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Romane

Der Erdspiegel

4,0(30)
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Über das Buch

Gemeinhin glauben die Leute, was der Bichel sagt. Er redet wie ein gelehrter Mann, wie ein Pfarrer oder ein studierter Doktor, und ist doch nur ein einfacher Viehhändler. Aber der Bichel kann erzählen. Diese Gabe ist nicht jedem gegeben. Der Bichel versteht es, die Leute in seinen Bann zu ziehen. Einen magischen Spiegel soll der Bichel besitzen, so hört man. Darin könne man geliebte Menschen sehen. Und der Spiegel verfüge über prophetische Kräfte, sage einem die Zukunft voraus. Nur über den Erdspiegel sprechen dürfe man nicht. Schlechte Gedanken reichten, um ihn zu zerstören. Und noch viel Schlimmeres könnten Zweifel und Unglauben anrichten! Seine Kritiker schimpfen den Bichel einen Menschenfänger, doch die meisten glauben ihm, wollen ihm glauben, dass sie ein besseres, ein leichteres Leben verdient haben. Die meisten - das sind junge Mädchen, hübsche und fleißige Töchter armer Tagelöhner. Sie mögen naiv und leichtgläubig sein, aber sie haben Träume. Bis eine nach der anderen plötzlich verschwindet …

Editionen (1)

ISBN9783311703938
VerlagKampa Verlag
Erscheinungsdatum26.01.23
Seitenzahl192

Rezensionen & Bewertungen

30 Bewertungen

7 Rezensionen

4,0

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  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    4,0

    Der Bichel hatte nicht gelogen: Sie sah ihre Zukunft. Das war das Letzte, was ihr durch den Kopf ging. - Zitat, Seite 15 Andrea Maria Schenkel ist mit "Der Erdspiegel" zu ihren schriftstellerischen Wurzeln zurück gekehrt. Wie in ihrem Debüt "Tannöd", ein historischer Krimi über den bis heute ungeklärten Mehrfachmord in Hinterkaifeck, widmet sie sich einem Kriminalfall, der schon zu seiner Zeit für Aufsehen und großes Entsetzen in der Öffentlichkeit sorgte. Dabei ist die literarische Herangehensweise der Autorin keinesfalls sensationslüstern oder spektakulär, eher nüchtern und stark auf die realistische Darstellung der Lebensrealität der damaligen Zeit konzentriert. Der zurück genommene und schlichte Stil erinnert beim Lesen an Gemälde, welche ein Portrait aus dem Leben gegriffen darstellen. Das recht schmale Büchlein lässt sich leicht und schnell lesen, auch wenn die Sprache dem Lokalkolorit der historischen Handlung angepasst ist. Der Mörder ist von Anfang an dem Lesenden bekannt. Der charismatische Viehändler Büchel ist ein beliebter Geschichtenerzähler und trotz seines einfachen Hintergrunds als Ratgeber für alle Lebenslagen geschätzt. Das erinnert an manche selbsternannten Experten, die im Internet und darüber hinaus, sogar medizinische Ratschläge geben und von vielen gefeiert werden, obwohl sie nicht über die erforderlichen Kenntnisse verfügen, um fundiertes Wissen weiter zu geben. Nur wer ganz genau hinschaut, dem fallen die kalten Augen des Bichelbauern auf und erahnt, dass hinter der scheinbar selbstlosen Freundlichkeit noch etwas anderes lauert. So wirkt dieser alte Kriminalfall verblüffend aktuell. Ideale Lektüre für einen düsteren Herbstabend oder eine Kriminacht. FAZIT Nach dem faszinierenden Debüt "Tannöd" hatte ich die Autorin aus den Augen verloren, um so interessanter war jetzt das Wiederentdecken mit einem historischen Hintergrund, der von der Kulisse vertraut erscheint. Wer in der Gegend von Regensburg wohnt, oder die Stadt bereits bei einem Besuch erkundet hat, wird sich besonders leicht einfühlen können. Der leichte Grusel und die unterschwellig bedrohliche Stimmung der Geschichte passt perfekt in den Leseherbst. Sehr lesenswerter historischer Krimi.

    11. Okt. 2024

  • sarahyvi
    sarahyvi

    33 Follower

    4,0

    Ein historischer Kriminalroman, der auf einem wahren Kriminalfall aus dem Jahr 1811 basiert. Es geht um Andreas Bichel, oder auch genannt der Mädchenschlächter. Mein erstes Buch von dieser Autorin und sicher nicht mein Letztes. 👍👻

    22. Sept. 2025

  • 4,0

    Spannender, auf Tatsachen beruhender Roman über einen deutschen Serienmörder im 19. Jahrhundert. Klare, schnörkellose Sprache

    17. Juni 2023

3 von 7 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Andrea Maria Schenkel

Andrea Maria Schenkel, geboren 1962, gilt als eine der renommiertesten Krimiautorinnen Deutschlands. 2006 erschien ihr Debüt Tannöd – ein Überraschungserfolg, mit dem sie großes Aufsehen erregte: Der Roman wurde mit dem Deutschen Krimipreis, dem Friedrich-Glauser-Preis und dem Martin Beck Award, dem schwedischen Krimipreis für den besten internationalen Kriminalroman, ausgezeichnet. Die Startauflage betrug 1000 Exemplare – der Roman verkaufte sich über eine Million Mal, wurde in zwanzig Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Für ihr zweites Buch Kalteis (2007) erhielt Schenkel zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Krimipreis. Zuletzt erschienen Bunker (2009), Finsterau (2012), Täuscher (2013), Als die Liebe endlich war (2016), erstmals ein Roman jenseits des Krimigenres, sowie Der Erdspiegel (2023). Schenkel hat drei erwachsene Kinder und lebt in Regensburg und in Larchmont, einem Vorort von New York. Nach Abschluss ihres Masterstudiums ist sie derzeit Doktorandin am CUNY Graduate Center im Bereich Vergleichende Literaturwissenschaften. Im Rahmen ihrer Ausbildung unterrichtet sie am CUNY John Jay College of Criminal Justice der City University of New York. Andrea Maria Schenkel schreibt nicht nur Romane, sondern auch regelmäßig für ZEIT Verbrechen.

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