Zu wenig vom Guten

Zu wenig vom Guten

Hardcover
4.411

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Beschreibung

Ein bewegender Roman über Heimat, Verlust und die Sehnsucht nach einem Platz in der Welt

Endlich echte Schweizerin werden – das ist der größte Wunsch der namenlosen Ich-Erzählerin mit ungarischen Wurzeln. Doch die familiären Bande sind so eng wie das Arbeiterhaus, in dem sie sich mit ihrer älteren Schwester und dem Großvater das Zimmer teilen muss.
Nach dessen Tod driftet die Familie zusehends auseinander, und die ältere Schwester bricht aus – sie ist kaum noch zu Hause, stürzt sich in die Jugendunruhen, die Anfang der 80er-Jahre das konservative Zürich aufmischen. Für die Jüngere ist klar: Nur eine von ihnen darf rebellieren. Doch als ihre Schwester eines Tages ganz verschwindet, begibt sie sich auf deren Spuren. Und das bleibt nicht ohne Konsequenzen.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Weitere Themen
Format
Hardcover
Seitenzahl
256
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Katinka Ruffieux, wurde 1968 in der Schweiz geboren und wuchs in einer ungarischen Familie auf. Sie lebt und arbeitet in der Nähe von Zürich. 2019 gewann sie mit ihrer Kurzgeschichte »Streuner« den Wettbewerb des Literaturhauses Zürich. Es folgten das Wanderbuch »Auf den Spuren der Literatur« und das SRF-Hörspiel »Kalter Kaffee«. 2023 war sie Stipendiatin der Bayerischen Akademie des Schreibens am Literaturhaus München, wo sie an ihrem Romandebüt »Zu wenig vom Guten« arbeitete.

Beiträge

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Alle
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„Zu wenig vom Guten“ von Katinka Ruffieux Verlag: Arche Katinka Ruffieux erzählt in ihrem Debütroman von einer ungarischen Familie in der Schweiz, einem Land, das inzwischen zwar ihr Zuhause ist, aber nicht ihre Heimat. Und Ungarn? Ist es ebenso wenig. Das Haus wie eine Forelle, im Sommer das Maul weit geöffnet, die Mauern voller Schuppen, das Innere ein riesiger Fischbauch. Drei Abteile, drei Familien und in den Abteilen Kammern, die man nie ganz für sich hat. Die namenlose Ich-Erzählerin lebt mit ihrer Familie beengt in einer Wohnung, teilt sich das Zimmer mit Schwester und Großvater. Ihr Wunsch nach Zugehörigkeit ist riesig, fast übermächtig. Sie versucht, sich anzupassen – mal schweizerisch, mal ungarisch. Doch ihre ungarischen Wurzeln lassen eine schweizerische Zugehörigkeit nicht zu. Sobald sie die Sprache wechselt, immer bemüht, Deutsch zu sprechen, fühlt sie es: die Andersartigkeit, das Nicht-Dazugehören, das Fremde. Sie wünscht sich Gleichartigkeit und versteht nicht, warum ihre Familie nicht denselben Wunsch hat. Auf Deutsch möchte sie gefallen, auf Ungarisch ist sie laut und fordernd. Doch selbst nach der Einbürgerung ändert sich wenig. Es ist nur ein Papier und wie ihre Schwester sagt: 
Wir sind nichts weiter als Papierlischwiizer! Als der Großvater stirbt, bricht die Familie auseinander. Der Vater zieht aus, die Mutter macht sich als Heiratsvermittlerin selbständig, die Schwester rebelliert gegen alles. Sie schließt sich radikalen Bewegungen an, nimmt Drogen, richtet ihre Wut gegen Politik, Vater, Männer - gegen so vieles. Ihre Worte verletzen, und die Erzählerin versucht, das Negative der Schwester innerhalb der kleinen Restfamilie auszugleichen. Bis die Schwester verschwindet. Die Erleichterung der Erzählerin ist da , doch sie wiegt nicht so schwer wie die Angst der Mutter. Also macht sie sich auf die Suche. Sie raucht Gras, schließt sich dem Krawall an – der schwimmenden Demo – doch ihre Schwester bleibt verschwunden. Es gibt immer mehr als eine Zukunft! Ist das so? Und wie nennt man das? Zukünfte? Diese Frage stellt sich die Schwester. Ihre Gedanken sind anders, ungebändigter als die unserer angepassten Erzählerin. Aber eine muss ja anständig und normal sein, oder? Und dann liegt sie in einem Sarg aus Glas, wird ausgestellt, alle ziehen an ihr vorbei und die Erzählerin fragt sich immer wieder: Warum? Poetisch und feinfühlig erzählt die Autorin ungeschönt von Grenzen, Verlusten und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit – nach Akzeptanz und Verständnis. Die innere Zerrissenheit der Ich-Erzählerin ist eindringlich beschrieben. Als Leser:in spürt man ihre Sehnsucht, die Tiefe dieser Geschichte über eine ungarische Familie in der Schweiz. Ruffieux zeigt, was es heißt, sein Land zu verlassen, neue Wurzeln zu schlagen und wie viel Anpassung nötig ist, um nicht zu verzweifeln. Zwei Schwestern – zwei Wege. Migration passiert nicht nur im Außen, sondern auch im Inneren – dort, wo sie unsichtbar bleibt. Ein beeindruckendes Debüt.

