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Trauerarbeit, die das Leben feiert
Immer öfter lese ich Bücher, in denen sich Autor*innen mit ihrer eigenen Biografie bzw. der ihrer Eltern beschäftigen. Immer öfter sind es Bücher, in denen der (ebenfalls oft) zu frühe Tod eines Elternteils bearbeitet wird. Ich glaube, dass ich mich bewusst unbewusst für diese Bücher entscheide, weil mir mit fortschreitendem Alter die eigene Endlichkeit immer mehr als Tatsache manifestiert und das obwohl ich die Endlichkeit meiner Eltern noch nicht wahrhaben will. Als ich Fikri Anıl Altıntaş bei der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal live erleben durfte, war mir sofort klar, dass ich seine Buch lesen werde. Seine empathische, weltoffene Art spiegelt sich in seinen Schreibstil wieder, die einerseits so klar ist und auf der anderen Seite so viel Poesie besitzt. Ich bin eingetaucht und das Jetzt, dass durch die Krankheit der Mutter schmerzhaft, aber immer liebend ist und die Vergangenheit in die Biografie der jungen Frau, die einmal die Mutter werden wird. Mutter scheint mir hier als Begriff viel zu hart. Sie ist Mürüvvet. Ich habe sie, wie auch den erzählenden Autor, in mein Herz geschlossen. Auch nach dem Lesen ist es , als wäre Mürüvvet noch hier, wäre noch nicht vorausgegangen, als würde ein Stück von ihr bleiben. Und so ist es auch. Sie ist in dem Buch, sie ist in Anıl, in seiner Schwester, in Tamer, dem Enkel. Ich habe geweint beim Lesen, ich wollte in die Türkei der Siebziger reisen, ich bekam Appetit auf Mantı, Halva und Gözleme, aber vor allem war ich tief berührt. Während ich das Buch las, erholte sich mein Papa so langsam von den Folgen seiner Krebserkrankung. Der Krebs ist ein tückisches Biest und auch wenn es in ' Zwischen uns liegt August' nicht DAS Happy End gibt, ist es für mich doch ein Buch des Lebens und des Trostes. Ich weiß, wie wichtig das Jetzt und Heute ist und ich werde versuchen jeden Tag aufs Neue zu bejahen. Danke, für dieses wunderbare Buch.
18. Sept. 2025
Trauerarbeit, die das Leben feiert
Immer öfter lese ich Bücher, in denen sich Autor*innen mit ihrer eigenen Biografie bzw. der ihrer Eltern beschäftigen. Immer öfter sind es Bücher, in denen der (ebenfalls oft) zu frühe Tod eines Elternteils bearbeitet wird. Ich glaube, dass ich mich bewusst unbewusst für diese Bücher entscheide, weil mir mit fortschreitendem Alter die eigene Endlichkeit immer mehr als Tatsache manifestiert und das obwohl ich die Endlichkeit meiner Eltern noch nicht wahrhaben will. Als ich Fikri Anıl Altıntaş bei der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal live erleben durfte, war mir sofort klar, dass ich seine Buch lesen werde. Seine empathische, weltoffene Art spiegelt sich in seinen Schreibstil wieder, die einerseits so klar ist und auf der anderen Seite so viel Poesie besitzt. Ich bin eingetaucht und das Jetzt, dass durch die Krankheit der Mutter schmerzhaft, aber immer liebend ist und die Vergangenheit in die Biografie der jungen Frau, die einmal die Mutter werden wird. Mutter scheint mir hier als Begriff viel zu hart. Sie ist Mürüvvet. Ich habe sie, wie auch den erzählenden Autor, in mein Herz geschlossen. Auch nach dem Lesen ist es , als wäre Mürüvvet noch hier, wäre noch nicht vorausgegangen, als würde ein Stück von ihr bleiben. Und so ist es auch. Sie ist in dem Buch, sie ist in Anıl, in seiner Schwester, in Tamer, dem Enkel. Ich habe geweint beim Lesen, ich wollte in die Türkei der Siebziger reisen, ich bekam Appetit auf Mantı, Halva und Gözleme, aber vor allem war ich tief berührt. Während ich das Buch las, erholte sich mein Papa so langsam von den Folgen seiner Krebserkrankung. Der Krebs ist ein tückisches Biest und auch wenn es in ' Zwischen uns liegt August' nicht DAS Happy End gibt, ist es für mich doch ein Buch des Lebens und des Trostes. Ich weiß, wie wichtig das Jetzt und Heute ist und ich werde versuchen jeden Tag aufs Neue zu bejahen. Danke, für dieses wunderbare Buch.
18. Sept. 2025









