Puppenheim
Jetzt kaufen
Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.
Beschreibung
Eine Reihe mysteriöser Vermisstenfälle hält London in Atem. Junge Mädchen, die von zu Hause ausgebrochen sind, verschwinden von einem Tag auf den anderen spurlos. Das Gerücht geht um, ein geheimnisvoller Mann habe seine Finger im Spiel. Schon bald wird die erste Leiche gefunden, hindrapiert wie eine Puppe. Marnie Rome von der Kriminalpolizei London wird zum Tatort gerufen. Marnie, die brillante Ermittlern, die aus eigener Erfahrung weiß, was es heißt, Opfer zu sein. Und die sofort spürt, dass man sich auf die Fürsorge dieses Mannes nicht verlassen kann ...
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Sarah Hilary lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Bristol. Sie arbeitet bei einem bekannten Reiseführerverlag, war jedoch auch schon als Buchhändlerin oder bei der Royal Navy tätig. »Herzenskalt«, der erste Teil der Reihe um die unerschrockene Ermittlerin Marnie Rome, wurde in England als bester Krimi des Jahres ausgezeichnet.
Beiträge
„Puppenheim“ ist der dritte Teil der „Marnie Rome“ Reihe von Sarah Hilary. Ich habe 2018 bereits den zweiten Teil „Seelenkinder“ gelesen und fand ihn super. Man muss aber die Teile nicht zwingend vorher gelesen haben, Infos zu Marnies und Noahs Leben werden in dem Buch jeweils nochmal erzählt. Der Schreibstil ist gewohnt locker und leicht. Die Story wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal aus Sicht der Opfer und dann die Ermittlungen. Zum Ende hin treffen dann beide Erzählstränge aufeinander. (diese Methode mag ich sehr, vor allem da Sarah Hilary die letzten Kapitel immer ultra kurz macht, so bekommt man ein Gefühl für das Tempo und die nahende Auflösung, ein wie ich finde schönes Stilmittel) Die Charaktere mochte ich wieder sehr! Ich war schon in „Seelenkinder“ ein Fan von Marnie und Noah. Zwar bedient Marnie das Klischee der vorbelasteten Ermittlerin. Sie hat selbst eine harte Vergangenheit hinter sich. Ihr Bruder hat die Eltern ermordet. Aber sie ist authentisch und interessant. Ihre Vergangenheit ist ihr bei den Ermittlungen eine große Hilfe, weil sie sich sehr gut in die Opfer hineinversetzen kann, viele Parallelen erkennt. Noah ist homosexuell, lebt mit seinem Freund Dan zusammen. Und er kümmert sich liebevoll um seinen Bruder Sol. (Sol ist nicht gerade pflegeleicht, ein herzensguter Typ aber naiv und macht viel Mist ) Noah hat immer den richtigen Riecher und ist sehr wichtig für die Ermittlungen, obwohl er noch sehr jung ist setzt Marnie auf ihn. Das Tempo ließ für eine längere Strecke auf sich warten. Am Anfang lief es flüssig, im Mittelteil dann zog es sich ziemlich aber es war nicht so, dass ich das Buch weglegen wollte. Es ist einfach wenig passiert. Zum letzten Drittel hin dann haben sich die Ereignisse überschlagen. Und ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Ähnlich verhielt es sich mit der Spannung. Am Anfang war es sehr spannend, und mittendrin flachte es dann ab. Ich wollte unbedingt über die Opfer weiterlesen aber es kam seitenweise nur von den Ermittlungen die gerade stockten. Zum Ende hin kamen einige Wendungen, die mich umgehauen haben, die ich nie eingeplant hätte und die Spannung war kaum zu ertragen. Die Idee für die Geschichte fand ich super! Ein Täter, der Mädchen „mitschnackt“ und sie wie Puppen zu Hause hält. Ist mir so noch nicht untergekommen und wurde in meinen Augen auch souverän umgesetzt. Die losen Fäden laufen straight auf ein Ende hin, es gab keine Ungereimtheiten und schlussendlich wurden alle Fragen beantwortet. Am Ende lande ich bei 4,4 Sternen (abgerundet 4) Die Story war sehr unterhaltsam mit leichten Längen im Mittelteil. Das Ende war grandios und hatte so einige Wendungen die völlig unerwartet kamen. Für mich eine Empfehlung an alle Fans des Genres.
