Theologie religiöser Rede
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Beschreibung
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Geboren 1963; Studium der Ev. Theologie und der Philosophie; 1992 Promotion zum Dr. theol.; 1999 Habilitation; 2013-21 Professor für Systematische Theologie an der Universität Duisburg-Essen; Professor für Systematische Theologie und Direktor des Ökumenischen Instituts an der Universität Bonn
Beiträge
Wissenschaft (empirische Naturwissenschaften ausgeschlossen) argumentiert zwar allgemeinverständlich und vernünftig nach Wittekind - worauf sie sich aber bezieht, das ist bei diesen Kulturwissenschaften nicht rational zu begründen. Sie bezieht sich auf eine bestimmte Kultur - besser: auf ein bestimmtes Sprachfeld, das für sich genommen funktioniert, aber keine Letztwahrheit behaupten kann. Ästhetisch verfahrende Kulturwissenschaft bezieht sich also auf ästhetische Sprachfelder, philosophische logischerweise auf ein philosophisches - und Theologie bezieht sich eben auf ein ihr eigenes Sprachfeld, nämlich die "religiöse Rede". Der eigentliche Inhalt von sprachlichen Aussagen ist somit kulturwissenschaftlich gesprochen gar nicht so wichtig. Man kann nur die Funktion der sprachlichen Symbole und Aussagen beschrieben, darüber reflektieren und diese Funktionen systematisieren. Dies geht aber wiederum nur, wenn man sich seines eigenen Standpunktes - im Falle Wittekinds dem eines protestantischen, deutschen, neuzeitlichen Theologen - und seines Bezuges - im Fall Wittekinds das Christentum - bewusst ist, gerade im Kontext und in der Abgrenzung von anderen Wissenschaften und Kulturen. Wenn man also sagt, dass Gott die Welt erschaffen habe, dann interessiert Wittekind weniger die inhaltliche Aussage - die es zwar dennoch gibt, die sich aber auch ändern kann, deren eigentlicher Gehalt aber eben nicht religiös ist, sondern im Falle der Schöpfung kosmologisch etwas behauptet - sondern die religiöse Funktion dieser Aussage. Wenn man etwas sagt, kann es als religiös verstanden werden - und es kann dann sogar daraufhin noch etwas gesagt werden, das sogar religiös gemeint ist. Dann aber muss es wieder als religiös verstanden werden usw. usf. Man kann sich dies als einen schwebenden Zirkel vorstellen. Für das Funktionieren des Zirkels ist dann aber der eigentliche Inhalt gar nicht so wichtig. Man kann aber den Inhalt auf diese Funktion hin befragen. Dies ist der eigentliche Clou an Wittekinds Werk - während er wissenschaftlich eben theologische Inhaltsaussagen kritisiert (die meinen, dass man ernsthaft über die Erschaffung der Welt, das Sein der Menschen etc. spekulieren könnte), kann er traditionelle Bestände des Christentums, auf die Funktion für religiöse Rede befragt, umdeuten: Religiös meint der Satz: "Gott hat die Welt geschaffen" dann: "Alle Dinge, die Teil dieser Welt sind (und die Welt selbst) können in meiner religiösen Praxis einfach religiös benutzt werden, also der Kosmos, die Sterne, die Erde, die Tiere, die Pflanzen, etc." Etwas (z.B. die Welt) als religiös zu verstehen, setzt also besagten Zirkel voraus, also vorgefundene Deutungen, auf die ich mich beziehen kann (biblische Texte oder religiöse Traditionen), mich selbst als Subjekt und eine Gemeinschaft, in der ich Vorgefundenes annehme, (um-)deute und produktiv werde. Wie es sich für einen Theologen gehört, kann nun Wittekind, dies einmal gesagt habend, diesen dreiteiligen Zirkel auf das trinitarische Gottesverständnis beziehen. Wenn man einfach (simpel ausgedrückt) Gott auf Gegebenes, Jesus auf die Annahme dessen und den Heiligen Geist auf die kreative Symbolproduktion bezieht, dann kann man trotz einer erkenntniskritischen modernen Theologe behaupten, dass das eigene Konzept schon traditionell latent vorlag. Ob es überzeugt, dass die alte Kirche mit der Entwicklung des Modells der Trinität das Funktionieren religiöser Rede sicher- und den triadisch-trinitarischen Zirkel darstellen wollte, sei dahingestellt. So aber gelingt es Wittekind neben der Aufnahme traditioneller theologischer Konzepte in einer modernen Theorie - auch für einen Theologen typisch - eine streng trinitarische Struktur in seinem in insgesamt 15 Paragraphen geordneten Werk durchzuhalten.
