Vergiss nicht zu tanzen, Hanna
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Mareike Busch ist das Pseudonym eines Autors, der bisher vor allem Kriminalromame verfasst hat. Für dieses Buch hat er - auch im Andenken an seine Mutter, die das Vorbild für die Hauptfigur Hanna war - einen weiblichen Autorennamen gewählt. Er lebt in Köln und in Portugal.
Beiträge
Eine sehr bewegende Geschichte ❤️
Eine sehr bewegende Geschichte! Anne reist zu ihrer Mutter Hanna, um sie in den letzten Lebenstagen zu begleiten. Nach ihrem Tod findet sie ein Buch, welches von ihrer Mutter geschrieben wurde. Von diesem Zeitpunkt an erfährt man die Geschichte aus der Sicht von der sechsjährigen Hanna (1938) und ihrer Familie. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich konnte es gar nicht zur Seite legen. Ich habe so mit Hanna und ihrer Familie gelitten. Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd und sehr angenehm zu lesen. Von mir eine Leseempfehlung!

Das Cover ist sehr schön und auch der Titel passt recht gut zum Inhalt. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und auch die Kapitel haben eine schöne Länge. Ich konnte sehr gut in die Geschichte um Hanna während des zweiten Weltkriegs eintauchen. Es war spannend den Krieg mal aus einer selten eingenommen Perspektive der Katholiken zu erleben, die zwar auch als minderwertig angesehen wurden, aber erstmal recht verschont blieben. Wir erleben die ganzen Kriegsjahre sehr detailliert. Auch das Ende des Krieges und die nur kurz anhaltende Freude darüber. Hanna und ihre Geschwister und ihre Freunde der Großvater - alles richtig authentische und gute Figuren. Bis dahin hat es mir wirklich sehr gut gefallen. Die Flucht, die darauf folgt wird mir im Vergleich leider viel zu kurz abgefrühstückt. Und auch die Rahmenhandlung in 2002, die im Klappentext doch eine Im Fokus stehende Rolle einnimmt wird nur ganz kurz und schnell angeschnitten. Ich finde das Buch im Großteil sehr gut. Allerdings bin ich der Meinung, dass im Klappentext ein falscher Fokus gesetzt wird und die Rahmenhandlung hätte ich persönlich nicht benötigt.
Ein Buch, das ich nicht vergessen werde. Seine Besonderheit liegt in der Erzählweise über die Nationalsozialiste Zeit, Krieg und Flucht, die mir so noch nicht begegnet sind. Dies hat mich so angesprochen und bewegt, dass dies Buch unvergessen sein wird. Alle Ereignisse werden aus der Sicht und mit dem Verständnis der heranwachsenden Hanna erzählt. (Außer die Rahmengeschichte) Das gibt dem Roman das besondere, einmalige. Mir hat dies außergewönlich gut gefallen. Nostalgische Beschreibungen des Lebens vor dem Krieg in Westpommern, das durch die Nationalsozialisten, Diskriminierung, Zwist, Überwachung Gewalt, Brutalität zerstört wird. Dann der Krieg und das Leben danach. All dies hat Hanna erlebt, die am Beginn des Buches verstirbt. Ihrer Tochter und den Söhnen hinterlässt sie ein handschriftlich verfassten Büchlein in dem sie von sich erzählt und so lernt ihre Tochter eine andere Seite ihrer Mutter kennen. Hannas Familie, mit Großvater, zog Ende der 1920ger Jahre nach Westpommern, um dem Aufkeimen der Nationalsozialisten zu entkommen, was bekanntlich nicht gelang. Sie sind fleißig und erarbeiten sich einen bescheidenen Wohlstand auf ihrem Bauernhof. Dieser Teil liest sich so harmonisch und idyllisch. Dann kommt Hanna in die Schule und bald beginnt der Krieg. Mich hat sehr erregt wie die kleine Hanna vom Lehrer behandelt wurde, da sie nicht nationalsozialistischen Normen entsprach. Menschenverachtend und gleichzeitig die "Anbetung" des Führers. Eine grausame Zeit. Und für gläubiger Katholiken gibt es zusätzlich vieles, das ein Leben in dieser Zeit erschwert. Hannas Geschichte wird nüchtern und schnörkellos, fast wie ein Bericht, erzählt. Das lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Trotzdem gingen mir viele Begebenheiten sehr nahe. Ich konnte mit ihr schmunzeln, mich aufregen, ängstigen, mitleiden und hoffen. Die Geschichte der Familie während der Nazizeit ist sehr fesselnd und spannend. Auch gut dargestellt wird, wie schwer es für wissbegierige Kinder war die Welt zu begreifen und zu verstehen. Denn das ist Hanna. Neugierig, klug, liebevoll. Es gelingt der Autorin hervorragend, die Entwicklung der Hanna darzustellen. Glaubhaft und nachvollziehbar sind die politischen, wirtschaftlichen und familiären Verhältnisse der damaligen Zeit mit dem Verständnis und den unbeantworteten Fragen eines heranwachsenden Kindes. Das ist ausgezeichnet gelungen. Nichts wird beschönigt, nichts aufgepauscht. So wie ein Kind es verstehen konnte. Die Rahmengeschichte hätte ich nicht gebraucht, gab aber dem ganzen eine zusätzliche Spannung. Ein sehr gutes Buch, das ich gern weiterempfehlen werde! LESENSWERT!
