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Romane

Lebensansichten des Katers Murr:

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Über das Buch

Lebensansichten des Katers Murr nebst fragmentarischer Biographie des Kapellmeisters Johannes Kreisler in zufälligen Makulaturblättern. Ein satirischer Roman von E.T.A. Hoffmann, gelesen von Peter Bieringer. Er sei stolz auf seinen berühmten Vorfahren, den gestiefelten Kater, behauptet Kater Murr. Nun: sprechende Katzen sind in der Literatur wahrlich keine Seltenheit. Doch schon in den Lebensansichten des Katers Murr von E. T. A. Hoffmann, einem 200 Jahre alten Text, tritt ein Kater höchstpersönlich als Autor und Erzähler in Erscheinung und offeriert der Nachwelt seine Weisheiten und Erkenntnisse. Dummerweise benutzt er dafür bereits beschriebene Papiere, nämlich die Manuskriptseiten des Kapellmeisters Kreisler, die er bei seinem Herrn findet. Durch einen vermeintlichen Fehler bei der Drucklegung ergibt es sich, dass sich die Lebensgeschichte des schriftstellernden Katers mit der Biografie des Kapellmeisters auf kuriose Weise vermischt. In Hoffmanns Romancollage ist also der vierbeinige Held mit allen menschlichen Schwächen ausgestattet. Maßlos überschätzt er die eigene Genialität, rüttelt an der gesellschaftlichen Ordnung, stürzt sich in erotische Abenteuer und holt sich dabei manche Blessur. Seinem menschlichen Gegenüber, dem Kapellmeister Johannes Kreisler, ergeht es nicht besser. Ganz hypersensible Künstlernatur, scheitert er am Unverständnis seiner Umgebung, der Musik nicht mehr bedeutet als galante Zerstreuung. Und eigentlich sind sie zu dritt: Hoffmann hat selbst zeitlebens unter mangelnder Anerkennung gelitten, changierte zwischen seinen Begabungen als Schriftsteller, Komponist und Maler und war in seinem Brotberuf als Jurist genauso unglücklich wie 100 Jahre später ein Franz Kafka. Und wenn wunderts? Natürlich besaß Hoffmann einen eigenen Kater namens Murr, der ihm viel bedeutete und der ihn zu seinem Roman-Kater inspirierte. Der Tod des echten Hauskaters wurde Ende 1821 über verschiedene Fassungen einer Todesanzeige bekannt gegeben. Der Roman selbst endet analog dazu mit einer Todesanzeige des Romankaters. E. T. A. Hoffmann hat mit diesem Roman ein literarisches Kunstwerk hinsichtlich Form und Komposition geschaffen. Es gelang ihm, zwei voneinander weitgehend unabhängige Geschichten parallel zu erzählen und dennoch die beiden Handlungsstränge geschickt miteinander zu verknüpfen. An den Hörer stellt das dennoch hohe Anforderungen, zumal die Kreisler-Biografie nur aus Fragmenten besteht und in sich allein schon eine recht komplizierte Struktur aufweist. Aber gerade darum bereitet der Roman auch heute noch ein ungewöhnliches Vergnügen. Coverabbildung: Unter Verwendung der lizenzfreien Stockvektor-Nummer: 491280577. Vektorgrafik von Greenery. Coverschrift gesetzt aus der Sitka. Über den Sprecher: Peter Bieringer (*1957) gehörte viele Jahre zum Ensemble der NDR-Sprecher, seit 2006 ist er freischaffend. Seine Stimme ist präsent in zahllosen Radiofeatures, TV-Dokumentationen, Synchronrollen und Hörspielen. In seinem eigenen Studio entstanden bisher Dutzende Hörbuchtitel, darunter "Heeresbericht", "Philipp II.", "Luther lesen", "Wie man ein Kind lieben soll", "Jetzt ist unser Gesang der Jazz", "Die Frau ohne Schatten", "Acht Tage im Mai", "Gefallene Ritter" und "Joseph Beuys". Ich widme dieses Hörbuch meinem verehrten Lehrer Jürgen Rohde (1935-2021), mit dem ich viele literarische Abende gestalten durfte, u.a. über E.T.A. Hoffmann. Leider ist Jürgen kurz vor Fertigstellung der Aufnahme verstorben. Peter Bieringer / Hamburg, im März 2021

Editionen (16)

ISBN4064066961657
Verlaghoerbuchedition words and music
Erscheinungsdatum02.04.21

Rezensionen & Bewertungen

11 Bewertungen

1 Rezensionen

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  • buecherfee0111
    buecherfee0111

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    2,0

    E.T.A. Hoffmann baut die hier geschilderte Autobiographie des Katers Murr so auf als habe dieser bei seiner Niederschrift des Manuskriptes ein anderes Buch seines Besitzers (nämlich die Autobiographie eines gewissen Kapellmeisters Johannes Kreisler) zerissen und die losen Blätter als Unterlage und/oder Löschblätter benutzt. So wurden sie versehentlich beim Druck mit ins Buch genommen und der Leser erfährt zwei Lebensgeschichten. Während die des Katers Murr allerdings chronologisch geordnet sind, sind die Makulatur-Blätter zeitlich ungeordnet und durcheinander in Bruchstücken über das Buch verteilt. Zu 1/3 besteht das Buch aus der Geschichte von Kater Murr und zu 2/3 aus der Kreislers. Wirklich gut fand ich das Buch nicht. Ich habe schon einmal ca. 150 Seiten der Geschichte in einem Buch mit Kurzgeschichten über Katzen gelesen. Die komplette Form hier hat mir etwas besser gefallen. Dabei fand ich die Geschichte der Katze weitaus besser als die Plänkeleien der gehobenen Gesellschaft, die in der Geschichte des Kapellmeisters geschildert wurde. Der Schreibstil war anstrengend, wie ja oft bei Klassikern und das ständige Nachschlagen irgendwelcher Fußnoten, die am Ende des Buches angemerkt wurden hat den Lesefluß immer wieder bei mir ins Stocken gebracht. Und hier handelt es sich immerhin bei 459 Seiten des eigentlichen Buches um immerhin 56 Seiten erklärender Fußnoten am Ende! Natürlich handelt es sich hier gewiss um ein bedeutendes Werk der Literatur, da es eines der ersten Bücher war, in denen ein Kater satirisch den Menschen der damaligen Zeit ihre Bildungsromane vor Augen führte. Allerdings konnte ich mich nicht dafür begeistern.

    10. Feb. 2023

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