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Von Thrillern erwarte ich mir in erster Linie Spannung eine gute Ermittlung und Unterhaltung. Aber Puppenheim ist so viel mehr. Es geht zunächst einmal um junge Ausreißerinnen, die freiwillig ihr zu Hause verlassen und verschwinden. Wo sind die Mädchen und wie geht es Ihnen? Der Fund der ersten Leiche wirft Fragen auf. Das junge Mädchen ist gepflegt, die Haare ordentlich gekämmt, sie scheint gut genährt zu sein, zunächst keine Spuren eines Sexualdelikte - nichts deutet daraufhin, dass es ihr nach ihrem Verschwinden schlecht ergangen sein könnte. Wie passt das mit einem Mord zusammen bei dem die Leiche entkleidet und mit Worten auf ihrem Körper versehen, aufgebahrt wird, so als möchte man, dass der Leichnam gefunden wird? Die Ermittlung durch das Team von Marnie Rome beginnen. Was macht dieses nun Buch aus? Natürlich geht es darum, den Mörder der Mädchen zu finden, doch es geht daneben auch um psychische Störungen, Gesellschaftskritik, Aufklärungsarbeit, Mut und zwischenmenschliche Beziehungen. Sarah Hillary schreibt sehr modern. Wir haben einen Ermittler, der in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt, unter Migräne leidet und einen Bruder hat, der in Schwierigkeiten steckt. Alle Punkte fügen sich so wunderbar in die Geschichte ein. Es ist nicht der harte Polizist, den wir vermutlich alle nicht leiden können, sondern feinfühlig, er hat ein Gespür für seine Mitmenschen, die Beziehung zu seinem Bruder funktioniert, sie sehen nicht die Jobs des jeweils anderen sondern die Liebe zu einander. Migräne bekommt eine Plattform, es wird aufgeklärt, ohne das es wie ein Lehrbuch wirkt, denn wir begleiten Noah durch eine Attacke. Nicht lange, aber es reicht um klar zu machen: Nein Migräne sind nicht nur Kopfschmerzen. Die eingeführten Charaktere haben Tiefe und sind nicht schwarz weiß, nein wirklich nicht. Man hat eher das Gefühl "ja da ist jemand ziemlich kaputt und braucht Hilfe", aber niemand tut schlechte Dinge aus Rache oder Boshaftigkeit, nein es sind emotionale Motive, wir fühlen mit. Auch die Ermittlerin Marnie Rome hat eine schwere Vergangenheit. Ihre Eltern haben einen Jungen aus schlechten Verhältnisse bei sich aufgenommen und ihm ein neues zu Hause geschenkt. Doch genau dieser Junge / Bruder hat ihren Eltern das Leben genommen. Es geht um Verantwortung und Schuld und Vergebung und auch um alternative Gefängnisformen (Stichwort restorative Justice). Man merkt einfach aufgrund der Thematiken, dass dieser Thriller erst vor wenigen Jahren geschrieben worden ist. Es werden wichtige Denkanstöße gegeben, ohne einen Fingerzeig. Stattdessen fügen sich diese einzelnen Punkte nahtlos in die Geschichte ein, sodass man darüber nachdenkt ohne dass sich die Lesenden angegriffen fühlen könnten. Ebenso bringt Sarah Hillary den Fall zu Ende, der Fall ist gelöst und doch werden die Lesenden mit keinem 100% Abschluss beglückt. Und das wirkt nach, denn auch hier ist das Stichwort wieder "psychische Probleme". Ich bin absolut begeistert. So begeistert, dass ich zum ersten Mal die Danksagung gelesen habe und selbst die hat mir einen Freude gemacht -"Und an Terence Waywell, der bei der Get-in-Character-Auktion zugunsten der CLIC-Sargent-Stiftung für krebskranke Kinder gewonnen hat. Ich hoffe, Sie sind mit Ihrer Rolle in der Geschichte zufrieden"- wie schön es ist, dass er Teil der Geschichte ist, bei dem es darum geht gerettet zu werden, auf mehreren Ebenen.