Wir befinden uns zu Beginn des Buches im Jahr 2002, als Anne zu ihrer Mutter Hanna reist, weil diese im Sterben liegt. Hanna hat ihren beiden Kindern ein Buch hinterlassen, welches sie selbst geschrieben hat und in dem sie von ihrer Kindheit und Jugend erzählt. Nach dem ersten Kapitel springen wir als Leser also in die späten 1930er und 40er Jahre. Hanna ist dort sechs Jahre alt und tritt demnächst ihren ersten Schultag an. Sie lebt mit ihren drei Geschwistern, ihren Eltern und ihrem Großvater auf einem Bauernhof in der kleinen Stadt Berlinchen. Ihre Familie ist streng katholisch und besonders zu ihrem Großvater hat sie ein enges Verhältnis. Es wird über 500 Seiten von dem Leben zur Zeit des Krieges berichtet, was es für Auswirkungen auf die Familie und die restliche Bevölkerung hatte. Das Geschwister in den Krieg geschickt wurden, Nachbarn nicht mehr wieder kamen und wie Hoffnung und Resignation miteinander einhergehen. Als Hanna 8 Jahre alt ist, bekommt sie eine kleine Schwester namens Rosa. Sie hat eine angeborene Fehlbildung der Lippen- Kiefer- Gaumenspalte. Umgangssprachlich wird es auch "Hasenscharte" genannt. Dies hatte natürlich viele unangenehme Arztbesuche zur Folge. Gerade zur Zeit des Nationalsozialismus. Außerdem war Rosa beeinträchtigt, konnte nicht richtig sprechen. Hanna hat sich wie eine Mutter um sie gekümmert. Zwischen den beiden entstand eine sehr tiefe Verbindung. Es ließ sich durch den anschaulichen und intensiven Schreibstil sehr gut lesen. Ich fand es interessant und bedrückend gleichermaßen. Gegen Ende bauschte sich das alles mit der Flucht aus Berlinchen weiter auf. Dort passierte ein tragisches Unglück. Im letzten Kapitel lesen wir wieder aus der Perspektive von Anne, die das Buch ihrer Mutter nun beendet hat und Maßnahmen ergreift. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, allerdings fand ich es etwas schade, das es auf knapp 500 Seiten (von 576) ausschließlich um Hanna`s Perspektive ging. Vielleicht hätte ab und an ein Sprung in die Gegenwart zu Anne oder ihrem Bruder mal ganz gut getan. ⭐⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen
authentische Erzählweise aus Hannas kindlicher Perspektive
Im Rahmen einer Leserunde durfte ich dieses Buch lesen und äußere hier meine persönliche Meinung. Wir erleben die nationalsozialistische Zeit aus der Perspektive von Hannah. Der Leser erlebt eine Kindheit in Kriegszeiten. Wir lernen Hannah als 6-jähriges Mädchen kennen und beenden das Buch als sie 13 Jahre alt ist. Hannah wächst in einem kleinen idyllischen Dorf in Westpommern auf. Die Familie, mit Großvater, ist fleißig und erarbeitet sich einen bescheidenen Wohlstand auf ihrem Bauernhof. Kein Leben im Luxus, sondern harter ehrlicher Arbeit. Dieser Teil des Buches liest unglaublich harmonisch. Als Hannah dann in die Schule kommt, beginnt der zweite Weltkrieg. In der Schule hat sie Lehrer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die kleine Hanna, entspricht nicht nationalsozialistischen Normen und wird drangsaliert sowie misshandelt. Die Persönlichkeit von Hannah habe ich zunächst als naiv