Anna Maria Hilal Önder

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Über Anna Maria Hilal Önder

Selbstporträt: Ich bin 1983 in Lohne (Oldenburg) geboren. Meine Eltern gaben mir den Namen Anna Maria. Obwohl meine Eltern eigentlich mit der Kirche, wegen ihrer Verbrechen im Mittelalter, noch nie intensiv etwas zu tun haben wollten, wurde ich getauft, kam zur Kommunion und wurde gefirmt. Ich war also von nun an vollkommen in die kirchliche Gemeinschaft aufgenommen. Viel mitbekommen habe ich hiervon jedoch nicht. Ich glaube, ich kann an einer Hand abzählen, wie oft ich in meinem Leben in der Kirche war. Ich war meinen Eltern deswegen aber auch nicht weiter böse. Nur ein einziges Mal habe ich meine Mutter darum gebeten, mit mir den Gottesdienst zu besuchen. Das war aber eher aus schlechtem Gewissen, da ein Lehrer uns in der Schule sagte, dass alle Menschen, die nicht in die Kirche gehen, Heiden seien. Das war und blieb mein einziger freiwilliger Kirchengang, denn mir hat, obwohl ich gerne geglaubt hätte, der ganze christliche Glaube schon als Kind irgendwie nicht zugesagt. So habe ich die Kirche also nur besucht, wenn wir von der Schule aus hingegangen sind. Ich fand es auch sehr beschämend, aus fester Überzeugung zu sagen, „Ich bin Christ“. Das war so ein kindliches, inneres Gefühl. Trotzdem war ich an bestimmten religiösen Dingen doch interessiert. Mit den Geschichten der Propheten habe ich mich zum Beispiel sehr gerne beschäftigt. Als ich von meinem Onkel und meiner Tante eine sogenannte Kinderbibel geschenkt bekommen habe, konnte ich mich nicht sattlesen. Insgesamt bin ich jedoch eher wenig religiös aufgewachsen, sondern habe mich, wie viele Menschen heutzutage, eher danach gerichtet, was ich im Fernsehen oder in Zeitschriften zu sehen bekam. So bin ich dann groß geworden, habe meinen qualifizierten Realschulabschluss gemacht, mein Fachabitur nachgeholt und schließlich eine Ausbildung zur Diätassistentin begonnen. Geschrieben habe ich schon immer gerne. Doch dass ich tatsächlich irgendwann mein eigenes Buch veröffentlichen würde, hätte ich mir nie erträumen lassen... Meinen Mann habe ich schon sehr früh kennengelernt. Er war Moslem und sprach von Anfang an über den Islam. Wie er so selbstverständlich über seinen Glauben erzählte und mir hierdurch immer wieder den richtigen Weg wies, wofür ich ihm über alles dankbar bin, faszinierte mich auf Anhieb, denn ich hätte dies zu jener Zeit über den christlichen Glauben nicht getan und verspürte eine ganz starke Verbindung.