Small Island
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Beschreibung
'A great read... honest, skilful, thoughtful and important' Guardian
It is 1948, and England is recovering from a war. But at 21 Nevern Street, London, the conflict has only just begun.
Queenie Bligh's neighbours don't approve when she agrees to take in Jamaican lodgers, but with her husband, Bernard, not back from the war, she has little choice in the matter.
Gilbert Joseph was one of the many Jamaican men who joined the RAF to fight Hitler. But when he returns to England as a civilian he doesn't receive the welcome he was expecting, and it's desperation that drives him to knock at Queenie's door. Gilbert's wife Hortense, who for years has longer for a better life in England, soon joins him. But London is far from the golden city of her dreams, and even Gilbert is not the man she thought he was.
Small Island explores a point in England's past when the country began to change. In this delicately wrought and profoundly moving novel, Andrea Levy handles the weighty themes of empire, prejudice, war and love, with a superb lightness of touch and generosity of spirit.
'An engrossing read - slyly funny, passionately angry and wholly involving' Daily Mail
'Gives us a new urgent take on our past' Vogue
Buchinformationen
Beiträge
"Ich will euch sagen, was Glück ist für einen Farbigen, der frisch vom Schiff in England eintrifft. Glück ist, wenn er Queenie Bligh findet. Wenn er sieht, dass sie ein großes Haus hat und sich freut, mich und noch einige Jungs als Mieter aufzunehmen. Großartiger als Punsch aus goldener Schale zu trinken - das ist Glück auf englische Art." (Gilbert, Kapitel 21) Nachdem Queenie, die Tochter eines Metzgers, in der Ausstellung über das britische Empire war, erzählt sie in ihrer Schulklasse, sie wäre in Afrika gewesen. Natürlich ist das Gelächter ihrer Kameraden groß. Aber ihr Vater hat ihr am Tag der Ausstellung etwas Unvergessliches gesagt. "Die ganze Welt liegt dir zur Füßen, Kleines". Queenie träumt davon, endlich dem Kleinstadtmief zu entkommen. Und tatsächlich bietet sich ihr eine Chance, als ihre Tante sie nach London einlädt. Auch Gilbert, ein Jamaikaner der im zweiten Weltkrieg in der RAF gedient hat, kommt voller Erwartungen in die Hauptstadt Englands. Doch im Mutterland ist er nur ein Mensch zweiter Klasse. Ein Dach über dem Kopf findet er schließlich im heruntergekommenen Haus von Queenie, die mittlerweile verheiratet ist und mit dem hinfälligen Schwiegervater auf die Rückkehr ihres Mannes aus dem Kriege wartet. Entsetzt reagiert die junge Hortense als sie in England ankommt und der Ehemann, Gilbert, ihr nur ein schäbiges Zimmer als neues Zuhause bietet. Ist das wirklich alles, was die britische Metropole für sie zu bieten hat? Die junge Frau ist entschlossen, ihrem Mutterland zu beweisen, dass sie eine feine und gebildete Dame ist. Und da ist natürlich noch Bernhard, der junge Mann aus besserer Familie, dessen Vater im ersten Weltkrieg den Verstand verloren hat. Doch Bernhard hat vor, eine große Familie zu gründen und setzt seine Hoffnung in die lebenslustige Queenie. Doch die Kinder bleiben leider aus und schließlich bricht der zweite Weltkrieg mit Gewalt in sein Leben ein. Voller Leben steckt das Buch von Andrea Levy. Der Übersetzer hatte hierbei eine besondere Aufgabe zu erfüllen, denn die Geschichte wird von vier sehr unterschiedlichen Stimmen erzählt. Hortense und Gilbert, Queenie und Bernhard haben jeweils ihre eigene Sprachmelodie. Nach und nach findet man sich in die einzelnen Personen und in ihre Erzählperspektive hinein. Es entsteht ein komplexes Bild, das die Gefühle und Stimmungen der Protagonisten und ihrer Umgebung anschaulich wiedergibt. FAZIT Gerne würden wir gegen die Vorurteile protestieren und die arme Hortense trösten. Und am Liebsten würden wir dem bornierten Bernhard mal kräftig die Meinung sagen. Aber die Autorin hat den Weg der Philosophen gewählt und mischt sich niemals ein. Und schenkt dem Leser dadurch ein unaufdringliches, sehr nachdenklich stimmendes Gesellschaftsportrait.
