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Der Goldene Pavillon

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Über das Buch

DER GOLDENE PAVILLON UMFING MICH IN SEINER ABSOLUTHEIT. BESASS ICH IHN, ODER WURDE ICH VON IHM BESESSEN?
Der junge Mizoguchi stottert und wird von seinen Altersgenossen gemieden. Er fühlt sich allein, bis er Novize in einem berühmten Tempel in Kyoto wird. Gebannt von der allumfassenden Schönheit des Tempels, entwickelt er eine gefährliche Obsession und steuert unweigerlich auf eine Katastrophe zu.

Editionen (2)

ISBN9783036994253
VerlagKein & Aber
Erscheinungsdatum18.12.19
Seitenzahl336

Rezensionen & Bewertungen

28 Bewertungen

5 Rezensionen

4,0

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  • karandi
    karandi

    245 Follower

    4,0

    Solide

    Der goldene Pavillon von Mishima. Es ist zwar nicht sein berühmtestes Werk, aber genießt dennoch Popularität und das auch zurecht, ein junger Mann, der sich die Frage nach dem Sinn des Lebens stellt und dadurch anfängt den Tod zu suchen, aber das Leben findet. Meine persönliche Meinung über Autoren, die sich selber aus dem Leben genommen haben, mag zuweilen voreingenommen klingen aber ich meine, in ihren Büchern immer schon eine depressiven Touch zu spüren und vielleicht sogar einen Hilferuf an die Gesellschaft, so auch in diesem Buch und vielleicht ist ihre Betrübtheit, ihr Segen und ihr Fluch zugleich. Mishima mit Murakami zu vergleichen ist wie Äpfel und Birne zu vergleichen, denn meiner Meinung nach bedienen Sie völlig unterschiedliche Genre. Wer also eine Alternative für Murakami sucht, wird sie bei Mishima nicht finden. Wer aber gerne in ostasiatische Lektüre unterwegs ist, wird auch an Mishima seine Freude haben.

    25. März 2026

  • tante_tanja
    tante_tanja

    542 Follower

    3,0

    "Auch wenn ich mich wiederhole: Meine Welt verwandelte sich auf diese Weise, sobald der für mich zur Absolutheit gewordene Goldene Pavillon erschien und mein Blick zu seinem wurde. In dieser verwandelten Welt bewahrte allein der Goldene Pavillon seine Form, er wurde zum alleinigen Besitzer der Schönheit, während alles andere zu Staub zerfiel. Seit ich in seinem Garten auf den Bauch der Prostituierten getreten war und vor allem nach ... unerwartetem Tod stellte ich mir immer wieder die Frage: "Ist das Böse dennoch möglich?" Zitat, Seite 188 In ihrem Nachwort zu Neuübersetzung des japanischen Romans zeigt Ursula Gräfe auf, welche verschiedenen Lesarten die Geschichte anbietet. Die historische Ebene beleuchtet den Alltag in einem Zenkloster zur Kriegs- und Nachkriegszeit, wobei sich der Autor sehr eng an das reale Vorbild hält, was die Ereignisse und auch die Anlegung seines Ich-Erzählers betrifft. Die besondere Obsession, die der junge Mann für ein Gebäude entwickelt, wird in eine modern wirkende Coming-of-Age Geschichte verpackt, welche die verwirrenden Zustände des Heranwachsenden und seine Konflikte mit seiner Umwelt anschaulich in Szene gesetzt. Abschließend ist es die schillernde Persönlichkeit des Autoren selbst und dessen literarischer Ruf, der diesem Werk voraus eilt, der weiterhin die Aufmerksamkeit der Leserwelt fesselt. Yukio Mishima hat für sein relativ kurzes Leben, welches er mit einem rituellen Selbstmord im Jahr 1970 beendete, ein beeindruckendes literarisches Werk hinterlassen und gilt als bedeutender Literat des 20. Jahrhunderts. Der Goldene Pavillon ist trotz des wenig sympathisch wirkenden Ich-Erzählers und des fremden kulturellen Hintergrund erstaunlich leicht zugänglich. Dies liegt an der messerscharfen Beobachtungsgabe des Schriftstellers, der Sätze zu Papier bringt, die mit dem Seziermesser eingeritzt erscheinen. Besonders sein Blick auf das weibliche Geschlecht ist dabei aber so abwertend, dass mich als Leserin ein sehr unangenehmes Gefühl überkommt. Selbst Gegenstände, die in Berührung mit den beobachteten Frauen kommen, werden in befremdlichen Worten beschrieben. So wird z.B. von einem Tuch gesprochen, welches den Körper wollüstig berührt. Was wenig greifbar bleibt beim Lesen ist das Gefühl für die vielmals angesprochene Schwäche des Erzählers: das Stottern. Vielleicht ist dies auch durch die Übersetzung des Textes schwer darstellbar, aber dieses Stottern blieb abstrakt und von daher war es hier nicht möglich, sich in die Lage des Novizen zu versetzen. FAZIT Obwohl die literarische Qualität des Textes zu würdigen ist, und die Geschichte dennoch leicht und flüssig lesbar war, blieb der persönliche Genuss an der Lektüre leider aus. Daher kann der Roman nur eingeschränkt empfohlen werden. Wer sich für die Literatur Japans interessiert und über eine gewisse Menschenverachtung des Textes hinwegsehen kann, für diesen Leser mag sich ein Blick lohnen!

    5. Juli 2024

  • doros_lesesofa
    doros_lesesofa

    35 Follower

    4,0

    Mal was anderes... Werdegang eines jungen Mannes...

    15. Feb. 2024

3 von 5 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Yukio Mishima

Yukio Mishima wurde 1925 in Tokio geboren und ist Autor zahlreicher Romane, Dramen, Kurzgeschichten, Essays und Gedichte. Nobelpreisträger Yasunari Kawabata war sein Mentor. Sein Werk überschreitet bis heute inhaltliche und stilistische Grenzen und macht ihn zu einem der wichtigsten japanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. Als politisch umstrittene Persönlichkeit wählte Mishima 1970, nach einem gescheiterten Aufruf zur Wiedereinsetzung des japanischen Kaisers, den rituellen Freitod.

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