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We Need to Talk About Kevin tie-in(ISBN=9780062119049)

4,1(90)
Sprache
Spanisch
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Über das Buch

Now a major motion picture by Lynne Ramsay, starring Tilda Swinton and John C. Reilly, Lionel Shriver’s resonant story of a mother’s unsettling quest to understand her teenage son’s deadly violence, her own ambivalence toward motherhood, and the explosive link between them reverberates with the haunting power of high hopes shattered by dark realities.
Like Shriver’s charged and incisive later novels, including So Much for That and The Post-Birthday World, We Need to Talk About Kevin is a piercing, unforgettable, and penetrating exploration of violence, family ties, and responsibility, a book that the Boston Globe describes as “sometimes searing . . . [and] impossible to put down.”
ISBN9780062119049

Rezensionen & Bewertungen

90 Bewertungen

18 Rezensionen

4,1

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  • nettebuecherkiste
    nettebuecherkiste

    129 Follower

    5,0

    Das Ende hat mir noch mal einen Schock verpasst. Hochintelligenter und anspruchsvoller Roman über einen Highschool-Killer und Mutterschaft. Vielleicht schon mein Jahreshighlight.

    Eva ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die mit Reiseführern ein Vermögen verdient. Sie ist glücklich mit dem Location Scout Franklin Plaskett verheiratet. Irgendwann stellt sich die Frage, ob die beiden Kinder wollen. Eva ist sich da alles andere als sicher, trotzdem wird sie geplant schwanger. Von Geburt an scheint Kevin seine Mutter abzulehnen. Zuerst ist er ein Schreikind, jedenfalls bei ihr, bei seinem Vater ist er ruhig. Auch im Verlauf seiner Kindheit scheint er alles zu tun, um seiner Mutter das Leben schwer zu machen, ist schlicht bösartig. Dass er zum Mörder werden würde, sieht sie im Nachhinein als erwartbar. "Had I catalogued the downsides of parenthood, "son might turn out killer" would never have turned up on the list." (Seite 25). Ich bin kein großer Fan von Gegenwartsliteratur, aber dieser Roman hat mich so richtig gepackt. Mit Grauen und einer unerklärlichen Faszination habe ich Kevins Entwicklung zu einem Teenager verfolgt, der das absolut Böse zu repräsentieren scheint.  Man fragt sich, ob das Kind instinktiv weiß, dass seine Mutter es nicht wirklich wollte. Den Vater möchte man schütteln - er weigert sich komplett, Kevins Charakter zu erkennen und sein Sohn nutzt das gnadenlos aus. Wir erfahren gleich zu Beginn des Romans, dass Kevin mit 15 Jahren zum Highschool-Killer wurde und in einer Jugendhaftanstalt einsitzt. In Rückblicken erzählt Eva in Briefen an ihren Ehemann, von dem sie inzwischen offenbar getrennt ist, die ganze Geschichte von Kevins Geburt bis zur Gegenwart im Gefängnis. Das Buch ist sprachlich äußerst anspruchsvoll, ich behaupte, ein wirklich gutes englisches Vokabular zu haben, aber hier musste ich viel öfter Wörter nachschlagen, als das bei anderen Büchern der Fall ist. Die psychologischen Hintergründe werden von Eva detailliert analysiert, das ist ungemein spannend. Obwohl man weiß, was passieren wird, ist der Roman richtig fesselnd, lässt sich kaum weglegen. Das absolute Highlight für mich ist das Fernsehinterview mit dem bereits verurteilten Kevin, das tiefe Einblicke in die Seele des Jungen gewährt und überrascht. Das Ende wartet dann doch noch mit einem Twist auf, mit dem ich nicht gerechnet hatte, und hinterließ mich in Schockstarre. Ein ungeheuer intelligentes und anspruchsvolles Buch, das bereits mein Jahreshighlight sein könnte.

