Südfall

Südfall

Hardcover
4.219

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Beschreibung

Ruhig, menschlich, berührend – ein Roman, in dem Begegnungen zu Wendepunkten werden. Vom Autor von »Kronsnest« und »Habichtland«

Dave überlebt den Abschuss seines Fliegers über dem nordfriesischen Wattenmeer und entgeht nur knapp dem Ertrinken. Der britische Soldat könnte das Kriegsende in einem Versteck abwarten, doch er wagt die Flucht von Husum die Küste entlang nach Dänemark. Dabei trifft er auf den jungen, sensiblen Paul, der von sich selbst Härte verlangt, seine Tante Anna, die sich entschließt, Dave zu helfen, und Cecilie, ein schillerndes und doch verschlossenes Mädchen. Auf einem Boot nahe der dänischen Grenze entsteht ein Plan, wie Dave es bis nach England schaffen könnte.

„Florian Knöppler, die neue, ernst zu nehmende Stimme der deutschen Gegenwartsliteratur.“ Jürgen Deppe | NDR Kultur

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Generationenromane
Format
Hardcover
Seitenzahl
268
Preis
24.70 €

Autorenbeschreibung

Florian Knöppler, geboren 1966, studierte Romanistik, Germanistik und Philosophie in Bonn und Bologna. Nach der anschließenden Ausbildung zum Redakteur arbeitete er für verschiedene Radio- und Fernsehsender und schrieb Zeitungsreportagen, häufig über Menschen mit besonderen Lebenswegen vor zeitgeschichtlichem Hintergrund. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie auf einem Hof in Schleswig-Holstein. Bisher sind von Florian Knöppler bei Pendragon die Romane »Kronsnest« und »Habichtland« erschienen.

Beiträge

7
Alle
4

"In diesem Augenblick Verstand er es: Es war das letzte Mal, im nächsten Jahr würde der Mohn ohne ihn blühen" (S. 163)

Ein Roman der es schafft, trotz der stetigen Gefahr und Ungewissheit - abgestürzt über Feindesland - dem Lesenden die Ruhe, Schönheit und Atmosphäre des Nordens im Gedanken hervorzurufen. Knöppler nutzt in Südfall eine innovative Erzähltechnik, welche mir gut gefallen hat. Sie ermöglichte die Betrachtung der Charaktere aus verschiedenen Perspektiven. Leider gelang es dem Autor nicht seine so schönen Erzählungen und Beschreibungen mit einem gelungenen Ende zu krönen, welches meiner Buddy Read Gruppe und mich etwas ernüchternd, gar enttäuscht zurückgelassen hat. Hier hatten wir uns im Schlussteil mehr Spannung oder inhaltliche Wendungen erhofft. Dennoch eine Empfehlung, sofern die Thematik einen anspricht.

"In diesem Augenblick Verstand er es: Es war das letzte Mal, im nächsten Jahr würde der Mohn ohne ihn blühen" (S. 163)
5

Da steckt doch wohl mehr gutes in den Menschen, als man glaubt

Südfall (dänisch: Sydfald) ist eine Hallig im Wattenmeer an der Nordseeküste im Westen von Schleswig-Holstein. Sie ist nur 0,56 km² groß und gehört zur Gemeinde Pellworm. Als Dave wieder zu sich kommt, liegt er im Wattenmeer. Eigentlich mag er sich gar nicht bewegen und es fühlt sich auch alles eher unwirklich an. Er müsste sich nur umdrehen, aufstehen und den Fallschirm vom Rücken lösen. Aber dann könnten ihn vielleicht die Deutschen sehen und entweder erschlagen oder festnehmen. Beides keine schönen Aussichten, wenn man bedenkt, dass er in seinem Flugzeug auf dem Weg von England nach Deutschland war, um dort Bomben auf eine Stadt fallen zu lassen. 1944 ist keine gute Zeit als Engländer in Deutschland zu stranden. Irgendwann fasst sich Dave und bemerkt, dass er beinahe auf festem Grund steht. Er ist auf der Hallig Südfall gelandet. Die Eigentümerin der Hallig bietet ihm an, dass er bleiben könnte, bis der Krieg vorbei sei. Doch Dave möchte doch wieder nach Hause, denn dort wartet seine zweite Frau auf ihn. Der Engländer geht durch das Wattenmeer und findet ein Versteck vor Husum. Dort rettet er ein Schaf aus einem Priel und wird dabei von dem deutschen Jungen Paul unterstützt, der sich nicht sicher ist, ob er den Engländer nicht lieber verpfeifen sollte. Paul hat seine eigene Geschichte und eine Tante, die wiederum liebend gerne dem Engländer helfen möchte. Dave trifft auf seiner Flucht an der Nordseeküste Richtung Dänemark auf die verschiedensten Charaktere, die ihm mehr oder weniger freiwillig helfen nach Hause zu kommen. Dabei legt der Autor Florian Knöppler das Seelenleben der Charaktere frei, gibt ihnen eine Stimme, Er lässt den Leser in das Innere, das Gefühlsleben der Menschen abtauchen. Ein bisschen liest sich der Roman wie der kleine Prinz. Jede Station auf Dave's Reise bringt den Leser ein bisschen zum Nachdenken. Nicht zu viel, dass man keinen Spaß mehr an diesem 258 Seiten starken Roman hätte, sondern genauso viel, dass man immer weiterlesen möchte. Ich mochte es, wie der Autor seine Geschichte gesponnen hat und war ganz verwundert, dass es zwischen all den Bösen doch immer wieder gute Menschen gab und gibt. Es ist nicht das erste Buch, welches ich von Florian Knöppler gelesen habe. Kronsnest hatte ich vor 3 Jahren auf meinem E-Reader verschlungen. Er hat Germanistik und Philosophie studiert und als Reporter bei Zeitungen und Radio gearbeitet. Florian Knöppler lebt mit seiner Familie in Schleswig-Holstein. Vielleicht schreibt er so gut über die Begebenheiten dort, weil er sie direkt vor der Nase hat. Ich mag jedenfalls seine Figuren und Landschaften.

