Gefühle des Jungen auf den Leser zu übertragen, sodass ich genau wie Jamie keine Tränen für Rose übrig hatte, die ein Schatten der Vergangenheit bleibt und nicht greifbar wird. Ich habe mit Jamie am Fenster gesessen und gehofft, dass das nächste vorbeifahrende Auto das seiner Mutter ist und mit ihm gezittert, als Sunya zu Halloween unter einem Laken versteckt bei seinem Vater mit im Auto saß. Das Einzige, was mich an dem Buch gestört hat, war Jasmines Unfähigkeit, die Familiensituation richtig einzuschätzen, was aber leider auch sehr realistisch ist. Es wäre weitaus besser für sie und ihren Bruder gewesen, wenn sie das Jugendamt eingeschaltet hätte, anstatt alles selbst regeln zu wollen.

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