Pride
Jetzt kaufen
Durch das Verwenden dieser Links unterstützt du READO. Wir erhalten eine Vermittlungsprovision, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen.
Beschreibung
Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität gehören heute zu den am meisten diskutierten und polarisierenden Themen in unserer Gesellschaft. Warum ist das so? Was haben Unisex-Toiletten mit Diskriminierung zu tun? Und warum werden in manchen Ländern Bücher über sexuelle Orientierung oder Diversität verboten? Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der rechtlichen Gleichstellung von LGBTQ+ Personen in Europa. Doch viele Errungenschaften der letzten Jahrzehnte werden von rechter und konservativer Seite in Frage gestellt und angegriffen. Michael Hunklinger macht deutlich, warum es für uns alle notwendig ist, erkämpfte Rechte zu verteidigen.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
geboren 1989, ist Politikwissenschaftler und Autor. Derzeit forscht und lehrt er zu den Themen Diversität und Ungleichheit an der Universität Amsterdam, zudem arbeitet er in diversen internationalen Projekten, die sich vor allem mit Fragen von politischer Partizipation und Repräsentation von LGBTQ+ Personen beschäftigen. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen analysiert und kommentiert er regelmäßig LGBTQ+ Themen, u. a. in der ZiB, im Standard oder in der Washington Post.
Beiträge
Interessanter Einblick in die vergangene Entwicklung und aktuellen Debatten in der LGBTQ Community.
Ich hatte mich sehr auf Michael Hunklingers Essay "Pride" gefreut und mir ein Buch erhofft, das einen tollen Überblick über aktuelle Diskurse und vielleicht auch auf eine einfache, verständliche Art wichtige Begriffe erklärt. In "Pride" konzentriert sich Hunklinger vor allem auf die Geschichte der schwulen & lesbischen Bewegung. Das war der erste Punkt, der mich etwas irritiert hat, lässt der Titel doch eigentlich mehr erwarten. Doch nachdem mehrmals nur von LGBTQ oder auch Transfrauen statt trans Frauen geschrieben wurde, war mir klar, das TIN* (trans, inter und nicht-binäre) Personen hier wohl leider kaum bis gar nicht Platz finden werden. Auch wenn mir einige angesprochene Aspekte, neben der geschichtlichen Einleitung, gut gefallen haben (Taktiken von queerfeindlichen Konservativen, Patriarchat & Macht, Fetischiesierung), so hat mich das Buch im Ganzen doch nicht überzeugen können. An dieser Stelle möchte ich euch auch auf die tolle Rezension von @queer.bookster hinweisen, hier wird die Kritik am Buch sehr gut zusammengefasst! Ein Buch mit dem Titel "Pride", das vom Kampf um Gleichberechtigung handelt und irgendwie trotzdem bestimmte Menschengruppen ausschließt 🤔 I'm confused und enttäuscht. Der Titel "Schwule & lesbische Bewegung in Deutschland und Österreich" wäre wohl passender gewesen und hätte andere Erwartungen gesetzt. Das ironische ist, dass der Autor selbst auf dieses Thema der Spaltung innerhalb der Pride-Community eingeht. Dass z.B. einige Homosexuelle sich gegen die Rechte von trans Personen aussprechen, aus Angst, ihren eigenen erkämpften Status zu gefährden. Schade, dass dieser Essay meinen freudigen Erwartungen nicht ganz gerecht werden konnte.