und unwissend empfunden. Man darf jedoch nicht ihr Alter vergessen. Hannah stellt Fragen und erscheint mir durchaus als wissbegierig, sie möchte die Welt begreifen und verstehen. Ich verstehe nur nicht, warum sie viele Dinge nicht weiß, während ihre Mitschüler gut informiert sind. Wahrscheinlich wollten ihre Eltern wollten vor den Schrecken des Krieges und den menschenverachtenden Taten der Nationalsozialisten schützen. Ich bin hin und hergerissen, sie ist doch noch ein Kind: Aufklärung oder Schutz? Es gab Phasen im Buch, die ich als unglaublich intensiv empfunden habe. So die Geburt und Entwicklung ihrer Schwester Rosa. Sie wird mit einer Hasenscharte geboren und muss etliche ärztliche Untersuchungen über sich ergehen lassen. Die Sorgen und Ängste der Familie um die verzögerte Entwicklung von Rosa und das späte Sprechen bzw. gar-nicht-Sprechen ist zu spüren. Schade fand ich, dass zwischenzeitlich Rosa kaum noch Thema war. Ich hatte schon mit Euthanasie und furchtbaren Ereignissen auf dem Hof gerechnet. Es kam dann doch anders. Hannas heile Welt gerät aus den Fugen, als ihr bester Freund Martin fort ist und später ihr geliebter Großvater stirb und zeitgleich die Russen in ihr Dorf vorrücken und sie fliehen müssen. Unterwegs geschieht das Unglaubliche, die kleine Schwester Rosa verschwindet. Die vorherrschenden Ängste und Gefühle kann ich mir kaum vorstellen. Zusammenfassend habe ich das Buch jedoch als eher nüchtern empfunden, es wird nichts beschönigt oder aufgebauscht. Die Ängste, Sorgen und Nöte die es in diesem Krieg gibt, werden eher beiläufig erwähnt. Vielleicht auch, weil der Krieg im Dorf anders erlebt wird als in den zerbombten Großstädten und auch, weil der Leser die Geschehnisse aus der Perspektive von Hannah erlebt. Die letzten Tage des Krieges, die Vertreibung aus dem Dorf wurde auf wenigen Seiten erzählt, das fand ich überraschend, hatte der Leser zuvor doch eine Detailtreue und sehr bildhafte Beschreibungen über weite Teile des Buches erlebt. Auch sehr schade fand ich die kurzweilige Suche nach der inzwischen 60-jährigen Rosa. Die kurze Rahmenhandlung, in die die Geschichte eingebettet ist, ist meiner Meinung nach „nice to have“, aber nicht zwingend nötig. Alternativ hätte man zwischendurch einen Perspektivwechsel einbringen können. Ich tue mich schwer mit dem Buchtitel und dem Cover. Lange habe ich mich gefragt was der Titel und die bildliche Darstellung mit dem Inhalt zu tun haben. In den Beschreibungen sieht Hannah anders aus und es suggeriert, dass sie allein auf der Flucht ist. Irgendwie passt das für mich nicht zusammen. Auch der Titel wird relativ weit am Ende des Buches einmal kurz erwähnt. Mein Fazit: Interessant war die Erzählperspektive, das war mal etwas anderes. Die Kindheit von Hannah wird ausführlich dargestellt. Der Schreibstil ist der Perspektive des Kindes bzw. der heranwachsenden Hannah angepasst. Schade, dass die Vertreibung so wenig Platz im Roman gefunden hat und dann viele Fragen offen bleiben. Das plötzliche Ende ist stark verdichtet und passt daher nicht zu der Detailtreue des Romans, sehr schade.
