Träume aus Feuer

Träume aus Feuer

Hardcover
4.329

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Beschreibung

Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst schenkt ihm deshalb die Pfaueninsel zwischen Potsdam und Berlin, damit er im Geheimen in seiner Zauberwerkstatt aus dem Feuer eine neue Welt erschaffen kann. Aus seinem Ofen entsteigt am Ende ein Glas, wie es zuvor kein Menschenauge je gesehen hatte: rot wie ein Rubin. Schnell wird es eines der begehrtesten Luxusgüter Europas.

Mitten im Barock geht Johannes Kunckel den Schritt von der Magie zur Chemie. Und schreibt damit Geschichte.

Florian Illies erzählt diese nun auf seine unnachahmliche Weise neu - voll Atmosphäre, voller Einfühlung in die Vergangenheit, voller Poesie und Witz.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Fachbücher
Sub-Genre
Kunst
Format
Hardcover
Seitenzahl
144
Preis
20.60 €

Autorenbeschreibung

Florian Illies, Jahrgang 1971, war Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, leitete das Auktionshaus Grisebach und ist Mitherausgeber der Zeit. Mit seinem Welterfolg 1913. DER SOMMER DES JAHRHUNDERTS begründete Illies ein neues Genre. Zuletzt erschienen von ihm die Bestseller ZAUBER DER STILLE über Caspar David Friedrich und WENN DIE SONNE UNTERGEHT. FAMILIE MANN IN SANARY.

Beiträge

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Alle
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Aus den wilden Zeiten des Barock

Florian Illies hat hier eine wunderschöne kleine Novelle hingezaubert über die Pfaueninsel im Jahre 1685, als Brandenburg von einem Kurfürsten regiert wurde, der in die zauberhaften Dinge aus farbigem Glas, die sein Hofalchimist Johannes Kunckel kunstvoll fertigt, vernarrt ist. Seine romantischen Naturbeschreibungen von Havel und Insel haben mir richtig gut gefallen, ich habe mich hier zum Langsamlesen gezwungen, um seine Wortfindungen genießen zu können und auf mich wirken zu lassen. Aber auch seine Darstellung des höfischen Lebens war sehr spannend für mich.

4

Eine wundervolle geschichtliche Anekdote.

4

In der Sommer- und Reisezeit lese ich gern Geschichten aus der Vergangenheit unseres Landes und so habe ich zu einem Buch von Florian Illies gegriffen, auf das ich bei Instagram aufmerksam geworden bin. Die Pfaueninsel, inmitten der Havel bei Potsdam wurde vor ca. 350 Jahren vom Kurfüst Wilhelm von Brandenburg (etc) dem Alchemisten und Glaskünstler Johannes Kunckel geschenkt. Natürlich mit dem Auftrag, hier Gläser für das Kurfürstendamm zu produzieren. Berichtsmäßig und gleichzeitig mit erzählerischem Geschick berichtet der Autor über die kurze Zeitspanne vom Eirken des Kunckel in Brandenburg. Sehr interessant werden die politischen, wirtschaftlichen und familiären Hintergründe beschrieben. Mir gefiel die Lektüre dieses kurzen Büchlein ausgesprochen gut. Ein umfassendes Bild der damaligen Zeit entstand vor meinen Augen. Auch die Pfaueninsel mit ihrer Natur und der Aufbau der kleinen Fabrik sind gut vorstellbar. Das Nachwort mit dem Zeitregister hat das Wissen um den zeitlichen Kontext bereichert. Florian Illies hat mir diese Zeit gut nahe gebracht, gut erzählt. Sein Erzählstil hat mir sehr gefallen, nüchtern, sachlich, informativ. Gern hätte ich noch mehr aus dieser Zeit erfahren oder wäre noch intensiver in das Leben der Menschen eingetaucht, aber "in der Kürze liegt die Würze". So auch hier. Nun muss ich nur noch nach Potsdam reisen und die Pfaueninsel besichtigen.