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Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Geboren 1963; Studium der Ev. Theologie und der Philosophie; 1992 Promotion zum Dr. theol.; 1999 Habilitation; 2013-21 Professor für Systematische Theologie an der Universität Duisburg-Essen; Professor für Systematische Theologie und Direktor des Ökumenischen Instituts an der Universität Bonn
Beiträge
Wissenschaft (empirische Naturwissenschaften ausgeschlossen) argumentiert zwar allgemeinverständlich und vernünftig nach Wittekind - worauf sie sich aber bezieht, das ist bei diesen Kulturwissenschaften nicht rational zu begründen. Sie bezieht sich auf eine bestimmte Kultur - besser: auf ein bestimmtes Sprachfeld, das für sich genommen funktioniert, aber keine Letztwahrheit behaupten kann. Ästhetisch verfahrende Kulturwissenschaft bezieht sich also auf ästhetische Sprachfelder, philosophische logischerweise auf ein philosophisches - und Theologie bezieht sich eben auf ein ihr eigenes Sprachfeld, nämlich die "religiöse Rede". Der eigentliche Inhalt von sprachlichen Aussagen ist somit kulturwissenschaftlich gesprochen gar nicht so wichtig. Man kann nur die Funktion der sprachlichen Symbole und Aussagen beschrieben, darüber reflektieren und diese Funktionen systematisieren. Dies geht aber wiederum nur, wenn man sich seines eigenen Standpunktes - im Falle Wittekinds dem eines protestantischen, deutschen, neuzeitlichen Theologen - und seines Bezuges - im Fall Wittekinds das Christentum - bewusst ist, gerade im Kontext und in der Abgrenzung von anderen Wissenschaften und Kulturen. Wenn man also sagt, dass Gott die Welt erschaffen habe, dann interessiert Wittekind weniger die inhaltliche Aussage - die es zwar dennoch gibt, die sich aber auch ändern kann, deren eigentlicher Gehalt aber eben nicht religiös ist, sondern im Falle der Schöpfung kosmologisch etwas behauptet - sondern die religiöse Funktion dieser Aussage. Wenn man etwas sagt, kann es als religiös verstanden werden - und es kann dann sogar daraufhin noch etwas gesagt werden, das sogar religiös gemeint ist. Dann aber muss es wieder als religiös verstanden werden usw. usf. Man kann sich dies als einen schwebenden Zirkel vorstellen. Für das Funktionieren des Zirkels ist dann aber der eigentliche Inhalt gar nicht so wichtig. Man kann aber den Inhalt auf diese Funktion hin befragen. Dies ist der eigentliche Clou an Wittekinds Werk - während er wissenschaftlich eben theologische Inhaltsaussagen kritisiert (die meinen, dass man ernsthaft über die Erschaffung der Welt, das Sein der Menschen etc. spekulieren könnte), kann er traditionelle Bestände des Christentums, auf die Funktion für religiöse Rede befragt, umdeuten: Religiös meint der Satz: "Gott hat die Welt geschaffen" dann: "Alle Dinge, die Teil dieser Welt sind (und die Welt selbst) können in meiner religiösen Praxis einfach religiös benutzt werden, also der Kosmos, die Sterne, die Erde, die Tiere, die Pflanzen, etc." Etwas (z.B. die Welt) als religiös zu verstehen, setzt also besagten Zirkel voraus, also vorgefundene Deutungen, auf die ich mich beziehen kann (biblische Texte oder religiöse Traditionen), mich selbst als Subjekt und eine Gemeinschaft, in der ich Vorgefundenes annehme, (um-)deute und produktiv werde. Wie es sich für einen Theologen gehört, kann nun Wittekind, dies einmal gesagt habend, diesen dreiteiligen Zirkel auf das trinitarische Gottesverständnis beziehen. Wenn man einfach (simpel ausgedrückt) Gott auf Gegebenes, Jesus auf die Annahme dessen und den Heiligen Geist auf die kreative Symbolproduktion bezieht, dann kann man trotz einer erkenntniskritischen modernen Theologe behaupten, dass das eigene Konzept schon traditionell latent vorlag. Ob es überzeugt, dass die alte Kirche mit der Entwicklung des Modells der Trinität das Funktionieren religiöser Rede sicher- und den triadisch-trinitarischen Zirkel darstellen wollte, sei dahingestellt. So aber gelingt es Wittekind neben der Aufnahme traditioneller theologischer Konzepte in einer modernen Theorie - auch für einen Theologen typisch - eine streng trinitarische Struktur in seinem in insgesamt 15 Paragraphen geordneten Werk durchzuhalten.




