Zwischenschritte

Zwischenschritte

von
Hardcover
4.02

Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
N/A
Preis
28.99 €

Beiträge

1
Alle
4

Eine berührende Geschichte über große Wunden und Heilung

Ich war wirklich überhaupt gar nicht darauf vorbereitet, was mich in diesem Buch erwartet. Ist das Romance? NA oder ein Gegenwartsroman. Ich hab’s gelesen und bin reicher, um eine berührende Geschichte, die von Abschied, Neuanfang und Trauer geprägt ist Brigitte hat ihren Sohn Michael auf tragische Weise verloren. Für sie ist das unaussprechlich und trotzdem ist es das erste, an das sie denkt, wenn sie aufwacht. Sie hat Angst, es zu vergessen und ihnen ihren Kopf dreht sich der Satz im Kreis, den sie nicht über ihre Lippen bekommt. Ihr Sohn ist tot! Sie begibt sich auf eine Reise an Orte in Frankreich, die sie mit ihrem Sohn verbindet. Man weiß nicht genau, was sie davon erwartet. Heilung vielleicht, Distanz oder einen Neuanfang. In einer Selbsthilfegruppe lernt sie Christian kennen der ebenfalls mit einem Ende klarkommen muss. Der sensible Buchhändler fühlt sich sofort zu Brigitte hingezogen obwohl sie „seine Mutter sein könnte.“ behutsam versucht er sich ihr anzunähern. Doch kann er die Frau erreichen, die ständig über Rock und Bluse streicht, ihre Schritte zählt und wie abgekapselt durch ihr Leben läuft? Es hat ein wenig gedauert, bis ich mit dem Text warm wurde. Brigitte schien mir von Anfang an nicht greifbar, oder vielleicht auch so verletzlich, dass man sie nicht anzutasten wagt, auch nicht als Leserin. Nach und nach weckte sie bei mir großes Mitgefühl für ihren seelischen Zustand. Dass man in extremsituationen nicht aus seiner Haut kann ist verständlich und der Verlust eines Kindes, egal, wie erwachsen es auch war, ist das schmerzhafteste, was ich mir vorstellen kann. So verwundert es mich nicht, dass Brigittes Verhalten repetitiv wirkte, was sich in der Textform extrem widerspiegelte. Als ich mich darauf eingelassen hab hier nicht in einen mitreißenden Plot, sondern in ein verletztes Leben gezogen zu werden, kam ich in einen Lesefluss der mich nicht mehr aufhören ließ. Christian, selber sehr fragil, wirkte für mich ausgleichend, manchmal sogar wie ein kleiner Junge, der versucht seiner Mutter durch schwere Zeiten zu helfen (obwohl Brigitte alles andere als seine Mutter ist). Nataša Dragnić hat eine sehr ungewöhnliche Form der Sprache gewählt. Sie schafft es durch Wiederholungen Emotionen darzustellen, die einen beim Lesen zu schmerzen scheinen. Das Ende war für mich zwar absehbar, und ist wie der Stein, der einem von der Brust genommen wird, damit man wieder frei atmen kann. Eine tief gehende Geschichte über große Wunden und Narben und wie wir damit leben müssen.

Beitrag erstellen