Josefin ist eine von der Sorte Ich verlass mich auf dich. Eine, die angerufen wird, wenn sonst keiner Zeit hat. Die nur aus Versehen mitfotografiert wird.
Als Hanna neu in ihre Klasse kommt, hofft Josefin, endlich eine Freundin zu finden. Aber Hanna verhält sich seltsam, ganz so, als sei sie schon fast wieder weg. Sie ist still und abweisend, in sich selbst verborgen. Als sich die beiden Mädchen wider Erwarten doch anfreunden, wird Josefin klar, dass mit Hanna etwas nicht stimmt. Ist sie in Gefahr? Muss sie beschützt werden? Und ist Hanna am Ende gar nicht die, für die sie sich ausgibt?
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht recht, was ich zu „Hannas Regen“ sagen kann.
Ich finde die Erzählweise sehr besonders, oft gibt es nur Andeutungen zum Geschehen und der Rest bleibt der eigenen Fantasie überlassen.
Auch nach 190 Seiten hat man nur bedingt eine Ahnung davon, wer Hanna nun eigentlich ist.
19. März 2025
4,0
Ein erstaunliches Buch.
Ehrlich gesagt, weiß ich nicht recht, was ich zu „Hannas Regen“ sagen kann.
Ich finde die Erzählweise sehr besonders, oft gibt es nur Andeutungen zum Geschehen und der Rest bleibt der eigenen Fantasie überlassen.
Auch nach 190 Seiten hat man nur bedingt eine Ahnung davon, wer Hanna nun eigentlich ist.
Es hat ein bisschen gedauert, in die Geschichte reinzukommen, weil vieles so unklar war und bis zum Schluss unklar blieb. Erst auf den letzten Seiten wurde das Meiste aufgeklärt, wobei auch einiges der Fantasie der Lesenden überlassen bleibt. Hanna, die gar nicht Hanna heißt, bleibt bis zum Schluss sehr mysteriös und es lässt sich zum Teil nur mutmaßen, warum sie sich so verhalten hat, wie sie sich verhalten hat. Aber vielleicht macht gerade das die Geschichte auch so besonders, weil Hanna als Person einfach nicht greifbar ist. Oft wirkt sie regelrecht dissoziiert (ich vermute auch, dass sie eine PTBS hat), was bei ihrer Hintergrundgeschichte aber nicht weiter verwunderlich ist. Sie scheint schon einiges mitgemacht zu haben, aber ich bin froh, dass sie sich mit Josefin angefreundet hat. 🤍 Ich mochte den Schreibstil auch sehr gerne. Die Autorin hat eine spezielle Art zu schreiben, was die Geschichte irgendwie besonders macht, obwohl gar nicht so viel passiert. Ich hätte es mir aber auch gewünscht, ein Kapitel aus Hannas Perspektive zu lesen, um zumindest einige ihrer Gedanken kennenzulernen und sie besser einordnen zu können. So zum Schluss wäre das ganz nett gewesen. 🙈
21. Apr. 2024
4,0
Es hat ein bisschen gedauert, in die Geschichte reinzukommen, weil vieles so unklar war und bis zum Schluss unklar blieb. Erst auf den letzten Seiten wurde das Meiste aufgeklärt, wobei auch einiges der Fantasie der Lesenden überlassen bleibt. Hanna, die gar nicht Hanna heißt, bleibt bis zum Schluss sehr mysteriös und es lässt sich zum Teil nur mutmaßen, warum sie sich so verhalten hat, wie sie sich verhalten hat. Aber vielleicht macht gerade das die Geschichte auch so besonders, weil Hanna als Person einfach nicht greifbar ist. Oft wirkt sie regelrecht dissoziiert (ich vermute auch, dass sie eine PTBS hat), was bei ihrer Hintergrundgeschichte aber nicht weiter verwunderlich ist. Sie scheint schon einiges mitgemacht zu haben, aber ich bin froh, dass sie sich mit Josefin angefreundet hat. 🤍 Ich mochte den Schreibstil auch sehr gerne. Die Autorin hat eine spezielle Art zu schreiben, was die Geschichte irgendwie besonders macht, obwohl gar nicht so viel passiert. Ich hätte es mir aber auch gewünscht, ein Kapitel aus Hannas Perspektive zu lesen, um zumindest einige ihrer Gedanken kennenzulernen und sie besser einordnen zu können. So zum Schluss wäre das ganz nett gewesen. 🙈
Traurig und heilsam zugleich.
Ich wusste bereits auf der ersten Seite, dass ich hier ein ganz besonderes Buch vor mir habe - Das kann man allein schon an der Sprache erkennen, die gelinde gesagt einfach nur grandios ist. Trotzdem fiel mir der Einstieg hier nicht ganz so leicht, da ich erst einmal einen Zugang zu den Charakteren finden musste.
Diese Geschichte ist eindringlich, melancholisch und von einer unheilvollen Vorahnung geprägt. Man weiß lange nicht, wohin diese Geschichte führen soll. Es gibt Vorboten, die einen das Schlimmste denken lassen und doch erfährt man lange Zeit nichts. Ich lag mit meiner Vermutung übrigens auch falsch und wurde von der großen Auflösung überrascht. Sie hat mich überrollt wie ein Laster.
