Bevor der letzte Zug fährt

Bevor der letzte Zug fährt

Hardcover
3.64

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Beschreibung

Ruth Whiting, 37, müsste eigentlich glücklich sein. Sie lebt im idyllischen Londoner Umland, hat drei gesunde Kinder, und ihr Zahnarztgatte kommt an den meisten Wochenenden heim. In Wahrheit langweilt sie sich zu Tode, ihr Leben ist eine endlose Aneinanderreihung von Verabredungen mit anderen Vorortfrauen, und bei Kuchen, Sherry und geistlosen Gesprächen verrinnt ihre Zeit. Als ihre 18-jährige Tochter ungewollt schwanger wird, erinnert sich Ruth daran, wie sie jung Mutter wurde, bevor sie überhaupt wusste, wer sie war. Jetzt will sie alles dafür tun, ihrer Tochter eine freie Entscheidung zu ermöglichen. In ihrem 1958 erstmals veröffentlichten Roman seziert Penelope Mortimer mit sarkastischem Humor die Abgründe eines unfreien Frauenlebens und zeigt zugleich den Schmerz ungewollter Mutterschaft. Ein aktuelles Thema, zeitlos brillant erzählt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
304
Preis
26.80 €

Autorenbeschreibung

Penelope Mortimer, geboren 1918 im walisischen Rhyl, studierte in London und arbeitete als Kummerkastentante für die Daily Mail. Ihre Kurzgeschichten erschienen regelmäßig im New Yorker und in der Sunday Times, ihr Debütroman Johanna wurde 1947 veröffentlicht. Es folgten u. a. Daddy’s Gone A-Hunting (1958) und The Pumpkin Eater (1962), der 1964 erfolgreich verfilmt wurde. Daneben schrieb sie Drehbücher, eine Biografie der Queen Mother und erhielt für ihre Autobiografie About Time 1979 den Whitbread Prize. Sie war zweimal verheiratet, zuletzt mit dem Schriftsteller John Mortimer, und hatte sechs Kinder. Penelope Mortimer starb 1999 in London.

Beiträge

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Alle
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Abtreibung ist auch heute noch ein wichtiges Thema.

📌 "Irgendwo hatte sie gelesen, dass vor langer Zeit die Leute gedacht hatten, der Zweck des Gehirns wäre es, kalte Dampfschwaden zum Herzen zu schicken, um dessen Erregung zu kühlen." (S. 37) Ruth Whiting, 37, Ehefrau eines Zahnarztes hat sich mit ihrem Leben abgefunden. Ehemann Rex ist nur am Wochenende daheim, die beiden Söhne sind im Internat untergebracht und die 18-jährige Tochter Angela studiert in Oxford, wohnt aber noch daheim - das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist wechselhaft, teilweise distanziert und beschränkt sich im Grunde auf das Nötigste. Nach außen wird wohlgemerkt die perfekte Familie repräsentiert, dabei sind weder Rex noch Ruth in ihrer Ehe glücklich. Rex ist dominant und herrisch und lässt keine Gelegenheit aus Ruth blosszustellen und zu bevormunden. Zudem unterhält er unter der Woche in London eine Affäre. Eigentlich hat Ruth ihn mit 19 nur geehelicht, weil sie ungewollt mit Angela schwanger war und es zu dieser Zeit keine andere Lösung für sie und dieses "Problem" gab. Auf Druck der Eltern und um das Ansehen in der Gesellschaft zu wahren, musste eben geheiratet werden. Nun hat sich Angela in die gleiche Lage gebracht, wie einst ihre Mutter und ist ungewollt schwanger von Tony. "Notgedrungen" wendet sie sich hilfesuchend an ihre Mutter Ruth. Mutter und Tochter entscheiden, dass eine Abtreibung die beste Lösung ist, doch 1958 war eine Abtreibung illegal, sowie kostspielig, weshalb es nicht so einfach für sie ist, ist diesen Plan auszuführen. Penelope Mortimer schildert in ihrem Roman vom Leben und den Problemen der Frauen in den 50ern, wobei hier nicht nur das Thema der Abtreibung zum tragen kommt. Die Männer geben den Ton an, sowohl in der Gesellschaft, als auch in den eigenen vier Wänden. Frauen haben zu funktionieren und ein perfektes Aushängeschild zu sein. Häuslich und stets nett anzusehen. Probleme unerwünscht. Um ihrer Tochter zu helfen und um ihr ein ähnliches Schicksal, wie ihr eigenes zu ersparen, wächst die unterdrückte Ruth über sich hinaus. Sie beginnt ihrem Mann Kontra zu bieten und Dinge zu verheimlichen, dafür bessert sich langfristig ihr Verhältnis zu Angela, welche bis zuletzt glücklich mit ihrer getroffenen Entscheidung ist. Die Story hat mir gut gefallen, ließ sich gut lesen und die Thematik ist im Grunde auch heute noch aktuell.

Abtreibung ist auch heute noch ein wichtiges Thema.
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