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Romane

Immensee

3,6(29)
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Über das Buch

Mit dem Werkbeitrag aus Kindlers Literatur Lexikon. Mit dem Autorenporträt aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Reinhard und Elisabeth sind als Kinder die besten Freunde. Für beide ist klar, dass sie später einmal heiraten werden. Reinhard schreibt lange Gedichte für seine Freundin und gemeinsam träumen die Kinder davon, in einigen Jahren als Ehepaar nach Indien zu reisen. Doch als Jugendlicher verlässt Reinhard zur weiteren Ausbildung die Stadt und es kommt alles anders… – Theodor Storm erkundet in seiner erfolgreichsten Novelle die große menschliche Lebensaufgabe, das persönliche Glück gegen alle Widrigkeiten festzuhalten.

Editionen (30)

ISBN9783104015385
VerlagFISCHER E-Books
Erscheinungsdatum12.05.11
Seitenzahl60

Rezensionen & Bewertungen

29 Bewertungen

4 Rezensionen

3,6

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  • withloveliane
    withloveliane

    76 Follower

    3,5

    Hier an Bergeshalde verstummte ganz der Wind; Die Zweige hängen nieder, darunter sitzt das Kind. Sie sitzt im Thymiane, sie sitzt in lauter Duft; Die blauen Fliegen summen und blitzen durch die Luft. Es steht der Wald so schweigend, sie schaut so klug darein; um ihre braunen Locken hin so fließt der Sonnenschein. Der Kuckuck lacht von ferne, es geht mir durch den Sinn: Sie hat die goldnen Augen der Waldkönigin. Richard wenn du bloß nicht so dumm gewesen wärst...

    7. Jan. 2025

  • fraumarsupilami
    fraumarsupilami

    187 Follower

    3,0

    Unerfüllte Liebe und verlorene Träume – ein leises Drama des poetischen Realismus

    Theodor Storms „Immensee“ erzählt die tragische Geschichte einer unerfüllten Liebe, die durch die Zeit hinweg immer weiter verblasst und am Ende nur noch ein bitterer Nachgeschmack im Leben des Protagonisten bleibt. Die Novelle dreht sich um die Kindheitsfreunde Reinhard und Elisabeth, die anfangs unzertrennlich sind und ihre Jugendträume teilen. Doch als Reinhard die Heimat verlässt, um zu studieren, wird ihre innige Verbindung langsam, aber unausweichlich zerstört. Zurück bleibt ein riesiger Graben aus nicht ausgesprochenen Gefühlen und unerwiderten Erwartungen. Was folgt, ist das schmerzhafte Aufwachsen der beiden Figuren – ohneeinander. Reinhards Rückkehr und zaghaften Versuche, die alte Nähe wiederherzustellen, scheitern. Die Vertrautheit und Unbeschwertheit der Kindheit sind längst verloren, und beide gehen ihren eigenen Weg. Elisabeth heiratet schließlich einen anderen Mann, und Reinhard bleibt allein – nur noch ein alter, wehmütiger Mann, der rückblickend in Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit schwelgt. Storm schafft es, diese tragische Entwicklung mit einer Sprache zu zeichnen, die fast schon lyrisch anmutet. Die Novelle ist reich an Symbolik und schafft es, in wenigen Worten große Gefühle zu transportieren. Die Suche der beiden nach Erdbeeren im tiefen Wald, die ergebnislos bleibt, oder das vergebliche Hoffen auf einen Storch als Symbol für Kindersegen – all das steht für die verlorenen Möglichkeiten und gescheiterten Hoffnungen. Storm lässt vieles unausgesprochen, angedeutet, was in anderen Romanen plakativ vorgetragen würde. Diese Zurückhaltung, die leisen Töne, machen „Immensee“ zu einem Kunstwerk des poetischen Realismus. Allerdings fand ich es schwierig, wirklich eine Nähe zu den Figuren aufzubauen. Vielleicht liegt das an der Kürze der Novelle oder an der Art, wie Storm eher die Stimmungen als die konkreten Geschehnisse ausmalt. Die Figuren bleiben schemenhaft und distanziert, was es mir schwer machte, ihre Emotionen voll nachzufühlen. Das Schicksal von Elisabeth und Reinhard wird so zu einem kühlen, ästhetisch aufgeladenen Kammerspiel, das zwar durchaus literarische Qualität hat, aber emotional nicht richtig bei mir ankam. Allerdings sind wir ja auch im nüchternen Realismus, und nicht in der emotional aufwallenden Romantik. Trotzdem muss ich betonen, dass „Immensee“ für einen Text von 1849/50 überraschend zugänglich ist – die Sprache ist schlicht und verständlich, ohne an Tiefe zu verlieren. Gerade im Kontrast zu den verschachtelten Sätzen mancher Zeitgenossen ist Storms Stil fast schon erfrischend. Und das ist auch der Grund, warum ich dem Werk durchaus etwas abgewinnen konnte. Zwar hat es mich nicht vollkommen vom Hocker gehauen, aber es bleibt ein Stück deutscher Literaturgeschichte, das man (zumindest als Liebhaberin klassischer Literatur 😉) gelesen haben sollte. Storm zeigt, wie man aus einer einfachen Geschichte ein poetisch wertvolles Kunstwerk machen kann. Und letztendlich bleibt die Frage: Muss jede Literatur einen tief emotional berühren? Vielleicht nicht. Manchmal reicht es auch, die Schönheit eines Textes zu würdigen, der gekonnt die feinen Nuancen menschlicher Beziehungen einfängt und uns mit seiner schlichten, aber kunstvollen Sprache in eine andere Zeit entführt. ⭐️⭐️⭐️

    3. Okt. 2024

3 von 4 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Theodor Storm

Theodor Storm, einer der ästhetisch bedeutendsten und erfolgreichsten Novellisten des ›Poetischen Realismus‹, wurde am 14. September 1817 in Husum geboren. Er studierte von 1837 bis 1842 Jura in Kiel und Berlin und wirkte von 1843 bis 1852 als Rechtsanwalt in Husum. Von 1853 bis 1864 war er Gerichtsassessor und Kreisrichter in Potsdam und Heiligenstadt, von 1864 bis 1880 Landvogt, Amtsrichter und Amtsgerichtsrat in Husum. Ab 1880 bezog er seinen Alterssitz in Hademarschen in Holstein, wo er am 4. Juli 1888 starb.

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