ZEIT DER STERNSCHNUPPEN

ZEIT DER STERNSCHNUPPEN

Taschenbuch
2.01

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Beschreibung

Immer, wenn im Juli und August am Nachthimmel Sternschnuppen aufleuchten, erinnert sich Hans Weyden an das Abenteuer seines Lebens. Sie hieß Aul, hatte langes schwarzes Haar und trug zu jeder Stunde ein enganliegendes Trikot, denn auf dem sechsten Jupitermond, wo sie sich mit ihrem Vater vorübergehend aufhielt, gibt es keine Jahreszeiten und keine Mode, übrigens auch keinen Spiegel. Hans Weyden war in ihrem Leben der erste Mann – und voraussichtlich auch der letzte. Aber bevor es zu einem herzzerreißenden Abschied kommt, nehmen wir zusammen mit Hans Weyden und dem Dackel Waldi Kurs auf den Jupiter und betreten an seiner Seite eine wunderliche Welt, in der unvorstellbare Zukunft und längst vermoderte Vergangenheit eine seltsame Ehe miteinander eingegangen sind. Ahnungsvoll begleiten wir Weyden bei seiner Rückkehr zur Erde und wünschen ihm, er möge sich der unabwendbar auf ihn zukommenden Entscheidungen gewachsen zeigen... Herbert Ziergiebel schrieb mit ZEIT DER STERNSCHNUPPEN ein modernes Märchen über einen Menschen unserer Tage. Er legt ihn so an, dass Weyden manchmal unseren Widerspruch herausfordert, ja, man möchte ihn öfter bei den Ohren nehmen und ihn kräftig schütteln, damit er begreift, dass er nicht der Nabel der Welt ist und dass ein wenig Selbstkritik und Bescheidenheit ihn trefflich kleiden würden. Die Verbindung von Utopie und Wirklichkeit, in der utopischen Literatur äußerst selten anzutreffen, ist für den Leser außerordentlich reizvoll. Ziergiebels Roman bietet dafür ein gutes Beispiel. ZEIT DER STERNSCHNUPPEN, erstmals im Jahr 1972 veröffentlicht, erscheint als durchgesehene Neuausgabe im Apex-Verlag in der Reihe KOSMOLOGIEN – SCIENCE FICTION AUS DER DDR.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Abenteuer
Format
Taschenbuch
Seitenzahl
396
Preis
14.99 €

Autorenbeschreibung

Herbert Ziergiebel (* 27. Juni 1922 in Nordhorn; † 11. September 1988 in Berlin) war ein deutscher Schriftsteller.