Brauchbarer Einstieg für Neulinge, aber ohne vielschichtige und fundierte Auseinandersetzung
„Pride“ von Michael Hunklinger habe ich das erste Mal 2024 auf der Buchmesse in Leipzig angekündigt gesehen und weckte bei mir direkt große Erwartungen. Der Titel versprach eine spannende Auseinandersetzung mit dem Gefühl des Stolzes, zu dem mir direkt mehrere Fragen in den Sinn kamen: Ist Stolz etwas Positives im Sinne eines gesunden Selbstbewusstseins? Oder kann er auch egoistisch, exklusiv oder problematisch sein? Wann ist Stolz gerechtfertigt, und wer hat das Recht, dieses Gefühl für sich zu beanspruchen? Leider behandelt das Buch diese Fragen wenig bis gar nicht und lässt mich mit einem ambivalenten Eindruck zurück. Zunächst muss gesagt werden, dass „Pride“ durchaus einige Stärken hat. Es bietet eine verständliche Einführung in die Themen Sexualität und Geschlecht und liefert einen soliden Überblick über die gesellschaftspolitische Situation queerer Menschen. Besonders hervorzuheben ist die Thematisierung queerer Scham – ein Aspekt, der selten in den Fokus rückt und hier bereichernd aufgearbeitet wird. Ebenfalls gelungen ist die Analyse, wie queeres Leben in kapitalistische Strukturen eingebunden wird, etwa durch Pinkwashing, oder wie heteronormative Geschlechterrollen in queeren Kontexten reproduziert werden. Diese Ansätze bieten wertvolle Denkanstöße, insbesondere für Leser*innen, die sich erstmals intensiver mit diesen Themen auseinandersetzen. Dennoch weist das Buch deutliche Schwächen auf. Es bleibt stark auf schwule und lesbische Perspektiven fokussiert, während trans und intergeschlechtliche Menschen weitgehend ausgeklammert werden. Allein die Verwendung des Kürzels „LGBTQ“ verstärkt den Eindruck, dass hier bestimmte Gruppen übergangen werden. Dadurch entsteht ungewollt ein Gefühl von Bi- und Inter-Erasure. Auch Asexualität wird nur marginal verhandelt. Ein weiteres Problem ist die unzureichende, eurozentristische historische Aufarbeitung. So wird beispielsweise der Beitrag Schwarzer Menschen und PoCs während der Stonewall-Riots verflacht und auf ein diffuses „queeres Publikum“ (S. 43) reduziert. Dies ignoriert die zentrale Rolle von Aktivist*innen wie Marsha P. Johnson oder Sylvia Rivera und trägt zur Verklärung der Ereignisse bei. Hinzu kommen Argumentationslinien, die unnötig abschweifen – etwa die Diskussion über die vermeintliche „Aufspaltung“ (S. 69) der Regenbogenfahne durch die Progress Pride Flag. Besonders irritiert mich jedoch, wie der Autor interne Konflikte innerhalb der queeren Community darstellt. Die fälschliche Verwendung des Begriffs „woke“ und die Reproduktion von Grabenkämpfen innerhalb der Szene wirken deplatziert und wenig hilfreich, um bestehende Spannungen zu überbrücken. Statt ein Denken im Widerspruch anzuregen oder zu ermöglichen, entsteht der Eindruck, dass Hunklinger hier Konflikte eher vertieft. Zusammenfassend bietet „Pride“ einen brauchbaren Einstieg für Neulinge, die sich mit den Grundlagen queerer Lebensrealitäten auseinandersetzen möchten. Gleichzeitig verpasst es allerdings die Gelegenheit, die Komplexität und Vielfalt der queeren Gemeinschaft umfassend darzustellen und wichtige Fragen zu Stolz und Identität wirklich zu vertiefen. Wer nach einer fundierten und vielschichtigen Auseinandersetzung sucht, wird hier enttäuscht.
Beschreibung
Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität gehören heute zu den am meisten diskutierten und polarisierenden Themen in unserer Gesellschaft. Warum ist das so? Was haben Unisex-Toiletten mit Diskriminierung zu tun? Und warum werden in manchen Ländern Bücher über sexuelle Orientierung oder Diversität verboten? Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der rechtlichen Gleichstellung von LGBTQ+ Personen in Europa. Doch viele Errungenschaften der letzten Jahrzehnte werden von rechter und konservativer Seite in Frage gestellt und angegriffen. Michael Hunklinger macht deutlich, warum es für uns alle notwendig ist, erkämpfte Rechte zu verteidigen.
Buchinformationen
Autorenbeschreibung
geboren 1989, ist Politikwissenschaftler und Autor. Derzeit forscht und lehrt er zu den Themen Diversität und Ungleichheit an der Universität Amsterdam, zudem arbeitet er in diversen internationalen Projekten, die sich vor allem mit Fragen von politischer Partizipation und Repräsentation von LGBTQ+ Personen beschäftigen. Neben zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen analysiert und kommentiert er regelmäßig LGBTQ+ Themen, u. a. in der ZiB, im Standard oder in der Washington Post.
Beiträge
Interessanter Einblick in die vergangene Entwicklung und aktuellen Debatten in der LGBTQ Community.
Ich hatte mich sehr auf Michael Hunklingers Essay "Pride" gefreut und mir ein Buch erhofft, das einen tollen Überblick über aktuelle Diskurse und vielleicht auch auf eine einfache, verständliche Art wichtige Begriffe erklärt. In "Pride" konzentriert sich Hunklinger vor allem auf die Geschichte der schwulen & lesbischen Bewegung. Das war der erste Punkt, der mich etwas irritiert hat, lässt der Titel doch eigentlich mehr erwarten. Doch nachdem mehrmals nur von LGBTQ oder auch Transfrauen statt trans Frauen geschrieben wurde, war mir klar, das TIN* (trans, inter und nicht-binäre) Personen hier wohl leider kaum bis gar nicht Platz finden werden. Auch wenn mir einige angesprochene Aspekte, neben der geschichtlichen Einleitung, gut gefallen haben (Taktiken von queerfeindlichen Konservativen, Patriarchat & Macht, Fetischiesierung), so hat mich das Buch im Ganzen doch nicht überzeugen können. An dieser Stelle möchte ich euch auch auf die tolle Rezension von @queer.bookster hinweisen, hier wird die Kritik am Buch sehr gut zusammengefasst! Ein Buch mit dem Titel "Pride", das vom Kampf um Gleichberechtigung handelt und irgendwie trotzdem bestimmte Menschengruppen ausschließt 🤔 I'm confused und enttäuscht. Der Titel "Schwule & lesbische Bewegung in Deutschland und Österreich" wäre wohl passender gewesen und hätte andere Erwartungen gesetzt. Das ironische ist, dass der Autor selbst auf dieses Thema der Spaltung innerhalb der Pride-Community eingeht. Dass z.B. einige Homosexuelle sich gegen die Rechte von trans Personen aussprechen, aus Angst, ihren eigenen erkämpften Status zu gefährden. Schade, dass dieser Essay meinen freudigen Erwartungen nicht ganz gerecht werden konnte.
