1812
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Beschreibung
Höllenfahrt und menschliche Tragödie
Napoleons Feldzug in Russland war eines der größten militärischen Desaster aller Zeiten und eine menschliche Tragödie von beispiellosen Ausmaßen. Für sein Epos über die Hybris eines Eroberers, den Wahnsinn des Krieges und einen der Wendepunkte der Weltgeschichte hat Adam Zamoyski eine Vielzahl von Augenzeugenberichten in französischer, russischer, deutscher, polnischer und italienischer Sprache ausgewertet. Als Leser hat man teil an den Überlegungen und Entscheidungen Napoleons, des Zaren Alexander I. und der militärischen Befehlshaber beider Seiten. Gleichzeitig kann man den Verlauf der Invasion, das Katz-und- Maus-Spiel der Strategen, die unheimlichen Tage im eroberten, aber brennenden Moskau, den unfassbar grauenvollen Rückzug der Grande Armée nachvollziehen. Nicht etwa nur der eisige Winter zwang die Franzosen in die Knie, sondern politische Fehleinschätzungen schon im Vorfeld des Feldzuges, strategische Fehler, widersprüchliches Handeln und die Unfähigkeit, Versorgung und Nachschub der Truppen zu sichern, führten die katastrophale Niederlage herbei: ein Muster, dem wir hier nicht zum letzten Mal in der Geschichte begegnen.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Adam Zamoyski, geboren 1949, studierte Geschichte und Sprachen in Oxford und lebt als Historiker und Autor in London. Er ist Fellow der Society of Antiquaries, der Royal Society of Arts und der Royal Society of Literature.
Beiträge
Das beste Buch über Geschichte, das ich je gelesen habe. Mit Abstand. Zamoyski berichtet über ein schicksalhaftes Jahr für Europa, einen Wendepunkt in der Geschichte. Eigentlich will Napoleon nur etwas Demut von Zar Alexander, eine anerkennende Geste hinsichtlich der Großartigkeit des kleinen Korsen. Ein Friedensabkommen hätte ihm schon gereicht. Er kommt ihm mit seiner Grand Armee auch entgegen, überquert den Njemen, hofft auf eine schnell gewonnene Schlacht wie schon so häufig davor in Austerlitz, Jena oder in Italien. Doch was machen diese unorganisierten Russen? Ziehen sich immer weiter zurück. Dazwischen ein paar brutale Schlachten in Smolensk und Borodino. Bis nach Moskau dringt Napoleon vor und die Russen geben ihm ihre Hauptstadt kampflos. Und dann beginnt eine Tragödie zwischen September bis Dezember 1812, die einen fassungslos macht. Warum ist Zamoyskis Schreibweise so außergewöhnlich? Aufgrund der Dicke des Werks bleibt kein Aspekt unberücksichtigt. Durch seine Detailtiefe der Berichterstattung bleiben wir nicht auf einer hohen Flugebene und betrachten den Feldzug nicht nur aus strategischen Gesichtspunkten oder aus dem Blick der Kriegsherren. Zamoyski hat so intensiv recherchiert, dass er auch über unzählige Schicksale einfacher Soldaten berichtet, die aus vielen Ländern zusammengestellt wurden, um im Namen der Franzosen zu kämpfen. Unser Geist ist gar nicht in der Lage, das Leid in modernen Kriegen und Genoziden in seiner Gänze erfassen zu können. Sind jetzt 500.000 Franzosen gefallen oder erfroren? Oder was es nur 450.000? Dörfer würden zerstört, Frauen vergewaltigt, gemordet, gebrandschatzt. Alles nur Wörter und Zahlen. Wenn aber jedes Schicksal einer Person zugeordnet werden kann mit Namen und Herkunft, wenn wörtlich aus deren Briefen und Tagebucheinträgen berichtet wird, dann wird das Ausmaß dieser Katastrophe für mich erst greifbar. Zwischenzeitlich dachte ich mal bei diesem desaströsen Rückzug der Franzosen, dass ich nun genug über erfrorene Gliedmaßen, Kanibalismus, Tierquälerei, Gier, Habsucht, Mord und Aufgabe gelesen hätte. Aber im Grunde war jedes Einzelschicksal es wert, erzählt zu werden. Das Buch treibt jemand wie mich, der dem Genre Horror weitgehend aus dem Weg geht, an den Rand des Zumutbaren aufgrund der Masse der Schreckensereignisse. Tolstois Krieg und Frieden ist schon sehr nahe an der Wahrheit dran. Zamoyski veredelt den Klassiker erst richtig. Ich war vor der Lektüre schon kein Anhänger Napoleons gewesen. Nach diesem Buch ist die Begeisterung vieler Menschen für Napoleon zur dieser Zeit, ob einfache Leute oder Gelehrte, kaum nachvollziehbar. 1812 ist die Demaskierung vieler Kriegshelden. Was für eine grausame Tragödie.