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ZU WENIG VOM GUTEN Katinka Ruffieux ET: 09.07.2025 „Ich kann den Tod meiner Schwester nicht begreifen, aber ich habe ihn verstanden. Möglich, dass ich ihn irgendwann verzeihe, ihr und mir, aber auch jedem anderen“. (S. 246) Katinka Ruffieux erzählt die Geschichte von zwei Schwestern, die mit ihrer ungarischstämmigen Familie in der Nähe von Zürich leben – zwischen Sehnsucht und Angst, Hoffnung und Verlust. Sie warten auf die Einbürgerung wie auf einen erlösenden Moment, bemühen sich, unsichtbar zu bleiben, angepasst zu wirken, ja keinen Fehler zu machen, der diesen Traum zerstören könnte. Die Autorin führt uns in den „Fischbau“, ein großes Mehrfamilienhaus, das seit der Flucht aus Ungarn ihr Zuhause ist. Der Platz ist knapp – die Mädchen teilen sich ein Schlafzimmer mit dem Großvater, die Waschmaschine steht im Wohnzimmer. Wir riechen den Duft ungarischer Speisen, die die Mutter liebevoll auf den Tisch stellt. Und obwohl wir von der ersten Seite an wissen, dass die Schwester der namenlosen Ich-Erzählerin sterben wird, hoffen wir bis zuletzt, dass sich das Schicksal noch umstimmen lässt. Doch nach dem Tod des Großvaters zerbricht das fragile Gleichgewicht. Der Vater verlässt die Familie, und ohne ihn fühlen sie sich nicht mehr vollständig. Die Schwester verliert den Halt, sucht Freiheit – und findet sie in der falschen Gesellschaft. Die Mutter, erschöpft und gezwungen, wieder zu arbeiten, hat keine Kraft mehr, sich zu kümmern. Die Abwärtsspirale beginnt: Drogen, falsche Freunde – und eines Abends kommt sie nicht mehr nach Hause. Katinka Ruffieux hat mit zarter Sprache und feinem Gespür für Zwischentöne ein eindrucksvolles Debüt geschaffen. Besonders ihre kleinen, poetischen Wortspiele verleihen dem Text eine leise Schönheit. Es ist ein Roman über Migration, Verlust, Zugehörigkeit und Sehnsucht – nach einer Heimat, die in der Fremde niemals ganz zu finden ist. All das verdichtet die Autorin zu einer Atmosphäre, die lange nachhallt. 5/5

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„Zu wenig vom Guten“ ist ein sprachgewaltiger Roman, in dem es um Migration, Zugehörigkeit und Familienbande geht! Wir begleiten die namenlose Ich-Erzählerin, welche mit ihrer Familie aus Ungarn in die Schweiz immigriert und dort mit einigen Hürden und Schicksalsschlägen aufwächst. Der feine Erzählton mit Metaphern hat mir gut gefallen 🥰.

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