Schwerkraft der Tränen

Schwerkraft der Tränen

Hardcover
3.18
WiderstandDebütromanLuandaRevolution

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Beschreibung

Zwischen Angola und Portugal, zwischen Rebellion und Tragödie findet ein Bruch statt – einer, der eine neue Welt eröffnet, der zeigt, was uns ausmacht. Die intimste Wahrheit ist diese: Vitória kann ihre Mutter nicht für sich beanspruchen. 1965. Angola. Der Freiheitskrieg gegen die portugiesische Vorherrschaft nimmt seinen Lauf. Mittendrin: Rosa Chitula und ihre Familie. Viele suchen Sicherheit und Stabilität in Lissabon, verlassen das Land. Doch Rosa rebelliert, will kämpfen – und wird das Gesicht der Unabhängigkeitsbewegung. Die zweijährige Vitória, Rosas Tochter, flieht mit ihren Großeltern nach Portugal und dann – nichts. Ein Schnitt, der nicht heilen wird. 2003. Lissabon. Vitória Queiroz da Fonsecas Leben besteht aus Erinnerungen: Da sind Bilder, Gerüche, der Geschmack von Sauermilch. Da sind die Säulen eines Traumas, das Vitória nicht überwinden kann: zu wissen, dass ihre Mutter ein Land mehr liebte als ihre Tochter. Denn wie damit umgehen, wenn da niemand ist, der Antworten auf die eigenen Fragen geben kann … Wie sieht das Leben aus, wenn man in einen Kampf um Freiheit hineingeboren wird, der nicht der eigene ist? Wie verstehen, dass die Geschichte übermächtig geworden ist, sich hineingedrängt hat zwischen sich selbst und die Möglichkeiten, die man vielleicht gehabt hätte? Vitória kennt ihre Mutter nicht, kennt ihren Kampf nicht. Aber sie trägt die Revolte in sich, genauso wie Rosa. Sie lässt Lissabon, ihren Verlobten und Job hinter sich, getrieben von dem Drang, sich selbst zu begegnen. Doch das Luanda des 21. Jahrhunderts besteht aus Kontrasten, ist abweisend und Heimat zugleich. Hier gehören die Menschen einem Land, das nicht immer das ihre war, das nicht immer das ihre ist. Als Vitória in Huambo die Einzigartigkeit von Angola entdeckt, sich selbst auf der Spur, trifft sie auf die Geister einer fremden Vergangenheit und muss lernen, dass es Risse gibt, die zu tief sind, um noch geflickt zu werden. Wir schreiben Formen der Gewalt. In einer klaren Sprache erzählt Yara Monteiro von der Gewalt der Geschichte. Einer Gewalt, die wir spüren, aber nicht aufhalten können. Die vergangen ist, aber für immer bestehen bleiben wird. Wie fühlt es sich an, nach Wurzeln zu greifen, ohne zu wissen, ob man sie fest im Boden verankern oder ausreißen will? Und was bedeutet Freiheit, wenn sie alles ist und gleichzeitig nicht das, was wir für uns gefordert haben? Ein Debüt, das fesselt: kompromisslos.

Buchinformationen

Haupt-Genre
Romane
Sub-Genre
Zeitgenössische Romane
Format
Hardcover
Seitenzahl
280
Preis
22.90 €

Beiträge

2
Alle
4

Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Vitória wird zu einer Zeit in Angola geboren, in welcher der Freiheitskrieg gegen die portugiesische Vorherrschaft wütet. Ihre Mutter Rosa lässt sie bereits im Alter von zwei Jahren, um zu rebellieren und zu kämpfen, bei ihren Großeltern zurück. Gemeinsam mit den Großeltern sowie ihren Tanten flüchtet sie 1980 nach Portugal. 23 Jahre später beschließt Vitória nach Angola zurückzukehren um ihre Mutter zu finden und ihre damaligen Beweggründe zu erfahren. Es beginnt eine emotionale Reise, welche sie unteranderem mit unfassbarer Gewalt konfrontiert. Die Geschichte ist wahnsinnig ehrlich und unbeschönigt klar geschrieben. Die schildert Brutalität, Ungerechtigkeit, Rassismus und Gewalt absolut schonungslos. Mit dem Schreibstil habe ich mich am Anfang etwas schwer getan. Ich brauchte einige Seiten um mich an diesen zu gewöhnen. Anschließend lies sich das Buch absolut flüssig lesen aber die Emotionen kamen bei mir leider nicht so deutlich an, wie ich es, bei dieser bewegende Geschichte, erwartet hätte. Der Schreibstil ist ausgesprochen gelungen, fast schon künstlerisch, aber für mich persönlich hat genau dies dazu geführt, dass das Buch eher einem Kunstwerk glich, dass ich von außen betrachte, welches mich nicht um innern erreicht. Da das Buch zweifellos eine Thematik behandelt, welcher Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, werde ich es definitiv weiterempfehlen.

3

Es fällt mir nicht leicht, dieses Buch zu rezensieren. Es trägt so vieles in sich, so viel Trauer und Schmerz, dass man es kaum in Worte fassen kann. Obwohl das Werk in groben Zügen an die Flüchtlingsliteratur erinnert, haben wir es hier mit einer Rückkehr zu tun. Vitória kehrt nach Angola zurück, um nach ihrer Mutter zu suchen. Dabei nimmt der Leser nicht nur an ihrer Reise in ein zerrüttetes Land teil, sondern auch am seelischen Aufruhr der Protagonistin. Mit wenigen Worten weckt Monteiro grosse Gefühle und schildert das Leben in Angola damals und heute. Dennoch konnte mich das Buch nicht zu 100% überzeugen, da es leider an Figuren mangelt, an die man sich erinnern wird. Vor allem, wenn man immer wieder Titel aus dem Genre liest. Da ich aber von Angola bisher noch kaum etwas gelesen, geschweige denn gewusst habe, bin ich trotzdem froh, die Möglichkeit erhalten zu haben, dieses Werk zu lesen.

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