Das beste Buch über Geschichte, das ich je gelesen habe. Mit Abstand. Zamoyski berichtet über ein schicksalhaftes Jahr für Europa, einen Wendepunkt in der Geschichte. Eigentlich will Napoleon nur etwas Demut von Zar Alexander, eine anerkennende Geste hinsichtlich der Großartigkeit des kleinen Korsen. Ein Friedensabkommen hätte ihm schon gereicht. Er kommt ihm mit seiner Grand Armee auch entgegen, überquert den Njemen, hofft auf eine schnell gewonnene Schlacht wie schon so häufig davor in Austerlitz, Jena oder in Italien. Doch was machen diese unorganisierten Russen? Ziehen sich immer weiter zurück. Dazwischen ein paar brutale Schlachten in Smolensk und Borodino. Bis nach Moskau dringt Napoleon vor und die Russen geben ihm ihre Hauptstadt kampflos. Und dann beginnt eine Tragödie zwischen September bis Dezember 1812, die einen fassungslos macht. Warum ist Zamoyskis Schreibweise so außergewöhnlich? Aufgrund der Dicke des Werks bleibt kein Aspekt unberücksichtigt. Durch seine Detailtiefe der Berichterstattung bleiben wir nicht auf einer hohen Flugebene und betrachten den Feldzug nicht nur aus strategischen Gesichtspunkten oder aus dem Blick der Kriegsherren. Zamoyski hat so intensiv recherchiert, dass er auch über unzählige Schicksale einfacher Soldaten berichtet, die aus vielen Ländern zusammengestellt wurden, um im Namen der Franzosen zu kämpfen. Unser Geist ist gar nicht in der Lage, das Leid in modernen Kriegen und Genoziden in seiner Gänze erfassen zu können. Sind jetzt 500.000 Franzosen gefallen oder erfroren? Oder was es nur 450.000? Dörfer würden zerstört, Frauen vergewaltigt, gemordet, gebrandschatzt. Alles nur Wörter und Zahlen. Wenn aber jedes Schicksal einer Person zugeordnet werden kann mit Namen und Herkunft, wenn wörtlich aus deren Briefen und Tagebucheinträgen berichtet wird, dann wird das Ausmaß dieser Katastrophe für mich erst greifbar. Zwischenzeitlich dachte ich mal bei diesem desaströsen Rückzug der Franzosen, dass ich nun genug über erfrorene Gliedmaßen, Kanibalismus, Tierquälerei, Gier, Habsucht, Mord und Aufgabe gelesen hätte. Aber im Grunde war jedes Einzelschicksal es wert, erzählt zu werden. Das Buch treibt jemand wie mich, der dem Genre Horror weitgehend aus dem Weg geht, an den Rand des Zumutbaren aufgrund der Masse der Schreckensereignisse. Tolstois Krieg und Frieden ist schon sehr nahe an der Wahrheit dran. Zamoyski veredelt den Klassiker erst richtig. Ich war vor der Lektüre schon kein Anhänger Napoleons gewesen. Nach diesem Buch ist die Begeisterung vieler Menschen für Napoleon zur dieser Zeit, ob einfache Leute oder Gelehrte, kaum nachvollziehbar. 1812 ist die Demaskierung vieler Kriegshelden. Was für eine grausame Tragödie.
Geschichte sehr lebendig erzählt. Das Buch ist voller Zeitzeugenaussagen, die das ganze Grauen dieses Krieges mit erlebbar macht. Teile des Buches konnte ich nur kapitelweise vertragen, da es einfach zu schrecklich war, was Menschen (Soldaten und Zivilisten) und Tiere erleiden mussten. So viele Tote und alles für ein Krieg ohne echtes Ziel. Irgendwie sind sie da reingeschlittert... mit katastrophalen Folgen - auf der eine Seite der Zar und auf der anderen Napoleon.
