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Homo Deus

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Über das Buch

In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheiterklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In Homo Deusstößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen – schöpferische wie zerstörerische – und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind.

Editionen (9)

ISBN9783406727863
VerlagC.H.Beck
Erscheinungsdatum21.12.21
Seitenzahl653

Rezensionen & Bewertungen

309 Bewertungen

24 Rezensionen

4,0

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  • ebob
    ebob

    300 Follower

    2,0

    Alter Wein in neuen Schläuchen

    Alle haben über dieses Buch geredet, man konnte es nicht ignorieren. Zudem klang der Klappentext auch ziemlich vielversprechend. Tja, dann kam mir mein Freund Pieter in den Sinn, der mich warnte, von hochgejubelten Autoren mehrere Bücher zu lesen, da sich ihre Anliegen in den meisten Werken wiederholen. Und genau so war es in »Homo Deus«. Für mich ein billiger Abklatsch seines Vorgängerwerks »Eine kurze Geschichte der Menschheit«. Letzteres wahrlich ein gelungenes Buch, höchst empfehlenswert. Doch bei »Homo Deus« quält man sich abermals um die Geschichte der Menschheit, obwohl man wie im Klappentext versprochen einen Blick durch Harari’s Kristallkugel erhaschen möchte. Doch dieser bleibt einfach aus. Nach 100 Seiten, 200 Seiten und 300 Seiten. Manchmal ist der Autor so nett und schlägt die ein oder andere Brücke von der Geschichte zur Gegenwart, doch diese sind keineswegs erstaunlich, da die angeschnittenen Themen bereits in vielen anderen Büchern, z. B. von Precht oder Anders Indset, wesentlich detaillierter abgehandelt wurden. Ich konnte das Gefühl nicht abschütteln, dass die Leserschaft in einem Meer aus rezyklierten Inhalten seines Vorgängerwerkes und plattem Allgemeinwissen schwimmt, und Harari sein Buch nur mit einer Pipette und ein paar Tröpfchen oberflächlicher Zukunftsforschung anreichert. Nachdem ich das Buch abgeschlossen hatte, fühlte ich mich um den Titel des Buches sowie um den Kaufpreis betrogen. Es scheint, als ob der Autor mit wenig zusätzlicher Recherche einfach noch schnell ein weiteres Buch auf den Markt bringen wollte, um von seiner Reputation zu profitieren. Solltest du aber noch nichts von Harari gelesen haben und setzt dich zum ersten Mal damit auseinander, wohin die Menschheit zusteuern könnte, ist das Buch ganz okay, aber völlig gehypt. Andere Autoren waren gründlicher und gehen viel tiefer.

    15. März 2025

  • voholki
    voholki

    21 Follower

    3,0

    Harte Lektüre

    So viel vorab: Die Thesen und Theorien sind wirklich durchdacht und haben mich mehrfach zum Nachdenken gebracht. Alles in allem muss ich aber sagen, dass mich das Buch wirklich gequält hat. Ich bin sehr froh, dass ich es zu Ende gebracht habe. Im Gegensatz zum ersten Teil "Sapiens ", den ich sehr unterhaltsam und lehrreich fand, ging es mir im Laufe des Buches immer mehr an die Nerven. Es wird ein sehr negatives Bild der Zukunft gezeichnet, welches unglücklicherweise auch mit einleuchtenden Aspekten und Erklärungen unterstrichen wird. Das hat mich viel Kraft gekostet. Jetzt versuche ich erst einmal das Gelesene zu verkraften und freue mich auf einen fiktiven Roman mit Spannung und Elan.

    18. Mai 2026

  • vascovasco
    vascovasco

    60 Follower

    4,5

    „Homo Deus“ ist nicht nur spannend und lehrreich, sondern auch überraschend unterhaltsam geschrieben. Harari gelingt es, tiefgründige Themen wie Philosophie, Geschichte, Künstliche Intelligenz und Biotechnologie mit Humor und Klarheit zu erklären. Das Buch liest sich leicht, auch wenn es komplexe Ideen behandelt, und regt ständig zum Nachdenken an. Ich habe beim Lesen oft gelacht, aber auch erschrocken innegehalten. Für alle, die sich für die Zukunft der Menschheit interessieren, ist dieses Buch eine große Empfehlung.