I'm really unhappy about the ending ☹ London, 1948. Die junge Jamaikanerin Hortense trifft mit dem Schiff in England ein, um zu ihrem Ehemann Gilbert in London zu stoßen, mit dem sie nach kurzer Bekanntschaft einen Deal geschlossen hat: Geld für die Überfahrt nach London gegen Heirat und Vorbereitung einer Wohnung für sie beide. Der Traum vom strahlenden England wird schnell zerschmettert: Gilbert haust in einem einzigen Zimmer, das Land leidet noch unter den Nachwirkungen des Krieges und die Engländer behandeln farbige Menschen, als seien sie minderwertig. Gilberts weiße Vermieterin Queenie, die er noch während seiner Zeit bei der Airforce im Krieg kennengelernt hatte, lebt allein, da ihr Ehemann Bernard auch 3 Jahre nach Ende des Krieges aus diesem noch nicht zurückgehrt ist, sie hat keine Ahnung, wo er sich aufhält, und rechnet nicht mehr mit seiner Rückkehr. Andrea Levys preisgekrönter Roman aus dem Jahr 2004 hat mir von der ersten Minute an sehr gut gefallen. Die ersten Erzählperspektiven sind die von Queenie und Hortense und vor allem Hortense ist trotz ihrer Naivität eine absolute Sympathieträgerin. Es herrlich, wie gewählt sie sich ausdrückt, vor allem im Kontrast mit den Londonern, die ihre gehobene Ausdrucksweise teilweise gar nicht verstehen, sich aber ansonsten selbstverständlich den „Darkies“ gegenüber als überlegen betrachten. Dies kommt bereits in der ersten Szene auf einer Commonwealth-Ausstellung zum Ausdruck, als ein Afrikaner Queenies Familie sehr höflich und in gehobenem Englisch den Weg weist, der Vater aber bemerkt, die Afrikaner hätten keine Kultur. Hortenses Naivität wirkt komisch, jedoch gleichzeitig auch traurig, denn sie ist sich überhaupt nicht bewusst, wie sie von den Engländern gesehen wird und dass die Bildung, die sie in Jamaika genossen hat, in England nicht ernstgenommen wird. Sie versteht den Rassismus der Engländer nicht, wieso sagt ihr beispielsweise Queenie, sie habe kein Problem damit, sich mit ihr in der Öffentlichkeit zu zeigen? Sie selbst fühlt sich der schlecht gekleideten Frau mit dem starken Akzent eigentlich überlegen. Die Geschichte spielt sich abwechselnd in Jamaika und England, später auch in den Übersee-Einsatzgebieten von Queenies Ehemann Bernard ab, es wird zwischen zwei Zeitebenen gewechselt: noch während des Krieges und 1948. Die Perspektiven wechseln ebenso zwischen den vier Hauptpersonen Hortense, Gilbert, Queenie und Bernard. Das Buch eröffnete mir Einsichten, die ich bisher nie bewusst wahrgenommen habe, so besteht ein deutlicher Unterschied zwischen Briten und jamaikanischen Farbigen einerseits und weißen und schwarzen GIs aus den USA andererseits. Der Rassismus der Amerikaner ist aggressiver, beleidigender als der der Engländer, die sich häufig gar nicht richtig darüber bewusst sind, dass Jamaika zum damaligen Zeitpunkt auch britisch ist. Doch dass etwa Jamaikaner als Kollegen von weißen Frauen arbeiten – undenkbar. Eine Szene, in der Queenie und ihr Schwiegervater mit Gilbert einen Film im Kino ansehen möchten, Gilbert aber aufgefordert wird, sich nach hinten zu den anderen Farbigen zu setzen, mündet in einem Desaster. „Small Island“ ist ein warmherziger, humorvoller