    9. Jan. 2025

  • veranschaulicht_
    veranschaulicht_

    63 Follower

    5,0

    Auf eine fast perfide Art bin ich mit einer Leichtigkeit durch diesen Roman geflogen und weiß selbst nicht genau, warum. Am Thema jedenfalls lag es nicht (quel surprise). Ich starte mal einen Erklärungsversuch: Vielleicht liegt es daran, dass es wirklich so fantastisch geschrieben ist, weil man nur so durch die Zeilen fliegt, fast so, als säße Eva in ihrer Genialität und Erzählweise mit mir und einem abendlichen Glas Wein am Tisch. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich Eva ab Seite Eins sehr mochte und ihr jedes Wort ausnahmslos glaubte. Vielleicht liegt‘s daran, dass diese Geschichte in ihrer Konsequenz Fragen aufwirft, mit denen ich mich zum ersten Mal konfrontiert sah. Vielleicht auch, weil bis zur letzten Zeile die Schuldfrage folgerichtig jene Frage ist, die offen bleibt und die mich letztlich an meine Grenzen bringt, egal, von welchen Standpunkt ich sie beleuchte. Vielleicht liegt es auch an Franklin, für den ich zum Ende des Buchs nur noch Verachtung empfunden habe. Der mir mit seiner Naivität wirklich dermaßen auf den Zeiger gegangen ist, dass ich mich fast über das Ende der Ehe gefreut habe - und ich bin mir sehr sicher, das war genau so gewollt. An Kevin jedenfalls lag es mit Sicherheit nicht. Er war sogar fast egal. Und genau deshalb finde ich dieses Buch so brillant.

    29. Juni 2025

  • fairyflower
    fairyflower

    6 Follower

    4,0

    Langsam erzählte Tragödie; die Gewalttat steht nicht im Fokus. Die Mutter bleibt mit ihrer Schuld und dem "Warum" zurück