Beschreibung
Eine Reihe mysteriöser Vermisstenfälle hält London in Atem. Junge Mädchen, die von zu Hause ausgebrochen sind, verschwinden von einem Tag auf den anderen spurlos. Das Gerücht geht um, ein geheimnisvoller Mann habe seine Finger im Spiel. Schon bald wird die erste Leiche gefunden, hindrapiert wie eine Puppe. Marnie Rome von der Kriminalpolizei London wird zum Tatort gerufen. Marnie, die brillante Ermittlern, die aus eigener Erfahrung weiß, was es heißt, Opfer zu sein. Und die sofort spürt, dass man sich auf die Fürsorge dieses Mannes nicht verlassen kann ...
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
Sarah Hilary lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Bristol. Sie arbeitet bei einem bekannten Reiseführerverlag, war jedoch auch schon als Buchhändlerin oder bei der Royal Navy tätig. »Herzenskalt«, der erste Teil der Reihe um die unerschrockene Ermittlerin Marnie Rome, wurde in England als bester Krimi des Jahres ausgezeichnet.
Beiträge
„Puppenheim“ ist der dritte Teil der „Marnie Rome“ Reihe von Sarah Hilary. Ich habe 2018 bereits den zweiten Teil „Seelenkinder“ gelesen und fand ihn super. Man muss aber die Teile nicht zwingend vorher gelesen haben, Infos zu Marnies und Noahs Leben werden in dem Buch jeweils nochmal erzählt. Der Schreibstil ist gewohnt locker und leicht. Die Story wird abwechselnd aus zwei Perspektiven erzählt. Einmal aus Sicht der Opfer und dann die Ermittlungen. Zum Ende hin treffen dann beide Erzählstränge aufeinander. (diese Methode mag ich sehr, vor allem da Sarah Hilary die letzten Kapitel immer ultra kurz macht, so bekommt man ein Gefühl für das Tempo und die nahende Auflösung, ein wie ich finde schönes Stilmittel) Die Charaktere mochte ich wieder sehr! Ich war schon in „Seelenkinder“ ein Fan von Marnie und Noah. Zwar bedient Marnie das Klischee der vorbelasteten Ermittlerin. Sie hat selbst eine harte Vergangenheit hinter sich. Ihr Bruder hat die Eltern ermordet. Aber sie ist authentisch und interessant. Ihre Vergangenheit ist ihr bei den Ermittlungen eine große Hilfe, weil sie sich sehr gut in die Opfer hineinversetzen kann, viele Parallelen erkennt. Noah ist homosexuell, lebt mit seinem Freund Dan zusammen. Und er kümmert sich liebevoll um seinen Bruder Sol. (Sol ist nicht gerade pflegeleicht, ein herzensguter Typ aber naiv und macht viel Mist ) Noah hat immer den richtigen Riecher und ist sehr wichtig für die Ermittlungen, obwohl er noch sehr jung ist setzt Marnie auf ihn. Das Tempo ließ für eine längere Strecke auf sich warten. Am Anfang lief es flüssig, im Mittelteil dann zog es sich ziemlich aber es war nicht so, dass ich das Buch weglegen wollte. Es ist einfach wenig passiert. Zum letzten Drittel hin dann haben sich die Ereignisse überschlagen. Und ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen. Ähnlich verhielt es sich mit der Spannung. Am Anfang war es sehr spannend, und mittendrin flachte es dann ab. Ich wollte unbedingt über die Opfer weiterlesen aber es kam seitenweise nur von den Ermittlungen die gerade stockten. Zum Ende hin kamen einige Wendungen, die mich umgehauen haben, die ich nie eingeplant hätte und die Spannung war kaum zu ertragen. Die Idee für die Geschichte fand ich super! Ein Täter, der Mädchen „mitschnackt“ und sie wie Puppen zu Hause hält. Ist mir so noch nicht untergekommen und wurde in meinen Augen auch souverän umgesetzt. Die losen Fäden laufen straight auf ein Ende hin, es gab keine Ungereimtheiten und schlussendlich wurden alle Fragen beantwortet. Am Ende lande ich bei 4,4 Sternen (abgerundet 4) Die Story war sehr unterhaltsam mit leichten Längen im Mittelteil. Das Ende war grandios und hatte so einige Wendungen die völlig unerwartet kamen. Für mich eine Empfehlung an alle Fans des Genres.