Roman über ein schwieriges Thema, der uns vor Augen führt, wie es der sogenannten „Windrush“-Generation jamaikanischer Einwanderer nach England in der Nachkriegszeit ergangen ist. Der Perspektivwechsel zwischen zwei Jamaikaner*innen, von denen einer sich des Rassismus bewusst ist, die andere nicht, einer Engländerin, die nur wenig rassistisch ist, und einem eingefleischten Rassisten eröffnet unterschiedliche Sichtweisen und hat mir sehr gefallen. Lediglich mit dem Ende war ich nicht glücklich. Da hatte ich auf etwas anderes gehofft. In jedem Fall ein sehr lesenswertes Buch, das ich wärmstens empfehlen kann. Die 2019 leider verstorbene Andrea Levy liest ihr Buch selbst und sehr überzeugend, sie spricht perfekt in den verschiedenen Dialekten und bringt die Erfahrungen ihrer Figuren, insbesondere die von Hortense, perfekt zum Ausdruck. Der jamaikanische Akzent ist recht gut zu verstehen, der der Engländer eventuell etwas schwieriger, aber immer noch gut.
In „Eine englische Art von Glück“ erzählt Andrea Levy die Geschichte von vier Menschen im England der Nachkriegszeit. Zum einen sind da Queenie und Bernard, ein weißes Pärchen der englischen Mittelschicht, zum anderen sind da Hortense und Gilbert, jamaikanische Auswanderer. Das Schicksal führt diese vier Menschen zusammen. Und obwohl sie alle völlig unterschiedlich sind, verbindet sie die jeweils eigene Suche nach dem Glück. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht einer der Protagonisten erzählt. Dabei bringt die Autorin durch unterschiedliche Sprache und Ausdrucksweise die Unterschiede der Protagonisten gut rüber. Ein wenig verwunderlich fand ich lediglich die Teile, in denen Gilbert erzählt. Seine Sprache ist eher lasch und schnodderig, während seine Gedanken sehr deutlich nd weder lasch noch schnodderig formuliert sind. Dieser Gegensatz passt aus meiner Sicht nicht zusammen. Die Geschichte spielt hauptsächlich im Jahr 1948, wird jedoch immer wieder durch Rückblenden unterbrochen. Dadurch erhält man einen sehr umfassenden Einblick in das Leben der einzelnen Figuren und lernt sie gut kennen. Dabei wird sehr gut deutlich, dass jeder auf seine eigene Art nach dem Glück sucht, was mir gut gefallen hat. Das Buch setzt sich sehr mit den Themen Rassismus und Rassentrennung auseinander. Andrea Levy schildert hier sehr viele Situationen, in welchen die Protagonisten diskriminiert werden – sei es weil sie eine andere Hautfarbe haben oder weil sie als Weiße Umgang mit Farbigen pflegen. Die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund, findet sehr deutliche Worte und beschönigt nichts. Mich haben die Schilderungen immer wieder wütend gemacht und manchmal wäre ich am liebsten ins Buch gesprungen und hätte mitgemischt. Die erste Hälfte der Geschichte hat mir Andrea Levys Schreibe sehr gut gefallen. Sie beschreibt Dinge sehr bildhaft, so dass ich häufig fast schon einen Film vor dem Auge hatte. Irgendwann flaut dies jedoch ab, die Passagen werden unheimlich langatmig und ich habe mich über jede gelesene Seite, welche mich dem Ende näher gebracht hat, gefreut. Dies finde ich schade, denn in der ersten Hälfte konnte die Autorin mich absolut überzeugen.
