Top Girls

Top Girls

Hardcover
3.513

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Beschreibung

Es ist November. In der Kälte Wiens bewegt sich Liv durch endlose Nächte, WG-Partys und ausbeuterische Theaterproben. Nähe bringt nichts als Entfremdung und die Liebe bleibt nur eine Geste. Ein Leben, das sowohl glitzert als auch zerfällt – in einer Stadt, die niemals bloße Kulisse ist, sondern ein lebendiger Organismus, der denkt, spricht und atmet. Livs Leben glitzert so falsch wie die Pelze der Top-Girls auf der Halbgasse, und fast ist es eine Erlösung, dass ein schmerzhafter Bruch, ein ungeheures Ereignis sie aus der Fassade reißt. Nach Wochen der Schlaflosigkeit macht sie sich auf an den einzigen Ort, an dem Wandlung noch möglich scheint. Ana Drezga schreibt rasant und gnadenlos über städtische Erschöpfung, Verlust und Einsamkeit. Ein Roman wie ein Clubsong – laut, hypnotisch, aufwühlend. Dann wieder unerwartet zart und dabei so ehrlich …

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
N/A
Format
Hardcover
Seitenzahl
120
Preis
22.00 €

Autorenbeschreibung

In Bosnien geboren und in Oberösterreich aufgewachsen. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaften an der Universität Wien. Ihre Theaterstücke und Regiearbeiten wurden unter anderem am Volkstheater Hundsturm und am Deutschen Staatstheater Timișoara gezeigt. Sie erhielt mehrere Stipendien und Literaturpreise, darunter den Hauptpreis der Exil-Literaturpreise, den Wiener Werkstattpreis (Sonderpreis) und das Dramatik-Stipendium der Stadt Wien. Für einen Auszug aus ihrem Romandebüt "Top Girls" erhielt sie einen der Floriana-Literaturpreise 2024.

Beiträge

5
Alle
3

Den Debütroman 'Top Girls' von Ana Drezga kann man schwer anhand einer Story beschreiben, sondern als Gefühl oder noch eher als Rausch. Wir begleiten Liv und ihre Mitbewohner Dana und Nore durch den kalten November in Wien. Hin und wieder eine wilde Party mit offenem Ende - ekstatisch. Liv ist Tänzerin am Theater, aber es ist nicht ihre Passion. Sie ist eine Suchende, verloren gegangen in dieser großen Stadt. Sie ist auf der Suche nach sich selbst, nach Schlaf, nach Liebe und nach ihren Gefühlen. Bindungs- und Existenzängste machen ihr das Leben schwer. Nach einem Schicksalsschlag in der Familie besucht sie ihre alte Heimat und findet auch dort keine Ruhe. Die Top Girls in Livs Straße sind Spiegel ihrer Seele und repräsentieren für mich die Vergänglichkeit der schillerndsten Momente. Ein Buch, das einen durch die Seiten treibt, wie der harte Bass durch eine Clubnacht. Meine Lesevorliebe hat es nicht ganz getroffen - das Tempo war mir persönlich zu schnell und ich damit leicht überfordert.

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3.5

Ich gebe es zu, es war zu Beginn etwas schwierig in das Buch hineinzukommen. Der Schreibstil ist fragmentiert und sprunghaft. Allerdings passt das sehr gut zu der Szenerie. Künstler und Freischaffende feiern zusammen eine wilde Party und springen von einem Thema zum nächsten. Liv lebt in Wien und arbeitet als Tänzerin am Theater. Man bekommt einen sehr guten Eindruck von den Leistungsanforderungen in dieser Szene. Das Besondere an diesem Buch ist der unglaublich gute Transport der Atmosphäre und die Melancholie in der sich Liv befindet. Sie wirkt verloren, teilweise verzweifelt und ist auf der Suche nach sich selbst. Ein weitere Besonderheit sind die interessanten und komischen Nebencharaktere, wie zum Beispiel die Nachbaroma.

5

. Ein leiser poetischer Roman über das Dahinschwinden… Erwachsen werden und sich selbst wiederfinden! Dieses Buch hat mich gepackt und nicht wieder loslassen wollen… ich bin begeistert! 5/5 ⭐️ . Worum geht es genau… Liv, Theatertänzerin ist in einer kleinen WG in Wien zu Hause, lebt ein vermeintlich lockeres Leben. Doch das Leben glitzert und zerfällt gleichermaßen. Wie das Leben der „Top Girls“ in der Wiener Nacht. Der Glitzer verschwindet jedoch komplett , die Fassade reißt nach einen schmerzhaften Bruch. . Wir begleiten Liv als Erzählerin durch einen kurzen intensiven Abschnitt ihres Lebens und werden durch Drezgas Schreibweise förmlich hineingezogen in die Geschichte. Liv ist Tänzerin und in der Theaterwelt Wiens zu Hause! Doch ist sie wirklich zu Hause? Zwischen Proben, Parties, WG- Leben und Gefühlen, die sie nicht richtig einordnen kann verliert sie sich immer mehr und schwindet dahin ohne es zu merken. Es geht nicht so sehr um den Plot als um ein Gefühl, eine Atmosphäre die hier erschaffen wird. In einem Augenblick feiern wir mit Liv eine wilde Party in dunkler Nacht, im anderen Augenblick fallen wir mit Liv in ein tiefes Loch voller Fragen. Livs Geschichte spiegelt die Zerrissenheit einer ganzen Generation wieder. Große Gefühle, Rauschzustände, Aufopferung und Existenzängste, die es mühelos zulassen sich selbst nicht mehr vollkommen wahrzunehmen. Auf nur wenigen Seiten schafft Drezga eine intensive Gefühlswelt zwischen Licht und Schatten. „Top Girls“ ist ein melancholischer Song, der durch seine Zäsur einen Lichtblick erzeugt. Eine Geschichte ohne klaren Anfang und klares Ende, die es verdient gelesen zu werden!

