Zwischen den Dörfern auf hundert

Zwischen den Dörfern auf hundert

Hardcover
4.48

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Beschreibung

Dresden, Sommer 2006. Während Deutschland im Zuge der Fußball-WM eine neue Arglosigkeit im Umgang mit nationalen Symbolen entwickelt, sind Benny, seine beste Freundin Maren und ihre Clique auf "Anti-Schland"-Kurs. Weil sie wissen, wohin Patriotismus führen kann. Und weil sie Punks sind. Bei Pogo-Partys im Jugendzentrum Rosaluchs, Straßenschlachten mit der Polizei und Kollisionen mit Neonazi-Banden erleben sie das Erwachsenwerden im Schleudergang. Bennys Alltag ist ein Taumel zwischen Gefahren und Glücksmomenten. Hinzu kommen die unvermeidlichen Wirrungen der Pubertät: Eskalationen im Elternhaus, Planlosigkeit in Sachen Zukunft, Verselbstständigung der Hormone. Und dann ist da noch dieser komische Kuss mit seinem Kumpel Arne, der Benny deutlich mehr beschäftigt als ihm lieb ist. Nach seinen Theatererfolgen "Weißer Raum" und "Deutsche Feiern" legt Lars Werner mit "Zwischen den Dörfern auf hundert" seinen ersten Roman vor. Hellsichtig und humorvoll zeichnet er das Porträt einer ostdeutschen Jugend, die den DDR Sozialismus nur noch aus Erzählungen kennt, dem nachfolgenden Erstarken des Neonazismus dagegen täglich ausgesetzt ist. So ist dieses Debüt nicht nur eine ambivalente literarische Liebeserklärung an Dresden und sein Umland, sondern auch ein lakonischer Kommentar auf die Zerrissenheit der deutschen Gesellschaft. Das Ringen zwischen Gestern und Heute, Herkunft und Ankunft, Mainstream und Queerness, Stadt und Provinz -- all das steckt drin im drängenden Lebenshunger von Lars Werners Ich-Erzähler Benny. Er demontiert den Mythos vom Sommermärchen -- indem er sein eigenes erzählt.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
248
Preis
24.70 €

Beiträge

3
Alle
4.5

Authentische Schreibweise und ein sehr nahbarer Protagonist

Das Buch spielt in den Sommern 2005/2006. Benni, der Protagonist, lebt mit seinen Eltern in einem kleinen Dorf bei Dresden. Die Sommer sind heiß und Benni ist frustriert. Von allem eigentlich. Er gehört zu der Generation, die die Nachwirkungen der DDR sehr aktiv spüren, ohne die Wende selbst aktiv miterlebt zu haben. Das hat viele Auswirkungen, auf ihn, seinen Wohnort, seine Eltern, das allgemeine Klima. Er findet seinen Weg in die linke Szene der 2000ern und dort Freundschaft, Musik und ein Umfeld, in dem er sich anfängt wohlzufühlen. Der Autor schreibt auf eine sehr authentische Art, wie es Benni geht, was das alles mit ihm macht. Das politische Gesellschaftsgefühl im Osten auf dem Land wird deutlich eingefangen und ist daher eine Empfehlung für alle, die sich für die Auswirkungen der Umbruchzeit interessieren, Nachwendepolitik im Osten Deutschlands auf persönlicher Ebene und alle, die in Sachsen ihre Heimat haben.

4

Einblick in die linke Jugendszene der Nullerjahre im Osten

4

„Zwischen den Dörfer auf hundert“ wirkt beim Klappentext ein wenig, wie ein Bruder oder eine Schwester von „Nullerjahre“ von Hendrik Bolz und hat doch eine ganze andere Ebene. Nicht nur, weil die Geschichte statt in Stralsund in Dresden und dem Dresdner Umland spielt. Die Geschichte von Lars Werner ist an vielen Stellen nicht so direkt und „in die Fresse“, wie bei Hendrik Bolz, aber gerade dieses lässt sie umso stärker wirken. Auch die klare Haltung gegen rechts und das Abtauchen und Verknüpfen von linken (Sub-)Kulturen sorgen für eine ganz andere Ebene, die aber eben auch die viel tiefer eindringen lässt. Wer „Nullerjahre“ mochte, wird „Zwischen den Dörfern auf hundert“ lieben.

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