Beschreibung
'A great read... honest, skilful, thoughtful and important' Guardian
It is 1948, and England is recovering from a war. But at 21 Nevern Street, London, the conflict has only just begun.
Queenie Bligh's neighbours don't approve when she agrees to take in Jamaican lodgers, but with her husband, Bernard, not back from the war, she has little choice in the matter.
Gilbert Joseph was one of the many Jamaican men who joined the RAF to fight Hitler. But when he returns to England as a civilian he doesn't receive the welcome he was expecting, and it's desperation that drives him to knock at Queenie's door. Gilbert's wife Hortense, who for years has longer for a better life in England, soon joins him. But London is far from the golden city of her dreams, and even Gilbert is not the man she thought he was.
Small Island explores a point in England's past when the country began to change. In this delicately wrought and profoundly moving novel, Andrea Levy handles the weighty themes of empire, prejudice, war and love, with a superb lightness of touch and generosity of spirit.
'An engrossing read - slyly funny, passionately angry and wholly involving' Daily Mail
'Gives us a new urgent take on our past' Vogue
Buchinformationen
Beiträge
"Ich will euch sagen, was Glück ist für einen Farbigen, der frisch vom Schiff in England eintrifft. Glück ist, wenn er Queenie Bligh findet. Wenn er sieht, dass sie ein großes Haus hat und sich freut, mich und noch einige Jungs als Mieter aufzunehmen. Großartiger als Punsch aus goldener Schale zu trinken - das ist Glück auf englische Art." (Gilbert, Kapitel 21) Nachdem Queenie, die Tochter eines Metzgers, in der Ausstellung über das britische Empire war, erzählt sie in ihrer Schulklasse, sie wäre in Afrika gewesen. Natürlich ist das Gelächter ihrer Kameraden groß. Aber ihr Vater hat ihr am Tag der Ausstellung etwas Unvergessliches gesagt. "Die ganze Welt liegt dir zur Füßen, Kleines". Queenie träumt davon, endlich dem Kleinstadtmief zu entkommen. Und tatsächlich bietet sich ihr eine Chance, als ihre Tante sie nach London einlädt. Auch Gilbert, ein Jamaikaner der im zweiten Weltkrieg in der RAF gedient hat, kommt voller Erwartungen in die Hauptstadt Englands. Doch im Mutterland ist er nur ein Mensch zweiter Klasse. Ein Dach über dem Kopf findet er schließlich im heruntergekommenen Haus von Queenie, die mittlerweile verheiratet ist und mit dem hinfälligen Schwiegervater auf die Rückkehr ihres Mannes aus dem Kriege wartet. Entsetzt reagiert die junge Hortense als sie in England ankommt und der Ehemann, Gilbert, ihr nur ein schäbiges Zimmer als neues Zuhause bietet. Ist das wirklich alles, was die britische Metropole für sie zu bieten hat? Die junge Frau ist entschlossen, ihrem Mutterland zu beweisen, dass sie eine feine und gebildete Dame ist. Und da ist natürlich noch Bernhard, der junge Mann aus besserer Familie, dessen Vater im ersten Weltkrieg den Verstand verloren hat. Doch Bernhard hat vor, eine große Familie zu gründen und setzt seine Hoffnung in die lebenslustige Queenie. Doch die Kinder bleiben leider aus und schließlich bricht der zweite Weltkrieg mit Gewalt in sein Leben ein. Voller Leben steckt das Buch von Andrea Levy. Der Übersetzer hatte hierbei eine besondere Aufgabe zu erfüllen, denn die Geschichte wird von vier sehr unterschiedlichen Stimmen erzählt. Hortense und Gilbert, Queenie und Bernhard haben jeweils ihre eigene Sprachmelodie. Nach und nach findet man sich in die einzelnen Personen und in ihre Erzählperspektive hinein. Es entsteht ein komplexes Bild, das die Gefühle und Stimmungen der Protagonisten und ihrer Umgebung anschaulich wiedergibt. FAZIT Gerne würden wir gegen die Vorurteile protestieren und die arme Hortense trösten. Und am Liebsten würden wir dem bornierten Bernhard mal kräftig die Meinung sagen. Aber die Autorin hat den Weg der Philosophen gewählt und mischt sich niemals ein. Und schenkt dem Leser dadurch ein unaufdringliches, sehr nachdenklich stimmendes Gesellschaftsportrait.