    Yuval Noah Harari entwirft in diesem Werk ein faszinierendes, manchmal beängstigendes Zukunftsbild der Menschheit. Aufbauend auf seinem Bestseller „Sapiens“ analysiert er nicht nur, was den Homo sapiens zur dominanten Spezies machte, sondern fragt, was als Nächstes kommt – und wie die Menschheit dabei sich selbst und ihre Grundüberzeugungen hinterfragen muss. Kapitel 1: Die neue menschliche Agenda Harari erklärt, dass die Menschheit sich aus dem „Kampf ums Überleben“ befreit hat – Hunger, Seuchen und Krieg sind nicht mehr naturgegebene Katastrophen, sondern zunehmend kontrollierbar. Dadurch verschiebt sich die „Agenda“: Der Mensch will jetzt Glück, Unsterblichkeit und sogar Göttlichkeit (Homo Deus) erreichen. Hier beginnt Hararis zentrale These: Wir sind dabei, Götter zu werden, ohne zu wissen, was das wirklich bedeutet. Kapitel 2: Homo sapiens erobert die Welt Dieses Kapitel bietet eine komprimierte Wiederholung von „Sapiens“. Harari zeigt, wie der Mensch durch seine kognitiven Fähigkeiten, seine Kooperationsbereitschaft und die Fähigkeit, an „Fiktionen“ zu glauben (Religion, Geld, Nationen), zur dominanten Kraft wurde. Kapitel 3–6: Der Homo sapiens gibt sich einen Sinn Hier untersucht Harari, wie Religionen, Ideologien und Philosophien dem Menschen Bedeutung gaben. Der Übergang vom Theozentrismus zum Humanismus steht im Zentrum. Besonders interessant: Er beschreibt Religionen wie Liberalismus, Sozialismus und Nazismus als „humanistische Sekten“, die Sinn aus menschlicher Erfahrung ziehen, statt aus Gott. Harari ist oft ironisch, etwa wenn er liberale Moral auf den Rat „Wenn es sich gut anfühlt, tu es!“ reduziert. Kapitel 7: Die humanistische Revolution Hier wird der Humanismus als dominante Ideologie erklärt. Es gibt drei Ausprägungen: Liberalismus, Sozialismus und Evolutionärer Humanismus (z. B. Nationalsozialismus). Harari zeigt, wie der Liberalismus trotz zahlreicher Krisen (Vietnam, Kalter Krieg) überlebte – nicht zuletzt durch Atomwaffen und Popkultur. Beeindruckend ist sein nüchterner Blick auf den technischen Fortschritt als Voraussetzung für Gesellschaftsformen wie Kommunismus. Kapitel 8: Die Zeitbombe im Labor Hier zerlegt Harari das Konzept des freien Willens mit biologischen Argumenten. Entscheidungen, Wünsche und Werte sind Ergebnis biochemischer Prozesse – kein Mensch „entscheidet sich“ frei für eine Partei oder einen Partner. Dieses Kapitel ist gleichzeitig humorvoll und verstörend, denn es zieht auch psychologische Alltagsmythen in Zweifel. Kapitel 9: Die große Entkopplung Das vielleicht düsterste Kapitel. Harari argumentiert, dass der Mensch ökonomisch und militärisch immer wertloser wird – Maschinen und Algorithmen ersetzen ihn. Die Folge: Eine neue nutzlose Klasse entsteht. Gleichzeitig wird Macht und Reichtum auf wenige konzentriert. Hier diskutiert Harari auch, dass Menschen durch Spezialisierung leichter ersetzbar werden – der Taxifahrer ist „leichter“ zu simulieren als ein Jäger-und-Sammler. Kapitel 10: Der Ozean des Bewusstseins Harari erkundet das mentale Spektrum – nicht nur des Menschen, sondern auch von Tieren (z. B. Fledermäusen) und spekulativen Entitäten. Wie könnten künstliche Bewusstseinszustände aussehen? Das Kapitel ist stark spekulativ, aber voller faszinierender Fragen: Welche Bewusstseinsformen existieren jenseits unseres Verständnisses? Was verpassen wir? Kapitel 11: Die Datenreligion Im letzten Kapitel entwirft Harari die Religion der Zukunft: Dataismus. Sie basiert auf der Idee, dass Informationsverarbeitung das höchste Gut sei. Der Mensch ist nur noch ein Teil eines riesigen Datenflusses – wertvoll, solange er gut verarbeitet. Humanistische Werte werden durch algorithmische Effizienz ersetzt. Besonders provokant: Vielleicht ist es an der Zeit, Homo sapiens „in Rente zu schicken“. Fazit: „Homo Deus“ ist ein brillantes Buch, das die großen Fragen unserer Zeit stellt – ohne einfache Antworten zu geben. Es verbindet Historie, Biologie, Technologie und Philosophie in einem Stil, der gleichzeitig ernst, humorvoll und scharfsinnig ist. Man fühlt sich als Leser herausgefordert, aber nie überfordert. Wer über die Zukunft der Menschheit nachdenken möchte, sollte dieses Buch gelesen haben – und wird es wahrscheinlich nicht so schnell vergessen.

    29. Juli 2025

3 von 24 Rezensionen

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