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Ana Drezgas Großstadtroman „Top Girls“ ist ein fiebriger Trip durch das nächtliche Wien – und zugleich ein zarter Abgesang auf eine Jugend, die im Glanz des Exzesses langsam ausbrennt. Schon die ersten Seiten entfalten einen Sog: Kälte, Novemberlicht, schlaflose Nächte, WG-Küchen, die nach Bier und Rauch riechen, und Theaterproben, die wie ein endloser Spießrutenlauf wirken. Die Stadt ist dabei kein Hintergrund, sondern eine atmende Figur – mal verführerisch, mal gnadenlos. Ein Roman wie eine durchtanzte Novembernacht in Wien: laut, glitzernd, erschöpfend – und dann plötzlich still. Ana Drezga schreibt mit sprachlicher Wucht über Nächte, in denen alles möglich scheint, und die Leere, die am Morgen bleibt. Intensiv, hypnotisch, ehrlich. Im Zentrum steht Liv, deren Leben schillert wie falscher Pelz. Beziehungen bleiben Geste, Nähe wird zum Auslöser von Entfremdung. Drezga porträtiert diese urbane Erschöpfung mit einer Mischung aus schonungsloser Direktheit und poetischer Schärfe. Wenn schließlich ein Ereignis die Fassade sprengt, öffnet sich für Liv ein einziger schmaler Raum der Veränderung – ein Moment, in dem Hoffnung und Gefahr dicht beieinanderliegen. Stilistisch ist der Roman ein pulsierender Rhythmus aus Clubbeats und inneren Monologen: rasant, hypnotisch, manchmal fast atemlos, dann wieder still und verletzlich. Die Sprache arbeitet mit Bildern, die nicht nur schön, sondern notwendig sind – sie tragen die Geschichte, statt sie bloß zu schmücken. Drezga gelingt dabei etwas ganz Eigenes: ein präzises, atmosphärisch dichtes Schreiben, das zwischen Ekstase und Müdigkeit changiert. Die Frage, wie sich eine durchgefeierte Partynacht anfühlt, zieht sich wie ein Basslauf durch den Text. Die Antwort gibt der Roman nicht in klaren Sätzen, sondern in flackernden Szenen, in denen sich Euphorie und Verlust ununterscheidbar vermischen. Am Ende bleibt das Gefühl, eine Nacht durchlebt zu haben, in der man alles und nichts gefunden hat. Ein intensives, sprachlich packendes Debüt, das den Rausch der Großstadt genauso ernst nimmt wie die Leere danach. Für alle, die Literatur lieben, die nicht bloß erzählt, sondern mit voller Lautstärke spielt.

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3

Ein vielschichtiger Text

Liv tanzt am Theater und teilt sich mit ihrer Kollegin Dana und dem Theaterfotografen Nore eine Wohnung, in der wilde Partys gefeiert werden, bei denen Intellektuelle und Künstler:innen ein und aus gehen. Als sie eine Nachricht erhält, die ihre Welt ins Wanken bringt, streift sie durch Wien, geht ins Kaffeehaus und blickt von den Stufen der Hauptbücherei auf die Stadt hinab, bis sie schließlich die Kraft dazu findet, ihre Vergangenheit zu konfrontieren und in ihr Heimatdorf fährt. Ana Drezga schreibt in einem modernen, dichten und ausdrucksstarken Stil mit englischen Einwürfen (die jedoch manchmal ein ganz klein wenig bemüht klingen), der mich sofort in die Kulturszene Wiens und die melancholisch, bedrückende Stimmung des Romans transportiert hat. Es geht um Sinnsuche, die Schattenseiten des Kulturbetriebs, verschiedene Lebensentwürfe und die Beziehung zur Familie; alles in allem wird in diesem doch recht schmalen Buch viel mehr zwischen den Zeilen gesagt, als tatsächlich schwarz auf weiß zu lesen ist. Die Nebenfiguren sind originell, bleiben jedoch lückenhaft und laden zu verschiedenen Interpretationen ein. Wie so oft im echten Leben gibt es auch hier keine klaren Antworten, dafür aber viele Betrachtungsmöglichkeiten. Wien als Stadt ist wesentlich für die Atmosphäre des Romans und die Begegnung mit der Stadt, in der ich lebe, abseits touristischer Klischees in einem literarischen Text war für mich persönlich ganz besonders und auch ein Grund für mein ursprüngliches Interesse an dem Roman.

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