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Mutabor

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Über das Buch

Die junge, elternlose Nina Plisson weiß nicht, was aus ihrer Mutter geworden ist, auch nicht, wer ihr Vater war. Wissen andere in ihrer kleinen Heimatstadt Kall mehr? Was wird ihr vorenthalten? Nachdem das vereinsamte und widerspenstige Mädchen lange Zeit große Schwierigkeiten hatte, lesen und schreiben zu erlernen, wird sie sich, angeleitet von der pensionierten Lehrerin Sophia Molitor, grundlegend verändern. Sie beginnt Erinnerungen aus ihrer frühen Kindheit aufzuschreiben, vom Liebhaber ihrer verschollenen Mutter, in der Gestalt eines schwarzen Storches, von der Reise mit Großvaters Opel Kapitän ins sagenhafte Byzanz, zum Palast der Störche, später dann von ihrer großen, zunächst vergeblichen Liebe zu Paul Arimond. Für Nina verwandelt sich das Urftland mehr und mehr in einen Ort voller Märchen und Mythen, wie sie auf den Bierdeckeln von Evros, dem griechischen Gastwirt, stehen. Immer näher kommt sie dem Geheimnis, das ihr all die Jahre beharrlich verschwiegen wurde. Einfühlsam und spannend erzählt Norbert Scheuer in seinem neuen Roman mit dem ihm eigenen poetischen Ton von der Suche einer einsamen jungen Frau nach ihrer Geschichte, nach Zugehörigkeit und Glück.

Editionen (3)

ISBN9783406794780
VerlagC.H.Beck
Erscheinungsdatum14.07.22

Rezensionen & Bewertungen

3 Bewertungen

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  • julsico
    julsico

    77 Follower

    4,5

    Ich werde mich verändern

    Ein rätselhafter Text mit einer rätselhaften Protagonistin, die selbst das Rätsel ihrer Herkunft zu lüften versucht. Denn Nina weiß nicht, wer ihr Vater ist und wohin ihre Mutter verschwand. Doch auf der Suche nach Antworten, stößt sie bei den „Grauköpfen“ in ihrem Heimatort Kall auf beharrliches Schweigen und Schuld. Norbert Scheuers Text ist von einer beeindruckenden Dichte und stilistischer Vielfalt geprägt. Wir wechseln nicht nur zwischen den Erzählperspektiven, sondern auch zwischen mythischen Episoden und erleuchtenden Rückblicken, Wahrheit und Verdrängung. Alles ist wichtig und gleichzeitig so verschnörkelt und rätselhaft, dass man eigentlich Notizen machen muss, um den Durchblick zu behalten. Protagonistin Nina gibt einem dabei Einblicke in eine traumatische Kindheit und schemenhafte Erinnerungen, die sie selbst nicht deuten kann, und schlägt einem dann wieder die emotionale Tür vor der Nase zu. Mich haben die mehrschichtigen Bilder, deren Norbert Scheuer sich bedient, um das Innenleben seiner Protagonistin zu veranschaulichen, wirklich begeistert, denn so etwas habe ich noch nie gelesen. Diese Lektüre eignet sich super zum gemeinsamen Lesen, rätselraten und mutmaßen. Dass der Roman in eine Erzählwelt eingebettet ist, in der auch die meisten anderen Romane von Norbert Scheuer spielen, macht das Leseerlebnis noch interessanter.

    17. Nov. 2024

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