Beschreibung
Höllenfahrt und menschliche Tragödie
Napoleons Feldzug in Russland war eines der größten militärischen Desaster aller Zeiten und eine menschliche Tragödie von beispiellosen Ausmaßen. Für sein Epos über die Hybris eines Eroberers, den Wahnsinn des Krieges und einen der Wendepunkte der Weltgeschichte hat Adam Zamoyski eine Vielzahl von Augenzeugenberichten in französischer, russischer, deutscher, polnischer und italienischer Sprache ausgewertet. Als Leser hat man teil an den Überlegungen und Entscheidungen Napoleons, des Zaren Alexander I. und der militärischen Befehlshaber beider Seiten. Gleichzeitig kann man den Verlauf der Invasion, das Katz-und- Maus-Spiel der Strategen, die unheimlichen Tage im eroberten, aber brennenden Moskau, den unfassbar grauenvollen Rückzug der Grande Armée nachvollziehen. Nicht etwa nur der eisige Winter zwang die Franzosen in die Knie, sondern politische Fehleinschätzungen schon im Vorfeld des Feldzuges, strategische Fehler, widersprüchliches Handeln und die Unfähigkeit, Versorgung und Nachschub der Truppen zu sichern, führten die katastrophale Niederlage herbei: ein Muster, dem wir hier nicht zum letzten Mal in der Geschichte begegnen.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Adam Zamoyski, geboren 1949, studierte Geschichte und Sprachen in Oxford und lebt als Historiker und Autor in London. Er ist Fellow der Society of Antiquaries, der Royal Society of Arts und der Royal Society of Literature.
Beiträge
Das beste Buch über Geschichte, das ich je gelesen habe. Mit Abstand. Zamoyski berichtet über ein schicksalhaftes Jahr für Europa, einen Wendepunkt in der Geschichte. Eigentlich will Napoleon nur etwas Demut von Zar Alexander, eine anerkennende Geste hinsichtlich der Großartigkeit des kleinen Korsen. Ein Friedensabkommen hätte ihm schon gereicht. Er kommt ihm mit seiner Grand Armee auch entgegen, überquert den Njemen, hofft auf eine schnell gewonnene Schlacht wie schon so häufig davor in Austerlitz, Jena oder in Italien. Doch was machen diese unorganisierten Russen? Ziehen sich immer weiter zurück. Dazwischen ein paar brutale Schlachten in Smolensk und Borodino. Bis nach Moskau dringt Napoleon vor und die Russen geben ihm ihre Hauptstadt kampflos. Und dann beginnt eine Tragödie zwischen September bis Dezember 1812, die einen fassungslos macht. Warum ist Zamoyskis Schreibweise so außergewöhnlich? Aufgrund der Dicke des Werks bleibt kein Aspekt unberücksichtigt. Durch seine Detailtiefe der Berichterstattung bleiben wir nicht auf einer hohen Flugebene und betrachten den Feldzug nicht nur aus strategischen Gesichtspunkten oder aus dem Blick der Kriegsherren. Zamoyski hat so intensiv recherchiert, dass er auch über unzählige Schicksale einfacher Soldaten berichtet, die aus vielen Ländern zusammengestellt wurden, um im Namen der Franzosen zu kämpfen. Unser Geist ist gar nicht in der Lage, das Leid in modernen Kriegen und Genoziden in seiner Gänze erfassen zu können. Sind jetzt 500.000 Franzosen gefallen oder erfroren? Oder was es nur 450.000? Dörfer würden zerstört, Frauen vergewaltigt, gemordet, gebrandschatzt. Alles nur Wörter und Zahlen. Wenn aber jedes Schicksal einer Person zugeordnet werden kann mit Namen und Herkunft, wenn wörtlich aus deren Briefen und Tagebucheinträgen berichtet wird, dann wird das Ausmaß dieser Katastrophe für mich erst greifbar. Zwischenzeitlich dachte ich mal bei diesem desaströsen Rückzug der Franzosen, dass ich nun genug über erfrorene Gliedmaßen, Kanibalismus, Tierquälerei, Gier, Habsucht, Mord und Aufgabe gelesen hätte. Aber im Grunde war jedes Einzelschicksal es wert, erzählt zu werden. Das Buch treibt jemand wie mich, der dem Genre Horror weitgehend aus dem Weg geht, an den Rand des Zumutbaren aufgrund der Masse der Schreckensereignisse. Tolstois Krieg und Frieden ist schon sehr nahe an der Wahrheit dran. Zamoyski veredelt den Klassiker erst richtig. Ich war vor der Lektüre schon kein Anhänger Napoleons gewesen. Nach diesem Buch ist die Begeisterung vieler Menschen für Napoleon zur dieser Zeit, ob einfache Leute oder Gelehrte, kaum nachvollziehbar. 1812 ist die Demaskierung vieler Kriegshelden. Was für eine grausame Tragödie.