Da steckt doch wohl mehr gutes in den Menschen, als man glaubt
4

Glückliche Zufälle und interessanter Erzählstil

Der Engländer Dave wandert von Kapitel zu Kapitel, wird aber jeweils aus der Sicht einer anderen Person beschrieben. Diese Art eine Geschichte zu erzählen und eine Flucht zu begleiten ist eine große Stärke des Romans! So hat man als Leserin die Möglichkeit die verschiedenen Beweggründe der helfenden Personen nachzuvollziehen. Jede Person entdeckt eine Gemeinsamkeit mit Dave und ist bereit ihm zu helfen, trotz der Kriegslage. Durch die springenden Perspektiven fehlt mir teilweise etwas Tiefgang oder Kontext, der die Geschichte für mich noch stärker gemacht hätte. Die Geschichte ist ruhig erzählt, fein werden Fäden zwischen den Kapiteln geflochten und die Atmosphäre der Nordseeküste ist greifbar. Es ist eindeutig ein Buch, das durch seine stille Art überzeugt.

4

Völlig unaufgeregt erzählt der Roman von der Wirkung von Begegnungen und von unverhoffter Menschlichkeit

5

Ein wunderbares Buch, das die Beweggründe von Menschen beschreibt, die einem englischen Tierarzt, der 1944 über dem nordfriesischem Wattenmeer abstürzt, Auskunft gibt. Es ist leicht zu lesen, aber nicht flach.

5

Spannend und aufregend, trotz absoluter Ruhe

Normalerweise schreibe ich ausführliche und detaillierte Beiträge. Bei diesem Buch ist es anders. Ich mochte es einfach sehr und musste daher genau überlegen, was mich besonders begeisterte und warum. Die Erzählweise und -tempo war absolut angenehm und der Wechsel der Perspektiven erzeugte, entgegen sonstiger Erfahrungen, Spannung. In die Gedankenwelt jedes Charakters, bis auf Daves, tauchen wir lediglich ein einziges Mal ab und begleiten den Hauptcharakter so auf seiner Reise, hoffentlich zurück in die Heimat. Florian Knöpplers Schreibstil bleibt spannend und aufregend, trotz absoluter Ruhe, die ich paradoxerweise beim Lesen empfand. Südfall brachte mich dazu viel über Emphatie nachzudenken und über die unterschiedlichen Leben, die wir alle parallel und miteinander, aber auf unterschiedliche Weise erleben.

4

Toll

1944, das Kriegsende klopft an die Türe doch Daves Bomber wird abgeschossen. Dave ist ein englischer Soldat, dessen Bomber abgestützt und nahe Halligen im Watt zu Boden ging. Dort befinden wir uns zu beginn der Geschichte, mit Dave im Watt liegend und obwohl Krieg herrscht beginnt der Roman auf eine solche ruhige Art und Weise, dass man diesen Fakt kurz vergisst. Gleichzeitig entsteht sofort eine gewisse Spannung. Denn Dave befindet sich auf Deutschen Boden, er muss so schnell wie möglich verschwinden. Auf Daves Flucht begegnet er und auch wir verschiedene hilfsbereite Menschen. Das Buch steigt mit sehr kurzen Sätzen ein, was die Spannung, Angst und die vielen Gedanken von Dave wiederspiegelt. Im Laufe des Romans werden diese immer länger und auch die Szenerien werden immer Detailreicher, so erleben auch wir als Leser, wie die Gedanken immer klarer werden. Jedes Kapitel stellt eine neue Begegnung mit und von Dave dar. Was sehr gut gelungen ist, dass wir nicht Daves Sicht beschrieben bekommen, sondern das in jedem Kapitel die Figur, die Dave begegnet, als Protagonist beschrieben wird. So wechseln wir als Leser bei jedem Kapitel unsere Perspektive und bekommen keinen monotonen Einblick einer Flucht. Wir lernen viel über das Leben der Menschen in Deutschland, die sich nicht an der Front befinden und stellen fest, dass ein jeder Dave sofort helfen will, ohne dabei etwas zurückzubekommen. Gleichzeitig spiegelt diese Beschreibung der Flucht sehr gut Daves gang wieder, denn nach dem Kapitel tauchen die Figuren nicht wieder auf, denn Dave ist auf der Flucht. Er kann nirgendswo lange bleiben und ein Wiedersehen ist schlichtweg unmöglich für ihn. Ob es Dave gelingt wieder zurück nach England zu seiner geliebten zu kommen? OB er vorher von den Deutschen geschnappt und als Kriegsgefangener endet? All das gilt es herauszufinden. Das Ende ist so oder so emotional und läd zum lächeln ein. Der Schreibstil gefiel mir sehr. Anfangs dachte ich, „meine Güte…“ aber dann sah ich die Sinnhaftigkeit und das es sich änderte und war begeistert.ein toller Roman! Ich muss zugeben, zu beginn habe ich gedacht, "das kann ja was werden", aufgrund der kurzen Sätze war ich zunächst etwas abgeschreckt, aber es wurde immer besser (und sie waren aufgrund der Spannung nötig). Ich hätte mir vielleicht dann und wann einmal eine knappe oder spannende Szene mehr gewünscht, aber dadurch, dass man in jedem Kapitel einen neuen Menschen kennenlernt und in dessen Leben eintaucht und Dave quasi nur einen kleinen Gastauftritt hat, fehlte es dann auch wieder nicht.

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