I'm really unhappy about the ending ☹ London, 1948. Die junge Jamaikanerin Hortense trifft mit dem Schiff in England ein, um zu ihrem Ehemann Gilbert in London zu stoßen, mit dem sie nach kurzer Bekanntschaft einen Deal geschlossen hat: Geld für die Überfahrt nach London gegen Heirat und Vorbereitung einer Wohnung für sie beide. Der Traum vom strahlenden England wird schnell zerschmettert: Gilbert haust in einem einzigen Zimmer, das Land leidet noch unter den Nachwirkungen des Krieges und die Engländer behandeln farbige Menschen, als seien sie minderwertig. Gilberts weiße Vermieterin Queenie, die er noch während seiner Zeit bei der Airforce im Krieg kennengelernt hatte, lebt allein, da ihr Ehemann Bernard auch 3 Jahre nach Ende des Krieges aus diesem noch nicht zurückgehrt ist, sie hat keine Ahnung, wo er sich aufhält, und rechnet nicht mehr mit seiner Rückkehr. Andrea Levys preisgekrönter Roman aus dem Jahr 2004 hat mir von der ersten Minute an sehr gut gefallen. Die ersten Erzählperspektiven sind die von Queenie und Hortense und vor allem Hortense ist trotz ihrer Naivität eine absolute Sympathieträgerin. Es herrlich, wie gewählt sie sich ausdrückt, vor allem im Kontrast mit den Londonern, die ihre gehobene Ausdrucksweise teilweise gar nicht verstehen, sich aber ansonsten selbstverständlich den „Darkies“ gegenüber als überlegen betrachten. Dies kommt bereits in der ersten Szene auf einer Commonwealth-Ausstellung zum Ausdruck, als ein Afrikaner Queenies Familie sehr höflich und in gehobenem Englisch den Weg weist, der Vater aber bemerkt, die Afrikaner hätten keine Kultur. Hortenses Naivität wirkt komisch, jedoch gleichzeitig auch traurig, denn sie ist sich überhaupt nicht bewusst, wie sie von den Engländern gesehen wird und dass die Bildung, die sie in Jamaika genossen hat, in England nicht ernstgenommen wird. Sie versteht den Rassismus der Engländer nicht, wieso sagt ihr beispielsweise Queenie, sie habe kein Problem damit, sich mit ihr in der Öffentlichkeit zu zeigen? Sie selbst fühlt sich der schlecht gekleideten Frau mit dem starken Akzent eigentlich überlegen. Die Geschichte spielt sich abwechselnd in Jamaika und England, später auch in den Übersee-Einsatzgebieten von Queenies Ehemann Bernard ab, es wird zwischen zwei Zeitebenen gewechselt: noch während des Krieges und 1948. Die Perspektiven wechseln ebenso zwischen den vier Hauptpersonen Hortense, Gilbert, Queenie und Bernard. Das Buch eröffnete mir Einsichten, die ich bisher nie bewusst wahrgenommen habe, so besteht ein deutlicher Unterschied zwischen Briten und jamaikanischen Farbigen einerseits und weißen und schwarzen GIs aus den USA andererseits. Der Rassismus der Amerikaner ist aggressiver, beleidigender als der der Engländer, die sich häufig gar nicht richtig darüber bewusst sind, dass Jamaika zum damaligen Zeitpunkt auch britisch ist. Doch dass etwa Jamaikaner als Kollegen von weißen Frauen arbeiten – undenkbar. Eine Szene, in der Queenie und ihr Schwiegervater mit Gilbert einen Film im Kino ansehen möchten, Gilbert aber aufgefordert wird, sich nach hinten zu den anderen Farbigen zu setzen, mündet in einem Desaster. „Small Island“ ist ein warmherziger, humorvoller