2. Weltkrieg aus Sicht eines Mädchens
Sehr einfacher Erzählstil, vermutlich um die Kindperspektive von Hanna auf den zweiten Weltkrieg zu untermauern. Daher geht das Buch aber auch wenig in die Tiefe. So richtig gepackt hat es mich nicht. Die Rahmenhandlung aus der Zukunft wird am Ende viel zu schnell abgearbeitet, so dass sie für mich wenig Sinn ergibt.
Eine Kindheit im Krieg Westpommern 1938, im Mittelpunkt steht die Geschichte der Familie Gehrken, die sich in dem kleinen Dorf ein neues Leben aufgebaut hat. Sie arbeiten hart, sind tief im katholischen Glauben verwurzelt und immer hilfsbereit den Mitmenschen gegenüber. Die Familie besteht aus den Eltern Paula und Bernhard, dem Großvater, Hanna und ihren drei Brüdern. Später wird noch die kleine Schwester Rosa geboren, der Hannas ganzes Herz gehört. Das Besondere an der Geschichte ist, dass sie aus der Perspektive von Hanna erzählt wird, also auch mit all ihren kindlichen Gedanken und Empfindungen. Die Herrschaft der Nationalsozialisten macht auch vor dem kleinen Dorf nicht halt und wir erleben hautnah, wie die Ideologie das Leben der Familie beeinflusst und ein Dorf zunehmend in zwei Lager gespalten wird. Wir begleiten die Familie und Hanna bis zur Flucht im Jahr 1945. Das Buch liest sich wirklich gut. Aber es gibt auch Kritikpunkte. Die Welt von Hanna bleibt erstaunlich unberührt und der Familie scheint es an wenig zu fehlen, was etwas verharmlosend wirkt. Das Thema der Flucht wurde relativ kurz abgehandelt, obwohl dort etwas Wesentliches passiert, das Hanna bis an ihr Lebensende begleiten wird. Das Buchende war für mich leider sehr unrealistisch. Insgesamt aber ein Roman, der sich gut lesen ließ und einen EInblick in diese dunklen Jahre gegeben hat.
Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Mareike Busch ist das Pseudonym eines Autors, der bisher vor allem Kriminalromame verfasst hat. Für dieses Buch hat er - auch im Andenken an seine Mutter, die das Vorbild für die Hauptfigur Hanna war - einen weiblichen Autorennamen gewählt. Er lebt in Köln und in Portugal.
Beiträge
Eine sehr bewegende Geschichte ❤️
Eine sehr bewegende Geschichte! Anne reist zu ihrer Mutter Hanna, um sie in den letzten Lebenstagen zu begleiten. Nach ihrem Tod findet sie ein Buch, welches von ihrer Mutter geschrieben wurde. Von diesem Zeitpunkt an erfährt man die Geschichte aus der Sicht von der sechsjährigen Hanna (1938) und ihrer Familie. Die Geschichte hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Ich konnte es gar nicht zur Seite legen. Ich habe so mit Hanna und ihrer Familie gelitten. Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd und sehr angenehm zu lesen. Von mir eine Leseempfehlung!

Das Cover ist sehr schön und auch der Titel passt recht gut zum Inhalt. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und auch die Kapitel haben eine schöne Länge. Ich konnte sehr gut in die Geschichte um Hanna während des zweiten Weltkriegs eintauchen. Es war spannend den Krieg mal aus einer selten eingenommen Perspektive der Katholiken zu erleben, die zwar auch als minderwertig angesehen wurden, aber erstmal recht verschont blieben. Wir erleben die ganzen Kriegsjahre sehr detailliert. Auch das Ende des Krieges und die nur kurz anhaltende Freude darüber. Hanna und ihre Geschwister und ihre Freunde der Großvater - alles richtig authentische und gute Figuren. Bis dahin hat es mir wirklich sehr gut gefallen. Die Flucht, die darauf folgt wird mir im Vergleich leider viel zu kurz abgefrühstückt. Und auch die Rahmenhandlung in 2002, die im Klappentext doch eine Im Fokus stehende Rolle einnimmt wird nur ganz kurz und schnell angeschnitten. Ich finde das Buch im Großteil sehr gut. Allerdings bin ich der Meinung, dass im Klappentext ein falscher Fokus gesetzt wird und die Rahmenhandlung hätte ich persönlich nicht benötigt.