Brauchbarer Einstieg für Neulinge, aber ohne vielschichtige und fundierte Auseinandersetzung
„Pride“ von Michael Hunklinger habe ich das erste Mal 2024 auf der Buchmesse in Leipzig angekündigt gesehen und weckte bei mir direkt große Erwartungen. Der Titel versprach eine spannende Auseinandersetzung mit dem Gefühl des Stolzes, zu dem mir direkt mehrere Fragen in den Sinn kamen: Ist Stolz etwas Positives im Sinne eines gesunden Selbstbewusstseins? Oder kann er auch egoistisch, exklusiv oder problematisch sein? Wann ist Stolz gerechtfertigt, und wer hat das Recht, dieses Gefühl für sich zu beanspruchen? Leider behandelt das Buch diese Fragen wenig bis gar nicht und lässt mich mit einem ambivalenten Eindruck zurück. Zunächst muss gesagt werden, dass „Pride“ durchaus einige Stärken hat. Es bietet eine verständliche Einführung in die Themen Sexualität und Geschlecht und liefert einen soliden Überblick über die gesellschaftspolitische Situation queerer Menschen. Besonders hervorzuheben ist die Thematisierung queerer Scham – ein Aspekt, der selten in den Fokus rückt und hier bereichernd aufgearbeitet wird. Ebenfalls gelungen ist die Analyse, wie queeres Leben in kapitalistische Strukturen eingebunden wird, etwa durch Pinkwashing, oder wie heteronormative Geschlechterrollen in queeren Kontexten reproduziert werden. Diese Ansätze bieten wertvolle Denkanstöße, insbesondere für Leser*innen, die sich erstmals intensiver mit diesen Themen auseinandersetzen. Dennoch weist das Buch deutliche Schwächen auf. Es bleibt stark auf schwule und lesbische Perspektiven fokussiert, während trans und intergeschlechtliche Menschen weitgehend ausgeklammert werden. Allein die Verwendung des Kürzels „LGBTQ“ verstärkt den Eindruck, dass hier bestimmte Gruppen übergangen werden. Dadurch entsteht ungewollt ein Gefühl von Bi- und Inter-Erasure. Auch Asexualität wird nur marginal verhandelt. Ein weiteres Problem ist die unzureichende, eurozentristische historische Aufarbeitung. So wird beispielsweise der Beitrag Schwarzer Menschen und PoCs während der Stonewall-Riots verflacht und auf ein diffuses „queeres Publikum“ (S. 43) reduziert. Dies ignoriert die zentrale Rolle von Aktivist*innen wie Marsha P. Johnson oder Sylvia Rivera und trägt zur Verklärung der Ereignisse bei. Hinzu kommen Argumentationslinien, die unnötig abschweifen – etwa die Diskussion über die vermeintliche „Aufspaltung“ (S. 69) der Regenbogenfahne durch die Progress Pride Flag. Besonders irritiert mich jedoch, wie der Autor interne Konflikte innerhalb der queeren Community darstellt. Die fälschliche Verwendung des Begriffs „woke“ und die Reproduktion von Grabenkämpfen innerhalb der Szene wirken deplatziert und wenig hilfreich, um bestehende Spannungen zu überbrücken. Statt ein Denken im Widerspruch anzuregen oder zu ermöglichen, entsteht der Eindruck, dass Hunklinger hier Konflikte eher vertieft. Zusammenfassend bietet „Pride“ einen brauchbaren Einstieg für Neulinge, die sich mit den Grundlagen queerer Lebensrealitäten auseinandersetzen möchten. Gleichzeitig verpasst es allerdings die Gelegenheit, die Komplexität und Vielfalt der queeren Gemeinschaft umfassend darzustellen und wichtige Fragen zu Stolz und Identität wirklich zu vertiefen. Wer nach einer fundierten und vielschichtigen Auseinandersetzung sucht, wird hier enttäuscht.