Roman über ein schwieriges Thema, der uns vor Augen führt, wie es der sogenannten „Windrush“-Generation jamaikanischer Einwanderer nach England in der Nachkriegszeit ergangen ist. Der Perspektivwechsel zwischen zwei Jamaikaner*innen, von denen einer sich des Rassismus bewusst ist, die andere nicht, einer Engländerin, die nur wenig rassistisch ist, und einem eingefleischten Rassisten eröffnet unterschiedliche Sichtweisen und hat mir sehr gefallen. Lediglich mit dem Ende war ich nicht glücklich. Da hatte ich auf etwas anderes gehofft. In jedem Fall ein sehr lesenswertes Buch, das ich wärmstens empfehlen kann. Die 2019 leider verstorbene Andrea Levy liest ihr Buch selbst und sehr überzeugend, sie spricht perfekt in den verschiedenen Dialekten und bringt die Erfahrungen ihrer Figuren, insbesondere die von Hortense, perfekt zum Ausdruck. Der jamaikanische Akzent ist recht gut zu verstehen, der der Engländer eventuell etwas schwieriger, aber immer noch gut.
In „Eine englische Art von Glück“ erzählt Andrea Levy die Geschichte von vier Menschen im England der Nachkriegszeit. Zum einen sind da Queenie und Bernard, ein weißes Pärchen der englischen Mittelschicht, zum anderen sind da Hortense und Gilbert, jamaikanische Auswanderer. Das Schicksal führt diese vier Menschen zusammen. Und obwohl sie alle völlig unterschiedlich sind, verbindet sie die jeweils eigene Suche nach dem Glück. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht einer der Protagonisten erzählt. Dabei bringt die Autorin durch unterschiedliche Sprache und Ausdrucksweise die Unterschiede der Protagonisten gut rüber. Ein wenig verwunderlich fand ich lediglich die Teile, in denen Gilbert erzählt. Seine Sprache ist eher lasch und schnodderig, während seine Gedanken sehr deutlich nd weder lasch noch schnodderig formuliert sind. Dieser Gegensatz passt aus meiner Sicht nicht zusammen. Die Geschichte spielt hauptsächlich im Jahr 1948, wird jedoch immer wieder durch Rückblenden unterbrochen. Dadurch erhält man einen sehr umfassenden Einblick in das Leben der einzelnen Figuren und lernt sie gut kennen. Dabei wird sehr gut deutlich, dass jeder auf seine eigene Art nach dem Glück sucht, was mir gut gefallen hat. Das Buch setzt sich sehr mit den Themen Rassismus und Rassentrennung auseinander. Andrea Levy schildert hier sehr viele Situationen, in welchen die Protagonisten diskriminiert werden – sei es weil sie eine andere Hautfarbe haben oder weil sie als Weiße Umgang mit Farbigen pflegen. Die Autorin nimmt hier kein Blatt vor den Mund, findet sehr deutliche Worte und beschönigt nichts. Mich haben die Schilderungen immer wieder wütend gemacht und manchmal wäre ich am liebsten ins Buch gesprungen und hätte mitgemischt. Die erste Hälfte der Geschichte hat mir Andrea Levys Schreibe sehr gut gefallen. Sie beschreibt Dinge sehr bildhaft, so dass ich häufig fast schon einen Film vor dem Auge hatte. Irgendwann flaut dies jedoch ab, die Passagen werden unheimlich langatmig und ich habe mich über jede gelesene Seite, welche mich dem Ende näher gebracht hat, gefreut. Dies finde ich schade, denn in der ersten Hälfte konnte die Autorin mich absolut überzeugen.







