Was von meinem Vater bleibt

Was von meinem Vater bleibt

Hardcover
3.919

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Beschreibung

Der Überraschungserfolg aus Brasilien – eine umwerfende Vater-Sohn-Geschichte

„Vor dem Hintergrund der sozialen und politischen Geschichte Brasiliens zeichnet der Autor José Henrique Bortoluci das Leben seines Vaters nach, der als Lkw-Fahrer tätig war. Gleichzeitig analysiert er seinen eigenen Weg als Aufsteiger in eine andere soziale Klasse. Ein großartiges Buch.“ DIDIER ERIBON

Was der Familie bleibt, sind nur zwei Postkarten und ein paar vergilbte Rechnungen. Fünfzig Jahre lang hat Didi, der Vater von José Henrique Bortoluci, als LKW-Fahrer in Brasilien gearbeitet und Hunderttausende von Kilometern zurückgelegt, immer auf der Straße, immer allein, weit weg von der Familie. In diesem Buch lässt Bortoluci seinen Vater erstmals von seinen Erlebnissen erzählen. Er schafft das Porträt eines einfachen Mannes, der den Bau der Transamazônica, die Abholzung des Regenwalds, den rasanten Ausbau des Landes und die Spuren des vermeintlichen Fortschritts erlebt hat. Die Strecke, die Didi mit dem LKW zurücklegt, ist dabei auch die Kluft, die sich zwischen seinem Leben und dem seines Sohnes, dem der soziale Aufstieg gelingt, auftut. Eine berührende Hommage an die Beziehung von Vater und Sohn, und an ein Leben, das bleibt.

»Eine herausragende Geschichte über Männlichkeit, Vaterschaft und über den sozialen Aufstieg von Bortoluci, dem Sohn von Eltern, die keinen Zugang zu Bildung hatten.« Folha de S. Paulo

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
175
Preis
20.60 €

Autorenbeschreibung

José Henrique Bortoluci, geboren 1984, stammt aus einer einfachen Familie. Aufgewachsen in Jaú, Brasilien, studierte er Soziologie in São Paulo und promovierte an der University of Michigan. Seit 2015 unterrichtet er als Professor an der Getúlio Vargas Foundation in São Paulo und forscht zu Politik, Gesellschaftstheorie, Demokratie und sozialen Bewegungen. Sein Debüt über seinen Vater erscheint in zehn Sprachen.

Beiträge

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Alle
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Ist Bortolucci die männliche Stimme Annie Ernauxs‘?! 🤔💕

„Was von meinem Vater bleibt“ ist in Form eines biografischen Essays des Autors und Soziologen José Roberto Bortolucci geschrieben, in dem wir nicht nur Brasilien auf eine tiefgründige Weise neu entdecken. Wir erfahren die Geschichte seines Vaters, Didi, der als Lkw-Fahrer von 1965 bis 2015 seine Brötchen verdient und viel unterwegs erlebt hat. Durch die abenteuerlichen Episoden, die er in seinen langen Touren, die ihn von den Straßen im Südosten bis zum unerforschten Norden dieses riesigen Landes führten, entwickelte er einen gar historischen Blick, den nur jemand haben kann, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Das ganze Buch hindurch kommen wir in den Genuss von Didis Erzählungen und Erlebnissen. Auch der harte Tobak bleibt nicht außen vor und so erfahren wir der Krebsdiagnose des Vaters und dessen Behandlung - eine schwere Zeit, voller nervenaufreibender Situationen. Bortolucci bietet sowohl eine Perspektive auf die Anforderungen, die eine solche Diagnose an eine Familie stellt, als auch an ein Individuum oder die Gesellschaft. Mit ebenso viel Empathie wie Liebe schildert er die komplexen Zusammenhänge. Er wirft auch einen Blick auf das Land Brasilien und die strukturellen Wandlungen die in vierzig Jahren zu tiefgreifenden Veränderungen führen - aus einer Perspektive der Arbeiterklasse heraus. Ihm selbst geling der soziale Aufstieg im Gegensatz zu seinen Eltern. Ein Kontrast entwickelte sich zwischen ihm, dem erfolgreichen Soziologen mit Doktortitel und seinen Eltern, die nur wenig Bildung genossen und in der Arbeiterklasse verharrten. „Was von meinem Vater bleibt“ von José Henrique Bortolucci bietet reichlich Diskussionsstoff und das nicht nur auf einer soziologischen Ebene, auch die Krebsdiagnose des Vaters und dessen Auswirkungen haben mich dazu angeregt, das Gespräch mit Menschen aus meinem Umfeld zu suchen - wie toll, wenn ein Buch dazu in der Lage ist! Ich würde José Roberto Bortolucci als die männliche Stimme Annie Ernauxs’ bezeichnen - oft habe ich während der Lektüre an sie gedacht und Parallelen erkannt (ich lasse es mal ein wenig in mir arbeiten und bin gespannt, ob ich bei der Ansicht bleibe oder sie revidiere 🙃). Es ist zwar nur ein schmales Büchlein mit seinen 175 Seiten, aber mir hat es eine anregende Lesezeit (mit sowohl emotionalen Momenten, als auch Momenten der Empörung) verschafft. Fazit: Lesenswert!

5

In „Was von meinem Vater bleibt“ nähert sich José Henrique Bortoluci dem Leben seines Vaters Didi, einem brasilianischen Fernfahrer, der über Jahrzehnte fast ständig auf den Straßen war. Der Sohn, inzwischen Akademiker und Soziologe, erzählt die Geschichte durch eine Mischung aus Erinnerungen und Interviews mit seinem Vater, um dessen Leben, Einsamkeit und Stolz authentisch einzufangen. Dabei entdeckt Bortoluci seinen Vater in einer Tiefe, die ihm als Kind nie zugänglich war, und die geographische wie soziale Distanz zwischen beiden wird spürbar. Das einfühlsame Porträt eröffnet einen faszinierenden Blick auf ein halbes Jahrhundert brasilianischer Geschichte. Vom Bau der Transamazonica über die Abholzung des Regenwaldes bis hin zum beschleunigten Wachstum des Landes. Emotional bewegt das Buch, weil es Didi weder idealisiert noch dessen beschwerliches Leben romantisiert. Es zeigt ihn als „vergessenen Helden“, der seine Familie mit harter Arbeit versorgte, dabei aber die Liebe und Verbundenheit, die er seinem Sohn entgegenbrachte, kaum zeigen konnte. Ich denke für Bortoluci wird die Geschichte seines Vaters so zu einer ehrlichen Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Realität Brasiliens, die auch Themen wie den sozialen Auf-/Abstieg und dem Miterleben der Umweltzerstörung anspricht. Bortoluci verleiht seinem Vater eine Stimme und lässt dessen Geschichte in all ihrer Tiefe bestehen. Diese berührende Hommage zeigt, wie familiäre Bindungen uns prägen – selbst aus der Ferne. Die ruhige, klare Erzählweise schafft eine Intimität, die der Vater-Sohn-Geschichte Tiefe verleiht. Ein Buch, das ich jedem ans Herz lege, der persönliche Lebensgeschichten liebt.

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Eine liebevolle Hommage an den Vater, mit Reflexionen über Vaterschaft und Männlichkeit 👌

5

Eines der besten Bücher des Jahres.

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