    Ist man für die Taten seine Kindes verantwortlich? „ ,Die Katastrophe' klingt wie aus der Zeitung; ,das Ereignis' spielt das Geschehene bis an den Rand der Obszönität herunter; und ,der Tag, an dem unser Sohn einen Massenmord beging' ist zu lang, stimmt’s?“ (S. 25) Nachdem mich der Film „ We need to talk about Kevin“ nachhaltig faszinieren konnte, holte ich mir die deutsche Ausgabe des Buches „Wir müssen über Kevin reden“ von Lionel Shriver, welches bereits 2003 erschien. Bei meiner Ausgabe handelt es sich um die Filmausgabe von 2012 im Ullstein Taschenbuch Verlag, die 560 Seiten umfasst. Mein Anspruch war es, mehr über die Gefühlswelt der Mutter zu erfahren und ich wurde auch nicht enttäuscht. Eva Khatchadourian ist eine erfolgreiche Herausgeberin des Reiseführers „A Wing and a Prayer“ als sie sich mit 37 dazu entschließt, ein Kind zu bekommen. Doch anstatt eines Familienidylls beginnt ein ständiger Kampf und am Ende begeht Kevin eine schreckliche Gewalttat. Für Eva bleibt die Zeit stehen und sie fragt sich, wie viel Schuld sie selbst an dieser Entwicklung hatte… Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Eva geschrieben, weshalb man sich unweigerlich in ihrem Kopf befindet und damit auch mit ihrer Version der Geschichte vorliebnehmen muss. Eine weitere Besonderheit ist, dass Kevins Tat zwar von Anfang an bekannt ist, die Details aber erst nach und nach in Form von Briefen an ihren Ehemann Franklin ans Licht kommen. Diese Erzählart führt dazu, dass die Geschichte nur sehr langsam voran geht. Die eigentliche Tat wird erst auf den letzten 60 von 560 Seiten abgehandelt. Eva ist ein Reisefan und hat Angst vor Verbindlichkeit. Einmal zieht sie eine dreimonatige Reise ihrer Zeit mit dem kleinen Kevin vor. Oft wird sie außerdem als gefühllos und narzisstisch beschrieben, wobei sie mit den anderen Menschen ebenfalls hart ins Gericht geht (vgl. S. 384). Von Kevin wird sie als selbstgerecht, herablassend und überheblich betitelt (S. 393). Die Entscheidung zu einem Kind fällt ihr zunächst schwer, die Mutterschaft wird als „fremdes Land“ (S. 33) bezeichnet. Mit 37 ist sie endlich bereit, diesen Schritt zu wagen und freut sich auf das neue Abenteuer. Allerdings kommen ihr schnell Zweifel an dieser Entscheidung und sie bereut Kevin, bevor er überhaupt geboren ist (S. 107). Auch später hat sie das Gefühl, sich als Mutter nicht genug angestrengt zu haben (S. 113). Eine postnatale Depression lässt sie aus der Wut auf sich selbst, versagt zu haben, gar nicht erst feststellen und Eva stirbt fast, als sie mit einem Milchstau nicht zum Arzt geht. Sie bestraft sich immer wieder selbst. Zudem hat Eva ab der ersten Sekunde das Gefühl, dass Kevin sie hasst. Er verweigert ihre Milch, schreit in einer Tour und weigert sich zu sprechen. Irgendwann gibt sie sogar zu, Kevins Nähe unerträglich zu finden (S. 204). Kevin nehme ihr alles, was sie je ausgemacht habe (S. 238). Trotz dieser ambivalenten Beziehung liebt Eva ihren Sohn. Als Kevin krank ist und sie gemeinsam Robin Hood lesen (S. 333), erlebt sie zum ersten Mal eine friedliche Zeit mit ihm. Außerdem besucht sie ihn regelmäßig im Gefängnis (S. 61) und hadert mit dem Ruf als schlechte Mutter, den sie ihrer Meinung nach aber absolut verdient (S. 104). Sie findet etwas Trost, als sie erkennt, dass es schwer ist, eine Mutter zu sein (S. 237) und sie ihr Bestes gegeben hat und immer noch gibt. Weiterhin bewundert sie Kevin für seine Außergewöhnlichkeit (S. 460), als er über PC-Viren redet oder wie er im Fernsehen auftritt (S. 494). Die Frage nach dem „Warum“ wird immer wieder gestellt, aber nie beantwortet. Sie beschäftigt Eva sehr, auch wenn sie weiß, dass es keine befriedigende Antwort auf diese Frage gibt. Vielleicht will Eva auch eine lange Zeit gar keine Antwort finden (S. 238). Sie gibt sich selbst die Schuld zu kalt, egoistisch oder kritisch gewesen zu sein (S. 236). Gut gefallen hat mir an dem Roman die radikal ehrliche Erzählweise. Eva geht zwar mit sich selbst hart ins Gericht, rechnet aber auch mit den veralteten Vorstellungen der Gesellschaft an die „perfekte“ Mutter ab. Dabei ist der Schreibstil intelligent und humorvoll. Es ergeben sich aber immer wieder interessante Blickwinkel durch Evas Ehemann, der das absolute Gegenteil darstellt. In dem Zuge stellte sich mir neben dem Gedanken der Verantwortlichkeit auch die Frage nach der Unterstützung für Eva. Zu guter Letzt hat mir auch die Aufarbeitung der Gewalttat gefallen. Es ergibt sich ein allumfassendes Bild über Opfer, Schaulustige, Familie, Justiz, Gefängnis und historische Fakten. Am Anfang fand ich den Schreibstil allerdings ungewohnt und die Briefform ermüdend. Die Geschichte kam mir an einigen Stellen ein wenig zu lang vor. Ich würde den Roman denjenigen empfehlen, die vor einem langsamen, aber belohnenden Schreibstil (Briefform!) nicht zurückschrecken und sich für die Gefühlswelt einer Mutter, die ihr Kind nicht so lieben kann, wie es erwartet wird, interessieren. Das Buch bricht mit Konventionen und stellt die Frage nach dem „Warum“ bei Gewalttaten. Das Ende ist allerdings nichts für schwache Nerven und es hat mich einige Zeit gekostet, es gedanklich aufzuarbeiten. Ich gebe 4/5 Sterne.

    12. Mai 2026

3 von 18 Rezensionen

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