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Romane

Die Bagage

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Über das Buch

»Ein Buch, das bleibt!« Denis Scheck in ›ARD druckfrisch‹

Josef und Maria Moosbrugger leben mit ihren Kindern am Rand eines Bergdorfes. Sie sind die Abseitigen, die Armen, die Bagage. Es ist die Zeit des Ersten Weltkriegs und Josef wird zur Armee eingezogen. Die Zeit, in der Maria und die Kinder allein zurückbleiben und abhängig werden vom Schutz des Bürgermeisters. Die Zeit, in der Georg aus Hannover in die Gegend kommt, der nicht nur hochdeutsch spricht und wunderschön ist, sondern eines Tages auch an die Tür der Bagage klopft. Und es ist die Zeit, in der Maria schwanger wird mit Grete, dem Kind der Familie, mit dem Josef nie ein Wort sprechen wird: der Mutter der Autorin. Mit großer Wucht erzählt Monika Helfer die Geschichte ihrer eigenen Herkunft.

Editionen (6)

ISBN9783423254472
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum27.12.22
Seitenzahl208

Rezensionen & Bewertungen

185 Bewertungen

29 Rezensionen

3,8

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  • tineklu
    tineklu

    111 Follower

    1,5

    Die Bagage von Monika Helfer

    Ich musste das Gelesene jetzt erstmal ein paar Stunden sacken lassen und weiß irgendwie immer noch nicht was ich von der Erzählung halten soll. So richtig abgeholt hat mich das nicht, ich hab mehr erwartet. Der Erzählstil hat mir nicht gefallen. Es war mir einfach zu durcheinander. Es gab keine Kapitel, die die Zeiten und Sichten der Pro- und Antagonisten trennten. Alles mehr oder weniger im Erzählstil mit indirekter Rede, also fast keine Dialoge. Außerdem waren die Zeitsprünge zu abrupt, gerade befinde ich mich zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Geschichte von Maria wird erzählt und schon bin ich im nächsten Satz im heute und bekomme Mutmaßungen der Enkeltochter, also der Autorin. Ebenso befinden sich viele Wiederholungen einzelner Sätze, also Geschehnisse/Aussagen in der Geschichte. Apropos Geschichte, viel wurde in den 160 Seiten nicht erzählt.....dafür hätten 40 Seiten gereicht. Was ich daraus mitnehme: Dass Männer immer die Schuld an den Frauen suchen und sie zum Sündenbock machen. Hätte das Buch mehr Seiten gehabt, hätte ich abgebrochen. Meins wars net 😉

    10. Juni 2025

  • erdbeerblondine
    erdbeerblondine

    56 Follower

    4,0

    Monika Helfer erzählt hier die Geschichte ihrer Mutter und Großmutter . Angesiedelt ist die Handlung in der Zeit des Ersten Weltkrieges in einem österreichischen Bergdorf. Es ist eine intensive Geschichte, die aber nicht zu dramatisch/tragisch wird. Es ist immer auch Liebe, Zusammenhalt, Hoffnung da. Nicht ganz einfach zu lesen, da die Autorin in ihren Gedanken oft hin und her springt.

    24. Apr. 2026

  • kingofmusic
    kingofmusic

    224 Follower

    5,0

    Kompakte Familiengeschichte „Hier, nimm die Stifte, male ein kleines Haus, einen Bach ein Stück unterhalb des Hauses, einen Brunnen, aber male keine Sonne, das Haus liegt nämlich im Schatten.“ (S. 7) Bereits hier, in diesem Eingangszitat, steckt schon etwas von dem, was die Leser*innen auf den nächsten knapp 160 Seiten erwartet. Die Rede ist von „Die Bagage“ von Monika Helfer. Eine Familiengeschichte über 3 Generationen auf so „engen“ Raum – kann das gut gehen? O ja, und wie! Hier zeigt sich eine besondere Begabung, wenn die Autorin in der Lage ist, kompakt, ungeschönt, offen und ehrlich von ihrer „Bagage“ zu berichten. In einem nach außen hin unscheinbaren Erzählton, erzählt Monika Helfer (nicht nur) zwischen den Zeilen von den Schwierigkeiten ihrer Großeltern in einem kleinen, im wahrsten Sinne des Wortes hinterwäldlerischen, österreichischen Dorf, in dem Misstrauen und Missgunst gegenüber Maria und Josef Moosbrugger und ihre Kinder herrschen; erst recht als Josef in den Ersten Weltkrieg ziehen muss und Maria mit der späteren Mutter der Autorin schwanger ist, kochen die Gerüchte in dem kleinen Dorf hoch. Doch die wahre Größe der Geschichte zeigt sich in den leisen und zum Teil philosophisch angehauchten Zwischentönen, die sich aber umso nachhaltiger in das Gedächtnis der Leserinnen und Leser einfräsen. „Ich habe es probiert. Ein bisschen kann ich malen. Aber ich war nie damit zufrieden. […] Die Grundfarben meiner Vorvergangenheit sind fast alle im Bereich von Braun. Ocker. Kuhstallwarm, die Farbe der Kuhställe ist braun. […] Die Farbe der Gesichter undefinierbar. Von Grün gibt es die ganze Palette, aber eher versteckt ist das Grün. Weiß und Schwarz nur für Josef.“ (S. 53/54) Wie es mit Erinnerungen und erzählten Dingen so ist, springt die Geschichte von der Vergangenheit in die Gegenwart, von einem Ereignis zum anderen. Aber auch da gibt es eine schöne Definition der Autorin, warum das so ist: „Eine Ordnung in die Erinnerung zu bringen – wäre das nicht eine Lüge? Eine Lüge insofern, weil ich vorspielen würde, so eine Ordnung existiere.“ (S. 55) Für mich eine der besten Familiengeschichten, die ich jemals gelesen habe und ein weiteres „King´s Crown Juwel 2020“ und somit 5* wert! ©kingofmusic

    1. Dez. 2023

3 von 29 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Monika Helfer

Monika Helfer, geboren 1947 in Au/Bregenzerwald, lebt als Schriftstellerin mit ihrer Familie in Vorarlberg. Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht und wurde u.a. mit dem Robert-Musil-Stipendium, dem Österreichischen Würdigungspreis für Literatur, dem Solothurner Literaturpreis und dem Johann-Peter-Hebel-Preis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihr die Romane ›Die Bagage‹, für den sie den Schubart-Literaturpreis 2021 der Stadt Aalen erhielt, ›Vati‹ – damit war sie für den Deutschen Buchpreis nominiert – und ›Löwenherz‹.

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