Ein Buch, das ich nicht vergessen werde. Seine Besonderheit liegt in der Erzählweise über die Nationalsozialiste Zeit, Krieg und Flucht, die mir so noch nicht begegnet sind. Dies hat mich so angesprochen und bewegt, dass dies Buch unvergessen sein wird. Alle Ereignisse werden aus der Sicht und mit dem Verständnis der heranwachsenden Hanna erzählt. (Außer die Rahmengeschichte) Das gibt dem Roman das besondere, einmalige. Mir hat dies außergewönlich gut gefallen. Nostalgische Beschreibungen des Lebens vor dem Krieg in Westpommern, das durch die Nationalsozialisten, Diskriminierung, Zwist, Überwachung Gewalt, Brutalität zerstört wird. Dann der Krieg und das Leben danach. All dies hat Hanna erlebt, die am Beginn des Buches verstirbt. Ihrer Tochter und den Söhnen hinterlässt sie ein handschriftlich verfassten Büchlein in dem sie von sich erzählt und so lernt ihre Tochter eine andere Seite ihrer Mutter kennen. Hannas Familie, mit Großvater, zog Ende der 1920ger Jahre nach Westpommern, um dem Aufkeimen der Nationalsozialisten zu entkommen, was bekanntlich nicht gelang. Sie sind fleißig und erarbeiten sich einen bescheidenen Wohlstand auf ihrem Bauernhof. Dieser Teil liest sich so harmonisch und idyllisch. Dann kommt Hanna in die Schule und bald beginnt der Krieg. Mich hat sehr erregt wie die kleine Hanna vom Lehrer behandelt wurde, da sie nicht nationalsozialistischen Normen entsprach. Menschenverachtend und gleichzeitig die "Anbetung" des Führers. Eine grausame Zeit. Und für gläubiger Katholiken gibt es zusätzlich vieles, das ein Leben in dieser Zeit erschwert. Hannas Geschichte wird nüchtern und schnörkellos, fast wie ein Bericht, erzählt. Das lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Trotzdem gingen mir viele Begebenheiten sehr nahe. Ich konnte mit ihr schmunzeln, mich aufregen, ängstigen, mitleiden und hoffen. Die Geschichte der Familie während der Nazizeit ist sehr fesselnd und spannend. Auch gut dargestellt wird, wie schwer es für wissbegierige Kinder war die Welt zu begreifen und zu verstehen. Denn das ist Hanna. Neugierig, klug, liebevoll. Es gelingt der Autorin hervorragend, die Entwicklung der Hanna darzustellen. Glaubhaft und nachvollziehbar sind die politischen, wirtschaftlichen und familiären Verhältnisse der damaligen Zeit mit dem Verständnis und den unbeantworteten Fragen eines heranwachsenden Kindes. Das ist ausgezeichnet gelungen. Nichts wird beschönigt, nichts aufgepauscht. So wie ein Kind es verstehen konnte. Die Rahmengeschichte hätte ich nicht gebraucht, gab aber dem ganzen eine zusätzliche Spannung. Ein sehr gutes Buch, das ich gern weiterempfehlen werde! LESENSWERT!