5

"Träume aus Feuer" ist ein atmosphärisch dichtes, elegant erzähltes historisches Porträt, das Florian Illies’ typische Mischung aus Feuilleton-Leichtigkeit, präziser Recherche und feinem Witz erneut bestätigt. Die Stärke des Buches liegt in seiner Verdichtung: Auf knapp 120 Seiten gelingt Illies ein überraschend vielschichtiges Bild des Alchemisten Johannes Kunckel und der Pfaueninsel – zugleich faszinierend, poetisch und pointiert. Illies bleibt seinem Erfolgsrezept treu: Er verbindet historische Fakten mit einer modernen, zugänglichen Sprache und einer Prise ironischer Distanz. Kritiken betonen seine Fähigkeit, aus Geschichte „Abenteuergeschichten“ zu machen und Vergangenheit mit leichter Hand lebendig werden zu lassen. Auch Leser:innen heben hervor, wie Illies mit wenig Dialog, aber großer sprachlicher Präzision Szenen, Beziehungen und höfische Dynamiken zeichnet. Im Zentrum steht Johannes Kunckel, Alchemist, Naturphilosoph und kurzzeitiger Besitzer der Pfaueninsel. Illies erzählt seinen Aufstieg und Fall als eine Art barockes Start-up-Drama – inklusive politischer Intrigen, wissenschaftlicher Visionen und persönlicher Abhängigkeiten. Illies inszeniert Kunckel als eine Art „300 Jahre alten Elon Musk“ – ein visionärer Tüftler, der zwischen Genie, Größenwahn und höfischer Politik zerrieben wird. Auf nur 120 Seiten vermittelt Illies erstaunlich viel Wissen über Alchemie, Glasherstellung, höfische Machtspiele und die Pfaueninsel. Die Pfaueninsel wird zu einem fast mythischen Ort – abgeschieden, geheimnisvoll, voller Möglichkeiten und Gefahren. Illies verwebt historische Tatsachen mit erzählerischer Freiheit und legt offen, welche Quellen er nutzt. "Träume aus Feuer" ist ein glänzendes kleines Buch: elegant, klug, atmosphärisch und voller erzählerischer Energie. Illies gelingt es, eine wenig bekannte historische Figur ins Zentrum zu rücken und ihr eine moderne Relevanz zu geben. Wer Illies’ Stil liebt – die Mischung aus Bildung, Leichtigkeit und pointierter Beobachtung – wird dieses Buch verschlingen. Wer eine umfassende wissenschaftliche Biografie sucht, könnte sich mehr Tiefe wünschen.

5

»Ein Traum, im Feuer geboren. Ein Traum, im Feuer verloren.«

Die Pfaueninsel liegt unweit von Berlin inmitten der Havel. Eben jene kleine Insel war 1685 ein Geschenk des Kurfürsts von Brandenburg, Friedrich Wilhelm, an den Alchemisten Johannes Kunckel. Dieser stand – in der Hoffnung, dass er dazu fähig ist aus minderen Materialien Gold zu erschaffen – als Geheimer Kammerdiener in seinem Dienst. Als Gegenleistung für die Insel soll er auf dieser weiterhin Gläser aus leuchtenden Farben erschaffen, denen der Kurfürst und insbesondere seine Gemahlin so verfallen sind. So lässt sich Kunckel innerhalb weniger Monate seine Arbeitsstätte errichten und erfüllt die Aufträge des Kurfürsten, auch wenn diese oftmals über sein eigenes Können – auch in zeitlicher Hinsicht – hinauszugehen scheinen. Nachdem Kunckel knapp zwei Jahre auf der Insel sein Handwerk erledigte, aus goldenen Dukaten rubinrote Gläser und aus Kobalt blaue Meisterwerke fertigte, stirbt sein Unterstützer und er muss sich dem Neid dessen Sohnes sowie des gesamten Hofstaats stellen. Schon während dem Lesen dieses Buchs war klar, es gibt kein passenderes Buch für das erste Programm des neuen Verlags Pfaueninsel als ein Buch, das sich mit eben jener Insel und seinem Alchemisten beschäftigt. Aber damit nicht genug. Florian Illies ist ein begnadeter Erzähler, der es versteht, mit Worten zu jonglieren und die Lesenden dadurch an den Text zu fesseln! Er begeistert mit einer präzisen und stilbewussten Sprache, die atmosphärisch verdichtet sprachgewaltige Bilder erzeugt, welche den Leser*innen das Gefühl vermittelt selbst durch die Havel zur Pfaueninsel zu fahren und die Schwankungen des Wetters mitzuerleben. Das alles trotz des relativ knappen Umfangs. Am liebsten würde ich mir sofort den Schauplatz – die Pfaueninsel – selbst anschauen wollen und vielleicht mache ich das ja auch bald.

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