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Von Thrillern erwarte ich mir in erster Linie Spannung eine gute Ermittlung und Unterhaltung. Aber Puppenheim ist so viel mehr. Es geht zunächst einmal um junge Ausreißerinnen, die freiwillig ihr zu Hause verlassen und verschwinden. Wo sind die Mädchen und wie geht es Ihnen? Der Fund der ersten Leiche wirft Fragen auf. Das junge Mädchen ist gepflegt, die Haare ordentlich gekämmt, sie scheint gut genährt zu sein, zunächst keine Spuren eines Sexualdelikte - nichts deutet daraufhin, dass es ihr nach ihrem Verschwinden schlecht ergangen sein könnte. Wie passt das mit einem Mord zusammen bei dem die Leiche entkleidet und mit Worten auf ihrem Körper versehen, aufgebahrt wird, so als möchte man, dass der Leichnam gefunden wird? Die Ermittlung durch das Team von Marnie Rome beginnen. Was macht dieses nun Buch aus? Natürlich geht es darum, den Mörder der Mädchen zu finden, doch es geht daneben auch um psychische Störungen, Gesellschaftskritik, Aufklärungsarbeit, Mut und zwischenmenschliche Beziehungen. Sarah Hillary schreibt sehr modern. Wir haben einen Ermittler, der in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebt, unter Migräne leidet und einen Bruder hat, der in Schwierigkeiten steckt. Alle Punkte fügen sich so wunderbar in die Geschichte ein. Es ist nicht der harte Polizist, den wir vermutlich alle nicht leiden können, sondern feinfühlig, er hat ein Gespür für seine Mitmenschen, die Beziehung zu seinem Bruder funktioniert, sie sehen nicht die Jobs des jeweils anderen sondern die Liebe zu einander. Migräne bekommt eine Plattform, es wird aufgeklärt, ohne das es wie ein Lehrbuch wirkt, denn wir begleiten Noah durch eine Attacke. Nicht lange, aber es reicht um klar zu machen: Nein Migräne sind nicht nur Kopfschmerzen. Die eingeführten Charaktere haben Tiefe und sind nicht schwarz weiß, nein wirklich nicht. Man hat eher das Gefühl "ja da ist jemand ziemlich kaputt und braucht Hilfe", aber niemand tut schlechte Dinge aus Rache oder Boshaftigkeit, nein es sind emotionale Motive, wir fühlen mit. Auch die Ermittlerin Marnie Rome hat eine schwere Vergangenheit. Ihre Eltern haben einen Jungen aus schlechten Verhältnisse bei sich aufgenommen und ihm ein neues zu Hause geschenkt. Doch genau dieser Junge / Bruder hat ihren Eltern das Leben genommen. Es geht um Verantwortung und Schuld und Vergebung und auch um alternative Gefängnisformen (Stichwort restorative Justice). Man merkt einfach aufgrund der Thematiken, dass dieser Thriller erst vor wenigen Jahren geschrieben worden ist. Es werden wichtige Denkanstöße gegeben, ohne einen Fingerzeig. Stattdessen fügen sich diese einzelnen Punkte nahtlos in die Geschichte ein, sodass man darüber nachdenkt ohne dass sich die Lesenden angegriffen fühlen könnten. Ebenso bringt Sarah Hillary den Fall zu Ende, der Fall ist gelöst und doch werden die Lesenden mit keinem 100% Abschluss beglückt. Und das wirkt nach, denn auch hier ist das Stichwort wieder "psychische Probleme". Ich bin absolut begeistert. So begeistert, dass ich zum ersten Mal die Danksagung gelesen habe und selbst die hat mir einen Freude gemacht -"Und an Terence Waywell, der bei der Get-in-Character-Auktion zugunsten der CLIC-Sargent-Stiftung für krebskranke Kinder gewonnen hat. Ich hoffe, Sie sind mit Ihrer Rolle in der Geschichte zufrieden"- wie schön es ist, dass er Teil der Geschichte ist, bei dem es darum geht gerettet zu werden, auf mehreren Ebenen.






