Blick ins Buch

Romane

Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke

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Über das Buch

Willkommen bei den Cookes, einer scheinbar völlig normalen Familie: Vater, Mutter, die pausenlos plappernde Rosemary, ihr großer Bruder Lowell und ihre ungestüme Schwester Fern. In Kindertagen ist Fern Rosemarys engste Gefährtin, ihre zweite Hälfte. Doch als sie fünf Jahre alt ist, verschwindet Fern spurlos. Ein Ereignis, das alles verändert: Rosemary verstummt und die Familie zerfällt. Erst Jahre später bricht Rosemary das Schweigen und erzählt die wahre Geschichte ihrer Schwester, denn erzählen war das Einzige, was diese nie konnte. Wie auch. Sie war schließlich eine kleine Schimpansin. Ein zauberhafter Familienroman - gelesen von Britta Steffenhagen.

Editionen (4)

ISBN4057664013132
VerlagDer Audio Verlag
Erscheinungsdatum12.05.15

Rezensionen & Bewertungen

45 Bewertungen

9 Rezensionen

3,6

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  • tintenhain
    tintenhain

    412 Follower

    5,0

    Wie gut, dass ich nicht gern Klappentexte lese und auch Covern nicht allzu viel Aufmerksamkeit im Detail schenke. So wurde ich nicht um die Überraschung und das Erstaunen nach dem ersten Viertel des Buches gebracht. So wusste ich nur, es geht um eine Familiengeschichte und konnte mich ganz auf ein ungewöhnliches Erzählerlebnis einlassen. Und genau das empfehle ich auch jedem, der dieses Buch lesen mag: Nach dieser Rezension einfach das Buch kaufen, den Schutzumschlag entfernen (sollte man sowieso immer) und loslesen, ohne vorher noch mal nach rechts und links geguckt zu haben. Rosemary ist als Kind eine unglaubliche Plappertasche, ihr Mund steht niemals still und sie kommt vom hundersten ins tausendste. Der Rat ihrer Eltern: “Wenn dir zwei Dinge einfallen, die du sagen willst, nimm die schönere, die beste Sache!” und “Fang in der Mitte an!” So beginnt die Ich-Erzählerin Rosemary auch in ihrer Erzählung in der Mitte, an dem Tag 1996 als ein Zwischenfall in der Mensa unerwartet dafür sorgt, dass sie an ihre Kindheit erinnert wird. Ihre Kindheit, in der ihre Schwester Fern im Alter von fünf Jahren von einem auf den anderen Tag verschwand. Auch der große Bruder verließ die Familie. Ein doppeltes Trauma, das Rosemary zu einer introvertierten, schweigsamen Frau hat werden lassen. Rosemary sieht sich gezwungen, über die Ereignisse von vielen Jahren nachzudenken und Stück für Stück kommen der jungen Studentin die Erinnerungen wieder. Der Tag an dem das Schweigen Einzug hielt. Als die Mutter die Zeit zunehmend im Bett verbrachte und der Vater, Wissenschaftler und Verhaltensforscher, sich verändert und sich ganz auf nüchterne Betrachtungsweisen zurück zieht. Als der große Bruder aus der Bahn geworfen wird und die fünfjährige Rosemary die Welt nicht mehr versteht. Natürlich möchte ich nicht zuviel vorwegnehmen und verraten, warum Fern ein so besonderes Kind war. Es traf mich wie ein großer Paukenschlag und alle Puzzleteilchen fielen an ihren Platz. Die Ungewissheit, in der man auf den ersten 90 Seiten des Buches gelassen wird, hat mich zugegebenermaßen anfangs zunehmend genervt. Doch Rosemary erklärt, warum sie des Rätsels Lösung um ihre Schwester Fern nicht eher enthüllt und versöhnt somit den Leser für die Durststrecke. Ab dem Augenblick entfaltet Karen Joy Fowlers Roman um eine sehr außergewöhnliche Familiengeschichte eine regelrechte Sogwirkung. Die ganze Bandbreite an Gefühlen wird angesprochen: Man schwankt zwischen Freude, Entsetzen, Erstaunen, Ekel, Wärme, Geborgenheit und Liebe. Beeindruckend ist auch die sehr gute Recherche und wissenschaftliche Detailgenauigkeit. Vieles aus meinem Studium (Psychologie im Nebenfach) habe ich wieder erkannt, Vieles geht darüber hinaus. Fowler erzählt mit vielen Zeitsprüngen, jedoch klar strukturiert. Ihre Sprache ist ausdrucksvoll und kraftvoll. Das Buch gibt einem viel zum Nachdenken auf, lässt philosophische Gedanken anklingen und rührt an Moral und Ethik. Es ist wirklich sehr schwer, dieses Buch zu rezensieren und ihm dabei gerecht zu werden. Ich hätte so unglaublich viel zu sagen und darf es nicht, ohne euch um den Knalleffekt zu bringen. Ob Karen Joy Fowler sich dessen bewusst war, als sie ihre Geschichte konzipierte? Wie soll man das Buch empfehlen, ohne verraten zu dürfen, worum es eigentlich geht? Ihr müsst mir also einfach vertrauen und euch auf eine ungewöhnliche Geschichte mit einem sehr realen Hintergrund einlassen. © Tintenelfe www.tintenhain.de