Die Geschichte wird aus Josefin's Sicht in der ersten Person Singular erzählt. Ich konnte mich durch die Innensicht in ihre Gedanken und Gefühle gut in sie hineinversetzen, konnte ihre Einsamkeit, Ängste und Zweifel greifen. Ihrer Beziehung zu Hanna haftet etwas ganz Besonderes an, das nur schwer zu fassen ist. Die beiden geben einander auf unkonventionelle Art und Weise Halt. Die beiden lernen voneinander und so entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft, die bewegt und so schnell nicht wieder loslässt.
Es ist ein Buch über Freundschaft, über Ängste und Zweifel, über Geheimnisse und Mut. Die Geschichte hat kurzweilige und unbeschwerte Momente, die zum Lachen bringen und doch zieht die drückende Stimmung nie ganz vorüber. "Hannas Regen" ist ein Buch, zu dem man nicht viel sagen kann, sondern das man selbst erleben und fühlen muss. Susan Kreller erschafft in wenigen Worten auf wenigen Seiten so viel Tiefe und Intimität, Ausdrucksstärke und Bedeutung wie es einem in Jugendbüchern nur selten unterkommt.
Der Schreibstil der Autorin wirkte auf mich zunächst kalt und distanziert, was es mir erschwerte, Nähe zu den Charakteren aufzubauen, aber je mehr ich las, desto tiefer traf mich diese Geschichte. Die Emotionen kommen zwischen den Zeilen auf und reißen einen dafür umso heftiger mit. Susan Kreller schreibt einnehmend, aussagekräftig, anspruchsvoll und auf eine ihr eigentümliche Art und Weise nahbar, die zur Geschichte und ihrer Thematik passt. Mit Witz und Humor lockert sie die sonst so schwermütige Stimmung dieser Geschichte stellenweise auf, ohne dabei den Ernst der Gesamtsituation zu verkennen. Ihr Schreibstil ist bildgewaltig, metaphorisch und geradezu poetisch. Ihre Worte sind Kunst.
Das Ende lässt mich leer, mit Tränen in den Augen, aber auch mit einem besonderen Gefühl der Verbundenheit zurück. Diese Geschichte wird mich noch lange begleiten, bestimmt sogar niemals mehr ganz loslassen, da bin ich mir sicher.
4,5/ 5 Sterne ⭐️
16. Okt. 2023
4,5
Traurig und heilsam zugleich.
Ich wusste bereits auf der ersten Seite, dass ich hier ein ganz besonderes Buch vor mir habe - Das kann man allein schon an der Sprache erkennen, die gelinde gesagt einfach nur grandios ist. Trotzdem fiel mir der Einstieg hier nicht ganz so leicht, da ich erst einmal einen Zugang zu den Charakteren finden musste.
Diese Geschichte ist eindringlich, melancholisch und von einer unheilvollen Vorahnung geprägt. Man weiß lange nicht, wohin diese Geschichte führen soll. Es gibt Vorboten, die einen das Schlimmste denken lassen und doch erfährt man lange Zeit nichts. Ich lag mit meiner Vermutung übrigens auch falsch und wurde von der großen Auflösung überrascht. Sie hat mich überrollt wie ein Laster.
Die Geschichte wird aus Josefin's Sicht in der ersten Person Singular erzählt. Ich konnte mich durch die Innensicht in ihre Gedanken und Gefühle gut in sie hineinversetzen, konnte ihre Einsamkeit, Ängste und Zweifel greifen. Ihrer Beziehung zu Hanna haftet etwas ganz Besonderes an, das nur schwer zu fassen ist. Die beiden geben einander auf unkonventionelle Art und Weise Halt. Die beiden lernen voneinander und so entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft, die bewegt und so schnell nicht wieder loslässt.
Es ist ein Buch über Freundschaft, über Ängste und Zweifel, über Geheimnisse und Mut. Die Geschichte hat kurzweilige und unbeschwerte Momente, die zum Lachen bringen und doch zieht die drückende Stimmung nie ganz vorüber. "Hannas Regen" ist ein Buch, zu dem man nicht viel sagen kann, sondern das man selbst erleben und fühlen muss. Susan Kreller erschafft in wenigen Worten auf wenigen Seiten so viel Tiefe und Intimität, Ausdrucksstärke und Bedeutung wie es einem in Jugendbüchern nur selten unterkommt.
Der Schreibstil der Autorin wirkte auf mich zunächst kalt und distanziert, was es mir erschwerte, Nähe zu den Charakteren aufzubauen, aber je mehr ich las, desto tiefer traf mich diese Geschichte. Die Emotionen kommen zwischen den Zeilen auf und reißen einen dafür umso heftiger mit. Susan Kreller schreibt einnehmend, aussagekräftig, anspruchsvoll und auf eine ihr eigentümliche Art und Weise nahbar, die zur Geschichte und ihrer Thematik passt. Mit Witz und Humor lockert sie die sonst so schwermütige Stimmung dieser Geschichte stellenweise auf, ohne dabei den Ernst der Gesamtsituation zu verkennen. Ihr Schreibstil ist bildgewaltig, metaphorisch und geradezu poetisch. Ihre Worte sind Kunst.
Das Ende lässt mich leer, mit Tränen in den Augen, aber auch mit einem besonderen Gefühl der Verbundenheit zurück. Diese Geschichte wird mich noch lange begleiten, bestimmt sogar niemals mehr ganz loslassen, da bin ich mir sicher.
4,5/ 5 Sterne ⭐️