Das beste Buch über Geschichte, das ich je gelesen habe. Mit Abstand. Zamoyski berichtet über ein schicksalhaftes Jahr für Europa, einen Wendepunkt in der Geschichte. Eigentlich will Napoleon nur etwas Demut von Zar Alexander, eine anerkennende Geste hinsichtlich der Großartigkeit des kleinen Korsen. Ein Friedensabkommen hätte ihm schon gereicht. Er kommt ihm mit seiner Grand Armee auch entgegen, überquert den Njemen, hofft auf eine schnell gewonnene Schlacht wie schon so häufig davor in Austerlitz, Jena oder in Italien. Doch was machen diese unorganisierten Russen? Ziehen sich immer weiter zurück. Dazwischen ein paar brutale Schlachten in Smolensk und Borodino. Bis nach Moskau dringt Napoleon vor und die Russen geben ihm ihre Hauptstadt kampflos. Und dann beginnt eine Tragödie zwischen September bis Dezember 1812, die einen fassungslos macht. Warum ist Zamoyskis Schreibweise so außergewöhnlich? Aufgrund der Dicke des Werks bleibt kein Aspekt unberücksichtigt. Durch seine Detailtiefe der Berichterstattung bleiben wir nicht auf einer hohen Flugebene und betrachten den Feldzug nicht nur aus strategischen Gesichtspunkten oder aus dem Blick der Kriegsherren. Zamoyski hat so intensiv recherchiert, dass er auch über unzählige Schicksale einfacher Soldaten berichtet, die aus vielen Ländern zusammengestellt wurden, um im Namen der Franzosen zu kämpfen. Unser Geist ist gar nicht in der Lage, das Leid in modernen Kriegen und Genoziden in seiner Gänze erfassen zu können. Sind jetzt 500.000 Franzosen gefallen oder erfroren? Oder was es nur 450.000? Dörfer würden zerstört, Frauen vergewaltigt, gemordet, gebrandschatzt. Alles nur Wörter und Zahlen. Wenn aber jedes Schicksal einer Person zugeordnet werden kann mit Namen und Herkunft, wenn wörtlich aus deren Briefen und Tagebucheinträgen berichtet wird, dann wird das Ausmaß dieser Katastrophe für mich erst greifbar. Zwischenzeitlich dachte ich mal bei diesem desaströsen Rückzug der Franzosen, dass ich nun genug über erfrorene Gliedmaßen, Kanibalismus, Tierquälerei, Gier, Habsucht, Mord und Aufgabe gelesen hätte. Aber im Grunde war jedes Einzelschicksal es wert, erzählt zu werden. Das Buch treibt jemand wie mich, der dem Genre Horror weitgehend aus dem Weg geht, an den Rand des Zumutbaren aufgrund der Masse der Schreckensereignisse. Tolstois Krieg und Frieden ist schon sehr nahe an der Wahrheit dran. Zamoyski veredelt den Klassiker erst richtig. Ich war vor der Lektüre schon kein Anhänger Napoleons gewesen. Nach diesem Buch ist die Begeisterung vieler Menschen für Napoleon zur dieser Zeit, ob einfache Leute oder Gelehrte, kaum nachvollziehbar. 1812 ist die Demaskierung vieler Kriegshelden. Was für eine grausame Tragödie.
Geschichte sehr lebendig erzählt. Das Buch ist voller Zeitzeugenaussagen, die das ganze Grauen dieses Krieges mit erlebbar macht. Teile des Buches konnte ich nur kapitelweise vertragen, da es einfach zu schrecklich war, was Menschen (Soldaten und Zivilisten) und Tiere erleiden mussten. So viele Tote und alles für ein Krieg ohne echtes Ziel. Irgendwie sind sie da reingeschlittert... mit katastrophalen Folgen - auf der eine Seite der Zar und auf der anderen Napoleon.