Beiträge

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Alle
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Der Science-Fiction-Roman, bzw. "Phantastischer Roman", wie man es '81 in der DDR anscheinend noch lieber genannt hat, ist nicht schlecht. Vor allem ist er aber auch nicht gut. "Zeit der Sternschnuppen" erzählt - wie so viele SF-Geschichten - von einem First-Contact. Er steigt aber - leider - mit einem Vorausblick auf das Ende ein. Diese oft gewählte Erzählmethode verärgert mich. Man hätte auch einfach chronologisch erzählen können. Solche Vorausblicke sollen wohl Spannung steigern. In Chronologie passiert also Folgendes im Roman: Ein Künstler entwickelt ein Plakat für die - Achtung, Wink mit dem Zaunpfahl - "Welt von morgen". Er lebt aber auf dem Land, in der DDR heißt das: in LPG-Nähe, worauf auch ein bisschen angespielt wird. Eines Nachts landet auf dem Feld ein UFO - fliegt aber wieder weg. Einige Freunde, ein Dackel und zwei "Mädchen" kommen zu einer Party. Dass diese "Mädchen" wohl am nächsten Tag mit ihm zusammen ganz selbstverständlich den Abwasch machen sollen, offenbart die unterschwellige Misogynie, die den gesamten Roman durchzieht. Die Ehefrau kommt immer nur eigenartig am Rande vor. Zu dem Abwasch kommt es nicht mehr, da nachts wieder das UFO landet. Der Protagonist steigt auf Einladung von "Aliens" ein und schafft es nicht mehr, seinen Freunden Auf Wiedersehen zu sagen. Der Dackel schleicht sich mit ins UFO (soll also eine Art "Lustiger-Sidekick"-Funktion übernehmen). Sie fliegen zu einem Jupitermond. Dort ist die Station einer außerirdischen Intelligenz aus einer fernen Galaxis. Die "Aliens" sind nur die von dieser Intelligenz programmierte Roboter. Es gibt aber Leben in dem durchhöhlten und menschenfreundlich gemachten Jupitermond: Ein Vater und seine Tochter. Die aber sind auch keine Aliens, sondern Menschen, die aufgrund der Zeitrelativität von Raumreisen bereits im Alten Orient aus Babylon kurz vor der Belagerung durch Sargon mit dem Ufo mitgereist sind - im Weltall ist deutlich weniger Zeit verstrichen. Der Protagonist soll nun der Mann der Tochter werden, damit sie und ihr Vater die lange Reise zurück zu der Herkunft der außerirdischen Intelligenz aufnehmen können- das ist auch der Grund, warum er überhaupt mitgenommen wurde. Die außerirdische Intelligenz ist nämlich nur als Gehirn in einer Nährflüssigkeit mitgereist. Auf seinem Planeten aber gibt es wohl menschenähnliche Geschöpfe, da sich Leben überall unter ähnlichen Bedingungen entwickelte (der Autor nennt da das Stichwort "homo sapiens universalis"). Doch sie sind wissenschaftlich viel weiter - und in anderen Dimensionen, was auch immer das bedeuten soll. Einen "Sinn des Lebens" haben sie aber auch nicht gefunden, außerdem merkt der Protagonist, wie sehr er an der Erde hängt. Er sieht es auch am Vater, der nämlich nach wie vor töpfert, sich Hühner hält, obwohl er auf dem Jupitermond ist, und eigentlich ein sehr einsames, langweiliges Leben führt. Also entscheidet sich der Protagonist in einem schmerzlichen Prozess, doch nicht mit ins Ungewisse zu reisen, sondern zurückzukehren. Zurück auf der Erde wird ihm nicht geglaubt und er wird in eine psychiatrische Anstalt gesteckt. Wie gut, dass die Tochter sich entscheidet, ihn aus dieser Misere zu retten, indem sie ihre überlegende Alien-Technik anwendet, um den Psychologen zu überzeugen, der ihr zwar glaubt und den Protagonisten freilässt, aber dann selbst wegen dieser phantastischen Geschichte von seinen Kollegen arretiert wird. Die Tochter aber geht trotzdem auf die Reise, also müssen sich die beiden trennen. Die Wochen vor dem Abflug "grüßt" sie ihn aber, indem sie "Sternschnuppen" regnen lässt (eigentlich Kartoffeln, die sie mit auf dem Jupitermond genommen hat). Es wird auf Faust von Goethe angespielt (auch wieder misogyn: das ewig-Weibliche zeige sich bei der Tochter durch ihr Lavieren), ebenso auf Hamlets Sein oder Nichtsein von Shakespeare. Zwei anscheinend einschlägige "außerirdisches-Leben"-Zitate von Autoritäten werden als Widmung benutzt: Wilhelm v.Humboldt: "Die Erde ist ein Prüfungs- und Bildungsort, eine Stufe zu Höherem und Besserem; man muß hier die Kraft gewinnen, das Außerirdische zu fassen." Giordano Bruno: "Der gesunde Menschenverstand kann es sich nicht vorstellen, daß all diese zahllosen Welten, die so prachtvoll sind wie unsere eigene oder sogar noch viel schöner, nicht von ähnlichen oder gar besseren Lebewesen bewohnt werden." Und schließlich wird noch ohne nähere Nennung zitiert: "Dem Land, wo die Luft wie süßer Most, entfliehst du - zu schön ist der Käfig. - Die Erde, auf der du gefroren im Frost, die liebst du heftig und ewig..."

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