Wir befinden uns zu Beginn des Buches im Jahr 2002, als Anne zu ihrer Mutter Hanna reist, weil diese im Sterben liegt. Hanna hat ihren beiden Kindern ein Buch hinterlassen, welches sie selbst geschrieben hat und in dem sie von ihrer Kindheit und Jugend erzählt. Nach dem ersten Kapitel springen wir als Leser also in die späten 1930er und 40er Jahre. Hanna ist dort sechs Jahre alt und tritt demnächst ihren ersten Schultag an. Sie lebt mit ihren drei Geschwistern, ihren Eltern und ihrem Großvater auf einem Bauernhof in der kleinen Stadt Berlinchen. Ihre Familie ist streng katholisch und besonders zu ihrem Großvater hat sie ein enges Verhältnis. Es wird über 500 Seiten von dem Leben zur Zeit des Krieges berichtet, was es für Auswirkungen auf die Familie und die restliche Bevölkerung hatte. Das Geschwister in den Krieg geschickt wurden, Nachbarn nicht mehr wieder kamen und wie Hoffnung und Resignation miteinander einhergehen. Als Hanna 8 Jahre alt ist, bekommt sie eine kleine Schwester namens Rosa. Sie hat eine angeborene Fehlbildung der Lippen- Kiefer- Gaumenspalte. Umgangssprachlich wird es auch "Hasenscharte" genannt. Dies hatte natürlich viele unangenehme Arztbesuche zur Folge. Gerade zur Zeit des Nationalsozialismus. Außerdem war Rosa beeinträchtigt, konnte nicht richtig sprechen. Hanna hat sich wie eine Mutter um sie gekümmert. Zwischen den beiden entstand eine sehr tiefe Verbindung. Es ließ sich durch den anschaulichen und intensiven Schreibstil sehr gut lesen. Ich fand es interessant und bedrückend gleichermaßen. Gegen Ende bauschte sich das alles mit der Flucht aus Berlinchen weiter auf. Dort passierte ein tragisches Unglück. Im letzten Kapitel lesen wir wieder aus der Perspektive von Anne, die das Buch ihrer Mutter nun beendet hat und Maßnahmen ergreift. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, allerdings fand ich es etwas schade, das es auf knapp 500 Seiten (von 576) ausschließlich um Hanna`s Perspektive ging. Vielleicht hätte ab und an ein Sprung in die Gegenwart zu Anne oder ihrem Bruder mal ganz gut getan. ⭐⭐⭐⭐,5 | 5 Sternen
authentische Erzählweise aus Hannas kindlicher Perspektive
Im Rahmen einer Leserunde durfte ich dieses Buch lesen und äußere hier meine persönliche Meinung. Wir erleben die nationalsozialistische Zeit aus der Perspektive von Hannah. Der Leser erlebt eine Kindheit in Kriegszeiten. Wir lernen Hannah als 6-jähriges Mädchen kennen und beenden das Buch als sie 13 Jahre alt ist. Hannah wächst in einem kleinen idyllischen Dorf in Westpommern auf. Die Familie, mit Großvater, ist fleißig und erarbeitet sich einen bescheidenen Wohlstand auf ihrem Bauernhof. Kein Leben im Luxus, sondern harter ehrlicher Arbeit. Dieser Teil des Buches liest unglaublich harmonisch. Als Hannah dann in die Schule kommt, beginnt der zweite Weltkrieg. In der Schule hat sie Lehrer, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die kleine Hanna, entspricht nicht nationalsozialistischen Normen und wird drangsaliert sowie misshandelt. Die Persönlichkeit von Hannah habe ich zunächst als naiv und unwissend empfunden. Man darf jedoch nicht ihr Alter vergessen. Hannah stellt Fragen und erscheint mir durchaus als wissbegierig, sie möchte die Welt begreifen und verstehen. Ich verstehe nur nicht, warum sie viele Dinge nicht weiß, während ihre Mitschüler gut informiert sind. Wahrscheinlich wollten ihre Eltern wollten vor den Schrecken des Krieges und den menschenverachtenden Taten der Nationalsozialisten schützen. Ich bin hin und hergerissen, sie ist doch noch ein Kind: Aufklärung oder Schutz? Es gab Phasen im Buch, die ich als unglaublich intensiv empfunden habe. So die Geburt und Entwicklung ihrer Schwester Rosa. Sie wird mit einer Hasenscharte geboren und muss etliche ärztliche Untersuchungen über sich ergehen lassen. Die Sorgen und Ängste der Familie um die verzögerte Entwicklung von Rosa und das späte Sprechen bzw. gar-nicht-Sprechen ist zu spüren. Schade fand ich, dass