    23. Sept. 2022

  • domicspinnwand
    domicspinnwand

    27 Follower

    4,0

    Hat ein bissle gedauert, bis ich reingekommen bin - vermutlich auch, weil ich vorher einen über 900seitigen Historienschinken gelesen habe und das war nu mal was ganz anderes. Interessantes Thema, das total un-chronologisch (gibt es das Wort?) erzählt wird. Bin mir nicht sicher, ob etwas "aufgeräumtere" Zeitebenen nicht mehr Ruhe hereingebracht hätten. Das Buch war eine Empfehlung in einem Blog - habe leider vergessen, in welchem - und ich habe mich gefreut, es in unserer Onleihe zu ergattern.

    27. Feb. 2023

  • mereading
    mereading

    4 Follower

    3,0

    I am not completely beside myself after reading this book. It was quite alright. A fast read. Sometimes really interesting and intriguing. Other times it felt like a succession of anecdotes and trivialities and the story kept meandering and digressing. A device I usually enjoy a lot if it’s done right. Here it mostly felt like filler material and kept me wondering what all of this was about. If you’ve heard anything about this book before you might have noticed that the publisher is working really hard not to tell you its actual topic. I am not going to spoil that either since its revelation was one of the best moments in the book. That, however, makes it really hard to talk about this novel at all. As a fairly unreliable narrator, Rosemary Cooke tells us the story of her life; the story of how her two siblings had to leave the family and what it was like to grow up in a house filled with grieve and longing for the past. Just so you know, that there was not a spoiler! Jumping back and forth in her retelling we get glimpses at the past and present and information is only given to the reader piece by piece and only when the narrator feels like it. This stylistic device turns afairly simple story into something more complex but it can sometimes come across as a cheap means to make the plot more interesting. While Rosemary tries to find herself, some interesting themes are explored. Like the importance of childhood memories and how they can be changed, invented, re-invented, repressed, and denied. We get some background knowledge on psychology (that can be a bit too much on the popular science side) and one other very interesting field of study, which I cannot reveal here without telling you the main twist of the story – so I won’t. Other themes and topics are family life, dealing with a shared past, guilt, and how memories can define and shape our personality. What I really did not like was how later in the book the author throws in that pinch of female solidarity as another theme. Maybe I just didn’t notice it earlier but I got the feeling that it was put in quite late and suddenly. It’s like the author thought “oh, I need some feminism in my book as well. I just put it in right here. I don’t want to go all the way back and make it a proper theme”. Meandering. A word that came to mind quite a lot while reading “We Are All Completely Beside Ourselves”. To end this review on a positive note: It was a fast read, I was caught up in the story and simply wanted to know what the narrator was not telling me. All that secrecy and “I’ll tell you later. When I’m ready. Maybe.” was what kept me going. And I was satisfied when all of it was finally revealed. It is a story about family and secrets, and if you like to read about these things than this might not be the first book I’d recommend but it IS a good one.

    7. Sept. 2022

3 von 9 Rezensionen

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