zwischenzeitlich Rosa kaum noch Thema war. Ich hatte schon mit Euthanasie und furchtbaren Ereignissen auf dem Hof gerechnet. Es kam dann doch anders. Hannas heile Welt gerät aus den Fugen, als ihr bester Freund Martin fort ist und später ihr geliebter Großvater stirb und zeitgleich die Russen in ihr Dorf vorrücken und sie fliehen müssen. Unterwegs geschieht das Unglaubliche, die kleine Schwester Rosa verschwindet. Die vorherrschenden Ängste und Gefühle kann ich mir kaum vorstellen. Zusammenfassend habe ich das Buch jedoch als eher nüchtern empfunden, es wird nichts beschönigt oder aufgebauscht. Die Ängste, Sorgen und Nöte die es in diesem Krieg gibt, werden eher beiläufig erwähnt. Vielleicht auch, weil der Krieg im Dorf anders erlebt wird als in den zerbombten Großstädten und auch, weil der Leser die Geschehnisse aus der Perspektive von Hannah erlebt. Die letzten Tage des Krieges, die Vertreibung aus dem Dorf wurde auf wenigen Seiten erzählt, das fand ich überraschend, hatte der Leser zuvor doch eine Detailtreue und sehr bildhafte Beschreibungen über weite Teile des Buches erlebt. Auch sehr schade fand ich die kurzweilige Suche nach der inzwischen 60-jährigen Rosa. Die kurze Rahmenhandlung, in die die Geschichte eingebettet ist, ist meiner Meinung nach „nice to have“, aber nicht zwingend nötig. Alternativ hätte man zwischendurch einen Perspektivwechsel einbringen können. Ich tue mich schwer mit dem Buchtitel und dem Cover. Lange habe ich mich gefragt was der Titel und die bildliche Darstellung mit dem Inhalt zu tun haben. In den Beschreibungen sieht Hannah anders aus und es suggeriert, dass sie allein auf der Flucht ist. Irgendwie passt das für mich nicht zusammen. Auch der Titel wird relativ weit am Ende des Buches einmal kurz erwähnt. Mein Fazit: Interessant war die Erzählperspektive, das war mal etwas anderes. Die Kindheit von Hannah wird ausführlich dargestellt. Der Schreibstil ist der Perspektive des Kindes bzw. der heranwachsenden Hannah angepasst. Schade, dass die Vertreibung so wenig Platz im Roman gefunden hat und dann viele Fragen offen bleiben. Das plötzliche Ende ist stark verdichtet und passt daher nicht zu der Detailtreue des Romans, sehr schade.
2. Weltkrieg aus Sicht eines Mädchens
Sehr einfacher Erzählstil, vermutlich um die Kindperspektive von Hanna auf den zweiten Weltkrieg zu untermauern. Daher geht das Buch aber auch wenig in die Tiefe. So richtig gepackt hat es mich nicht. Die Rahmenhandlung aus der Zukunft wird am Ende viel zu schnell abgearbeitet, so dass sie für mich wenig Sinn ergibt.
Eine Kindheit im Krieg Westpommern 1938, im Mittelpunkt steht die Geschichte der Familie Gehrken, die sich in dem kleinen Dorf ein neues Leben aufgebaut hat. Sie arbeiten hart, sind tief im katholischen Glauben verwurzelt und immer hilfsbereit den Mitmenschen gegenüber. Die Familie besteht aus den Eltern Paula und Bernhard, dem Großvater, Hanna und ihren drei Brüdern. Später wird noch die kleine Schwester Rosa geboren, der Hannas ganzes Herz gehört. Das Besondere an der Geschichte ist, dass sie aus der Perspektive von Hanna erzählt wird, also auch mit all ihren kindlichen Gedanken und Empfindungen. Die Herrschaft der Nationalsozialisten macht auch vor dem kleinen Dorf nicht halt und wir erleben hautnah, wie die Ideologie das Leben der Familie beeinflusst und ein Dorf zunehmend in zwei Lager gespalten wird. Wir begleiten die Familie und Hanna bis zur Flucht im Jahr 1945. Das Buch liest sich wirklich gut. Aber es gibt auch Kritikpunkte. Die Welt von Hanna bleibt erstaunlich unberührt und der Familie scheint es an wenig zu fehlen, was etwas verharmlosend wirkt. Das Thema der Flucht wurde relativ kurz abgehandelt, obwohl dort etwas Wesentliches passiert, das Hanna bis an ihr Lebensende begleiten wird. Das Buchende war für mich leider sehr unrealistisch. Insgesamt aber ein Roman, der sich gut lesen ließ und einen EInblick in diese dunklen Jahre gegeben hat.











